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Grüne Parteijugend auf den Spuren Lenins und Stalins

Von MANFRED ROUHS | In der Politik sind viele Akteure tätig, denen es an kreativen eigenen Ideen mangelt. Dem linken Milieu sind in den 1990er-Jahren mit dem Zerfall des Kommunismus die Visionen abhandengekommen. Und wenn das rot-grüne Spektrum heute einen Aufbruch versucht, dann kann es schnell peinlich werden. Manchmal endet der Versuch, aktuelle Ziele zu definieren, mit der Rückbesinnung auf die marxistisch-leninistischen Wurzeln der Bewegung – die doch eigentlich verschleiert werden sollen.

Vor wenigen Wochen führte die grüne Parteijugend einen „Gerechtigkeitskongress“ durch, der unter der Losung stand: „Many struggles, one fight.“ Zu deutsch: „Viele Anstrengungen, ein Kampf.“ Was schon klingt wie eine SED-Parole aus den 1970ern, wurde dann mit modernisierten und multi-kulturalisierten Agitpropbildern aus der Sowjetunion der 1930er optisch angereichert. Die Motive erschienen erstmals auf Plakaten des „Gesamtsowjetischen Leninschen Kommunistischen Jugendverbands – Komsomol“. So berichtet es die „Bild“-Zeitung.

Große Posen, heroische Gesichter, flatternde rote Fahnen – so oder so ähnlich erträumt sich die „Grüne Jugend“ offenbar die Zukunft. Und wie mit Abweichlern und Andersdenkenden verfahren wird, wenn die Vision erst Wirklichkeit geworden ist, wissen wir aus der stalinistischen Sowjetunion zur Genüge. Wo die große rote Geste regiert, ist jeder ein „Faschist“, der sich nicht fügt. Die Parallelen sind erschreckend.

Ein Zufall? Eine Panne? „Bild“ zitiert den Bundessprecher der grünen Jugend mit der Ausrede: „Wir wurden erst durch Ihre Mail darauf aufmerksam, dass besagte Organisation vor 90 Jahren ein ähnliches Motiv verwendet hatte“. Die Motive sind allerdings nicht nur ähnlich, sondern identisch.

Sie stammen offenbar aus dem „Revolution Promoting Set“ von Adobe. Der Zusammenhang, in dem sie dort präsentiert werden, lässt das Herz kommunistischer Nostalgiker höherschlagen. Und das sind offenbar genau diejenigen Leute, die für die „Grüne Jugend“ Werbemittel illustrieren.


PI-NEWS-Autor Manfred Rouhs, Jahrgang 1965, ist Vorsitzender des Vereins Signal für Deutschland e.V., der die Opfer politisch motivierter Straftaten entschädigt, vierteljährlich die Zeitschrift SIGNAL herausgibt und im Internet ein Nachrichtenportal betreibt. Der Verein veröffentlicht außerdem ein Portal für kostenloses Online-Fernsehen per Streaming und stellt politische Aufkleber und andere Werbemittel zur Massenverteilung zur Verfügung. Manfred Rouhs ist als Unternehmer in Berlin tätig.