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„Frau Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kollegen!“

Eine kleine, aber wichtige – weil sehr bezeichnende – Begebenheit ereignete am Freitag im Deutschen Bundestag zu Beginn der Rede des AfD-Bundestagsabgeordneten Jürgen Braun während der Aktuellen Stunde zum Thema Myanmar. Braun begann mit den Worten: „Frau Präsident! Meine sehr verehrten Damen und Herren! Liebe Kollegen!“

Das ist sprachlich und grammatikalisch völlig korrekt – generisches Maskulinum, ganz wie im Duden. Doch die Grünen-Abgeordnete Steffi Lemke rief laut dazwischen: „Das heißt ‚Frau Präsidentin’! Benehmen Sie sich mal!“ Das Bundestagspräsidium, offenbar im Besitz grammatikalischer Kenntnisse, rügte die Begrüßung nicht, und auch Braun erklärte sehr ruhig: „Generisches Maskulinum. Es ist alles in Ordnung.“

Es war auch alles in Ordnung, zumindest für jemanden, der die deutsche Sprache beherrscht – es sei denn, er sei Ideologe. Auch auf die Abgeordnete Lemke könnte dies zutreffen, denn sie beharrte in sehr barschem Tonfall: „Nein! Es heißt ‚Frau Präsidentin’!“ Braun hatte die Fakten auf seiner Seite und konterte: „Es ist alles deutsche Sprache. Liebe Kollegen, wenn Sie nervös werden, dann merke ich: Irgendwie scheine ich einen Nerv bei Ihnen zu treffen, dass Sie mit deutscher Sprache ein Problem haben.“

Lemke, sachlich ausgekontert, wurde nun persönlich: „Und Sie haben mit Frauen ein Riesenproblem! Sie kommen mit Frauen nicht klar, das ist Ihr Ding!“ Diese Beleidigung nahm Jürgen Braun, der glücklich verheiratet ist, gar nicht zur Kenntnis: „Das muss man einmal ganz deutlich feststellen. Die deutsche Sprache bietet viele Möglichkeiten, und ich wähle die richtige.“

Jürgen Braun hat, es muss nicht eigens erwähnt werden, völlig Recht. Dieser kleine Dialog wirft indes ein bezeichnendes Licht auf die politische Linke in Deutschland, zu denen die Grünen füglich gezählt werden darf. Sie versuchen, durch Zurufe, Anschuldigungen und Beleidigungen ihre Lesart der deutschen Sprache durchzusetzen. Die Regeln, die bis vor wenigen Jahrzehnten unumstrittener Konsens waren, interessieren im linken Lager nicht. Die Linke, auch die grün angestrichene Linke, setzt ihre Regeln fest und verbale Gewalt ein, um diese sprachverändernden Muster durchzusetzen.

Chapeau, Jürgen Braun – so sollte es jeder AfD-Abgeordnete machen! Es ist indes eine offene Frage, wie viele Männer – und Frauen! – die Courage haben werden, dem semantischen Diktat der politischen Linken zu widerstehen.

Und warum widerstehen? Weil mit der Sprache die Gedanken verändert werden sollen. Es geht dabei nicht um ein bisschen Geschlechtergerechtigkeit, es geht darum, dass ein solches Wortgefecht ein Mosaikstein ist in einem großen Bild, das von der politischen Linken Stein für Stein zusammengesetzt wird und das da heißt: Dekonstruktion der Gesellschaft. Und hier liegt die Gefahr.

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