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Personenkult um Greta Thunberg

Von MANFRED ROUHS | Im Jahre 1956 erklärte Nikita Chruschtschow den Personenkult um Josef Stalin in der Sowjetunion für beendet. Nach seiner Grundsatzrede beim XX. Parteitag der KPdSU wurden zahllose Stalin-Statuen in der Sowjetunion entfernt. Es dauerte allerdings noch volle fünf Jahre, bis auch die zentrale Stalin-Darstellung in Berlin-Friedrichshain verschwand, weil die SED-Führung die Entstalinisierung jahrelang hintertrieb.

Ein bronzenes Ohr des aus Georgien stammenden sowjetischen Diktators blieb nach der Demontage übrig und kann bis heute im Café Sibylle in der mittlerweile in Karl-Marx-Allee umbenannten ehemaligen Stalin-Allee 72 in Berlin-Friedrichshain besichtigt werden. Das Café ist derzeit allerdings coronabedingt geschlossen.

In seiner sorgfältig vorbereiteten Rede zur Entstalinisierung führte Chruschtschow aus, es sei „unzulässig (…) eine Person herauszuheben und sie zu einem Übermenschen zu machen, der gottähnliche, übernatürliche Eigenschaften besitzt, zu einem Menschen, der angeblich alles weiß, alles sieht, für alle denkt, alles kann und in seinem ganzen Verhalten unfehlbar ist“. Der so verherrlichte „hielt sich nicht damit auf, die Menschen zu überzeugen, aufzuklären und geduldig mit ihnen zusammenzuarbeiten, sondern er zwang anderen seine Ansichten auf und verlangte absolute Unterwerfung unter seine Meinung“.

Karl Marx hatte bereits analysiert: „Hegel bemerkte irgendwo, dass alle großen weltgeschichtlichen Tatsachen und Personen sich sozusagen zweimal ereignen. Er hat vergessen, hinzuzufügen: das eine Mal als Tragödie, das andere Mal als Farce.“

Wenn jetzt in Europa Statuen von Greta Thunberg aufgestellt werden, erleben wir eindeutig die Wiederholung des Gestern in Gestalt einer Farce. Da spielt der Preis keine Rolle: Der moderne Personenkult ist offensichtlich irre und historisch widerlegt. Bliebt nur zu hoffen, dass uns nicht auferlegt wird, noch andere Etappen der Tragödie des Stalinismus ein zweites Mal durchleben zu müssen.


PI-NEWS-Autor Manfred Rouhs, Jahrgang 1965, ist Vorsitzender des Vereins Signal für Deutschland e.V., der die Opfer politisch motivierter Straftaten entschädigt, vierteljährlich die Zeitschrift SIGNAL herausgibt und im Internet ein Nachrichtenportal betreibt. Der Verein veröffentlicht außerdem ein Portal für kostenloses Online-Fernsehen per Streaming und stellt politische Aufkleber und andere Werbemittel zur Massenverteilung zur Verfügung. Manfred Rouhs ist als Unternehmer in Berlin tätig.