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Wer einen solchen Bundessprecher hat, braucht keine politischen Gegner mehr

Von DER ANALYST | Am Montag, also einen Tag nach dem Ende des AfD-Bundesparteitags in Kalkar, bei dem es eigentlich darum gehen sollte, das sozialpolitische Profil der Partei zu schärfen, konnten die Mainstream-Medien ein publizistisches Schlachtfest feiern.

Wohl kaum einer der angereisten Journalisten hätte zu hoffen gewagt, auf einem Sozialparteitag sonderlich viel Material mit nach Hause nehmen zu können, das geeignet gewesen wäre, die Alternative für Deutschland anschließend wie gewohnt in Grund und Boden zu schreiben.

Reiche Ausbeute für Übelmeinende

Dank Bundessprecher Jörg Meuthen wurden die Vertreter der Mainstream-Medien jedoch angenehm überrascht, denn die Ausbeute für Übelmeinende war mehr als erquicklich.

Hier eine kleine Auswahl:

  • „Meuterei gegen Meuthen“
  • „AfD-Parteitag wird zum Schmutz-Tribunal gegen den Parteichef“
  • „Chaos auf AfD-Parteitag“
  • „Verquerdenker als Steigbügelhalter der AfD“
  • „Der Chef gegen seine Partei: Kampf auf offener Bühne bei der AfD“
  • „Es war eine gezielte Provokation und sie hat die Gräben in der AfD tiefer werden lassen“
  • „Es hat ordentlich geknallt in Kalkar“
  • „Beim AfD-Bundesparteitag in Kalkar am Sonntag standen die Zeichen auf Showdown“
  • „Mit seiner Rede am Vortag hat Co-Parteichef Jörg Meuthen dem Rechtsaußen-Lager um den Thüringer Björn Höcke, sowie der Spitze der Bundestagsfraktion, vor allem dem Ehrenvorsitzenden Alexander Gauland, den Fehdehandschuh vor die Füße geschleudert“
  • „Saalschlacht über einen Antrag“
  • „Da wird die Erinnerung an die früheren Vorsitzenden Bernd Lucke und Frauke Petry wach, die wie jetzt Meuthen die AfD nicht noch weiter ins Radikale und Irrationale abdriften lassen wollten – und scheiterten“  

… und so weiter und so fort.

Wie viele potentielle AfD-Wähler wird diese Berichterstattung wohl vergrault haben? Niemand hat Vertrauen zu einer Partei, die in ständigen Grabenkämpfen immer nur mit sich selbst beschäftigt ist, anstatt sich angesichts des alles entscheidenden Superwahljahrs 2021 um die existenziellen Probleme unseres Landes und seiner Bürger zu kümmern.

Insofern stellt sich die Frage, was ausgerechnet den Bundessprecher dazu bewogen hat, die Lunte an ein Pulverfass zu legen, in dessen Nähe sich unter normalen Umständen auf diesem Parteitag, einem Sozialparteitag, niemand herumgetrieben hätte. Und Meuthen wusste genau, was er tat. Gegenüber dem Fernsehsender Phoenix räumte er ein kalkuliertes Vorgehen ein:

„Ich wusste natürlich, als ich die Rede geschrieben habe, dass sie widersprüchliche und konträre Reaktionen auslösen wird. Das preist man ein.“

Man kann guten Gewissens unterstellen, dass Meuthen – Professor, Doktor – über genügend Intelligenz verfügt, auch den immensen Image-Schaden für die AfD „einzupreisen“, den seine Rede verursachen würde.

Und überhaupt: Solche Dinge bespricht man als Parteivorsitzender mit jenen, die es angeht, in kleiner oder größerer Runde hinter verschlossenen Türen, aber nicht coram pulico zur Schadensmaximierung für die Partei.

Dazu noch in einigen Nebensätzen potentiellen Wählern aus der Querdenken-Bewegung gegen das Schienbein zu treten, passt ebenso ins traurige Bild, wie die unglücklich verlaufene Einladung einiger „YouTuber“ in den Bundestag noch einmal aufzuwärmen, obwohl die Sache längst abschließend geklärt wurde und erledigt ist.

Es liegt nun an den AfD-Mitgliedern, wie sie das Verhalten ihres Parteisprechers bewerten und welche Konsequenzen sie daraus ziehen. Als außenstehender Beobachter kommt man jedenfalls zu dem Schluss, dass eine Partei, die so einen Vorsitzenden hat, keine politischen Gegner mehr braucht. Und das ist jetzt noch zurückhaltend formuliert.