Wladimir Putin am Donnerstag bei seiner Valdai-Rede. An dem viertägigen Treffen nahmen 111 Experten, Politiker, Diplomaten und Wirtschaftswissenschaftler aus Russland und 40 anderen Ländern teil.
Wladimir Putin am Donnerstag bei seiner Valdai-Rede. An dem viertägigen Treffen nahmen 111 Experten, Politiker, Diplomaten und Wirtschaftswissenschaftler aus Russland und 40 anderen Ländern teil.

Beim Forum des Valdai-Klubs in Moskau hielt der russische Präsident Wladimir Putin am 27. Oktober eine viel beachtete Rede, in der er scharf mit der unipolaren Weltordnung abrechnete (PI-NEWS berichtete). Wir dokumentieren nachfolgend die vollständige Rede in deutscher Übersetzung:

„Meine Damen und Herren, liebe Freunde,

ich hatte die Gelegenheit, mir ein Bild von dem zu machen, was Sie hier in den letzten Tagen diskutiert haben. Es war eine interessante und gehaltvolle Diskussion. Ich hoffe, dass Sie es nicht bereuen, nach Russland gekommen zu sein, um sich untereinander auszutauschen.

Ich freue mich, Sie alle zu sehen. Wir haben die Plattform des Valdai-Clubs mehr als einmal genutzt, um die großen und schwerwiegenden Veränderungen zu erörtern, die in der Welt bereits stattgefunden haben und noch stattfinden, sowie die Risiken, die sich aus der Schwächung der globalen Institutionen, Aushöhlung der Grundsätze der kollektiven Sicherheit und Substituierung des Völkerrechts durch ,Regeln? ergeben. Ich war versucht zu sagen: ,Wir sind uns darüber im Klaren, wer sich diese Regeln ausgedacht hat?, aber das wäre vielleicht nicht die richtige Aussage. Wir haben keinerlei Ahnung, wer sich diese Regeln ausgedacht hat, worauf diese Regeln beruhen oder was in diesen Regeln enthalten ist.

„Das Leben ist der objektivste Lehrmeister“

Es sieht so aus, als ob wir Zeugen eines Versuchs sind, nur eine einzige Regel durchzusetzen, nach der die Mächtigen – wir sprachen von Macht, und ich spreche jetzt von globaler Macht – leben könnten, ohne sich an irgendwelche Regeln zu halten, und mit allem davonzukommen. Das sind die Regeln, auf die sie, wie man sagt, ständig pochen, d.h. unaufhörlich darüber sprechen.

Die Valdai-Diskussionen sind wichtig, weil man hier eine Vielzahl von Einschätzungen und Prognosen zu hören bekommt. Das Leben zeigt immer, wie richtig sie lagen, denn das Leben ist der strengste und objektivste Lehrmeister. So zeigt das Leben, wie genau die Prognosen der vergangenen Jahre zutrafen.

Leider folgen die Ereignisse weiterhin einem negativen Trend, wie wir bei unseren früheren Treffen mehr als einmal erörtert hatten. Darüber hinaus haben sie sich zu einer größeren systemweiten Krise ausgeweitet, die sich nicht nur auf den militärisch-politischen, sondern auch auf den wirtschaftlichen und humanitären Bereich erstreckt.

„Der Westen suchte die Eskalation“

Der sogenannte Westen, der natürlich ein theoretisches Konstrukt darstellt, weil er nicht geeint ist und es sich eindeutig um ein hochkomplexes Konglomerat handelt, hat in den letzten Jahren und vor allem in den letzten Monaten eine Reihe von Schritten unternommen, die auf eine Eskalation der Situation abzielen. Sie versuchen eigentlich immer, die Dinge zu verschärfen, was auch nichts Neues ist.

Dazu gehören das Schüren des Krieges in der Ukraine, die Provokationen rund um Taiwan und die Destabilisierung der globalen Lebensmittel- und Energiemärkte. Letzteres geschah natürlich nicht mit Absicht, das steht außer Zweifel. Die Destabilisierung des Energiemarktes war das Ergebnis einer Reihe systemischer Fehlleistungen westlicher Behörden, wie ich eingangs erwähnt hatte. Wie wir jetzt sehen, wurde die Situation durch die Zerstörung der paneuropäischen Gaspipelines noch verschärft. Das alles klingt jenseitig, aber wir wurden dennoch Zeugen dieser traurigen Entwicklungen.

Die globale Macht ist genau das, um was es dem sogenannten Westen bei seinem Spiel geht. Aber dieses Spiel ist ganz sicher gefährlich, blutig und, ich würde sagen, schmutzig. Es setzt sich über die Souveränität der Länder und Völker, deren Identität und Einzigartigkeit hinweg und tritt die Interessen anderer Staaten mit Füßen. Auch wenn das Wort ,Aberkennung? nicht verwendet wird, tun sie es stets im realen Leben. Niemand außer denen, welche die erwähnten Regeln aufstellten, sind berechtigt, ihre Identität zu bewahren: Alle anderen haben sich diesen Regeln zu fügen.

„Krise hat globale Dimensionen erreicht“

In diesem Zusammenhang möchte ich Sie an die Vorschläge Russlands an unsere westlichen Partner erinnern, um Vertrauen und ein kollektives Sicherheitssystem aufzubauen. Sie wurden im Dezember 2021 einmal mehr nur verworfen.

Doch Aussitzen kann in der modernen Welt kaum noch funktionieren. Wer den Wind sät, wird den Sturm ernten, so ein Sprichwort. Die Krise hat in der Tat globale Dimensionen erreicht und jeden getroffen. Darüber darf man sich keine Illusionen hingeben.

Die Menschheit steht an einer Wegkreuzung: Entweder sie lässt die Probleme weiter akkumulieren und wird schließlich unter ihrer Last zerbrechen, oder sie arbeitet gemeinsam an Lösungen – auch an unvollkommenen, solange sie funktionieren -, die unsere Welt stabiler und sicherer machen.

„Ich habe immer an die Kraft des gesunden Menschenverstands geglaubt“

Wissen Sie, ich habe immer an die Kraft des gesunden Menschenverstands geglaubt. Deshalb bin ich davon überzeugt, dass früher oder später sowohl die neuen Zentren der multipolaren Weltordnung als auch der Westen einen Dialog auf Augenhöhe über eine gemeinsame Zukunft für uns alle aufnehmen müssen – je früher, desto besser natürlich. In diesem Zusammenhang möchte ich einige der wichtigsten Aspekte für uns alle herausstreichen.

Die aktuellen Entwicklungen haben Umweltfragen in den Hintergrund gedrängt. So seltsam es klingen mag, aber genau darüber möchte ich heute zuerst sprechen. Der Klimawandel steht nicht mehr ganz oben auf der Tagesordnung. Aber diese grundlegende Herausforderung ist nicht verschwunden, sie ist immer noch da, und sie nimmt zu.

Der Verlust biologischer Artenvielfalt ist eine der gefährlichsten Folgen der Zerstörung des ökologischen Gleichgewichts. Damit komme ich zu dem zentralen Punkt, wegen dem wir alle hier zusammengekommen sind. Ist es nicht ebenso wichtig, die kulturelle, soziale -, politische – und zivilisatorische Vielfalt beizubehalten?

Die Blindheit des Westens

Gleichzeitig bedeutet Nivellierung und Auslöschung aller Unterschiede im Wesentlichen das, was den modernen Westen ausmacht. Was steht dahinter? In erster Linie das schwindende kreative Potenzial des Westens und sein Wunsch, die freie Entwicklung anderer Zivilisationen zu hemmen und zu blockieren.

Natürlich gibt es auch ein offen geschäftliches Interesse. Indem sie anderen ihre Werte, Konsumgewohnheiten und Standardisierung aufzwingen, versuchen unsere Gegner – ich werde meine Worte mit Vorsicht wählen – die Märkte für ihre Produkte zu erweitern. Das damit verfolgte Ziel ist letztlich sehr primitiv. Es ist bemerkenswert, dass der Westen den universellen Wert seiner Kultur und Weltanschauung verkündet. Auch wenn sie dies nicht so offen ansprechen und oft so tun, handeln sie so, als ob es Bestandteil des Lebens wäre, indem die von ihnen betriebene Politik zeigen soll, dass diese Werte von allen anderen Mitgliedern der internationalen Gemeinschaft bedingungslos akzeptieren werden müssten.

Ich möchte aus der berühmten Harvard-Abschlussansprache von Alexander Solschenizyn aus dem Jahr 1978 zitieren. Er sagte, typisch für den Westen sei, ,eine notorische Blindheit an Überlegenheit? – und sie hält bis heute an -, die ,den Glauben hochhält, dass weite Landstriche überall auf unserem Planeten sich nach dem heutigen westlichen System zu entwickeln und reifen hätten.? Das sagte er 1978. Daran hat sich nichts verändert.

Vernichtung durch Cancel Culture

In den fast 50 Jahren, die seither vergangen sind, hat die Blindheit, von der Solschenizyn sprach und die offen rassistisch und neokolonialistisch ist, besonders deformierte Formen angenommen, insbesondere nach dem Entstehen der so genannten unipolaren Welt (Ordnung). Worauf beziehe ich mich? Der Glaube an die eigene Unfehlbarkeit ist sehr gefährlich; er ist nur einen Schritt entfernt von dem Wunsch der Unfehlbaren diejenigen zu vernichten, die ihnen nicht gefallen, oder, wie sie sagen, ihrem Wunsch sie zu annullieren (,cancel culture?). Denken Sie einmal über die Bedeutung dieses Wortes nach.

Selbst auf dem absoluten Höhepunkt des Kalten Krieges, dem Höhepunkt der Konfrontation der beiden Systeme, ihrer Ideologien und militärischen Rivalität, kam es niemandem in den Sinn, die Existenz der Kultur, der Kunst und der Wissenschaft anderer Völker oder ihrer Gegner, abzuerkennen. Es kam auch niemandem in den Sinn. Ja, es gab gewisse Einschränkungen bei den Kontakten in Bildung, Wissenschaft, Kultur und leider auch im Sport. Doch, gleichwohl verstanden sowohl die sowjetische als auch die amerikanische Führung, dass es notwendig war, den humanitären Bereich taktvoll zu behandeln, ihren Rivalen zu erforschen und zu respektieren und manchmal sogar von ihm zu lernen, um zumindest eine Grundlage für solide, produktive Beziehungen in der Zukunft zu sicherzustellen.

Der totalitäre Liberalismus

Und was geschieht heute? Einst gingen die Nazis so weit, Bücher zu verbrennen, und jetzt sind die westlichen ,Hüter des Liberalismus und des Fortschritts? so weit, Dostojewski und Tschaikowski zu verbieten. Die sogenannte ,Annullierung der Kultur (Cancel Culture)? und in Wirklichkeit – wie wir schon oft gesagt haben – die wirkliche Abschaffung der Kultur besteht darin, alles Lebendige und Kreative auszurotten und das freie Denken in allen Bereichen, sei es in der Wirtschaft, der Politik oder Kultur, zu ersticken.

Heute hat sich die liberale Ideologie selbst bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Verstand man unter klassischem Liberalismus zunächst die Freiheit eines jeden Menschen, zu tun und zu sagen, was er will, so begannen die Liberalen im 20. Jahrhundert Feinde der sogenannten offenen Gesellschaft zu benennen, deren Freiheit zu limitieren, wenn nicht zu beseitigen. Es hat den absurden Punkt erreicht, an dem jede alternative Meinung zu subversiver Propaganda und einer Bedrohung der Demokratie erklärt wird.

Alles, was aus Russland kommt, wird als ,Kreml-Intrigen? gebrandmarkt. Aber sehen Sie sich es selbst an. Sind wir wirklich so allmächtig? Jede Kritik an unseren Gegnern – jede – wird als ,Kreml-Intrige? oder als ,die Hand des Kremls? wahrgenommen. Das ist wahnwitzig. Wie tief sind sie gesunken? Sie sollten hingegen Ihren Verstand benutzen, etwas Interessanteres zu artikulieren oder ihren Standpunkt konzeptionell darzulegen. Man kann nicht alles auf die Intrigen des Kremls schieben.

Von grenzenloser Freiheit zu grenzenloser Willkür

Fjodor Dostojewski hat das alles schon im 19. Jahrhundert prophetisch vorausgesagt. Eine der Figuren seines Romans Dämonen, der Nihilist Schigalew, beschrieb die strahlende Zukunft, die er sich vorstellte, folgendermaßen: ,Von der grenzenlosen Freiheit ausgehend, ende ich mit grenzenloser Willkür.? Das ist es, wo unsere westlichen Gegner angekommen sind. Eine andere Figur des Romans, Pjotr Werchowenskj, spricht von der Notwendigkeit des allgemeinen Verrats, Meldeerstattung und Spionage und behauptet, dass die Gesellschaft keiner Talente oder größeren Fähigkeiten benötigt: ,Ciceros Zunge wird herausgeschnitten, Kopernikus werden die Augen ausgestochen und Shakespeare wird gesteinigt.? Das ist es, worauf unsere westlichen Gegner hinauswollen. Was ist das, wenn nicht westliche Annullierungskultur?

Das waren große Denker, und ich bin, offen gesagt, meinen Helfern gegenüber dankbar, dass sie diese Zitate ausfindig machten. Was soll man dazu sagen? Die Geschichte wird mit Sicherheit alles an seinen Platz weisen und wissen, wen sie zu annullieren hat, und das werden mit Sicherheit nicht die größten Werke universal anerkannter Genies der Weltkultur sein, sondern diejenigen, die aus irgendeinem Grund sich das Recht zuerkannten, Weltkultur nach ihrem Belieben zu verwenden. Ihr Selbstwertgefühl kennt wirklich keine Grenzen. In ein paar Jahren wird sich niemand mehr an ihre Namen erinnern. Aber Dostojewski wird weiterleben, ebenso wie Tschaikowsky und Puschkin, so sehr sie sich auch das Gegenteil wünschten.

Das neokoloniale Modell der Globalisierung

Standardisierung, finanzielle und technologische Monopolisierung, die Auslöschung aller Unterschiede – das ist es, was dem westlichen Modell der Globalisierung zugrunde liegt, das von Natur aus neokolonial ist. Ihr Ziel war klar: Die Errichtung der bedingungslosen Dominanz des Westens über die Weltwirtschaft und Weltpolitik. Zu diesem Zweck stellte der Westen die natürlichen und finanziellen Ressourcen des gesamten Planeten sowie alle intellektuellen, menschlichen und wirtschaftlichen Fähigkeiten in seinen Dienst, während er behauptet, dies sei ein natürliches Merkmal der sogenannten neuen globalen Interdependenzen.

An dieser Stelle möchte ich an einen anderen russischen Philosophen erinnern, Alexander Sinowjew, dessen hundertsten Geburtstag wir am 29. Oktober begehen. Vor mehr als 20 Jahren sagte er, dass die westliche Zivilisation als Mittel zur Existenz den gesamten Planeten und alle Ressourcen der Menschheit benötigt, um auf dem erreichten Niveau zu überleben. Das ist es, was sie wollen, das ist exakt das, was es ist.

Darüber hat sich der Westen von Beginn an einen riesigen Vorsprung in diesem System gesichert, weil er die Prinzipien und Mechanismen aufstellte – so wie die Regeln heute, von denen sie andauernd sprechen, die jedoch ein unverständliches schwarzes Loch bleiben, weil niemand wirklich weiß, wie sie lauten. Doch, sobald Nicht-Westliche-Länder begannen, von der Globalisierung zu profitieren, vor allem die großen Nationen in Asien, hat der Westen viele dieser Regeln sofort geändert oder ganz abgeschafft. Und die so genannten heiligen Prinzipien des Freihandels, der wirtschaftlichen Offenheit, des gleichen Wettbewerbs und sogar der Eigentumsrechte waren plötzlich völlig vergessen. Sie ändern die Regeln im Vorbeigehen, auf der Stelle, wenn immer sie eine Gelegenheit für sich erkennen.

Hier ein weiteres Beispiel für den Austausch von Begriffen und Bedeutungen. Viele Jahre lang haben westliche Ideologen und Politiker der Welt erzählt, es gäbe keine Alternative zur Demokratie. Damit meinten sie freilich das westliche, das so genannte liberale Demokratiemodell. Alle anderen Varianten und Formen der Volksherrschaft lehnten sie arrogant ab, und zwar, das möchte ich betonen, mit Verachtung und Geringschätzung. Dieses Verhalten hat sich seit Kolonialzeiten herausgebildet, als ob alle Menschen zweitklassig wären, während nur sie selbst eine Ausnahme bildeten. Das geht schon seit Jahrhunderten so und hält bis heute an.

Demokratische Grundsätze in internationalen Beziehungen

Gegenwärtig fordert eine überwältigende Mehrheit der internationalen Gemeinschaft Demokratie in internationalen Angelegenheiten und lehnt jede Form von autoritärem Diktat durch einzelne Länder oder Ländergruppen ab. Was ist das, wenn nicht die direkte Anwendung demokratischer Grundsätze in internationalen Beziehungen?

Welche Haltung nimmt der „zivilisierte“ Westen dazu ein? Falls sie Demokraten wären, sollten Sie den natürlichen Freiheitsdrang der Milliarden an Menschen begrüßen, aber nein: Der Westen nennt es Untergrabung der liberalen, auf Regeln basierten Ordnung. Er greift auf Wirtschafts- und Handelskriege, Sanktionen, Boykotte und farbige Revolutionen zurück und bereitet alle Arten von Umstürzen vor und führt sie auch durch.

Einer davon führte 2014 in der Ukraine zu tragischen Folgen. Sie haben den Putsch unterstützt und sogar angegeben, wie viel Geld sie dafür ausgegeben hatten. Sie haben die Dreistheit zu handeln, wie es ihnen gefällt, und zeigen keinerlei Skrupel bei all ihrem Tun. Sie töteten (Qasem) Soleimani, einen iranischen General. Man kann über Soleimani denken, wie man will, aber er war ein ausländischer Staatsoffizieller. Sie haben ihn in einem Drittland getötet und die Verantwortung dafür übernommen. Was soll das heißen, um Himmels willen? In was für einer Welt leben wir eigentlich?

US-Repressionen und Sanktionen sogar gegen Verbündete

Wie üblich bezeichnet Washington die derzeitige internationale Ordnung als liberal-amerikanisch, aber in Wirklichkeit vervielfacht diese berüchtigte „Ordnung“ täglich das Chaos und wird sogar gegenüber den westlichen Ländern und ihren Versuchen, unabhängig zu handeln, immer intoleranter. Alles wird im Keim erstickt, und sie zögern nicht einmal, Sanktionen gegen ihre eigenen Verbündeten zu verhängen, die mit gesenkten Köpfen solchem Treiben einwilligen.

So wurden beispielsweise die Vorschläge der ungarischen Abgeordneten im Juli (dieses Jahres), das Bekenntnis zu den europäischen christlichen Werten und zur europäischen Kultur im Vertrag zur Europäischen Union zu verankern, nicht einmal als Affront, sondern als offener und feindseliger Sabotageakt aufgefasst. Was bedeutet das? Was soll das bedeuten? Manchen mag es gefallen, anderen nicht.

Im Laufe von tausend Jahren hat Russland eine einzigartige Kultur der Wechselbeziehung zwischen allen Weltreligionen entwickelt. Es gibt keinen Grund, irgendetwas zu streichen, seien es christliche Werte, islamische Werte oder jüdische Werte. Wir haben auch andere Weltreligionen. Alles, was man tun muss, ist, sich gegenseitig zu respektieren. In einigen unserer Regionen – das weiß ich aus erster Hand – feiern die Menschen christliche, islamische, buddhistische und jüdische Feiertage gemeinsam, und sie tun das gerne, weil sie sich gegenseitig gratulieren und sich füreinander freuen.

Aber hier nicht. Warum eigentlich nicht? Zumindest könnten sie darüber diskutieren. Erstaunlich!

Über die doktrinäre Systemkrise des neoliberalen Modells

Ohne Übertreibung handelt es sich hier nicht einmal um eine systemische, sondern um eine doktrinäre Krise des neoliberalen Modells der internationalen Ordnung amerikanischer Prägung. Sie haben keine Ideen für Fortschritt und positive Entwicklung. Sie haben der Welt einfach nichts zu bieten, außer die Weiterführung ihrer Vorherrschaft.

Ich bin davon überzeugt, dass echte Demokratie in einer multipolaren Welt in erster Linie von der Fähigkeit jeder Nation – ich betone – jeder Gesellschaft oder Zivilisation abhängt, ihren eigenen Weg zu beschreiten und ihr eigenes sozio-politisches System zu organisieren. Wenn die Vereinigten Staaten oder die EU-Länder dieses Recht beanspruchen, dann haben die Länder Asiens, die islamischen Staaten, die Monarchien am Persischen Golf und die Länder auf anderen Kontinenten sicherlich auch dieses Recht. Natürlich hat auch unser Land, Russland, dieses Recht, und niemand wird unserem Volk jemals vorschreiben können, welche Art von Gesellschaft wir aufbauen und auf welchen Prinzipien sie beruhen soll.

Eine unmittelbare Bedrohung für das politische, wirtschaftliche und ideologische Monopol des Westens besteht darin, dass die Welt alternative Gesellschaftsmodelle hervorbringen kann, die wirksamer – ich möchte betonen: wirksamer, intelligenter und attraktiver sind als die gegenwärtigen. Diese Modelle werden mit Sicherheit zustande kommen. Das ist unvermeidlich. Übrigens schreiben auch amerikanische Politikwissenschaftler und Analysten darüber. Ehrlich gesagt, hört ihre Regierung nicht auf das, was sie sagen, obwohl sie nicht umhinkönnen, diese Konzepte in politikwissenschaftlichen Zeitschriften und Diskussionen wahrzunehmen.

Gemeinsames Fundament für die Zukunft der Menschheit

Die Entwicklung sollte sich auf einen Dialog zwischen den Zivilisationen und geistigen und moralischen Werten stützen. In der Tat können sich Auffassungen von Zivilisationen dahin gehend unterscheiden, was den Menschen und sein Wesen ausmacht, aber diese Unterschiede sind oft nur oberflächlich, doch alle erkennen letztendlich die Würde und das spirituelle Wesen des Menschen an. Ein gemeinsames Fundament, auf dem wir unsere Zukunft aufbauen können und müssen, ist von entscheidender Bedeutung.

Hier möchte ich etwas betonen. Traditionelle Werte sind kein starres Postulat, an das sich jeder halten muss, natürlich nicht. Der Unterschied zu den so genannten neoliberalen Werten besteht darin, dass sie in jedem einzelnen Fall einzigartig sind, weil sie auf den Traditionen einer bestimmten Gesellschaft, ihrer Kultur und ihrem historischen Hintergrund beruhen. Deshalb kann man traditionelle Werte niemandem aufzwingen. Sie müssen einfach respektiert werden, und alles, was jede Nation im Laufe der Jahrhunderte für sich selbst gewählt hat, muss mit Sorgfalt behandelt werden.

So verstehen wir die traditionellen Werte, und die Mehrheit der Menschheit teilt und akzeptiert unseren Ansatz. Das ist verständlich, denn die traditionellen Gesellschaften des Ostens, Lateinamerikas, Afrikas und Eurasiens bilden die Grundlage der Weltzivilisation.

Die Achtung der Sitten und Gebräuche von Völkern und Zivilisationen liegt im Interesse aller. Dies liegt auch im Interesse des „Westens“, der auf der internationalen Bühne schnell zu einer Minderheit wird, da er seine Vormachtstellung verliert. Natürlich muss das Recht der westlichen Minderheit auf eine eigene kulturelle Identität – das möchte ich betonen – gewährleistet und respektiert werden, aber vor allem gleichberechtigt mit den Rechten aller anderen Nationen.

Über die Nichteinmischung in die Angelegenheiten anderer

Wenn die westlichen Eliten glauben, dass sie ihre Menschen und ihre Gesellschaften dazu bringen können, die meiner Meinung nach seltsamen und trendigen Ideen wie Dutzende von Geschlechtern oder Schwulenparaden anzunehmen, dann soll es so sein. Sollen sie doch machen, was sie wollen. Aber sie haben sicherlich nicht das Recht, anderen vorzuschreiben, in ihre Fußstapfen zu treten.

Wir sehen die komplizierten demografischen, politischen und sozialen Prozesse, die in den westlichen Ländern stattfinden. Das ist natürlich ihre eigene Angelegenheit. Russland mischt sich nicht in solche Angelegenheiten ein und hat auch nicht die Absicht, dies zu tun. Anders als der Westen kümmern wir uns um unsere eigenen Angelegenheiten. Aber wir hoffen, dass der Pragmatismus siegen wird und der Dialog Russlands mit dem echten, traditionellen Westen sowie mit anderen ebenbürtigen Entwicklungszentren einen wichtigen Beitrag zum Aufbau einer multipolaren Weltordnung leisten wird.

Multipolarität der Welt – die echte und einzige Chance

Ich füge hinzu, dass die Multipolarität eine echte und eigentlich die einzige Chance für Europa ist, seine politische und wirtschaftliche Identität wiederherzustellen. Um die Wahrheit zu sagen – und dieser Gedanke wird heute in Europa ausdrücklich geäußert – ist die Rechtsfähigkeit Europas sehr begrenzt. Ich habe versucht, es milde auszudrücken, um niemanden zu beleidigen.

Die Welt ist von Natur aus vielfältig, und die Versuche des Westens, alle in das gleiche Schema zu pressen, sind eindeutig zum Scheitern verurteilt. Es wird nichts dabei herauskommen.

Das eitle Streben nach globaler Vorherrschaft und im Wesentlichen nach Diktat bzw. dem Erhalt der Führungsrolle durch Diktat schmälert in der Tat das internationale Ansehen der führenden Politiker der westlichen Welt, einschließlich der Vereinigten Staaten, und verstärkt generell das Misstrauen gegenüber ihrer Verhandlungsfähigkeit . Sie sagen heute das eine und morgen das andere; sie unterzeichnen Dokumente und widerrufen sie, sie machen, was sie wollen. Es gibt keine Stabilität in irgendetwas. Wie Dokumente unterzeichnet werden, was besprochen wurde, worauf wir hoffen können – all das ist völlig unklar.

Früher haben es nur wenige Länder gewagt, mit Amerika zu streiten, und es sah fast sensationell aus, während es jetzt zur Routine geworden ist, dass alle möglichen Staaten die unbegründeten Forderungen Washingtons zurückweisen, obwohl Washington weiterhin versucht, Druck auf alle auszuüben. Das ist eine verfehlte Politik, die zu nichts führt. Aber lassen Sie sie – auch das bleibt ihre Wahl.

Ich bin überzeugt, dass die Völker der Welt ihre Augen vor einer Politik des Zwangs nicht verschließen werden, die sich selbst diskreditiert hat. Jedes Mal wird der Westen einen höheren Preis für seine Versuche zahlen müssen, seine Hegemonie zu bewahren. Wäre ich eine westliche Elite, würde ich diesen Aspekt ernsthaft abwägen. Wie ich bereits sagte, denken einige Politikwissenschaftler und Politiker in den Vereinigten Staaten bereits darüber nach.

Unter den gegenwärtigen Bedingungen des intensiven Konflikts werde ich bestimmte Dinge direkt ansprechen. Als unabhängige und eigenständige Zivilisation hat sich Russland nie als Feind des Westens gesehen und sieht sich auch nicht als solcher. Amerikafeindlichkeit, Anglophobie, Frankophobie und Germanophobie sind die gleichen Formen von Rassismus wie Russophobie oder Antisemitismus und im Übrigen auch Fremdenfeindlichkeit in all ihren Erscheinungen.

Es gibt mindestens zwei Formen des Westens

Man muss sich einfach darüber im Klaren sein, dass es, wie ich bereits erwähnte, zwei Westen gibt – mindestens zwei, vielleicht auch mehr, aber mindestens zwei -, den Westen der traditionellen, vor allem christlichen Werte, der Freiheit, des Patriotismus, der großen Kultur und jetzt auch der islamischen Werte – ein wesentlicher Teil der Bevölkerung in vielen westlichen Ländern folgt dem Islam. Dieser Westen ist uns in gewisser Weise nahe. Wir teilen mit ihm gemeinsame, sogar uralte Wurzeln. Aber es gibt auch einen anderen Westen – aggressiv, kosmopolitisch und neokolonial. Er agiert als Werkzeug der neoliberalen Eliten. Natürlich wird Russland niemals mit den Diktaten eines solchen Westens übereinstimmen.

Nachdem ich im Jahr 2000 zum Präsidenten gewählt wurde, werde ich mich immer daran erinnern, was mich erwartete: Ich werde mich an den Preis erinnern, den wir für die Zerschlagung der Höhlen des Terrorismus im Nordkaukasus gezahlt haben, die der Westen zu jener Zeit beinahe offen unterstützte. Wir alle hier sind Erwachsene; die meisten von Ihnen in diesem Saal verstehen, wovon ich spreche. Wir wissen, dass genau das in der Praxis geschah: finanzielle, politische und informationelle Unterstützung. Wir alle haben es durchgemacht.

Der Westen hat Terrorismus nicht nur unterstützt

Mehr noch, der Westen hat Terroristen auf russischem Territorium nicht nur aktiv unterstützt, sondern diese Bedrohung in vielerlei Hinsicht grossgezogen. Das wissen wir. Dennoch haben wir, nachdem sich die Lage stabilisiert hatte und die wichtigsten Terrorbanden auch dank der Tapferkeit des tschetschenischen Volkes besiegt worden waren, beschlossen, nicht umzukehren, nicht die Beleidigten zu spielen, sondern vorwärts zu gehen, Beziehungen auch zu denjenigen aufzubauen, die tatsächlich gegen uns vorgingen, Beziehungen zu allen zu knüpfen und zu entwickeln, die dies wollten, auf der Grundlage des gegenseitigen Nutzens und gegenseitiger Achtung.

Wir dachten, das sei im Interesse aller. Russland hatte, Gott sei Dank, alle Schwierigkeiten dieser Zeit überstanden, war standhaft, wurde stärker, konnte mit dem Terrorismus von innen und außen fertig werden, seine Wirtschaft blieb erhalten, es begann sich zu entwickeln und seine Verteidigungsfähigkeit wurde immer besser. Wir haben versucht, Beziehungen zu den führenden Ländern des Westens und zur NATO aufzubauen. Die Botschaft war dieselbe: Lasst uns aufhören, Feinde zu sein, lasst uns als Freunde zusammenleben, lasst uns den Dialog aufnehmen, lasst uns Vertrauen und damit Frieden schaffen. Wir waren absolut aufrichtig, das möchte ich betonen. Wir waren uns über die Komplexität dieser Annäherung im Klaren, aber wir haben ihr zugestimmt.

Das Ziel des Westens hiess Vernichtung – nicht Kooperation

Was haben wir als Antwort erhalten? Kurz gesagt, wir erhielten ein „Nein“ in allen wichtigen Bereichen der möglichen Zusammenarbeit. Wir erfuhren einen immer stärkeren Druck gegen uns mit Spannungsherden in der Nähe unserer Grenzen. Und was, wenn ich fragen darf, ist der Zweck dieses Drucks? Worin besteht er? Ist er nur zur Übung da? Nein, natürlich nicht. Das Ziel war es, Russland verwundbarer zu machen. Das Ziel besteht darin, Russland zu einem Werkzeug zu machen, um die eigenen geopolitischen Ziele zu erreichen.

Tatsächlich ist dies eine universelle Regel: Sie versuchen, jeden zu einem Werkzeug zu machen, um diese Werkzeuge für ihre eigenen Zwecke zu nutzen. Und diejenigen, die sich diesem Druck nicht beugen, die kein solches Werkzeug abgeben wollen, werden sanktioniert: Es werden alle möglichen wirtschaftlichen Restriktionen gegen sie und in Bezug auf sie durchgeführt, Putsche werden vorbereitet oder wenn möglich durchgeführt und so weiter. Und am Ende, wenn gar nichts getan werden kann, ist das Ziel dasselbe: sie zu vernichten, sie von der politischen Landkarte zu tilgen. Aber es ist nicht möglich und wird auch nie möglich sein, ein solches Szenario in Bezug auf Russland zu konzipieren und auszuführen.

Was kann ich noch hinzufügen? Russland fordert die westlichen Eliten nicht heraus. Russland hält lediglich sein Recht auf Existenz und freie Entwicklung hoch. Wesentlich ist, dass wir selbst kein neuer Hegemon werden. Russland versucht nicht, eine unipolare Welt durch eine bipolare, tripolare oder andere dominierende Ordnung oder die westliche Vorherrschaft durch eine Vorherrschaft aus dem Osten, Norden oder Süden ersetzen zu wollen. Dies würde unweigerlich in eine weitere Sackgasse führen.

Es gilt Fortschritt hat in alle Richtungen zu betreiben

An dieser Stelle möchte ich die Worte des großen russischen Philosophen Nikolai Danilewski zitieren. Er war der Meinung, dass der Fortschritt nicht darin besteht, dass alle in die gleiche Richtung gehen, wie es einige unserer Gegner zu wollen scheinen. Dies würde nur dazu führen, dass der Fortschritt zum Stillstand kommt, so Danilewski. Der Fortschritt sagte er, bestehe darin, „das Feld, das die historische Aktivität der Menschheit darstellt, in alle Richtungen zu durchschreiten“, und fügte hinzu, dass sich keine Zivilisation anmassen sollte, den Höhepunkt der Entwicklung darzustellen.

Ich bin überzeugt, dass Diktatur nur durch die freie Entwicklung der Länder und Völker begegnet werden kann; die Entwürdigung des Individuums kann durch die Liebe des Menschen als Schöpfer überwunden werden; primitive Vereinfachung und Verbote können durch die florierende Komplexität von Kultur und Tradition ersetzt werden.

Die Bedeutung des heutigen historischen Moments liegt in den Möglichkeiten eines demokratischen und eigenständigen Entwicklungsweg eines jeden, der sich gegenüber allen Zivilisationen, Staaten und Vereinigung der Integration auftut. Wir glauben vor allem, dass die neue Weltordnung auf Recht und Gesetz beruhen und frei, unverwechselbar und fair sein muss.

Missbrauch globaler Finanzstrukturen ist zu unterbinden

Auch die Weltwirtschaft und der Handel müssen fairer und offener werden. Russland hält die Schaffung neuer internationaler Finanzplattformen für unumgänglich; dies schließt internationale Transaktionen ein. Diese Plattformen sollten über den nationalen Gerichtsbarkeiten stehen. Sie sollten sicher, entpolitisiert und automatisiert sein und nicht von einem einzigen Kontrollzentrum abhängen. Ist dies nun möglich oder nicht? Natürlich ist es möglich. Es wird jedoch große Anstrengungen erfordern. Viele Länder werden ihre Anstrengungen bündeln müssen, aber es ist möglich.

Dies schließt die Möglichkeit des Missbrauchs in einer neuen globalen Finanzinfrastruktur aus. Sie würde es ermöglichen, effektive, vorteilhafte und sichere internationale Transaktionen ohne den Dollar oder eine der sogenannten Reservewährungen durchzuführen. Dies ist umso wichtiger, als der Dollar jetzt als Waffe eingesetzt wird; die Vereinigten Staaten und der Westen im Allgemeinen haben die Institution der internationalen Finanzreserven diskreditiert. Zuerst haben sie diese durch Inflation in der Dollar- und Eurozone entwertet und dann unsere Gold- und Währungsreserven genommen.

Über die Notwendigkeit einer neuen Finanzpolitik

Der Übergang zu Transaktionen in nationalen Währungen wird schnell an Dynamik gewinnen. Das ist unvermeidlich. Natürlich hängt es vom Status der Emittenten dieser Währungen und dem Zustand ihrer Volkswirtschaften ab, aber sie werden stärker werden, und diese Transaktionen werden sich zwangsläufig allmählich gegenüber den anderen durchsetzen. Dies ist die Logik einer souveränen Wirtschafts- und Finanzpolitik in einer multipolaren Welt.

Darüber hinaus verfügen die neuen globalen Entwicklungszentren bereits über unübertroffene Technologie und Forschung in verschiedenen Bereichen und können in vielen Bereichen erfolgreich mit westlichen transnationalen Unternehmen konkurrieren.

Es liegt auf der Hand, dass wir ein gemeinsames und sehr pragmatisches Interesse an einem freien und offenen wissenschaftlichen und technologischen Austausch haben. Wenn wir uns zusammentun, können wir mehr gewinnen, als wenn wir getrennt handeln. Die Mehrheit sollte von diesem Austausch profitieren, nicht einzelne superreiche Konzerne.

Wie sieht es heute aus? Wenn der Westen Medikamente oder Saatgut an andere Länder verkauft, sagt er ihnen, sie sollen ihre nationalen Pharmaindustrien und Auswahl vernichten. Im Grunde läuft es darauf hinaus, dass seine Lieferungen an Werkzeugmaschinen und Ausrüstungen die einheimische Maschinenbauindustrie zerstören. Das habe ich schon zu meiner Zeit als Premierminister erkannt. Sobald man seinen Markt für eine bestimmte Produktgruppe öffnet, geht der lokale Hersteller sofort unter und es ist fast unmöglich für ihn wieder hoch zu kommen. Auf diese Weise bauen sie Beziehungen auf. Auf diese Weise übernehmen sie Märkte und Ressourcen, und die Länder verlieren ihr technologisches und wissenschaftliches Potenzial. Das ist kein Fortschritt, sondern Versklavung und Rückführung der Volkswirtschaften auf primitive Niveaus.

Fortschritt soll Ungleichheit verringern – nicht verstärken

Die technologische Entwicklung sollte die globale Ungleichheit nicht verstärken, sondern eher verringern. Auf diese Weise hat Russland traditionell seine technologische Außenpolitik betrieben. Wenn wir zum Beispiel Kernkraftwerke in anderen Ländern bauen, schaffen wir Kompetenzzentren und bilden lokales Personal aus. Wir schaffen eine Industrie. Wir bauen nicht nur eine Anlage, sondern eine ganze Industrie. Wir geben anderen Ländern die Möglichkeit, in ihrer wissenschaftlichen und technologischen Entwicklung neue Wege zu beschreiten, Ungleichheit zu verringern und ihren Energiesektor auf ein neues Niveau von Effizienz und Umweltfreundlichkeit zu bringen.

Ich möchte noch einmal betonen, dass Souveränität und ein eigener Entwicklungsweg keineswegs Isolation oder Autarkie bedeuten. Im Gegenteil, es geht um eine tatkräftige und für beide Seiten vorteilhafte Zusammenarbeit, die auf den Grundsätzen der Fairness und Gleichheit beruht.

Wenn es bei der liberalen Globalisierung darum geht, die ganze Welt zu entpersönlichen und ihr das westliche Modell aufzuzwingen, dann geht es bei der Integration im Gegensatz dazu darum, das Potenzial jeder Zivilisation zum Nutzen aller zu erschließen. Wenn Globalisierung ein Diktat ist – worauf sie letztlich hinausläuft -, dann ist Integration eine gemeinsame Anstrengung zur Entwicklung gemeinsamer Strategien, von denen alle profitieren können.

Über die großen Räume und multipolare Weltordnung

In dieser Hinsicht ist Russland der Ansicht, dass die Mechanismen zur Schaffung großer Räume, die auf der Wechselwirkung zwischen benachbarten Ländern beruhen, deren Volkswirtschaften und Sozialsysteme sowie deren Ressourcen und Infrastrukturen sich gegenseitig ergänzen, stärker genutzt werden müssen. Diese großen Räume bilden in der Tat die wirtschaftliche Grundlage einer multipolaren Weltordnung. Ihr Dialog führt zu einer echten Einheit der Menschheit, die viel komplexer, einzigartiger und mehrdimensionaler ist als die vereinfachenden Vorstellungen einiger westlicher Vordenker.

Die Einheit der Menschheit lässt sich nicht durch Befehle wie „mach es wie ich“ oder „sei wie wir“ herstellen. Sie entsteht durch die Berücksichtigung der Meinung aller und durch eine sorgfältige Auseinandersetzung mit der Identität jeder Gesellschaft und jeder Nation. Dies ist das Prinzip, das einer langfristigen Zusammenarbeit in einer multipolaren Welt zugrunde liegen kann.

Überarbeitung der Struktur der Vereinten Nationen

In dieser Hinsicht könnte es sich lohnen, die Struktur der Vereinten Nationen, einschließlich ihres Sicherheitsrates, zu überarbeiten, um die Vielfalt der Welt besser widerzuspiegeln. Schließlich wird in der Welt von morgen viel mehr von Asien, Afrika und Lateinamerika abhängen, als heute allgemein angenommen wird, und diese Zunahme ihres Einflusses ist zweifelsohne eine positive Entwicklung.

Ich möchte daran erinnern, dass die westliche Zivilisation auch in unserem gemeinsamen eurasischen Raum nicht die einzige ist. Außerdem konzentriert sich die Mehrheit der Bevölkerung im Osten Eurasiens, wo die Zentren der ältesten menschlichen Zivilisationen entstanden sind.

Der Wert und die Bedeutung Eurasiens liegen in der Tatsache, dass es einen autarken Komplex darstellt, der über enorme Ressourcen aller Art und enorme Möglichkeiten verfügt. Je mehr wir daran arbeiten, die Konnektivität Eurasiens zu erhöhen und neue Wege und Formen der Zusammenarbeit zu schaffen, desto beeindruckendere Ergebnisse werden wir erzielen.

Die erfolgreiche Arbeit der Eurasischen Wirtschaftsunion, die rasche Zunahme der Autorität und des Ansehens der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit, die groß angelegten „One Belt, One Road“-Initiativen, die Pläne für eine multilaterale Zusammenarbeit beim Bau des Nord-Süd-Transportkorridors und viele andere Projekte sind der Beginn einer neuen Ära, einer neuen Etappe in der Entwicklung Eurasiens. Dessen bin ich mir sicher. Die dortigen Integrationsprojekte stehen nicht im Widerspruch zueinander, sondern ergänzen sich – natürlich nur, wenn sie von den Nachbarländern in ihrem eigenen Interesse durchgeführt werden und nicht von äußeren Kräften mit dem Ziel eingeführt werden, den eurasischen Raum zu spalten und in eine Zone der Blockkonfrontation zu verwandeln.

Viele Führer Europas haben sich zu Vasallen gemacht

Europa, das westliche Ende von Groß-Eurasien, könnte auch zu seinem natürlichen Teil werden. Doch viele seiner Führer sind von der Überzeugung beseelt, dass die Europäer den anderen überlegen sind und dass es ihnen nicht zusteht, sich als Gleichberechtigte an Unternehmungen mit anderen zu beteiligen. Diese Arroganz hindert sie daran, zu erkennen, dass sie selbst zu einer fremden Peripherie geworden sind und sich faktisch in Vasallen verwandelt haben ohne ihr Recht zu bestimmen.

Kollegen, der Zusammenbruch der Sowjetunion hat das Gleichgewicht der geopolitischen Kräfte gestört. Der Westen fühlte sich als Sieger und rief eine unipolare Weltordnung aus, in der nur sein Wille, seine Kultur und seine Interessen die Existenzberechtigung fanden.

Die Menschheit steht vor einer Wende des Weltgeschehens

Nun geht diese historische Periode der grenzenlosen Vorherrschaft des Westens im Weltgeschehen zu Ende. Die unipolare Welt ist dabei, der Vergangenheit anzugehören. Wir befinden uns an einem historischen Scheideweg. Wir stehen vor dem wahrscheinlich gefährlichsten, unvorhersehbarsten und gleichzeitig wichtigsten Jahrzehnt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Der Westen ist nicht in der Lage, die Menschheit im Alleingang zu regieren, und die Mehrheit der Nationen will sich das nicht länger gefallen lassen. Dies ist der Hauptwiderspruch der neuen Ära. Um einen Klassiker zu zitieren, handelt es sich zu gewissen Mass um eine revolutionäre Situation – die Eliten können und die Bevölkerung will so nicht länger leben.

Dieser Zustand ist mit globalen Konflikten oder einer ganzen Kette davon verbunden, die eine Bedrohung für die Menschheit darstellen, auch für den Westen selbst. Die Hauptaufgabe der Geschichte besteht heute darin, diesen Widerspruch konstruktiv und positiv aufzulösen.

Es gilt die Symphonie menschlicher Zivilisation zu schaffen

Der Wechsel der Epochen ist ein schmerzhafter, wenn auch natürlicher und unvermeidlicher Prozess. Eine zukünftige Weltordnung nimmt vor unseren Augen Gestalt an. In dieser Weltordnung müssen wir jedem zuhören, jede Meinung, jede Nation, Gesellschaft, Kultur und jedes System von Weltanschauungen, Ideen und religiösen Konzepten berücksichtigen, ohne jemandem eine einzige Wahrheit aufzuzwingen. Nur auf dieser Grundlage und im Bewusstsein unserer Verantwortung für die Geschicke der Nationen und unseres Planeten werden wir eine Symphonie der menschlichen Zivilisation schaffen.

An dieser Stelle möchte ich meine Ausführungen mit einem Dank für Ihre Geduld, die Sie beim Zuhören aufgebracht haben, schließen.

Ich danke Ihnen vielmals!“


(Gefunden auf COMPACT ONLINE / Übersetzung aus dem Russischen: UNSER MITTELEUROPA)

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45 KOMMENTARE

  1. Naja, „der Westen“ respektiert ja nochnichtmal die Kulturen der eigenen Völker, sondern hat uns das wert(e)lose Konstrukt einer „Multi-Kultur“ aufgepfropft.

    Aber sonst…

    Hat noch irgendwer eine Frage, warum „unsere“ Machteliten den Russen wegmachen wollen?

    Ich hoffe, meine Fragestellung ist rhetorisch.

  2. Dorogoj Gospodin Putin, ja blagodarju Vas za Vasche Retsch.

    Lieber Herr Putin, ich danke Ihnen für Ihre Rede.

  3. PI.News hatte uns dankenswerter Weise bereits die 3-stündige Diskussion auf Odysee bereit gestellt, wo die Rede Putins am Anfang ins Englische übersetzt wurde. Putin erwähnt dort den „sogenannten Westen“. Im Nachhinein fällt mir nun viel später erst auf, was er damit gemeint hat. „Sogenannt“ wird der Westen uns nämlich gerne als Einheit dargestellt.
    Dabei wird schnell übersehen, dass „Der Westen“ gleich mal den ehemaligen Warschauer Pakt mit ins Boot nimmt. Und wie „westlich“ diese Länder waren, oder noch sind (ewiger Russenhetzer Polen), werden diejenigen nicht vergessen haben, die damals die Länder des ehem. Warschauer Paktes bereist haben. Und das ist noch garnicht so lange her. Diese „Einigkeit“ beglückt ja nun auch unser (früher mal) eigenes Land, welches von Russland selbst verwaltet wurde und nun garnicht so ins einige Bild passt. Das geht bis in den Kern dessen, was wir als westlich verstehen. Denn die gewünschte Einigkeit beruht doch wohl eher auf Zwang, wie erst hoch aktuell durch ein speziell errichtetes Hauruck-Gesetz bewiesen. Wer die Einigkeit des Westens anzweifelt, kommt sehr schnell an die Grenzen seiner Existenz. So sieht sie nämlich aus, die viel gepriesene Einigkeit, denn die Einigkeit beruht auf massivem Zwang.
    Alles was an Russland erinnert, wird derzeit gekanzelt. Welche irren Formen das annimmt, hörten wir heute bei Roger Köppel’s Weltwoche Daily de, wonach selbst der Königsberger Immanuel Kant auf den Index geraten ist. An dieser (Ab)Art der Freiheit, möchte ich nicht teilnehmen. Das ist für mich alles andere als Freiheit, ja, geradezu eine Beleidigung des Begriffes. Solschnizin sprach von einer Blindheit des Westens, wie wahr. Wir sind einer hoffnungslosen Selbstüberschätzung zum Opfer gefallen, legen uns die Sprache, Begriffe, Moral, Werte, zurecht, wie es den Machthabern gerade passt. Das Ziel ist nicht unsere Freiheit, sondern unserer Versklavung, clever verpackt, nichts desto Trotz bleibt es Versklavung. Die EU ist zu einem Grundübel des Westens geworden. So brauchen die Amerikaner sich nicht mit 30 einzelnen Ländern auseinander zu setzen, sondern mit einem Superstaat. Sehr schlau eingefädelt. Wir müssen uns von dieser unheilvollen Allianz wieder loslösen. Die EU ist ein Gleichmacher von Interessen, die niemals in einen Topf gehören. Die EU ist Träumerei, genau so, wie Globalismus verlogen ist. Globalismus, der bei China und Russland halt macht, heisst doch nichts anderes als Amerikanismus. Genau das gleich Opiat ist der beliebte „Multilateralismus“, ein Begriff, der zum Ende des Merkel Debakels in jedem 2. ihrer Sätze hochgejubelt wurde.

  4. Putin hat wichtige Dinge zu sagen.
    Die Rede ist es wert genau analysiert zu werden.
    Ein von Ihm angesprochenen zentrales Problem ist der Anspruch an die globale Macht.
    Diejenigen die die Macht beanspruchen denken brutal.

    „Tatsächlich ist dies eine universelle Regel: Sie versuchen, jeden zu einem Werkzeug zu machen, um diese Werkzeuge für ihre eigenen Zwecke zu nutzen. Und diejenigen, die sich diesem Druck nicht beugen, die kein solches Werkzeug abgeben wollen, werden sanktioniert: Es werden alle möglichen wirtschaftlichen Restriktionen gegen sie und in Bezug auf sie durchgeführt, Putsche werden vorbereitet oder wenn möglich durchgeführt und so weiter. Und am Ende, wenn gar nichts getan werden kann, ist das Ziel dasselbe: sie zu vernichten, sie von der politischen Landkarte zu tilgen „

  5. Grossartige Rede – schön das sich jemand an die Übersetzungsarbeit machte …Genau da ist das Problem mit PUTINRUSSIA …mit gesundem Menschenverstand betrachtet liegt der Mann zu 99,9% richtig. Ich habe die Rede mehrfach gelesen – ab dem drittenmal dachte ich darüber nach wie der Westen conträr PUTINRUSSIA argumentativ widerlegen könnte. Wirklich viel fiel mir abe nicht ein – wo PUTIN Recht hat hat er Recht ….
    ***
    Wahrscheinlich sehen 80% die Dinge auch im Westen nicht anders als PUTIN – das dürfte das Dilemma der Ganeffs sein , alles in dieser Rede hat Hand und Fuss …also bleibt nur Todschweigen , widerlegen kaum möglich.
    ***
    Ich muss morgen nochmals in den Kommentarbereich gucken , mal schauen ob irgendwer ein schlüssiges Gegenargument in peto hatte – ich denke aber nicht.

  6. „Ihr könntet viel mehr, viel schneller“ – Ukrainischer Botschafter rügt Deutschland
    Der neue ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksij Makejew, findet deutliche Worte für die Arbeit der Bundesregierung. Diese müsse mehr Tempo machen bei der Unterstützung seines Landes. Zudem warnte er Deutschland vor der Aufnahme russischer Kriegsdienstverweigerer. Er bezeichnete diese Russen als „Sicherheitsrisiko“.
    https://www.welt.de/politik/ausland/article241867527/Ukraine-Botschafter-ruegt-Bundesregierung-Da-faehrt-ein-deutscher-Sportwagen-mit-Tempo-30-ueber-die-Autobahn.html
    der neue „Trash-Diplomat“ aus der Ukraine sollte umgehend wieder ausgewiesen werden.
    Ukraine Nein Danke!

  7. Herr Putin versteht die Welt nicht mehr. Logisch, wie kann man rücksichtslose Teufel auch verstehen, welche ihre Pläne in Bezug auf die Weltvorherrschaft unbedingt auf Biegen und Brechen durchziehen wollen, egal wie viele Tote es gibt.
    Der gesunde Menschenverstand wurde/wird ausgeschaltet. Er steht den Zielen der anglo-amerikanischen Finanzmafia im Wege.

  8. Die aktuellen Entwicklungen haben Umweltfragen in den Hintergrund gedrängt. So seltsam es klingen mag, aber genau darüber möchte ich heute zuerst sprechen. Der Klimawandel steht nicht mehr ganz oben auf der Tagesordnung. Aber diese grundlegende Herausforderung ist nicht verschwunden, sie ist immer noch da, und sie nimmt zu.

    Da bin ich doch einigermaßen erstaunt, dass Putin auch ins Klimawandelhorn trötet, einer Erfindung des Unwertewestens.

  9. @ wildcard 31. Oktober 2022 at 16:07

    Oberlehrer Steinmeier hat einige
    Haßredebomben in seiner „Rede an die Nation“
    gezündet: DIE KRIEGSERKLÄRUNG – ER HAT
    DEM DEUTSCHEN VOLK ERKLÄRT, DASS WIR

    NUN IM KRIEG GEGEN RUSSLAND SIND – & WER
    SCHULD DARAN SEI: DER GUTE WESTEN NICHT

    „Der 24. Februar war ein Epochenbruch.“
    (Anm.: 2014 oder etwa nicht?)

    Dann kam der 24. Februar. Am 24. Februar hat Putin nicht nur Regeln gebrochen und das Spiel beendet. Nein, er hat das ganze Schachbrett umgeworfen!

    Russlands brutaler Angriffskrieg
    (GIBT ES AUCH NICHT-BRUTALE ANGRIFFSKRIEGE?) in der Ukraine hat die europäische Sicherheitsordnung in Schutt und Asche gelegt. In seiner imperialen Besessenheit hat der russische Präsident das Völkerrecht gebrochen, Grenzen in Frage gestellt, Landraub begangen.
    (DER GUTE WESTEN IST NIE IMPERIALISTISCH;-)
    Der russische Angriff ist ein Angriff auf alle Lehren(WELCHE LEHREN? WEM ZUM VORTEIL?), die die Welt aus zwei Weltkriegen im vergangenen Jahrhundert gezogen hatte.

    KADAVERGEHORSAM BIS IN DEN TOD

    vor allem die USA, die schützende Hand über uns gehalten haben.

    Ich versichere unseren Partnern: Deutschland nimmt seine Verantwortung an, in der NATO und in Europa…
    https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2022/10/221028-Alles-staerken-was-uns-verbindet.html

    DIE USA SIND NIE IMPERIALISTISCH,

    SONDERN SELBSTLOSE FRIEDENSENGEL

    Operation Allied Force (OAF, ungefähre Übersetzung: „Unternehmen Bündnisstreitmacht“) war der Deckname einer militärischen Operation der NATO gegen die damalige Bundesrepublik Jugoslawien, die sie im Rahmen des Kosovokrieges vom 24. März bis 10. Juni 1999 durchführte. Die im Wesentlichen von den Vereinigten Staaten geführte Militäroperation war der erste Krieg, den die NATO sowohl außerhalb eines Bündnisfalls, dessen Ausrufung bis dahin als Grundlage eines NATO-weiten Vorgehens galt, als auch ohne ausdrückliches UN-Mandat führte. Die Völkerrechtsmäßigkeit des Einsatzes ist bis heute umstritten.

    (:::)

    Luftstreitkräfte

    Die Hauptlast der Operation wurde von der United States Air Force und Royal Air Force getragen. Neben der Beteiligung von Truppen aus Belgien, Dänemark, Türkei, Italien, Kanada, den Niederlanden, Spanien, beteiligte sich die +++deutsche Luftwaffe erstmals nach Ende des Zweiten Weltkrieges an einem bewaffneten Kampfeinsatz, unter anderem mit den Kampfflugzeugen Tornado Recce zur Luftaufklärung und Tornado ECR zur Bekämpfung der Luftabwehr.[15]

    Seestreitkräfte
    Die NATO-Flotte operierte vorwiegend in der Adria. Die Seestreitkräfte der USA und Großbritanniens entsandten eine aus Flugzeugträgern, Zerstörern und Fregatten bestehende Task Force. Die +++Deutsche Marine beteiligte sich mit dem Zerstörer Lütjens, der Fregatte Rheinland-Pfalz, der Fregatte Bayern und dem Flottendienstboot Oker an den maritimen Operationen.

    DIE WEISSEN LÄMMER DES GUTEN WESTENS

    Die Operation Allied Force war der erste Einsatz der NATO, der weder durch ein UNO-Mandat gedeckt noch durch das Eintreten des Bündnisfalls zu rechtfertigen war.

    Aufgrund dieses Zäsurcharakters innerhalb des westlichen Militärbündnisses ist die völkerrechtliche Zulässigkeit des Einsatzes bis heute umstritten.[23]

    In der Begründung der NATO handelte es sich um eine humanitäre Intervention, die damit ihrer Schutzverantwortung für die zivile Bevölkerung nachgekommen sei. So wurde für die Ereignisse im Kosovo im Vorfeld des NATO-Einsatzes von Rudolf Scharping der Begriff der humanitären Katastrophe geprägt und mit Bildern von Massakern untermalt,[24][25] der damalige deutsche Außenminister Joschka Fischer stellte in einer Parlamentsrede eine Verbindung zum Holocaust her:
    https://de.wikipedia.org/wiki/Operation_Allied_Force

  10. Dem gibt es nichts mehr hinzuzufügen.
    Da unser Horch-und-guck,(den ich immer herzlich grüße),diese Rede natürlich auch vorliegen hat,sollten die Mitarbeiter diese auch lesen und jeder seinen gesunden Menschenverstand einschalten.
    Man vergleiche auch mit Steinmeiers Rede an die Nation und ziehe seine Schlüsse.

  11. @ Viper 31. Oktober 2022 at 16:50

    Das Klima ist immer im Wandel, seit
    es die Welt gibt – das Wetter sowieso.

  12. Der Wertewesten, lächerlicher geht es doch kaum noch.
    Der Westen legt fest,welche Werte,Werte sind,und umgeht
    sie.
    Es dürfte keine Fussball WM in Katar stattfinden,
    kein Kniefall oder Glückwünsche für die Mullahs,
    so könnte man die Liste, Seitenlang weiterführen.
    Allerdings eines ist klar,der Wertewesten ist immer der Gute,
    und somit die Macht,Kriege führen zu dürfen,ob nun wirtschaftlich
    oder blutig, wie in der Ukraine,da wird gerade eine ganze Bevölkerung
    geopfert,für den Wertewesten,zynischer gehts nimmer !

  13. Es geht hier vor allem um Macht, Machtausuebung, Ausweitung, die von beiden Seiten betrieben wird.
    Keine Seite ist ein Unschuldslamm, ebensowenig homogen.
    Was im Westen momentan experimental, bes. in D, ueber Transatlantiker die ihre Anweisungen aus Washington erhalten, durchgezogen wird, dient zweifellos dazu, erst mal D, die einstige wirtschaftlich-technische-finanzielle Spitzenposition in Europa einnahm, damit gutfuhr zu zerschlagen, schwaechen Richtung 3. Weltland, was deren Fuehrung offensichtlich verfolgt.

    Bereits das Konstrukt EU war dazu angetan, Europa, durch EU kontrolliert, mit unmoeglich starken Rot/Gruenen Einfluss zu schwaechen und vergleichbar mit einem Zeitzuender zu brechen.

  14. „Sparen kann tödlich ausgehen“
    Legionärskrankheit! 63-Jähriger stirbt wegen gefährlicher Spar-Maßnahme

    Ein 63-jähriger Mann aus Heilbronn ist an der Legionärskrankheit gestorben. Sie wird unter anderem ausgelöst durch Legionellen im Leitungswasser. Seine Witwe warnt nun: Es ist gefährlich, beim Warmwasser sparen zu wollen.

    https://www.focus.de/panorama/welt/sparen-kann-toedlich-ausgehen-legionaerskrankheit-63-jaehriger-stirbt-wegen-gefaehrlicher-spar-massnahme_id_174156782.html

  15. Die „große Rede“ von Bundespräsident Steinmeier:
    Kriegserklärung nach innen und nach außen

    1. Oktober 2022 um 8:16
    Ein Artikel von Rainer Balcerowiak

    Es gehört zu den Erwartungen an einen deutschen Bundespräsidenten, dass er wenigstens ein Mal in seiner Amtszeit so etwas wie eine „große Rede“ hält. Eine Rede, die sich über die Niederungen der Tagespolitik hinaus schwingt, den Kern des Selbstverständnisses des „Deutschen Volkes“ berührt und neue, grundlegende Orientierungen skizziert. Richard von Weizsäcker hat z.B. eine derartige Rede gehalten, als er am 8. Mai 1985 bei der Gedenkveranstaltung im Deutschen Bundestag zum Ende des Zweiten Weltkriegs von einem „Tag der Befreiung“ sprach und damit das herrschende Narrativ von der Niederlage Deutschlands öffentlich zertrümmerte. Von Rainer Balcerowiak.
    https://www.nachdenkseiten.de/?p=89845
    Dieser Beitrag ist auch als Audio-Podcast verfügbar.

  16. Maria-Bernhardine 31. Oktober 2022 at 17:01

    @ Viper 31. Oktober 2022 at 16:50

    Das Klima ist immer im Wandel, seit
    es die Welt gibt – das Wetter sowieso.
    —————————-
    Das ist mir selbstverständlich klar. m.M. nach meint er (Putin) aber, dass man das Klima, mit irgendwelchen bescheuerten Maßnahmen, beeinflussen kann. Für solche irrigen Annahmen empfehle ich immer, mit ein paar Holzkeilen zu versuchen, die Plattentektonik zu stoppen. Das ist einfacher.

  17. @ seegurke 31. Oktober 2022 at 17:00

    Putin bzw. Rußland ist wieder unser Feind.
    Und wenn der Feind sagt, zwei & zwei sei vier,
    dann lüge er, dann sei es böse russ. Propaganda
    direkt aus dem Kreml, der Hölle.

  18. Der Mann hat uns vor 32 Jahren in einwandfreiem Deutsch im Bundestag die Hand in Sachen Wirtschaft und Sicherheit gereicht.Man hat ihn belächelt ,ihm höflich Standingovation zu gute kommenlassen ,aber ernstgenommen hat man ihn bis heute nicht.
    Alle agressiven sicherheitspolitischer „Expansionen“ unserer „Herrenmenschenrasse“ jenseitz des grossen Teiches,wurden bis Dato kritiklos hingenommen.Warum?
    All jenen die glauben, heute sich über Wladimir Wladimirowitch erheben zu müssen,empfehle ich mal die völkerechtlichen Kriege des „Land of Free“ mit Millionen von Toten ,darunter hundertausender unschuldiger Kinder weltweit,gestürzter Regierungen im Tausch gegen „die Guten wertegerechten“ anzuschauen.Die Anzahl der weltweiten Millitärbasen ,die sie nach dem Einmarsch dann errichteten .Den Wirtschaftskrieg, den sie seid nunmehr drei Jahren gegen den deutschen Michel führen und das Besatzungsrecht bis 2099 in diesem Land ausführen , einschliesslich ihrer Militäraktionen .Führung von Angriffe und Morde per Drohnen von deutschem Boden aus ,in Rammstein.Die Abschaffung des Brief und Fernmeldegeheimnisses ohne das wir auch nur ein einziges Wort Mitspracherecht hatten.
    Hat da auch nur ein einziger unserer Politkasper aufbegehrt?Sanktionen beschlossen?Sie international gemaßregelt?
    Schon vergessen, die zehntausenden deutschen Kriegsgefangegen.Ausgemergelte Körper die Dwigth Eisenhower in den Rheinwiesen 1945/46 wie Tiere in Erdhöhlen verrecken liess?Den grössten Patentdiebstahl der Menschheitsgeschichte,weltweit bis Ende des Krieges und die Demontage der Industrie .Das Geschwafel Kohls, von der ach so uneigennützigen huminanitäre Carepaketeaktion,die wir Jahre später mit über 5 Millionen DM bezahlen mussten.
    Seid froh das Putin sich in den letzten Jahrzehnten so mässigend auch uns gegenüber verhalten hat.Vielleicht schaut sich der eine oder andere Mal an,welch kulturelle Verbindungen die Deutschen mit dem russischen Volk haben.Aber da es nicht erwünscht ist,seid mehr als 100 Jahren,muss man sich nicht wundern ,was hier abgeht.Das russische Volk ist uns auch nach weit über 20 Millionen Weltkriegtoten nicht gram.Und ich weiss,was ich sage.Wir huldigen den „falschen Freunden!“
    Da ja einige „wertegeleitete Ideologen“ einen Atomschlag für möglich halten.Nur zu.Schaun wir mal ,ob sie immer so laut schreien, wenn Rammstein pulverisiert ist und Falloutwolken gemässigt gen Norden und Süden ziehen….

  19. Der „American way of live“ war lange Zeit attraktiv. Aber seit immer mehr Amerikaner in Zelten auf dem Gehweg vor ihren ehemaligen Wohnungen hausen, zerfällt dieses Modell zu Staub.

  20. @ Viper 31. Oktober 2022 at 17:14

    …in gewisser Weise schon, also wenigstens
    lokal das Wetter: Abholzung ganzer Wälder,
    Wind- u. Solarparks…

  21. Putin schmiert sich mit seiner von einigen Angestellten geschriebener Rede, Honig um die Ohren.
    Nicht alles ist schlecht, was von ihm kam, seit er in Russland die totale Macht ausuebt.
    Russland gehoerte schon zu Zarenzeiten, bes. jedoch seit unter Sowjetischer Fuerung, die mit der Oktoberrevolution 1917 begann zu den gefaehrlichsten Experimentierfeldern, die im eigenem Land mit der Kollektivierung der Landwirtschaft begann, obwohl Lenin den Bauern Land von Grossgrundbesitzern versprach, um sie auf seine Seite zu ziehen.
    Die Opfer, die durch die Saeuberungsaktionen an sog. Abweichlern ob wegen ihrer Geburt ,oder angedachten GEfahr, dass eine andere Meinung der Revolution schaden koennte, genuegt um in eines der Laeger eingeliefert zu werden. Der Verlust an Menschenleben ging in die 2 stelligen Millionen.

    Lug und Trug scheint sich immer mehr weltweit auszubreiten, wenn man sieht, wie Westeuropa durch die Aufnahme von Moslemen in Millionenhoehe, sich eine Zeitbombe ins Land holte, die die Existenz der eigenen Kultur und Aufgabe der alleinigen Machtausuebung im Land zerstoert haben.
    Die totale Schwaechung, politisch durch die Gruenen vorangetrieben, hinterlaesst „Verbrannte Erde“ an dem eine Gesellschaft zerbrechen kann und wird, wenn die Regierenden selbst alles tun, unterstuetzen, was dies bewirkt.

  22. Viper 31. Oktober 2022 at 16:50

    Klimawandel gabs immer schon und dann muss sich der Mensch halt anpassen.
    Auch in Russland.

    Die Erfindung unserer Regierungen ist, dass dieser seit Äonen ablaufende Klimawandel menschengemacht sei und nur dadurch gestoppt werden kann, dass wir Bürger unseren Regierungen mehr „Klimaabgaben“ genannte Steuern geben, und eine völlig eine andere Sache.

    Ich weiss es nicht, aber vielleicht weiss jemand, ob in Russland Strafsteuern auf Energienutzung erhoben werden?
    Ich bezweifle das.

  23. Was das Klima / Wetter anbelangt sind seit Jahrmillionen ZYKLISCHE VORGAENGE die Realitaet, wobei sich Warm und Kaltzeiten auch extrem als Hitze und Eiszeiten sich abloesen.
    Die CO2 Theorie der Linken und Gruenen dient dazu die Menschen zu betruegen um damit eine Deindistrualisierung (Autosektor, Oel/Gas/Kohle als gefaehrlich, ja feindlich hinzustellen) obwohl es ohne keine Entwicklung gegeben haette, die auch nur entfernt den Lebensstandart hervorgebracht haette, den die Welt, zumindest entwickelte Laender, ueber 150 Jahre als selbstverstaendlich hinnahmen.
    Man wird sehen, was alles „OHNE“ an Einschraenkungen, Mangelwirtschaft und Notlagen sich alles noch zeigen wird, bevor die Menschen merken, dass alles zusammenhaengt
    ueber RESET, zu Corona, Mangel an vielen als selbstverstaendlich gehaltenen preiswerten Guetern,
    Inflation, Ukrainekrieg
    alles dient scheinbar dazu die Geldwirtschaft abzuschaffen, um TOTALE KONTROLLE ueber die Menschen zu erhalten, wie nie zuvor um deren Ziele umzusetzen, die alles andere als menschenfreundlich sind.
    Klaus Schwab, auch nur eine Figur hinter der andere stecken, um eine total kuenstliche Weltordnung aus der Retorte zu schaffen.

  24. Viper 31. Oktober 2022 at 16:50
    „Da bin ich doch einigermaßen erstaunt, dass Putin auch ins Klimawandelhorn trötet, einer Erfindung des Unwertewestens.“
    ——————————
    Ja, und bei Corona hat er auch mitgemacht und ordentlich Maßnahmen erlassen.

    Ich finde Putin immer schwer zu verstehen. Z.B. dieses: „Europa, das westliche Ende von Groß-Eurasien, könnte auch zu seinem natürlichen Teil werden. Doch viele seiner Führer sind von der Überzeugung beseelt, dass die Europäer den anderen überlegen sind und dass es ihnen nicht zusteht, sich als Gleichberechtigte an Unternehmungen mit anderen zu beteiligen. Diese Arroganz hindert sie daran, zu erkennen, dass sie selbst zu einer fremden Peripherie geworden sind und sich faktisch in Vasallen verwandelt haben ohne ihr Recht zu bestimmen. Kollegen, der Zusammenbruch der Sowjetunion hat das Gleichgewicht der geopolitischen Kräfte gestört.“
    Empfinden wir uns so? Als bloßes „westliches Ende von Groß-Eurasien“? Das ist eine seltsame Perspektive.
    Außerdem sagt er, er wolle, daß alle friedlich, konstruktiv und selbstbestimmt zusammenarbeiteten. Soweit so gut. Gleichzeitig sagt er aber, daß ihm unsere westliche Demokratie nicht gefalle. Klar, die kranke Regenbogen-Ideologie lehne ich auch ab, aber unser Grundgesetz nicht. Was meint er also? Gefällt ihm unser Grundgesetz nicht? Was würde er denn daran anders haben wollen?
    Solange das nicht klar ist, halte ich ihn für nicht vertrauenswürdig. Nur unsere Leute halt auch nicht.

  25. Alle Reden von Putin sind im jeweiligen zeitliche Kontext sehr lesenswert. Wer die Worte deuten kann…

    Was Biden vom Teleprompter stammelt, oder was Merz/Bearbock/Scholz/Lindner/Steinmeier nachplappern, das ist unwichtig. Es ist ihnen gesagt worden.

  26. Das Problem im Westen ist: Keiner weiß, wer hier die Strippen zieht und wer die Macht hat.

    Biden, Scholz, Macron, vdL sind es jedenfalls definitiv nicht!
    Aber das sind die, die vorgeben gewählt zu sein

  27. @ Kulturhistoriker 31. Oktober 2022 at 16:25
    „Lieber Herr Putin, ich danke Ihnen für Ihre Rede.“

    „Uvazhayemaya komanda PI, spasibo za vash perevod! “
    (Liebe Mannschaft von PI, ich danke für eure Übersetzung !)

  28. Das man mit Putin nicht reden kann, braucht mir unsere Führung nicht erzählen. Die wollen nicht .
    Der will doch nur respekt. Und das halte ich für völlig ok.
    Behandelt man Russland als Partner und dann kommt sowas wie in der Ukraine vor, ist das was anderes .
    Trump hatte völlig Recht, wenn er sagt das es den Ukrainekrieg mit ihm nicht gegeben hätte . Die beiden haben sich respektiert .

  29. »Kulturhistoriker
    31. Oktober 2022 at 16:25
    Dorogoj Gospodin Putin, ja blagodarju Vas za Vasche Retsch.

    Lieber Herr Putin, ich danke Ihnen für Ihre Rede.«

    Sehr schön, Ihre russischen Dankesworte! ?
    Aber „za Vaschu Retsch” wenn ich mir eine kleine Korrektur erlauben darf. Hier muss ein U am Ende stehen, da das Wort retsch weiblichen Geschlechtes ist.

  30. Ein hochintelligenter, hochgebildeter wie hochbegabter Mann steht momentan einem senilen, arroganten Ignoranten gegenüber der außer der Atombombe unterm Arm kein einziges vernünftiges Argument mit sich trägt.

    „Sie ändern die Regeln im Vorbeigehen, auf der Stelle, wenn immer sie eine Gelegenheit für sich erkennen.“
    „Sie haben die Dreistigkeit zu handeln wie es ihnen gefällt, und zeigen keinerlei Skrupel bei all ihrem Tun. Sie töten (Qasem) Soleimani, einen iranischen General…. In was für einer Welt leben wir eigentlich.“

    Die Lösung hat er parat:

    „Primitive Vereinfachung und Verbote können durch die florierende Komplexität von Kultur und Tradition ersetzt werden.“

    Zur Wirtschaft:
    „Sobald man seinen Markt für eine bestimmte Produktgruppe öffnet geht der lokale Hersteller sofort unter und es ist fast unmöglich für ihn wieder hoch zu kommen. Auf diese Weise bauen sie Beziehungen auf. Auf diese Weise übernehmen sie Märkte und Ressourcen, und die Länder verlieren ihr technologisches und wissenschaftliches Potential. Das ist kein Fortschritt, sondern Versklavung und Rückführung der Volkswirtschaften auf primitive Niveaus.“

    Ist- Zustand:
    „Der Westen ist nicht in der Lage, die Menschheit im Alleingang zu regieren, und die Mehrheit der Nationen will sich das nicht länger gefallen lassen. Dies ist der Hauptwiderspruch der neuen Ära. Die Eliten können so nicht und die Bevölkerung will so nicht länger leben.“

    „Der Wechsel der Epochen ist ein schmerzhafter, aber ein natürlicher, unvermeidlicher Prozess. Eine zukünftige Weltordnung nimmt vor unseren Augen Gestalt an, nur überwindbar ohne einer Gruppierung seine eigene Wahrheit aufzuzwingen….“ Ohne Verantwortung und Respekt für den anderen nicht durchführbar.

  31. @ jeanette 31. Oktober 2022 at 19:41
    „Ein hochintelligenter, hochgebildeter wie hochbegabter Mann“

    zu bezweifeln, wer wie er, als ehem. KGB Agent ausgebildet die Sowjetunion wiedererstehen lassen moechte,
    obwohl wegen unloesbarer Probleme innerhalb dieses den Menschen aufgezwungenen Gebildes, diese durch Gorbatschow reformiert wurde, was Menschen ausserhalb Russlands ihm zeitlebends danken, auch Osteuropa bes. die Mehrheit der in DDR hinter Gittern gehaltenen Menschen, deren Fuehrung durch ihm am Zuegel gehalten wurde, nicht mit Panzern und Maschinengewehren ein Blutbad an den Menschen Demonstrationszuegen die in Ostdeutschland stattfanden zu verueben.

    Das Gebilde Sowjetunion war genauso Menschenfeindlich und entfernt von den Beduerfnissen dieser,
    wie es die EU in Bruessel in ihrer Monsterbuerokrati seit Jahr und Tag ist.

  32. Gute Rede, sachliche Darstellung, dem gibt es eigentlich nicht viel hinzuzufügen.
    Allerdings hört die Freiheit auf die eigene gesellschafttliche und religieuse Tradition und Weiterentwicklung dort auf, wo die Bürger eines Landes als Konsequenz dieser Traditionen oder wirtschaftlicher Unfähigkeit zu 100-tausenden das Land verlassen und andere Länder überfluten.
    Genausowenig muss man ein laufendes Genozid an irgendwelchen Minderheiten tolerieren, seien es nun Juden, Khmer oder russisch-sprachige Minderheiten in der Ukraine oder den Baltischen Staaten.
    Dort kann und sollte man, wenn es sich machen lässt, mal an die Türe klopfen und ggf. für Ordnung sorgen. Es gibt immer eine Grauzone, es muss immer individuell abgeklärt werden und „offen“ diskutiert werden können, denn wenn es zum offenen Konflikt kommt, sterben viele Menschen und die Folgen sind für alle mehr oder minder katastrophal
    Was seit und mit der NATO-Osterweiterung geschah war zutiefst verabscheuungswürdig und verantwortungslos. Ganz gleich was Politmarionetten und Medien uns versuchen weiss-zu-machen.
    2 Sachen seien noch erwähnt: a) Die Bodenschätze Russlands gehören ausschliesslich dem russischen Volk, b) der politische Gefangene Assange ist noch immer in Haft, – nicht vergessen.

  33. Wenn ich weiß mein Nachbar ist ein Arschloch und reizt mich bis aufs Blut. Habe ich dann das Recht einfach rüber zu gehen und ihm auf die Nase zu hauen? Das ist die Frage die ich mir bei Putin stelle. Ansonsten spricht er viele Dinge an die man nicht von der Hand weisen kann.

  34. @ SanktOrban 1. November 2022 at 00:16
    Wenn ich weiß mein Nachbar ist ein Arschloch und reizt mich bis aufs Blut. Habe ich dann das Recht einfach rüber zu gehen und ihm auf die Nase zu hauen? Das ist die Frage die ich mir bei Putin stelle. Ansonsten spricht er viele Dinge an die man nicht von der Hand weisen kann.
    ——————————
    Der Vergleich hinkt. Wenn der Nachbar Dein Schwager ist und Deine Schwester würgt, haust Du Ihm dann auf die Nase, vorallem wenn Deine Schwester bei Ihm aus- und bei Dir einziehen will?

  35. Nordwest 31. Oktober 2022 at 19:18

    Ich habe nochmal nachgeschlagen

    Akkusativ von „retsch“ ist „retsch“. Die Substantive mit „a/ja“ am Ende haben im Akkusativ ein „u/ju“; bei den Substantiven mit „Weichheitszeichen“ am Ende entspricht der Akkusativ dem Nominativ.

  36. Wie die Überlegungen eines „von Zerstörungswut getriebenen Irren“, als welcher Putin vom deutschen Staatsoberhaupt tituliert wurde, hört sich das nicht an. Zumindest ahnt man nach der Rede und der darauf folgenden Diskussion im Valdai-Forum, wohin die Reise in den nächsten Jahren gehen könnte. Jedenfalls aus russischer Sicht.

  37. @Kulturhistoriker

    »Ich habe nochmal nachgeschlagen

    Akkusativ von „retsch“ ist „retsch“. Die Substantive mit „a/ja“ am Ende haben im Akkusativ ein „u/ju“; bei den Substantiven mit „Weichheitszeichen“ am Ende entspricht der Akkusativ dem Nominativ.«

    Da haben Sie völlig Recht! Ich meinte aber ja das „Vasche“, das „Vaschu“ heißen müsste, nicht das „Retsch“. Der feminine Akkusativ im Singular von „Vasch“ ist „Vaschu“ – „Vasche” hieße es im Akkusativ bei einem Substantiv, das dem Neutrum angehört.
    Nun aber genug der Belehrungen von meiner Seite! Ich bin sehr froh, dass sich noch Leute mit der russischen Sprache beschäftigen!

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