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Grünes Hoch, schwarzes Tief, blaue Tristesse

Von WOLFGANG HÜBNER | Das Ergebnis der Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz ist nach den jüngsten Ereignissen in der CDU nicht sonderlich überraschend. Der große Profiteur der geistig und gestalterisch völlig entleerten Merkel-Partei sind die Grünen. Im Windschatten der nicht mehr Großen Koalition machen sie zwar jede politische Missetat von CDU und SPD mit oder tolerieren sie. Doch sind sie in der bequemen Position, in Berlin zugleich „Opposition“ als auch faktisch Mitregierende zu sein. Dazu haben sie noch die kaum verborgene Sympathie der Massenmedien. Da ein Großteil der Deutschen, zumindest im Westen, nicht nur in Wohlstand, sondern auch mit gutem ökologischen Gewissen leben will, werden die monströsen Verbotsfantasien und Doppelzüngigkeiten der Grünen einfach ignoriert.

Das wird sich zwar künftig noch bitter rächen. Aber bis dahin wird halt gerne Grün gewählt, von alt wie jung. In Baden-Württemberg hat sicherlich auch die Person von Ministerpräsident Winfried Kretschmann bedeutenden Einfluss auf das Ergebnis gehabt. Und in Rheinland-Pfalz war es ebenso die Frau an der Spitze, die SPD-Politikerin Malu Dreyer, die ihrer Partei einen Erfolg brachte, der für die SPD längst ungewöhnlich ist. Dass die CDU in zwei früheren sicheren Hochburgen so schwach geworden ist, kann als Ergebnis des Zerstörungswerks von Merkel und der Umwandlung der Partei in eine seelenlose Macht- und Karrieremaschine gewertet werden.

Für die AfD sind die Wahlergebnisse in den beiden Bundesländern mehr als nur ernüchternd. Sie hat nicht nur von der CDU-Schwäche in keiner Weise profitiert, sondern wurde sowohl in Mainz als auch in Stuttgart nur noch einstellig mit hohen Verlusten. Diese dürften auch mit in beiden Ländern deutlich gesunkener Wahlbeteiligung zusammenhängen. Vermutlich haben viele frühere oder potentielle AfD-Wähler nicht gewählt oder für die recht erfolgreichen Freien Wähler gestimmt.

Das darf eine Partei nicht verwundern, die innerlich so zerrissen erscheint und ja auch ist wie die AfD. Und wenn dann noch auffallend bieder-profillose Spitzenkandidaten ins Rennen geschickt werden, kann keine echte Begeisterung erzeugt werden. Bevor die Partei ihren Richtungskampf nicht eindeutig geklärt hat, also einen klaren Kurs fährt, werden künftige Wahlergebnisse im Westen ähnlich sein. Der Meuthen-Kurs auf Koalitionsfähigkeit der AfD hat jedenfalls keine Früchte getragen, sondern einen bitteren Rückschlag beschert.


Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.