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Kandidat Laschet – Merkels letzter Streich

Von RÜDIGER | Friedrich Merz und Markus Söder sollte er als Kanzler verhindern: Das war der einzige Sinn und Zweck von Armin Laschets Kanzlerkandidatur. Wahlen sollte er nie gewinnen. „Merkels Erbe“ zu wahren und vor allem die für dieses Erbe Mitverantwortlichen im CDU-Präsidium zu schützen: Das war und ist Laschets einzig wirkliche Aufgabe.

Mit Friedrich Merz oder Markus Söder läge die Union heute ganz sicher nicht bei 19,5 Prozent in den Umfragen. Beide Männer sind nicht nur unter den CDU-Mitgliedern beliebt, sondern genießen Achtung und Anerkennung auch in der breiteren Bevölkerung. Mit beiden wäre die Kanzlerschaft der CDU sehr wahrscheinlich wieder sicher gewesen.

Aber beide Männer haben mit Merkel auch ein Hühnchen zu rupfen, beide waren für Merkel und ihre Clique daher seit jeher ein rotes Tuch: Auch wenn sich Merz und Söder in den letzten Jahren handzahm gaben und alles taten, um den Eindruck zu erwecken, sie seien voll und ganz auf Merkels grünistisch-sozialistischer Linie, hatten sich beide in der Zeit zuvor doch zu Recht den Ruf erworben, die großartigen Errungenschaften der größten Kanzlerin aller Zeiten mit reichlich Argwohn zu betrachten. Kurz gesagt: die Merkel-Entourage traute Merz und Söder noch nie über den Weg und schon gar nicht in einer Position als Kanzler.

Dieses Misstrauen war wahrscheinlich völlig berechtigt. Merz und Söder hätten nach ihrer Wahl zum Kanzler mit ziemlicher Sicherheit schnell damit begonnen, den gröbsten Schutt von Merkels Hinterlassenschaft beiseite zu räumen. Beide haben Verstand, beide können rechnen und sachlich denken, beide lassen sich auch nicht von hysterischen Gefühlsduseleien leiten. Beide teilen daher weder Merkels Auffassungen bei der „Energiewende“ noch bei den sogenannten „Flüchtlingen“ noch bei Merkels pharaonenhafter Verschuldungspolitik zugunsten der italienischen Staatskasse.

Merz und Söder hätten also mit größter Wahrscheinlichkeit ihr albernes grünistisches Getue, das sie derzeit an den Tag legen, nach ihrer Wahl zum Kanzler schnell abgelegt und hätten sich daran gemacht, in Deutschland wieder für halbwegs vernünftige Verhältnisse zu sorgen. „Merkels Erbe“ hätten sie deshalb auch garantiert nicht bewahrt, sondern schnell in Stücke gehauen. Sie hätten einen öffentlichen Kassensturz gemacht, die Fakten auf den Tisch geknallt und Merkel ihren Heiligenschein vom Kopf gerissen. Und sie hätten mit all ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln und Methoden dafür gesorgt, dass Merkel ihnen politisch nie mehr in die Quere kommt.

Für Merkel wäre eine Kanzlerschaft von Merz oder Söder also einer politischen und persönlichen Katastrophe gleichgekommen. Aber auch für ihre engere Gefolgschaft wäre eine solche Kanzlerschaft gefährlich gewesen: Wo gehobelt wird, fallen Späne. Merz und Söder hätten nicht nur Merkel selbst vorgeführt, sondern auch die ganze Bande politisch Mitverantwortlicher, die als Lakaien und Stiefellecker an Merkels Unsinn der letzten 16 Jahre beteiligt waren.

Merkel hatte also allen Anlass, eine Kanzlerkandidatur von Merz und Söder nach Kräften zu verhindern. Aus dem Hut gezaubert wurde daher „Kandidat Armin Laschet“, zwar in der Wählerschaft und an der CDU-Basis völlig unbeliebt, aber im CDU-Präsidium bekannt als verlässliches Merkel-Muttisöhnchen.

Dass die CDU mit diesem Mann im Unterschied zu Merz und Söder deutliche Stimmenverluste werde hinnehmen müssen, war auch der CDU-Führung bewusst. Dumm sind diese Leute ja nicht, nur selbstsüchtig und gewissenlos. Da die Umfragen die CDU zum Zeitpunkt von Laschets Nominierung allerdings deutlich in Führung sahen, wurde darauf spekuliert, dass es trotz Laschet für die CDU noch für Platz 1 reichen würde und man im Ergebnis eine Koalition mit den Grünen mit Laschet als Kanzler eingehen könnte. Denn genau das wäre Merkels Wunschkoalition: Gemeinsam mit den grünen Ökokommunisten würde man Merkels bisherige linksgrüne Politik nahezu unverändert fortsetzen können, „Merkels Erbe“ würde niemand hinterfragen, und sie könnte gelegentlich vom Hinterzimmer aus ihr Püppchen Laschet weiterhin dorthin manövrieren, wo sie zu ihrer eigenen politischen Lustbefriedigung den armen Mann gerne haben würde.

Bei aktuell 19,5 Prozent in den Umfragen für die CDU geht dieses Kalkül aber wohl nicht mehr auf. Mit Laschet wird die CDU aller Voraussicht nach massenhaft Stimmen verlieren und vielleicht muss sie sogar in die Opposition. Aber was kratzt das Merkel und ihre Lakaien? Soll die Partei doch vor die Hunde gehen, sollen jede Menge CDU-Abgeordnete ihren Job verlieren, dann sind sie halt weg. Und „Merkels Erbe“ ist unter Rot-Grün-Rot sowieso am besten aufgehoben.

Für Merkel läuft also alles nach Plan…