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Weihnachten retten!

Soll hier eine nihilistische "Kultur" ohne Weihnachten propagiert werden?

Von SELBERDENKER | Was nun tun? Wir irren, irren … Keine Spur, kein Weg, kein Gleis …
Teufel wollen uns verwirren, Teufel drehen uns im Kreis.

Wieviel sind’s? Wohin sie traben? Weshalb heulen sie so laut? Wird ein Poltergeist begraben? Oder eine Hex‘ getraut?

Mit diesen Versen des russischen Nationaldichters Alexander Puschkin beginnt der Roman „Die Dämonen“ von Fjodor Michailowitsch Dostojewski. Was das mit der Überschrift zu tun hat und warum Dostojewski auch heute wieder sehr aktuell ist, dazu später mehr.

Plakative Feindlichkeit gegenüber Weihnachten

Derzeit hängen überall in Köln Plakate der Kölner Philharmonie, auf denen der Satz steht: „Wir müssen Weihnachten retten.“ Das Wort „Weihnachten“ ist allerdings durchgestrichen und unten dick durch das Wort „Kultur“ ersetzt. Dort steht jetzt also „Wir müssen retten Kultur“. Abgesehen davon, dass sich das ziemlich dämlich anhört, wirft es doch, besonders in der Weihnachtszeit, auch ernstere Fragen auf:

  1. Warum plakatiert die Kölner Philharmonie an Weihnachten gegen Weihnachten? Das Wort ist gleich zweimal durchgestrichen.
  2. Hält man Weihnachten nicht für Kultur? Warum stellt man es derart in den Gegensatz zu Kultur? Die größten Komponisten der Weltgeschichte haben wundervolle Werke mit christlicher und auch weihnachtlicher Inspiration geschaffen.

Es ist nur ein Beispiel von vielen. Neben der politischen Instrumentalisierung von Weihnachten wird auch zunehmend eine Feindlichkeit propagiert.

So suggerierte der Freemailanbieter gmx am 19. Dezember 2020 eine besondere „Coronagefahr“ durch christliche Messen, die mit der Realität nicht vereinbar ist. Allein das Titelbild in Kombination mit der Überschrift ist schon eine Botschaft, die von Millionen Nutzern zwangsläufig unterbewußt wahrgenommen wird. Die Mehrheit liest den Text eh nicht. So funktioniert Manipulation. Bei den regiden „Corona-Maßnahmen“ in Kirchen ist es derzeit vermutlich wahrscheinlicher, sich außerhalb von Kirchen mit irgendwas anzustecken als innerhalb.

Weihnachten ist auch für Nichtchristen relevant

Es gibt nicht mehr viel, dass uns in dieser fragmentierten Gesellschaft noch verbindet. Weihnachten ist auch einer der wenigen verbliebenen Fixpunkte unserer abendländischen Kultur. Es liegt nahe, dass die herrschenden Kulturrelativisten in ihrem Streben nach der Einheitsgesellschaft diesen Fixpunkt auch noch beseitigen wollen. Die Feindlichkeit des sich bei uns ausbreitenden Islam gegenüber Weihnachten wurde bei PI-NEWS schon häufig dokumentiert.

Doch die Weihnachtszeit ist mehr als ein christliches Fest. Sie ist eine Gelegenheit, mit den eigenen Leuten zusammen zu kommen. Auch viele Atheisten beschenken sich zu Weihnachten und treffen sich mit der Familie. Wenigstens einmal im Jahr. Juden feiern Chanukka in dieser Zeit. Es soll selbst Moslems geben, die diese Gelegenheit zusammenbringt. Die Weihnachtszeit ist eine gute, eine wichtige Zeit für die ganze Gesellschaft.

Licht und Hoffnung sind besonders in schweren, dunklen Zeiten wichtig.

Der Sozialist Schigaljew

Fjodor Michailowitsch Dostojewski.
Fjodor Michailowitsch Dostojewski.

Was hat das alles jetzt mit Dostojewski zu tun? In besagtem Roman hat sich eine kleine Gruppe von Leuten zusammengefunden, die im Grunde nichts weiter verbindet als ihr Hass auf Russland und die feste Absicht „die bestehende Ordnung zu beseitigen“. Ihre Vorstellungen und Antriebe unterscheiden sich und sie hassen sich teilweise untereinander.

Besonders interessant sind die Ansichten und Bestrebungen des Sozialisten Schigaljew. Der möchte ein „irdisches Paradies“ errichten, weil es kein anderes gäbe. Ausgegangen war er von dem Ziel der unbeschränkten Freiheit. Er landete am Schluss aber beim „unbeschränkten Despotismus“. Schigaljew möchte ein „neues System der Weltordnung“ schaffen. Seine Vorstellungen in Stichpunkten:

  • Der Mensch wird als Tier gesehen, die Menschheit wird als „Herde“ behandelt.
  • Die Menschheit wird in zwei ungleiche Gruppen unterteilt, was als notwendiges Übel betrachtet wird.
  • Zehn Prozent ist die Elite, sie erhält Freiheit der Person und unbeschränkte Macht über die restlichen 90 Prozent der Bevölkerung.
  • Die 90 Prozent haben sich komplett zu unterwerfen und kehren so zu einer Art „paradiesischer Unschuld“ zurück. Allerdings müssen sie arbeiten.
  • Erreicht wird diese Unterwerfung durch eine „Umerziehung ganzer Generationen“.
  • Da besonders talentierte Menschen Widerstand leisten könnten und Ungleichheit dem Ideal widerspricht, wird abgeschnitten, was aus der Masse hervorsticht.
  • Da niemand in einen solchen Verdacht geraten möchte, wird sich die Mehrheit fügen und eher Abweichler denunzieren wollen als selbst „in Verdacht“ zu geraten.
  • Angst ermöglicht Herrschaft.

Erkennen Sie etwas wieder, liebe Leser? Solche Ideen sind nicht tot. Der Roman ist aus dem Jahr 1873. Im Jahr 2020 ist er wieder sehr aktuell. Weihnachten bringt Menschen zusammen. Weihnachten erinnert daran, was wirklich wichtig ist. Es kann Hoffnung und damit Mut geben. Mut ist das Gegenteil von Angst.

Schigaljew wäre Weihnachten ein Dorn im Auge. Deshalb sollten wir es lebendig halten!