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Volksbank-Raiffeisenbank Dachau kündigt AfD-Konto

Volksbank Raiffeisenbank-Filiale in Dachau.

Von SARAH GOLDMANN | Darf eine Bank einem Kunden kündigen? Vermutlich ja, wenn der Kunde versucht hat, die Bank zu betrügen oder wenn er Verträge nicht einhält, wenn er ein Schuldner ohne Mittel ist und auf unabsehbare Zeit nur Kosten verursacht. Das wären vielleicht gute Gründe.

Was aber, wenn man den Kunden loswerden will, weil er ein Jude ist oder ein offen bekennender Homosexueller oder ein SPD-Mitglied. In manchen Zeiten konnten das gute Gründe für eine Kündigung sein, man konnte sagen:

„Der Umgangston, der dort herrscht, und die Politik, die man dort betreibt, sind mit unserer Geschäftsphilosophie nicht vereinbar.“

Das sind natürlich keine wirklichen, konkreten Gründe, aber die Nazis hätten applaudiert und die Bank für ihre „klare“ Haltung gelobt. Heute ganz im Gegenteil. Eine solche Kündigung würde das Aus für die Bank bedeuten. Es hängt alles von der Zeit ab, in der man lebt.

Heute kann eine Bank nicht mehr punkten mit der Kündigung eines Juden, aber mit der Kündigung eines AfD-Mitglieds, weil er ein Partei-Konto bei der Bank unterhält. Und welchen Grund gibt die Volksbank-Raiffeisenbank Dachau an, dass dem AfD-Mitglied das Partei-Konto gekündigt wurde? Diesen vielleicht?

„Der Umgangston, der dort herrscht, und die Politik, die man dort betreibt, sind mit unserer Geschäftsphilosophie nicht vereinbar.“

AfD-Kreisrat Markus Keller wehrt sich nach Kräften, wie der Merkur berichtet:

Seine Partei sei inzwischen in der Dachauer Kommunalpolitik angekommen. Die AfD mache „skandalfrei konservative Lokalpolitik im Kreistag und Stadtrat“. Mit der Kontoeröffnung habe man eine lokale, ortsansässige Bank unterstützen wollen. Seine Partei habe auch ein Konto bei der Sparkasse Dachau. Dort, so der Stadtrat, habe es bislang nie Probleme gegeben.

So ähnlich hätten vielleicht auch Juden in der Nazizeit um Verständnis und Unterstützung bei den Oberen gebeten und gebettelt, sie aber nicht erhalten.

Die Volksbank-Raiffeisenbank ist jedenfalls unbeeindruckt und zufrieden; so sollte es laufen. VR-Bank-Pressesprecher Martin Richter fasst es ganz offiziell: „Es steht uns frei, mit wem wir Geschäftsbeziehungen führen.“

So geht das heute in Deutschland. Und was macht man, wenn man dann irgendwann doch eine Begründung geben muss, weil der Terror gegen die AfD immer größer und augenfälliger geworden ist, so dass es allen auffällt und man nachfragt?

Dann sagt man, die Kündigung geschah zum Schutz, zum Schutz der gekündigten Kunden. In Dachau hat man Erfahrungen mir dieser Art von Begründungen.

Kontakt:

Martin Richter.

Volksbank Raiffeisenbank Dachau eG
Pressesprecher Martin Richter
Augsburger Straße 33-35
85221 Dachau
Tel.: 08131 77-417
Fax: 08131 77-190
E-Mail: martin.richter@vr-dachau.de