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Hamburgs Polizei stoppt Gesundheitssport mit Großaufgebot

Inmitten einer Zeit, in der Gesundheit angeblich über alles geht, kämpft Hamburgs Polizei mit einem Großaufgebot gegen Sportler. Nach der Maskenpflicht für Jogger (PI-NEWS berichtete) geht es nahtlos weiter. Was ist passiert: Laufveranstalter dürfen seit über einem Jahr keine Straßenläufe mehr durchführen. Während der Ball im Profifußball rollt und in Hallen Handball und Basketball gespielt wird, ist die Gefahr des Dauerlaufs auf der Straße angeblich viel zu groß. Bedeutet: Für das Unternehmen keine Chance auf Einnahmen und für zahlreiche Hobbyläufer keine Wettkämpfe.

Um zumindest ein bisschen Laufsport zu ermöglichen, hat die BMS-Laufgesellschaft am Wochenende eine Zeitmessanlage in einem Vorort von Hamburg aufgebaut und es Läufern ermöglicht, dort alleine zu laufen und ihre Zeit messen zu lassen. Eigentlich sollte hier eine traditionelle Halbmarathon-Veranstaltung stattfinden, die nun zum zweiten Mal in Folge untersagt wurde. Doch alleine laufen, wenn eine Zeitmessung vorhanden ist? Das geht nicht in Corona-Zeiten, finden Hamburgs Behörden und fahren scharfe Geschütze auf gegen den mit symbolischen Startnummern zur Schau gestellten Widerstand einiger Hobbysportler. Plötzlich taucht die Polizei mit zahlreichen Beamten auf und nimmt die Personalien der Läufer auf, droht mit Bußgeldern.

Auf Facebook berichten zahlreiche Betroffene, dass dies der einzige Moment gewesen sei, in denen sie nicht den geforderten „Mindestabstand“ einhalten konnten. „Die größte Ansammlung von Menschen war im Übrigen die Gruppe der Polizisten“, schreibt einer. „Was für ein personelles Aufgebot für anständige Sportler, als ob es sonst keine Probleme in unserem Land gibt“, schreibt eine andere.

Doch es geht wohl eher um Symbolik. Der Hamburger Morgenpost sagt Sorina Weiland, Pressesprecherin des Bezirksamts Hamburg-Mitte: „Solche Veranstaltungen passen nicht zum aktuellen Infektionsgeschehen.“ Gegen die Organisatoren hat die Polizei ein Ordnungswidrigkeitenverfahren eingeleitet. Bleibt zu hoffen, dass sie sich nicht kleinkriegen lassen. In einer Stellungnahme schreiben sie: „Der Tatbestand einer klassischen Veranstaltung liegt unseres Erachtens nicht vor.“ Dass eine Veranstaltung im Jahr 2021 ein „Tatbestand“ sein würde, hätte sie sich vor wenigen Monaten wohl auch nicht vorstellen können.

P.S.: Im chinesischen Xiamen fand am 10. April ein Marathon mit 12.000 Läufern aus der ganzen Welt statt…