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Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen afrikanischen HSV-Profi

Von MANFRED W. BLACK | Nach jahrelangem Hin und Her hat nun die Staatsanwaltschaft Hamburg Anklage [1] erhoben gegen den schwarzen Fußball-Profi „Bakery Jatta“ vom Hamburger SV: Der heute anscheinend 26 Jahre alte gambische Mittelfeldspieler, der eigentlich Bakary Daffeh heißt, soll bei seiner Einreise in Deutschland im Sommer 2015 als angeblicher Flüchtling falsche Angaben zu seinem Alter und zu seiner Identität gemacht haben.

Die „Affäre Jatta“ wird voraussichtlich vor einem Jugendgericht verhandelt, weil der Fußballspieler zur Zeit seiner Fälschungen anscheinend noch nicht 21 Jahre alt war.

Frisierte Identitäten

Offenbar hat sich „Jatta“ bei seiner Registrierung als „Geflüchteter“ in Bremen [2] um mindestens drei Jahre jünger gemacht als er wirklich war. Und offensichtlich hatte er sich auch einen falschen Namen zugelegt – mit dem Ziel, als angeblicher Minderjähriger eine bevorzugte und dauerhafte Duldung als „Unbegleiteter Flüchtling“ zu erhalten.

Der Schwarzafrikaner fälschte seine Identität ein weiteres Mal, als er in Bremen an einen deutschen Führerschein gelangen wollte.

Im Mai 2021 ist ein Gutachten des Instituts für biologische Anthropologie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg bekannt geworden. In diesem Gutachten, das auf Antrag der Hamburger Staatsanwaltschaft erstellt wurde, heißt es, „dass der 22 Jahre alte Jatta und der drei Jahre ältere gambische Fußballspieler Bakary Daffeh mit hoher Wahrscheinlichkeit ein und dieselbe Person sind“.

2019: Erste Zweifel

Schon 2019 waren erste Zweifel an der Identität des HSV-Profis laut geworden – durch Berichte von Sport Bild und der Bild-Zeitung. Die Zeitungen schrieben damals, es handele sich bei dem in der Bundesliga weithin bekannten „Jatta“ in Wirklichkeit um den Afrikaner Bakary Daffeh, der zuvor schon für mehrere Vereine in afrikanischen Ländern – teils sogar als Profi – gespielt hat.

Identitäts-Fälschungen sind unter jüngeren „Geflüchteten“ weit verbreitet. Der Grund: „Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge“ bekommen in der Regel in Deutschland sehr schnell die unbegrenzte Aufenthalts-„Duldung“, und ihnen wird eine besonders großzügige Förderung des Lebensunterhalts zuteil. In Hamburg kostet ein solcher ausländischer „Minderjähriger“ im Schnitt insgesamt rund 5000 Euro [3] – monatlich. Mehr als 2000 dieser Jugendlichen gibt es allein in der Hansestadt [4].

Angebliche „Hexenjagd“

2019 bezeichnete „Bakery Jatta“ die Fälschungsvorwürfe als Hexenjagd. Etliche Prominente standen „Jatta“ sofort zur Seite, so zum Beispiel der damalige Trainer der U21-Fußball-Nationalmannschaft, Stefan Kuntz. Er half „Jatta“ bei der Einbürgerung wohl vor allem deswegen, weil er ihn später in die deutsche Auswahlmannschaft holen wollte.

Kuntz kritisierte in der Öffentlichkeit die angeblich „unsägliche Diskussion“ um „Bakery Jatta“. „Jatta“ alias Daffeh läuft seit 2016 für den Hamburger SV auf. In 99 Zweitligaspielen schoss er für den HSV 15 Tore.

Im September 2019 hatte das Bezirksamt Hamburg-Mitte erklärt, aus Unterlagen und einer Anhörung hätten sich keine Zweifel an der Richtigkeit von „Jattas“ Angaben ergeben. Das Bezirksamt verwies auch darauf, dass gambische Behörden die vermeintliche Echtheit der „Jatta“-Papiere bestätigt hätten.

Kaum Identitäts-Überprüfungen

Diese deutsche Verwaltungs-Erklärung und die Beglaubigung aus Gambia sind von Experten damals schnell in Zweifel gezogen worden – hatte es doch sogar eine Hausdurchsuchung bei „Jatta“ gegeben, weil die Staatsanwaltschaft im Zuge der Berichterstattungen in Sport Bild und in der Bild-Zeitung gegen den Gambier ermittelte.

Tatsächlich ist bekannt, dass Verwaltungsbeamte in Deutschland zumeist nicht dazu neigen, Angaben von „minderjährigen Flüchtlingen“, die ganz überwiegend keine Ausweispapiere haben, genau zu überprüfen. In aller Regel wird nicht einmal dann das Alter von „Geflüchteten“ ernsthaft überprüft, wenn der angeblich nicht volljährige „Geflüchtete“ unübersehbar aussieht wie ein längst Volljähriger.

Nur ein Kavaliersdelikt?

Der in Hamburg namhafe Anwalt des Fußball-Profis, Thomas Bliwier, hat jetzt erwartungsgemäß der Anklage der Staatsanwälte öffentlich vehement widersprochen: „Wir sind der Auffassung, Herr Jatta hat seine Identität eindeutig nachgewiesen. Wir werden Stellung nehmen und beantragen, die Hauptverhandlung nicht zuzulassen.“

Der HSV, der die Fälschungen des Afrikaners immer in Abrede gestellt hat, zeigte als Reaktion auf Twitter ein Foto von „Jatta“ im Kreis seiner Mannschaftskollegen. Der Verein schrieb dazu: „Statement genug“. Beim nächsten Spiel des HSV „dürfte Jatta Sonntag gegen Hansa Rostock zur Startelf der Hamburger zählen“ (Bild).

Fälschungen von Ausweispapieren durch Ausländer gelten in großen Teilen des gesellschaftlichen Mainstreams offenbar längst als eine Art Kavaliersdelikt [5], das man nicht weiter ernst zu nehmen braucht. So schrieb die Welt, Fans des HSV hätten die Frage gestellt: „Wem würde er eigentlich schaden, selbst wenn er falsche Angaben gemacht hat?“ Schließlich zahle „Jatta“ nun „reichlich Steuern an den deutschen Staat und sei ein Beispiel für gelungene Integration“.

Bei Bürgern, die ethnisch als Deutsche gelten, werden solche Fälschungen freilich scharf bestraft. Recht in Deutschland wird offensichtlich längst in großen Teilen der Gesellschaft mit zweierlei Maß gemessen.

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