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Die deutsche Energiewende-Illusion zerplatzt

Von WOLFGANG HÜBNER | Selbst in der Politik gibt es ab und zu sowas wie Gerechtigkeit: Angela Merkel muss noch im Kanzleramt erleben, dass die von ihr verantwortete, weltweit einmalige deutsche Energiewende in dem Desaster enden wird, das von vornherein absehbar war. Und ausgerechnet der französische Präsident Emmanuel Macron, Merkels Küsschenfreund, hat nun eine ganze Menge Salz in die mutwillig selbstverursachte deutsche Wunde mit seiner Ankündigung einer Offensive für die Nutzung modernster Gewinnung von Atomenergie gestreut. Macrons großer Auftritt am Dienstag war auch eine deutliche Botschaft an die „Ampel-Runde“ in Berlin, die bald ihren „Klima-Kanzler“ bestimmen will.

Von der ersten Stunde an werden dieser „Klima-Kanzler“ und seine Regierung mit den Folgen der deutschen Energiewende kämpfen müssen. Wer diese Woche schon getankt hat, sich über die Heizkosten für den nahenden Winter informiert oder für die letzte Stromrechnung interessiert hat, wird das nicht länger für ein Problem politischer Ideologie halten. Denn die Entwicklung reduziert die Geldbeutel aller, besonders natürlich derjenigen Menschen mit normalem oder geringem Einkommen. Dieses Problem hat im Wahlkampf auch deshalb keine Rolle gespielt, weil sich außer der AfD keine der Parteien im Bundestag mit einer Entwicklung beschäftigen wollte, die nicht unvermeidlich ist, sondern von diesen Parteien hingenommen und sogar vorangetrieben wird.

Nun könnte man annehmen, dass zumindest aus der Wirtschaft Widerstand gegen diese den Industriestandort Deutschland gefährdende Entwicklung kommen müsste. Doch am Montag haben nach Medienberichten 69 Konzerne an die künftige Bundesregierung appelliert, die Energiewende noch zu beschleunigen. Von Aldi, Lidl, Rewe bis zu Dax-Unternehmen wie Bayer, Deutsches Wohnen oder Adidas reicht die Liste der Unterzeichner. Aber die Unternehmen schreiben nirgendwo, welche Investitionen sie selbst zu machen bereit sind. Stattdessen erwarten sie die Vorbildfunktion des Staates, der mit 500 Milliarden Euro jährlich (!!) das Projekt „Klimaneutralität“ vorantreiben soll.

Das ist eine ebenso offene wie unverfrorene Aufforderung an den Staat, die deutschen Steuerzahler bis aufs Hemd auszuplündern. Die künftige „Ampel“-Regierung wird sich trotzdem bei der zu erwartenden Fortsetzung der irrsinnigen deutschen Klima- und Energiepolitik auf diesen Ruf der Konzerne beziehen. Umso wichtiger ist es jetzt, dass alle tatsächlich oppositionellen Kräfte in Kampfstellung gegen diese extrem unsoziale und illusionäre Politik gehen. Es wird nicht nur im kommenden Winter kälter in vielen Wohnungen – auch das gesellschaftliche Klima wird eisiger werden. Und in diesem Fall unbestreitbar ausschließlich menschengemacht.


Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite und seinen neuen Telegram-Kanal erreichbar.