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Wagner & Corona: Der Schwanz einer Katze hat ihn gestreichelt…

Von PETER BARTELS | Muss man ein Held sein, um die Corona-Spritze zu ertragen, zu überleben? Nein, aber auch kein Jammerlappen! BILD-Postbote Franz Josef Wagner hatte wochenlang weinerlich um die „Spritze“ gebettelt, gegreint. Vorgestern bekam er sie. Heute fiel er in BILD aus …

Dabei war er gestern Abend noch im Layout vorgesehen“, wie unsereiner von seinen V-Leuten im Springer-Palast der Corona-Hauptstadt Berlin erfuhr. Heute? Wagner?? Nichts! Nun gibt es wie immer zwei Möglichkeiten: Entweder ist der „Postbote“  vor Glück über „Mutti“ Merkels und Frau Spahns Gnade der Spritze in die Grappa-Flasche gefallen. Oder die Biontech-Spritze hat ihn umgehauen. Die „Risiken und Nebenwirkungen“ sind doch inzwischen nicht nur Arzt und Apothekern hinlänglich bekannt, sondern auch Menschen, Patienten zumal …

Es war ein jämmerliches Bild in BILD, das der Wagner abgab –  schrecklich dünne Oberärmchen, irrlichternder Blick über Merkels Pest-Maske, zwei krumme Victory-Finger à la Churchill; natürlich hat der Fotograf Regie geführt. Peinliche Verletzung der Intimsphäre? Quatsch! Für den Boulevard nur zu normal: Wer Respekt, Pietät selbst beim Wendler und dem Begräbnis seiner Mutter höhnisch aufhebt, muss sich nicht genieren, peinliche Internas zu vermarkten. Auch wenn das eigentlich keine Sau interessiert.

„Ich spürte die Nadel nicht“…

Und so jauchzte Wagner, der „Mutti“ Merkel seit ewig anhimmelt, folgerichtig als BILD-Postbote in einem „Gefühlsreport“:

Es war der Augenblick der Hoffnung, als der Arzt mir Biontech spritzte. Ich spürte die Nadel nicht, es war, als würde der Schwanz einer Katze mich streicheln … Zwei Dinge fühlte ich. Ich war dem Forscherehepaar Özlem Türeci und Ugur Sahin, die den Impfstoff erfunden haben, unendlich dankbar…“

Unsereiner weiß ja, dass Franz Josef Wagner Sport eigentlich immer nur mit seinen Buddies in der HSV-Westkurve gemacht hat … Als Beckenbauer noch Eigentore für die Raute machte, Netzer sie zum Europapokal managte; im feinen Pöseldorfer „Ristorante Da Mario“ hatte die Wagner-Corona mit  „Julia“-(Grappa) vorgeglüht. Dass seine Ärmchen aber davon mal sooo dünn werden würden?! Churchill hat offenbar doch recht: Sport ist Mord! Auch in der HSV-Westkurve. Und FJW hat zwar in der Redaktion immer gebrüllt, wie ein HSV-Fan bei einem Uwe-Tor. Aber er war halt immer nur ein Maulheld, machte „seinen“ Leuten trotzdem mit finsterem Blick erfolgreich Angst.

Heute macht er sich nur noch selbst Angst: „Man war ja wie ein Ertrinkender, der sich weiter und weiter vom Ufer entfernt“ … Nun mag und muss jeder selbst mit den letzten Jahren oder Monaten seines langen Lebens fertig werden. Und wenn man, wie Wagner zur „Zielgruppe“ von Corona gehört, dann ist man natürlich auch Zielgruppe von Gevatter. Und bekanntlich kann keiner mit dem Tod feilschen; die Sense des Schnitters mäht halt irgendwann unweigerlich.

Das Wachpersonal des Bundespräsidenten protokolliert

Merkel-Macker Wagner dagegen bettelt seit ewig. Entsetzt zeigte er schon mit 50 seine ersten Altersflecken auf den Handrücken: “So viele…“ Leider konnte unsereiner ihn damals nur mit einem oder zwei eigenen trösten: „Wir werden halt geboren, um zu sterben, Franzl …“. Und so jubelte er gestern in BILD besoffen vor Glück:

„Wie großartig unsere Impfzentren sind … So viel Fürsorge habe ich noch nie erlebt. Hunderte von Volontär*innen begleiten einen, es sind Student*innen für 15 Euro die Stunde. Sogar das Taxi wird bezahlt. Soldaten des Wachpersonals beim Bundespräsidenten sitzen an Schaltern, um Personalien zu protokollieren.“ … Dann raffte er sich zur vorerst letzten Merkel-Schalmeie auf: „Es stimmt einfach nicht, dass wir [PI-NEWS: Also die Merkel-Corona] alles falsch machen … Herzlichst Ihr Franz Josef Wagner“

Sabines Vater ist 86, ihre Mutter ist 86, beide ließen sich letzten Freitag auf dem plattesten Land, in Winsen/Luhe, impfen. Beide Biontech. Sie stehen auf, Frühstück, wie immer, Runde wie immer, Mampf, Mittagsschläfchen, Glotze, Schlafen. Und hoffen, am nächsten Tag wieder aufzuwachen… Von Greis (77) zu Greis (77), lieber Franz Josef: Bei Biontech gilt: Fünf Prozent fallen durch den Rost…

Bei 0,2 Prozent kommt es zu „schwerwiegenden Nebenwirkungen“. Wenig? Viel! Sehr viel!! Beim Lotto hat man nur 0,00000072 Prozent Chancen auf einen „Sechser“.

Darauf bitte diesmal keinen Grappa, alter Mann …


Ex-BILD-Chef Peter Bartels.
Ex-BILD-Chef Peter Bartels.

PI-NEWS-Autor Peter Bartels war zusammen mit Hans-Hermann Tiedje zwischen 1989 und 1991 BILD-Chefredakteur. Davor war er daselbst über 17 Jahre Polizeireporter, Ressortleiter Unterhaltung, stellv. Chefredakteur, im “Sabbatjahr” entwickelte er als Chefredakteur ein TV- und ein Medizin-Magazin, löste dann Claus Jacobi als BILD-Chef ab; Schlagzeile nach dem Mauerfall: “Guten Morgen, Deutschland!”. Unter “Rambo” Tiedje und “Django” Bartels erreichte das Blatt eine Auflage von über fünf Millionen. Danach CR BURDA (SUPER-Zeitung), BAUER (REVUE), Familia Press, Wien (Täglich Alles). In seinem Buch “Die Wahrheit über den Niedergang einer großen Zeitung” (KOPP-Verlag) beschreibt Bartels, warum BILD bis 2016 rund 3,5 Mio seiner täglichen Käufer verlor. Kontakt: peterhbartels@gmx.de.