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Bundeswehr raus aus Mali!

Von WOLFGANG HÜBNER | Kaum ist das Evakuierungs- und Fluchthilfeunternehmen der Bundeswehr in Kabul von den neuen Herrschern Afghanistans beendet worden, schon kursieren Pläne für künftige EU-Militäreinsätze in sogenannten „Krisenregionen“. Denn der Stachel des jüngsten Desasters sitzt nicht nur in Washington tief, sondern auch in den imperial gesinnten Kreisen der EU. Diesen geht es bekanntlich nie um Rohstoffe und strategische Machtpositionen, sondern stets nur um Menschenrechte und Mädchenschulen.

Und gleich meldet sich ein besonders schwergewichtiger Politiker einer beliebten deutschen Kriegspartei, nämlich der grüne Europaabgeordnete Reinhard Bütikofer, zu Wort: „Dass die reichen Staaten Europas noch nicht einmal in der Lage sind, einen Flughafen wie den in Kabul so lange militärisch zu sichern, bis eine humanitäre Evakuierung abgeschlossen ist, ist schlicht unakzeptabel.“

Das findet auch die weltweit bewunderte deutsche Selbstverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer, die fortan EU-Militäreinsätze einer „Koalition der Willigen“ übertragen will, wozu natürlich Deutschland an vorderster Front gehören soll. Das ist sozusagen ihre Lehre aus der „schweren Niederlage“ in Afghanistan. Mit anderen Worten: Gelernt hat der politische Sozialfall der Merkel-Regierung aus den jüngsten Ereignissen keineswegs, sich von militärischen Abenteuern in fremden Ländern fernzuhalten, sondern vielmehr diese nur militärisch effektiver und erfolgreicher durchzuführen. Es mag sein, dass die CDU-Dame bald im saarländischen Ruhestand verschwinden wird. Doch schon die voraussichtliche Beteiligung der Grünen an der nächsten Bundesregierung wird eindringliche Werbung für „humanitäre“ Einsätze der EU und der Bundeswehr in aller Welt garantieren.

Dabei müsste gerade nach den Erfahrungen in Afghanistan ein ganz anderes Ziel im Vordergrund stehen: Der umgehende Abzug des in dem westafrikanischen Staat Mali stationierten Kontingents der Bundeswehr. Seit bereits acht Jahren befinden sich deutsche Soldaten mit Mandat des Bundestages dort, um der ehemaligen Kolonialmacht Frankreich zu helfen, ihre neokolonialen wirtschaftlichen Interessen wahrzunehmen. Mali ist zwar bettelarm, hat aber lockende riesige Rohstoffvorkommen, zum Beispiel Gold und Uran.

Stabilität hat das deutsche Engagement bislang überhaupt nicht gebracht, denn dem Putsch 2020 folgte in diesem Jahr in dem ethnisch zerrissenen, überwiegend islamisch geprägten Land gleich der nächste. Ein Selbstmordanschlag auf deutsche Soldaten im Juni forderte etliche Verletzte und wird nicht der letzte gewesen sein. Es kann deshalb nur eine Devise geben: Bundeswehr raus aus Mali, keine militärischen Aktionen in fremden Staaten auf der Welt!


Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite und seinen neuen Telegram-Kanal erreichbar.