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Blockwart BILD petzt alle an den Pranger!

Von PETER BARTELS | Mal ist es Novak Djokovic, der beste Tennisspieler der Welt … Mal Boris Johnson, der beste EU-Aussteiger Europas … Jetzt ist es Harald Schmidt, der beste Witzbold Deutschlands … „Blockwart“ BILD petzt sie alle an den Pranger …

Seit Wochen labert das Blatt von Nena Schink bis Claus Strunz vom Freiheits-Grundrecht der Ungeimpften. Von Jan Schäfer bis Filipp Piatov von der Harmlosigkeit der Corona-Variante Omicron. Und dann keuchen die Redakteure*innen um den neuen BILD-Chef Johannes Boie – sein Vorgänger Julian Reichelt ist übrigens heute abend um 21:50 Uhr bei Servus TV zu sehen – trotzdem jeden Tag folgsam schlotternd den neuen Inzidenz-„Horror“. Und verschweigen/verharmlosen die längst hinlänglich bekannten schweren und schwersten „Nebenwirkungen“ der Spritze: Gesichtslähmung, Gürtelrose, Menstruations-Probleme, Herzentzündungen, Gehirnblutungen. Wahrscheinlich 5000 Tote weltweit.

Aber dann nimmt sich einer wie der Tennisspieler Djokovic tatsächlich die „Freiheit“, Angst vor diesen Nebenwirkungen gerade für junge Sportler zu haben. Und schon blökt Blockwart BILD los, bejubelt mit „klammheimlicher Freude“ die Ausweisung der Nummer 1 der Tennis-Welt aus Australien.

Wie alle Denunzianten ist BILD natürlich zu feige, ohne Tarnkappe zu jubeln, plustert  lieber das leere Geschwätz des spanischen Tennis-Konkurrenten Rafael Nadal auf. BILD ergriffen: „So deutliche Worte fand noch kein Tennis-Kollege von Novak Djokovic! (Der) Super-Star macht das Wohl des Tennis nicht von Djokovic abhängig. Ganz klar, Novak Djokovic ist einer der besten Spieler der Geschichte, zweifellos. Aber es gibt keinen Spieler in der Geschichte, der wichtiger gewesen wäre als ein Turnier.“

Harald Schmidt verarscht …

Donni und die Wetti: Weißer Schimmel? Schwarzer Rappe? Tautologie? Pleonasmus? Typischer BILD-Müll! Aber wie von allen Wortverdrehern wird erstmal eine Gutmenschen-Granate gezündet: „Rumms!“ Dann wird das Nadal-Nichts zur „Vollen Breitseite gegen Djokovic … und die, die ein Tennis-Turnier über die Gesundheit der Bevölkerung stellen wollen“ … hoch gekeucht. Jetzt ist Blockwart BILD,  wie offensichtlich vom roten SED-Kloster Leipzig abgekupfert, endlich auf der richtigen Schleim- und Schleierspur: „Eine klare Ansage an Djokovic, die so noch niemand formulierte. „Ich respektiere ihn, (aber) wenn es eine Lösung für die Probleme gibt, dann ist sie die Impfung. Wir müssen uns impfen lassen“, sagte Nadal.

Kein Wort mehr davon, dass aus der Corona-Pandemie längst eine Omicron-Endemie wurde. Stattdessen jetzt auch Jagd auf EU-Feind Nr. 1 Boris Johnson, weil es bei dem letztes Jahr (!!) jeden Freitag in Downing Number 10 „Büro-Suff“ ohne Maske gab … Und jetzt läßt sich das Blatt auch noch hingebungsvoll von Deutschlands Witzbold Nr. 1 verarschen: „Impf-Wirbel um Harald Schmidt … Beim Traumschiff-Dreh nicht dabei“. Dann, dumpf-drohender Trommelwirbel: „Weil Kultmoderator Harald Schmidt (64) angeblich nicht geimpft sein soll, könnte er Probleme bei zukünftigen Drehs für die ZDF-Serie „Traumschiff“ bekommen… Auch aktuell ist er nicht dabei.“

Dann wieder die typische BILD-Tarnkappe, diesmal muß die Schweiz herhalten: „Laut „Neuer Zürcher Zeitung“ ist er „weder geimpft noch genesen“. Schmidt, erklärte dazu nur: „Ich bin auf einem guten und vernünftigen Weg, 2G zu erfüllen.“ Das ZDF lapidar: Die Rolle des Oskar Schifferle sei im  Mauritius-Drehbuch nicht vorgesehen … Das Blatt merkt wahrscheinlich die Verarsche von Harald Schmidt nicht mehr: „Echt jetzt, ich würd’s der BILD sagen. Aber dieser knüppelharte Datenschutz …“

Journalisten? Inquisitoren, Jokobiner!

Roger Köppel über diese Art Journalismus in seiner Schweizer WELTWOCHE DAILY: „Der Egoismus des Scheinguten regiert“. Und: Die Medien schwingen sich zu Gesinnungskirchen hoch, stets lauernd, verurteilungssüchtig, Journalisten als schreibende Inquisition, Schauprozess-Ankläger … (sie) verdrehen Worte und Schlagzeilen (zu) Scheinwirklichkeiten … Meinungs-Jakobiner auf den Rasierklingen des Moralismus reitend …“

Hoffmann von Fallersleben sagte es Fraktur: „Der größte Lump im ganzen Land ist und bleibt der Denunziant“. Der Deutschlehrer hat 550 Kinderlieder geschrieben: Alle Vögel sind schon da … Ein Männlein steht im Walde … Kuckuck, Kuckuck, ruft’s aus dem Wald, Summ, summ, summ, Bienchen summ herum, Morgen kommt der Weihnachtsmann, Winter ade, scheiden tut weh. Uuund natürlich das Lied der Deutschen, unser aller Hymne, die Josef Haydn so wunderbar komponierte. Uuund bei der Honeckers Merkel jedesmal dermaßen das große Zittern bekam, dass sie einen Stuhl brauchte. Und vorher einen Weißen oder Roten, je nach Tageszeit.


Ex-BILD-Chef Peter Bartels.
Ex-BILD-Chef Peter Bartels.

PI-NEWS-Autor Peter Bartels war zusammen mit Hans-Hermann Tiedje zwischen 1989 und 1991 BILD-Chefredakteur. Davor war er daselbst über 17 Jahre Polizeireporter, Ressortleiter Unterhaltung, stellv. Chefredakteur, im “Sabbatjahr” entwickelte er als Chefredakteur ein TV- und ein Medizin-Magazin, löste dann Claus Jacobi als BILD-Chef ab; Schlagzeile nach dem Mauerfall: “Guten Morgen, Deutschland!”. Unter “Rambo” Tiedje und “Django” Bartels erreichte das Blatt eine Auflage von über fünf Millionen. Danach CR BURDA (SUPER-Zeitung), BAUER (REVUE), Familia Press, Wien (Täglich Alles). In seinem Buch “Die Wahrheit über den Niedergang einer großen Zeitung” (KOPP-Verlag) beschreibt Bartels, warum BILD bis 2016 rund 3,5 Mio seiner täglichen Käufer verlor. Kontakt: peterhbartels@gmx.de.




Wer schützt das Grundgesetz vor seinen „Schützern“?

Von WOLFGANG HÜBNER | Wer in diesen Wochen an den inzwischen bundesweit so beliebten „Spaziergängen“ teilnimmt, ist sich nicht immer bewusst, selbiges unter dem Einfluss von „Staatsfeinden“ zu tun oder gar selbst ein solcher zu sein. Doch genau das behauptet Thomas Haldenwang, der von Angela Merkel auserkorene und bestens zur neuen Regierung passende Präsident der weltweit einzigartigen Behörde „Verfassungsschutz“ (PI-NEWS berichtete).

Schon die Bezeichnung stimmt nicht, denn Deutschland mag zwar mal eine Verfassung bekommen, hat aber bislang nur ein Grundgesetz. Doch enthält dieses die Garantie grundlegender Menschen- und Bürgerrechte, die dem herrschenden Machtkartell offensichtlich immer lästiger sind.

Für besonders lästig hält sie der oberste Systemschützer Haldenwang, schließlich hätte er auch sonst nicht diese Position bekommen. Nun hat er eine neue Gruppe von „Staatsfeinden“ ausgemacht, nämlich Menschen, die an „Spaziergängen“ und Kundgebungen gegen die staatlichen Corona-Zwangsmaßnahmen sowie Impfpflichtpläne teilnehmen.

Haldenwang fürchtet nach Medienberichten, dass „sich zunehmend radikale Staatsfeinde unter die Corona-Demonstranten mischten.“ Und er stellt fest: „Sie lehnen unser demokratisches Staatswesen grundlegend ab“. Diese Szene soll sich nach seiner Meinung dadurch auszeichnen, nicht durch eine ideologische Klammer verbunden zu sein, sondern durch die Verachtung des demokratischen Rechtsstaates und seiner Repräsentanten.

Nun gehört es zu den grundgesetzlich garantierten Freiheitsrechten, den „demokratischen Rechtsstaat“ auch verachten zu dürfen, so lange daraus keine Handlungen resultieren, ihn aktiv zu beseitigen. Und die Verachtung seiner derzeitigen Repräsentanten ist inzwischen zu weit verbreitet, um all diese Millionen noch ernsthaft als „Staatsfeinde“ brandmarken zu können.

Ganz im Gegenteil: Unter der überwältigenden Mehrzahl der „Spaziergänger“ herrscht das Motiv vor, Recht und Freiheit vor staatlicher Willkür samt der Haldenwang-Behörde schützen zu müssen! Und genau das ist auch bitter notwendig, nachdem der faktische Systemschutz des Machtkartells im Vorjahr 2021 unter dem Eindruck der „Querdenker“-Aktionen den sogenannten „Phänomenbereich“ mit der Bezeichnung  „Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates“ eingerichtet hat.

Dieser „Phänomenbereich“ passt selbstverständlich bestens in jede totalitäre Diktatur. Doch noch soll ja die Bundesrepublik Deutschland ein freiheitlich-demokratischer Rechtsstaat sein. Das wird sie aber nur bleiben bzw. wieder werden können, wenn sich die gegenwärtigen Machthaber mitsamt ihren eifernden Spürhunden wie Haldenwang nicht mehr mit dem Staat verwechseln. Denn nichts schadet unserem Staat mehr als diejenigen seiner „Schützer“, die die grundgesetzlichen Grund- und Freiheitsrechte zu einer Fassade machen, hinter der ein immer hemmungsloser agierender Obrigkeitsstaat sein Unwesen treibt.


Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite und seinen Telegram-Kanal erreichbar.




Zur demokratischen Lage der Nation

Martin E. Renner.

Von MARTIN E. RENNER | Normalerweise bräuchte man mindestens einen drei Stunden dauernden Vortrag, um die Situation in unserem Land zu beschreiben.

Und wollte man einen solchen politischen Vortrag vor den neu hinzugekommenen jungen Bundesabgeordneten halten – hier vor allem aus der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen –, dann könnte in diesen drei Stunden nichts, aber auch gar nichts zu deren politischen Ertüchtigung erreicht werden.

Die deutliche Verjüngung des Bundestagspersonals, vornehmlich durch die SPD und durch die Grünen, führte nicht zu einer Steigerung des Kompetenzniveaus der Diener des Volkes, sondern zu einer noch grasseren Verblödung, was sich in den Redebeiträgen an allen Orten, zu allen Gegebenheiten und Anlässen zeigt.

Hier müsste man mindestens eine drei Wochen dauernde Politik-Klausur ansetzen. Zu stark erscheint die lebenslange Ideologisierung und Indoktrination der Ampel-Nachwuchspolitiker. Diese können sich intellektuell nur in vorgegebenen Denkmustern bewegen und sich nur aus einer sehr kleinen Anzahl von Argumentationsschubladen bedienen.

Diese Schubladen in der recht kleinen Wissens- und Erfahrungskommode tragen ausnahmslos die Etiketten: Vielfalt, Gender, Multikulti, Integration, Rassismus, Queer, Quote, Toleranz und ähnliche zeitgeistige Lieblingsvokabeln.

Wobei der erfahrene, kritische und gebildete Weltbürger derlei zeitgeistige Vokabeln doch eher als geschmacklosen Zwieback für verfressene, aber ansonsten geistlose Sprechpüppchen einzustufen wüsste.

Aber man hat weder drei Stunden, noch drei Wochen Zeit, um im Plenarsaal des Deutschen Bundestages zur Lage der Nation zu sprechen. Es muss gelingen, die desaströse und immer chaotischer – also undemokratischer und freiheitsloser – werdende Situation hierzulande in drei Minuten zu Gehör zu bringen.

Hier die Verschriftlichung meiner dreiminütigen Rede im Deutschen Bundestag:

Ich begrüße das Präsidium und alle Abgeordneten in den Niederungen dort unten im Parlament, aber ganz besonders die Kollegen hier oben im Olymp des Hohen Hauses.

Wir haben ein sehr ernstes Problem. Und das heißt nicht „Corona“ – sondern es heißt Spaltung.

Spaltung der Gesellschaft.

Wir sprechen über Integration und Kultur:
Was ist das für eine Kultur, in der wöchentlich hunderttausende demokratische Spaziergänger bundesweit verunglimpft, beschimpft und kriminalisiert werden?

Bevor wir über Integration sprechen, müssen wir zum Wohle unserer funktionierenden Demokratie die Risse in unserer Gesellschaft zu heilen beginnen!

Und zwar mit höchster Priorität!

Diese Regierung – aber auch schon die vorherige Regierung – bekommt nichts in den Griff.

Das einzige, was sie im Griff hat,
sind die Medien,
ist die politikhörige Wissenschaft,
sind die agitatorisch wirkenden und ideologisierten Zivilgesellschaften.

Doch woher kommt diese Eintönigkeit, diese Uniformität, die man schon als Gleichschaltung bezeichnen kann?

Liegt es etwa an den unzähligen und maßlos vollgefüllten Fördertöpfen des Staatshaushaltes?

Es ist Fakt:
Die blanke Zensur in den sozialen Netzwerken nimmt immer unerträglichere Ausmaße an.

Der sogenannte angebliche „Kampf gegen rechts“ wird immer unverhohlener zu einem Kampf gegen Meinungspluralität.
Zu einem Kampf gegen „alternative Medien“.
Zu einem Kampf gegen Informationsfreiheit und Meinungsfreiheit.

Bedingungslose Uniformität zwischen Medien- und Regierungsmeinung und erkaufte „Agitation und Propaganda“ darf und kann es in einer freiheitlichen Demokratie nicht geben!

Es sei denn, dass ein Weg ins Totalitäre geplant ist.

Die sozialen Medien sind die Kommunikationsräume freier Menschen mit dem Anspruch auf ihr christlich fundiertes  Selbsteigentum.

Die schon seit Jahrzehnte währende Politik des Staates ist dabei die Früchte der Aufklärung zu vernichten.

Die damalige Befreiung des Menschen aus der absolutistischen Bevormundung und Unterjochung brachte die Rede- und Pressefreiheit hervor.

Und genau das war und ist der kulturelle Acker unserer Nation:

für freien öffentlichen Diskurs,
für Kunstfreiheit,
für These, Antithese und der hieraus zu findenden Synthese,
für freien Wettbewerb der Ideen
– und damit für gesellschaftlichen Wohlstand.

Wir brauchen hierzulande dringend die geistig moralische Wende.

Sapere aude,
rufe ich deshalb allen Spaziergängern zu.

Euer Dienst für unsere freiheitliche, rechtstaatliche Demokratie ist von unschätzbaren Wert.

Vielen Dank,
Ihr lieben spazierengehenden Mitbürger.


(Martin E. Renner ist Bundestagsabgeordneter der AfD und war Anfang 2013 einer der 16 Gründer der Partei in Oberursel. Seine Kolumne auf PI-NEWS erscheint alle zwei Wochen)




Sonnenkönigin Angela Merkel

Ex-Bundeskanzlerin Angela Merkel fällt nach 16 Jahren im Amt der Ruhestand sichtlich schwer. Auch nach ihrem Ausscheiden stehen ihr immer noch neun Mitarbeiter zur Verfügung. Die Besoldungsstufen für diese Stellen sind üppig bemessen: Zwei B6er, sie verdienen pro Kopf mindestens 10.300 Euro pro Monat. Vier weitere Angestellte auf Basis E11, 12 und 14 sowie A15. Das bedeutet 3.600 bis 7.100 Euro pro Kopf und pro Monat sowie drei niedriger bezahlte Helfer. Dazu gibt es die passenden Büros mit Ausstattung, Dienstwagen usw. – alles auf Steuerzahlerkosten.

Auf Anfrage des AfD-Bundestagsabgeordneten Jürgen Braun teilte die Bundesregierung zu den neun Planstellen jetzt mit: „Diese wurden nach Einwilligung des Hauptausschusses des Deutschen Bundestages durch das Bundesministerium der Finanzen gem. § 15 Abs. 1 Haushaltsgesetz 2021 im Kapitel 0412 des Bundeshaushalts (Bundeskanzleramt) ausgebracht.“

Die Mitarbeiter haben die Aufgabe „…die Bundeskanzlerin a. D. fachlich und organisatorisch bei der Wahrnehmung ihrer nachwirkenden, aus dem Amt der Bundeskanzlerin folgenden Aufgaben…“ zu unterstützen. Eine teure Hilfe für eine Ruheständlerin, auf die normale Rentner oder Pensionäre in Deutschland nicht einmal ansatzweise hoffen dürfen.

Auch andere Altkanzler führten bzw. führen eigene Büros. Wenngleich auch niemand so hohe Ansprüche zu haben scheint wie Merkel. Gerhard Schröder beschäftigt heute noch fünf Mitarbeiter, bei den verstorbenen Helmut Kohl und Helmut Schmidt waren es zuletzt jeweils sechs.

Beim AfD-Abgeordneten Jürgen Braun, der die Zahlen ans Tageslicht holte, stoßen die üppig ausgestatteten Büros auf wenig Verständnis. Er sagt: „Die meisten mittelständischen Unternehmer in Deutschland träumen von so einer Personalausstattung. Die Ex-Kanzler bekommen sie natürlich auf Steuerzahlerkosten. Nutzen für die Bürger? Unklar. Mit dieser irren Verschwendung muss Schluss sein.“




COMPACT.Der Tag: Ampel will Telegram verbieten

Eine Impfung mindestens zwei Mal im Jahr. Das fürchten viele Skeptiker der Corona-Politik. Manch andere hoffen vielleicht darauf. Nun gestand sogar die Weltgesundheitsorganisation ein: jene Impfstoffe, die gegenwärtig Grundlage etwa für 2G-Regeln sind, scheinen in ihrer Wirkung zumindest zweifelhaft. Weshalb, erfahren Sie bei COMPACT.Der Tag am 13. Januar. Und damit herzlich willkommen zu den wichtigsten Nachrichten des Tages. Das sind einige der Themen:

  • Impfung – Zweifel sogar bei der WHO
  • Boostern – Wie lange geht das Spritzen-Abo gut?
  • Migration – Neues Wort, altes Problem?
  • NATO – Pöbeln statt verhandeln
  • Das Letzte – Vor 50 Jahren: Schluss mit dem Fräulein vom Amt



Eine Wende in Deutschland ist möglich

Von WOLFGANG HÜBNER | Ich habe nie die Meinung geteilt, die AfD sei „die letzte Chance für Deutschland“. Denn mit dieser oft geradezu verzweifelt geäußerten Hoffnung verbindet sich ein zu großer Glaube an die Macht und Möglichkeiten des Parlamentarismus. Dieser Glaube ist weder unsympathisch noch unverständlich nach vielen Jahrzehnten des Lebens in einer wirtschaftlich erfolgreichen, für die Massen ziemlich glaubwürdigen parlamentarischen Demokratie westlicher Prägung. Von dieser Glaubwürdigkeit und dem daraus resultierendem Vertrauen zehrt das Machtkartell in Deutschland noch immer, wenngleich stark und rapide abnehmend.

Doch spätestens seit Bildung der ersten Großen Koalition mit Kanzlerin Merkel 2005 ist der Parlamentarismus nur noch ein völlig überfülltes Beiboot jenes Machtapparates, den Manfred Kleine-Hartlage in seinem erfreulich erfolgreichen neuen Buch „Systemfrage“ als Kartell aus politischer Klasse, den Massenmedien, den Justizspitzen, wichtigen Institutionen und anderen Bereichen der Gesellschaft identifiziert hat. Der faktische Ausschluss eines Teils der AfD-Fraktion unter dem Vorwand des „Gesundheitsschutzes“ (PI-NEWS berichtete) hat am Mittwoch noch einmal spektakulär deutlich gemacht, welch erbärmliche Rolle der Bundestag inzwischen spielt.

Wer trotzdem noch auf eine parlamentarisch machbare positive Wende in Deutschland hofft, realpolitisch bewirkt von einer viel stärkeren AfD, wird wohl aller Wahrscheinlichkeit nach eine Enttäuschung nach der anderen erleben. Denn der Karren steckt in unserem Land zu tief im Schlamm falscher und täglich noch irrsinniger werdender Grundentscheidungen, um von den Protagonisten und Profiteuren des Machtkartells Einsicht oder gar Umkehr erwarten zu können. Stattdessen wird der Irrweg ins Scheitern der zweiten deutschen Republik fortgeführt. An den Folgen werden wir alle zu leiden haben und tun es ja bereits in vielerlei Weise.

Doch ausgerechnet ein mikroskopisch kleiner Partisan, derzeit als „Omikron“ herumgeisternd, hat nun ein Phänomen provoziert, das echte Hoffnung vermittelt: Das flächendeckende Aufbegehren einer starken Minderheit gegen den offensichtlichen Versuch des Machtkartells, ein Regime der Angst und Einschüchterung zu etablieren, nicht zuletzt für die sich abzeichnende unsoziale Klima-Zwangsherrschaft.

Ein Teil des Volkes, nämlich dessen wacherer, kritischerer Anteil an der Gesamtbevölkerung, will sich in einer existenziellen Frage nicht mehr unterwerfen, sondern leistet erbitterten Widerstand auf den Straßen und Plätzen Deutschlands und hat sich von den etablierten Kommunikationskanälen weitgehend verabschiedet. Diese Rückmeldung des Souveräns wird zu Recht vom Machtkartell als reale Gefahr wahrgenommen. Die martialischen Aufmärsche von Repressionskräften gegen fast ausnahmslos völlig friedliche „Spaziergänger“ kommentieren sich selbst.

Kann sich das Machtkartell beim Corona-Thema bislang darauf verlassen, dass die passive, inzwischen mehrfach gentechnisch behandelte Mehrheit noch Systemloyalität übt, so kann das bei anderen großen Problemen wie Inflation, Energie, Konsequenzen der ideologischen Klimapolitik oder Kriegsfurcht schon ganz anders aussehen. Und all die genannten Probleme sind real, keine Zukunftsbedrohung, sondern gegenwärtig.

Ermutigt und beflügelt vom Beispiel der Kritiker der Corona-Zwangsmaßnahmen können öffentliche Straßenaktionen gegen unsoziale, demokratiefeindliche Zumutungen sehr schnell eine systemerschütternde Wirkung erreichen. Alles politische Streben und Wirken muss zum Ziel haben, genau das zu erreichen. Möglich ist das, notwendig sowieso. Nur gewiss ist es nicht. Aber warum sollten wir nach rund 300.000 Teilnehmern an den letzten „Spaziergängen“ nicht optimistischer sein?!


Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.

PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite und seinen Telegram-Kanal erreichbar.




Die Bändigung der Geldflut

Von PROF. EBERHARD HAMER | Nach der Finanztheorie dürfen Zentralbanken nur so viel zusätzliches Geld in den Kreislauf geben, wie die Gütermenge real wächst. „Neutralität des Geldes“ hieß dies früher, als die Zentralbanken noch keine Konjunkturpolitik und keine Staatsfinanzierung machen durften.

Inzwischen werden die Zentralbanken nicht mehr von unabhängigen Währungshütern geleitet, sondern von Erfüllungsgehilfen der Hochfinanz und der Politik. Dies hat die Ziele und Zwecke der Zentralbanken völlig verändert. Nicht Währungsstabilität ist mehr ihr Ziel, sondern die Überlebenshilfe für marode Banken und Staaten.

Um Pleitebanken (wie Lehman 2008) und Pleitestaaten (Italien, Frankreich, Spanien, Griechenland 2021) vor dem Konkurs zu retten, werden immer wieder aus dem Nichts riesige Summen von Geld geschöpft. Entweder durch staatliche Institutionen wie die EU, mit Rückendeckung der Zentralbanken, oder umgekehrt. Die Währung wird also hemmungslos vermehrt, um politische Ziele damit zu erfüllen.

Nach klassischer Theorie wäre das nicht möglich gewesen, weil durch steigende Geldmengen auch die Zinsen steigen. Das Kartell der Hochfinanz und Zentralbanken hat jedoch einen Ausweg gefunden: Nullzins. Trotz steigender Geldmenge dürfen die Zinsen nicht steigen. Sie können auch gar nicht mehr steigen, weil allein eine Zinserhöhung von ein Prozent Pleitestaaten wie Italien, Frankreich, Griechenland und Spanien in die Zahlungsunfähigkeit (Staatspleite) zwingen würde.

Nun hat aber 2020/2021 die Hochfinanzdienerin von der Leyen auf die Hilferufe der europäischen Pleitestaaten unter dem Vorwand und Trick eines „Green Deal“ ein 800 Milliarden-Schuldenprogramm aufgelegt, für das die EU zwar keine Kompetenz und keine Finanzierungsmöglichkeit hatte, was aber sogar von Merkel genehmigt worden ist. Die EU ist dadurch neue Geldschleuder geworden, so dass die Pleitestaaten – mit EU-Geld überschüttet – zurzeit Boomstaaten sind. Die Mittel werden schon jetzt nicht nur für Umweltschutz geplant, sondern fließen in alle möglichen anderen Kanäle – in Italien in dunkle – und Frankreich will sein 70 Milliarden schweres Atomprogramm damit finanzieren; – die neuen Umweltmittel haben jedenfalls einen neuen Liquiditätsschub nach Europa gebracht, der – auch coronabedingt – zu einem neuen Ungleichgewicht von Güter- und Geldmenge geführt hat. Die Folge war eine ansteigende Inflation von unter zwei Prozent auf schon über fünf Prozent.

Nun stehen die Geldmengenbetrüger der Banken und Staaten vor einem Problem: Steigen die Zinsen durch die unkontrollierte Geldmengenvermehrung weiter, werden die bereits jetzt nicht mehr tragbaren übermäßigen Schulden der Staaten nicht mehr finanziert werden können, würden Griechenland, Italien, Frankreich und Spanien u.a. illiquide, bräche die Euro-Schulden-Spirale ab und zusammen.

Diese Situation gilt übrigens ebenso für die USA, Japan und viele andere Länder der Welt.

Die Dollar- und Euro-Schuldentürme können also nur weiterbestehen, wenn durch sie keine Zinsexplosion erfolgt. Geld ständig vermehren und trotzdem Nullzins halten ist jedoch auf Dauer nicht möglich.

Der Widerspruch drängt zur Lösung:

  1. Entweder müssten die Geldzuflüsse an die Staaten und Banken der Hochfinanz reduziert werden
  • das würde jedoch Illiquiditäten und Konjunkturabbruch bedeuten, also die Regierungen politisch nicht überleben lassen,
  1. oder der andere natürlich Ausweg wäre die Anhebung der Zinsen
  • das würde jedoch die Schulden der meisten Staaten unfinanzierbar machen, also Staatsbankrotte verursachen, was die Zentralbanken und ihre politischen Herrscher wirtschaftlich und politisch nicht überleben ließe.
  1. Will man die beiden vorgenannten natürlichen Lösungen einer Reduzierung der Geldmenge oder eine Anhebung der Zinsen vermeiden, gibt es nur einen letzten Ausweg, den Druck aus dem Finanzkessel zu nehmen, nämlich dass Hochfinanz und Finanzpolitik die Börsen abstürzen lassen: Finanzcrash.
  • Mit einem Börsencrash würde das Privatkapital drastisch reduziert und könnte der übermäßige Liquiditätsdruck der vergangenen Geldsummenvermehrung zumindest vorübergehend reduziert werden.

Und ein Börsencrash hätte für Zentralbanken und Finanzpolitik den Vorteil, dass die Korrektur zunächst und am meisten im Privatsektor stattfinden würde und die eigentlichen Täter der Geldmengenvermehrung – Banken und Staaten – dagegen erst sekundär betroffen wären.

Die Finanzwissenschaft hat angesichts der vielen Rechts-, Gesetzes- und Verfassungsbrüche der Zentralbanken und Finanzpolitik schon lange einen Finanzcrash vorausgesagt. Immer haben aber die Täter bisher einen neuen Trick gefunden, mit dem sie die Finanzgesetzmäßigkeiten – meist rechts- und gesetzeswidrig – aushebeln und ihren wachsenden Missbrauch verlängern konnten.

Bisher hat es geklappt, die meisten Währungen zu vermehren – zu entwerten –, ohne dass Wirtschaft und Menschen unruhig wurden.

Ebenso hat es geklappt, trotz gigantischer Geldvermehrung Nullzins und deshalb eine übermäßige, tödliche Schuldenlast zu erreichen.

Nun aber ist das Spiel nicht mehr beherrschbar, setzt sich weltweit in der Realwirtschaft eine Realzinserhöhung durch, so dass auch in der Finanzwirtschaft ein Nullzins nicht mehr gehalten werden kann.

Die wachsenden Zinsen werden entweder für die Pleiteländer und Pleitebanken zum Verhängnis oder müssten neutralisiert werden.

Die Schuldentreiber brauchen also einen Deflationseffekt, um die Spannung zwischen Schulden, Geldentwertung und Nullzins-Folgen zumindest vorübergehend noch halten zu können.

Eine Deflation könnte die steigende Inflation in der Realwirtschaft vorübergehend aufhalten. Solche Deflation könnte entweder Folge eines Konjunkturabsturzes sein – was keiner will – oder durch Börsencrash jedenfalls das Geldvermögen reduzieren.

Deutet man die Anzeichen in der Finanzwirtschaft und vor allem bei der Hochfinanz, so scheint, dass Hochfinanz und Finanzpolitik planen, den „Dampf aus dem Kessel“ zu nehmen, etwa durch einen eigentlich längst fälligen Aktiencrash.

Ein Platzen der Spekulationsblase wäre jedenfalls der für Finanzpolitik und Hochfinanz geringstschädliche Weg einer zumindest vorübergehenden Korrektur, weil er vor allem die privaten Anleger des Mittelstandes betrifft, die trotz aller Warnungen immer noch glaubten, dass Aktien und Finanzpapiere Sachwerte seien. Der Absturz der Börsen vernichtet also weniger Substanz- als Spekulationswerte, allerdings auch die Liquidität der Anleger und Spekulanten.

Je weniger es also jetzt in den nächsten Wochen gelingt, die Realinflation im Zaum zu halten, desto wahrscheinlicher wird, dass Finanzpolitik und Hochfinanz die Korrektur an der Börse versuchen.

Ein Absturz der Börsenkurse brächte zwar für eine unter Dampf stehende Geldmengensituation vorübergehende, aber keine Dauerentlastung. Eine Deflation lässt sich nicht lange aufrechterhalten, weil sie wirtschaftliche Zusammenbrüche bringt, welche keine Regierung politisch und kein Zentralbankensystem auf Dauer aushalten kann. Nach kurzer Deflationsphase hat sich deshalb der Geldmengendruck bisher immer zu wieder wachsender Inflation umgekehrt. Und immer ist die Inflation durch weitere Zinssteigerung gewachsen bis zur galoppierenden Inflation, die dann in der Währungsreform zwangskorrigiert werden muss.

Wir stehen also in 2022 möglicherweise wieder vor dramatischen Entwicklungen wie vor 100 Jahren. Es könnte sein, dass jetzt die finanzpolitische Falschspielerei von Zentralbanken, Hochfinanz und Finanzpolitik aufbricht, das Spiel beendet und Kasse macht.

Musk und Buffett haben bereits gehandelt, um nicht zu verlieren. Hauptverlierer werden wieder die mittelständischen Anleger sein, die zu gierig, vielleicht sogar auf Kredit und mit falschen Erwartungen spekuliert haben.


Prof. Eberhard Hamer.
Prof. Eberhard Hamer.

PI-NEWS-Autor Prof. Dr. Eberhard Hamer (*15. August 1932 in Mettmann) ist ein deutscher Ökonom. Sein Schwerpunkt ist die Mittelstandsökonomie. In den 1970er Jahren gründete er das privat geführte Mittelstandsinstitut Niedersachsen in Hannover und veröffentlichte über 20 Bücher zum Thema Mittelstand. Hamer erhielt 1986 das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Seine Kolumne erscheint einmal wöchentlich auf PI-NEWS.




COMPACT-Spezial: „Das Große Erwachen“ gegen die Impfdiktatur

Impfzwang für alle, Booster-Zwang auch für Geimpfte – andernfalls drohen Geldbußen, Berufsverbot und sogar Knast. Das ist ab 1. Februar 2022 Realität in Österreich. Und in Deutschland? Das Rad der Diktatur, auf das wir geflochten werden, dreht sich immer schneller. Ist der Wahnsinn noch zu stoppen?

Die neue COMPACT-Spezialausgabe Das Große Erwachen setzt die Springquellen einer ungeheuren, aber unterschätzten Energie frei: „Der spirituelle Kampf gegen den Great Reset“ zeigt, wie sich in allen Konfessionen Widerstand gegen die satanischen Vorhaben der Eliten entwickelt. In COMPACT-Spezial Das Große Erwachen können Sie die wichtigsten Denker im Original studieren.

Bei den Katholiken hat Erzbischof Carlo Maria Vigano Papst Franziskus den Kampf angesagt. Der langjährige Botschafter des Heiligen Stuhls in den USA und Staatssekretär des Kirchenstaates sieht den aktuellen Great Reset in einer tausendjährigen Anschlagsserie der immer gleichen Eliten: Freimaurerische Kreise, die sich mit Linken und Hochfinanz verbündet und sogar den Vatikan unterwandert haben.

Von orthodoxer Seite lesen Sie Essays von Wassili A. Schipkow und Alexander Dugin. Sie weisen darauf hin, dass der Great Reset nicht nur weltweite Überwachung und Wiederentdeckung der Planwirtschaft im Gewande des Ökosozialismus bedeutet, sondern über die mRNA-Impfstoffe auch der Einstieg in die gentechnische Umzüchtung des Homo sapiens (Transhumanismus) bringt.

Nach der Zerstörung aller menschlichen Kollektive (Volk, Nationalstaat, Religion, Familie, Geschlecht) wird nun das letzte Kollektiv, die menschliche Gattung selbst, attackiert. – Dugins eigenes Buch Das Große Erwachen gegen den Great Reset wird vom deutschen Zoll bis Anfang Februar zurückgehalten. Die wichtigsten Texte von ihm können Sie in COMPACT-Spezial Das Große Erwachen lesen!

Bei den Protestanten hat sich Pfarrer Jakob Tscharntke von der evangelischen Freikirche Riedlingen großen Respekt erworben, als er der Evangelischen Landeskirche und ihrem Kotau vor Lockdown und Impfpflicht mutig die Stirn bot. Die freikirchlich geprägte Querdenker-Gruppe „Christen im Widerstand“ führen im ganzen Land die Gläubigen zusammen, die standhaft bleiben.

Essays und Texte zum Widerstand der Anthroposophen runden die Ausgabe ab.

Bestellmöglichkeit:

» Mit COMPACT-Spezial Das Große Erwachen. Der spirituelle Kampf gegen den Great Reset tanken Sie in dieser Zeit Kraft aus der Tiefe des Glaubens und der Seele.




CDU will Ampel auseinanderhebeln

Von WOLFGANG PRABEL* | Als ich vierzehn war, habe ich in den Ferien im Kraftverkehrsbetrieb gearbeitet, im Volksmund die Bushütte genannt. Die Reifen wurden damals mit Montierstangen gewechselt. Drei Leutchen standen um den Reifen rum und haben ihr Bestes gegeben. Ich habe ein Video mit der Prinziplösung gefunden, beim größeren Busreifen ist aber mehr Spannung drauf. Und vor 50 Jahren hatten die Reifen noch Schläuche, man mußte beim Aufziehen der Mäntel aufpassen, daß man die nicht zerfetzt. Ich habe damals gelernt, daß einem lange Hebel schon mal um die Ohren fliegen können.

Friedrich Merz müßte dem Karren der CDU neue Reifen aufziehen, aber was macht er? Und ist er überhaupt Herr der Lage?

Die CDU versucht statt Eigenreparaturen gerade die Ampel auseinanderzuhebeln. Mit permanenten Forderungen nach Verschärfungen der sogenannten Maßnahmen versucht man Grüne, SPD und FDP als Kampfhähne aufeinanderzuhetzen. Die FDP und der Kanzler hatten sich ja früher gegen die Impfpflicht aus dem Fenster gelehnt. Aber das ist angesichts von exorbitanten Altersversorgungen, E-Limousinen und Ministersesseln erst mal vom Tisch. Ich gehe mal davon aus, daß die Spaltung der Koalition nicht funktionieren wird, jedenfalls noch nicht. Zu süß sind die Belohnungen für Prinzipienlosigkeit und das Umfallen. Früher nannten die Genossen das die materielle Interessiertheit.

Auch beim Säen von politischem Zwist kann der Schuß nach hinten losgehen. Nicht alle an der CDU-Basis sind kóronagläubig. Es gibt gekniffene Geschäftsleute, Eltern, die sich um ihre Kinder sorgen, Ärzte, die genau wissen, daß übertrieben wird, Arbeitnehmer, die sich nicht aus Überzeugung, sondern aus Opportunismus spritzen lassen. Die CDU-B-Promis Kristina Schröder, Vera Lengsfeld, Birgit Kelle, Albert Weiler und Hans-Georg Maaßen sind eher für einen sachlichen Umgang mit Kórona, während die vor Landtagswahlen stehenden CDU-Ministerpräsidenten wie wild die Kriegstrommel rühren. Es herrscht im Saarland, in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und NRW Panik und in solch einer Aufregung werden selten richtige Entscheidungen getroffen.

Wir erinnern uns an das Hochwasser von Fukushima, das bei der Landtagswahl in Baden-Württemberg die CDU wegspülte. Merkels hektischer Entschluß, die Kernkraftwerke abzuschalten, hat außer Schadenersatzzahlungen nichts gebracht. Genauso vergeblich wird der Versuch enden, den Aktionisten Lauterbach noch zu toppen.

Am 27. März könnte das Kórona-Schreckgespenst im Saarland noch mal eine Rolle spielen. Aber bei den weiteren Wahlen ist Omikron längst durch. Am 8. Mai Schleswig-Holstein, 15. Mai NRW und 9. Oktober Niedersachsen.

Kórona ist für eine mittelfristige Reformierung der CDU kein geeignetes Thema, weil jeden Tag neue mediale Säue mit wechselnden Mutanten durch Berlin getrieben werden. Es ist kein imagebildendes Leitmotiv für die Zukunft, sondern kurzlebiges Panikorchester. Ein Leitmotiv ist aber nach dem Lichten aller inhaltlichen Anker durch Dr. M. dringend erforderlich. Ein politisches Tauwetter in der CDU nach dem Abgang von Dr. M. ist bisher nicht zu erkennen. Die Führung bleibt in den alten Gleisen, in denen man schon die Bundestagswahl vergeigt hat. Bisher sieht es danach aus, als wenn nach dem AKK- und dem Laschet- auch der Merzzug entgleisen wird.

Wenn es Merz nicht schafft, nach seiner Wahl die Fraktionsführung im Reichstag zu übernehmen, verspielt er seinen Kredit und sein Ansehen. Mit Verlaub: Einen anderen publikumswirksamen Job hat die Union nicht mehr zu vergeben. Gelingt ihm die Verdrängung von Brinkhaus, hat er es mit einer merkeltreuen Fraktion zu tun, aus der im Herbst die letzten Anhänger des liberalkonservativen Flügels ausgeschieden sind.

Merz fehlt die Härte, um das Ruder rumzureißen. Oft weicht er vor entschlossenen Gegnern zurück, macht Kompromisse, die sein Ansehen aufzehren. Frau Prien kann weiter gegen Maaßen stänkern, ohne zur Ordnung gerufen zu werden. Der Autist Söder tobt sich nach Belieben aus. Es könnte nicht nur taktisches Rumgeeier und fehlender Mut von Merz sein, sondern es könnte sich auch um eine verschrobene Wahrnehmung mancher Sachverhalte handeln. Er gibt sich als Wirtschaftsfachmann. Aber wo war sein Statement, als Silvester drei Kernkraftwerke abgeschaltet wurden? Wie reagiert er auf die planwirtschaftlichen Exzesse im Wirtschaftsminsterium? Mit Forderungen nach der Impfpflicht.

Es gibt solche und solche Charaktere. Die Bundeskanzler Schmidt und Schröder haben zu ihren Projekten gestanden und haben politisch dafür bezahlt, das heißt, sie sind von den eigenen Genossen zu Fall gebracht worden. Aber sie sind nicht als Lappen in die Geschichtsbücher eingegangen. Wenn Merz oder seinem Nachfolger die Stabilisierung der CDU nicht gelingt, wird in absehbarer Zeit das ganze deutsche Parteiensystem implodieren, wie 1992 in Italien.

Grüße an den Inlandsgeheimdienst: „Es ist kein schönrer Anblick in der Welt, als einen Fürsten sehn der klug regiert.“ (Geh. Rath v. Goethe, 1807)


*Im Original erschienen bei prabelsblog.de




Warmduscher, zieht euch warm an!

Von PETER BARTELS | Am Wochenende blieb es in 90.000 Berliner Haushalten kalt und dunkel; kein Strom, keine Fernwärme. Kurz vorher hatten die neuen rotgrünen „Welten-Retter“ um SPD-Olaf die vorletzten drei Atomkraftwerke abgeschaltet, 9000 Megawatt weg…

Cora Stephan in der Schweizer WELTWOCHE ironisch: „Gut möglich, dass wieder einmal nichts mit nichts zusammenhängt … Und es ja gar nicht halb Berlin war, nur der Osten … Und vielleicht waren davon 370.000 Haushalte betroffen, womöglich aber nur 90.000 … Zieht euch also warm an! Die Zeit für Warmduscher ist vorbei.“ Jan W. Schäfer drückte sich im BILD-Kommentar etwas drastischer aus: „Stromausfälle sind ein Desaster!“

Um sich dann über den neuesten Party-Tipp des WDR aufzuregen, der allen Ernstes auf seinem Instagram-Kanal  „klima.neutral“  (Titel „Entspannt in den Blackout“) verbreiten lässt: „Grundvorrat für zehn Tage. Lebensmittel: Frisches und Konserven, die auch kalt gegessen werden können.“ Oder: „Wasser: Nicht nur in Flaschen zum Trinken, sondern auch zum Waschen, Kochen, Spülen“ … Wichtig seien auch Bargeld-Vorräte, weil Automaten nicht funktionieren könnten. Und: „Batterien & Powerbanks“ sowie ein „batteriebetriebenes oder Kurbel-Radio“…

Energie? WDR-Lagerfeuer-Romantik

Schäfer schäumt: „Der Umbau der Energie-Versorgung in Deutschland ist für viele offensichtlich ein rosarotes Projekt, bei dem es nur Gewinner geben darf… Deutschland ist die viertgrößte Wirtschaftsnation der Welt. Jobs und Wohlstand hängen ab von zuverlässiger Energieversorgung. Auch Kliniken, Schulen, Kitas brauchen verlässlich Strom … Vielen Klimaaktivisten ist das offensichtlich egal. Sie  negieren die Risiken … verniedlichen sie zu Lagerfeuer-Romantik. Das ist unverantwortlich! … Lieber „klima.neutral“ den Saft abdrehen als dem nächsten Krankenhaus.“

Dann zitiert das Blatt, das nach dem Rausschmiss von Chef Julian Reichelt (wg. Liebe zu einer Frau!!) wieder stramm auf Regierungs-Raute getrimmt wird, CDU-Mittelstandschefin Gitta Connemann (57): „Ein Zusammenbruch der Stromversorgung kann für Menschen den Tod bedeuten. Was sagt der WDR einem Pflegebedürftigen, der zu Hause beatmet wird?“

Kerzen und gute Laune

Und Christian Kromberg (55), Ordnungsdezernent und zuständig für die Feuerwehr in Essen, warnt: „Bei einem flächendeckenden und länger andauernden Blackout gibt es schnell große Probleme. Beatmungsgeräten im privaten Umfeld geht der Strom aus, die Menschen geraten schnell in Lebensgefahr!“ Ex-Wirtschaftsstaatssekretär Thomas Bareiß (46, CDU): „Nur noch peinlich! Der WDR vermittelt den Eindruck, der Blackout ist das neue Party-Highlight. Nach dem Motto, bringt Kerzen und gute Laune mit.“

Und auch der WDR rechtfertigt sich:  „Der Kanal gibt immer wieder ganz konkrete Tipps für den Alltag … unabhängig davon, wodurch der Blackout verursacht wurde … wie man sich bei einem Stromausfall verhalten soll.“ Süffisant weist BILD an dieser Stelle darauf hin: „Im selben Kanal (heißt es), die Energiewende könne zu Stromausfällen führen, weil „Wind- und Solarenergie nicht konstant sind“.

Toiletten,Tanke, Geldautomat – nix

Doch auch Sicherheitsexperte Christian Endress (41), Chef der „Allianz für Sicherheit in der Wirtschaft“, sieht laut BILD Blackouts weniger entspannt. „Die direkten Auswirkungen werden im Verlust von Heizung im Winter, Kühlung im Sommer, elektrischem Licht, Telefon, Internet, Rundfunk-/TV-Empfang, der Lebensmittelbevorratung durch Kühlen oder Gefrieren sowie auch im möglichen Verlust der Trinkwasserversorgung liegen …Dann wäre u. a. auch die Entsorgung von Fäkalien durch die Toilettenspülung nicht mehr gewährleistet. Nach kurzer Zeit müssten Hochhäuser aufgrund von Seuchengefahr evakuiert werden. Dadurch entsteht ein enormer Bedarf an Notunterkünften.

Prof. Fritz Vahrenholt, ehemaliger SPD-Umweltsenator (HH), rechnet seit ewig Land auf Land ab auch bei einem regionalen Blackout mit schwerwiegenden Folgen: „Ampeln fallen aus, Aufzüge, Tankstellen, Geldautomaten, Ladestationen für E-Autos, Computer stürzen ab. Es wird auch Menschenleben kosten.“ Ausnahme sei die Deutsche Bahn: „Sie hat ein eigenes Stromnetz, das im Wesentlichen aus dem Kohlekraftwerk Datteln gespeist wird“.

Zahlen bis der Kühlschrank taut

In welcher Steckdose der Stecker auch sucht, Null! Ein Quantum Trost von Cora Stephan in der WELTWOCHE: „Sorgen wir uns nicht, Deutschland (braucht) halt (nur) ein bisschen mehr Gas … Auch wenn sich der niederländische Amtskollege von Robert Habeck bereits bei diesem über (Deutschlands) exorbitanten Bestellungen beschwert hat. Eine Antwort hat er bislang nicht bekommen.“ Stattdessen säuselt eine Sprecherin vom „Klima-Schutzminister“  (Habeck): Die Versorgungssicherheit in Deutschland ist trotz Atomausstieg weiter hoch“.

Merken Sie was? Die Dame hat nicht „ausreichend hoch“ gesagt … nicht „es sind Reserven genug für alle Fälle da“… Also wieder alles auf Anfang: Warmduscher, zieht euch warm an!  Oder kauft einen Diesel-Generator (Benzin geht auch), wie Brüderchen Uwe beim Studenten-Dorf Göttingen, bevor die Dinger unbezahlbar werden. Natürlich könnte Euch Putins Gaspipeline an der Ostsee eine Weile helfen. Der Russe darf nicht. Er hat das falsche Parteibuch. Also zahlen bis der Kühlschrank taut!


Ex-BILD-Chef Peter Bartels.
Ex-BILD-Chef Peter Bartels.

PI-NEWS-Autor Peter Bartels war zusammen mit Hans-Hermann Tiedje zwischen 1989 und 1991 BILD-Chefredakteur. Davor war er daselbst über 17 Jahre Polizeireporter, Ressortleiter Unterhaltung, stellv. Chefredakteur, im “Sabbatjahr” entwickelte er als Chefredakteur ein TV- und ein Medizin-Magazin, löste dann Claus Jacobi als BILD-Chef ab; Schlagzeile nach dem Mauerfall: “Guten Morgen, Deutschland!”. Unter “Rambo” Tiedje und “Django” Bartels erreichte das Blatt eine Auflage von über fünf Millionen. Danach CR BURDA (SUPER-Zeitung), BAUER (REVUE), Familia Press, Wien (Täglich Alles). In seinem Buch “Die Wahrheit über den Niedergang einer großen Zeitung” (KOPP-Verlag) beschreibt Bartels, warum BILD bis 2016 rund 3,5 Mio seiner täglichen Käufer verlor. Kontakt: peterhbartels@gmx.de.

 




„Tyrannei der Ungeimpften“ ist Wahres Unwort des Jahres 2021

Unsere Leser haben – in einem ganz knappen Rennen, das in die Stichwahl ging – „Tyrannei der Ungeimpften“ zum Wahren Unwort des Jahres 2021 gewählt. „Pandemie der Ungeimpften“ belegte bei der Stichwahl den zweiten Platz. Wir danken allen Lesern und Jurymitgliedern für ihre rege Teilnahme.

„Womit man aufhören muss ist, dass sich jemand hinstellt und sagt, ‚Mit mir wird es nie eine Impfpflicht geben. Mit mir wird es nie einen Lockdown geben‘“, so der Vorsitzende des sogenannten „Weltärztebundes“, Frank Ulrich Montgomery, bei „Anne Will“ am 8.11.2021. „Es wird Situationen geben, in absehbarer Zeit, wo man, manchmal lokalisiert, manchmal vielleicht in einem ganzen Bundesland, vielleicht – und Gott möge das verhüten – in der ganzen Bundesrepublik solche Maßnahmen wird machen müssen, damit wir diese Pandemie einfangen, denn momentan erleben wir ja wirklich eine Tyrannei der Ungeimpften, die über das Zweidrittel der Geimpften bestimmen und uns diese ganzen Maßnahmen aufoktroyieren.“

„Ich benutze bewusst den Begriff der Tyrannei, denn in Ländern wie Portugal, in denen 97 Prozent geimpft sind, gibt es all diese einschränkenden Maßnahmen nicht mehr, weil man sie nicht mehr braucht“, bekräftigte Montgomery auf erstaunte Nachfrage von Anne Will.

Am 26. November kündigte die Regierung von Portugal an, aufgrund der „Omikron-Variante“ wieder in den „harten Lockdown“ zu gehen. Portugal ist das Land mit der höchsten Impfquote in der EU.

Laut einer Studie der Columbia University und Universität Hong Kong sind alle vier marktführenden Impfstoffe praktisch unwirksam gegen die Omikron-Variante B.1.1.529, die sich eher ausnimmt wie eine saisonale Grippe.

Der Corona-Experte Prof. Dr. Günter Krampf von der Uni Greifswald schrieb am 20. November im weltführenden Medizinjournal The Lancet: „Geimpfte Menschen haben ein geringeres Risiko, schwer zu erkranken, aber spielen immer noch eine relevante Rolle im Infektionsgeschehen.“ Es sei deshalb „falsch und gefährlich“ von einer  „Pandemie der Ungeimpften“ zu sprechen, so Krampf.

„In Deutschland und den USA sind Menschen historisch aufgrund ihrer Hautfarbe oder Religion stigmatisiert worden“, so Krampf. „Deshalb rufe ich hochrangige Politiker und Wissenschaftler dazu auf, die unangemessene Stigmatisierung der Ungeimpften zu beenden, die unsere Patienten, Kollegen und Mitbürger sind.“

Im Interview mit der Neuen Zürcher Zeitung am 7. Januar rechtfertigte sich Montgomery, anstatt sich zu entschuldigen. Er habe „eine Debatte losgetreten, die vorher komplett unterdrückt war.“ Er bekräftigte weiterhin: „Ungeimpfte sollen am Arbeitsplatz Einschränkungen haben, sie sollen bestimmte Dinge nicht mehr machen dürfen, sie müssen Freiheitseinschränkungen hinnehmen.“

Im Gespräch mit Joe Rogan am 29. Dezember stellte der Erfinder der mRNA-Impfung Dr. Robert Malone fest, die Zulassungsstudien der Corona-Impfstoffe seien „mit der heißen Nadel gestrickt worden, mit mRNA-Daten die nichts mit diesen Impfstoffen zu tun hatten“ und dann an die Zulassungsbehörden der Welt geschickt worden, „um Notzulassungen zu rechtfertigen.“

Immer mehr Daten würden auf eine große Zahl von Fällen von Impfnebenwirkungen deuten – in etwa 1 von 1000 Fällen, so Malone, darunter Herzmuskelentzündungen in jungen Männern und Menstruationsveränderungen in Frauen.

Laut einer aktuellen Studie der Universität Hongkong traten bei 1 von 2700 geimpften jungen Männern eine Herzmuskelentzündung auf, die in etwa 27 Prozent der Fälle einen tödlichen Verlauf nimmt, so Malone.




In Schuld und Sühne baden

Von PETER WÜRDIG | Mancher braucht es reichlich, und so gibt es Leute, die gerne Geld für eine „strenge Erziehung“ ausgeben, also um sich mal ordentlich verprügeln zu lassen. Dass es nicht nur Menschen gibt, die sich am Masochismus berauschen, sondern auch gleich ganze Staaten, ist leider auch eine Erfahrung.

Nun gibt es natürlich schon gute Gründe, einigen Leuten, zumindest den damals direkt Beteiligten, Asche aufs Haupt zu streuen. Ein ehemaliger Bundesaußenminister sagte dazu, er sei wegen Auschwitz in die Politik gegangen. Ich persönlich bin wegen Sophie Scholl in die Politik gegangen, und dass es in Deutschlands dunkelster Zeit Menschen gegeben hat, die sich gegen das Unrecht gewehrt haben und dafür ihr Leben eingesetzt haben, erfüllt mich schon mit einem gewissen Stolz. Nicht berechtigt ist es jedoch, dass sich auch die heute Lebenden dauernd aufs Neue entschuldigen sollen. Und wenn das nicht reicht, so erfindet man neue Schuldkomplexe.

Darin ist jetzt DIE ZEIT fündig geworden, endlich wieder einmal, der deutsche Bösewicht ist Heinrich Schliemann, der hat nicht nur Troja entdeckt, er soll auch reichlich geplündert haben (wörtlich: „Vom Entdecker zum Plünderer“). In einem breiten Artikel werden die  interessanten Einzelheiten aus seinem Leben erzählt. Er hat eine sehr schwierige Kindheit gehabt, hat dann sehr viele Fremdsprachen gelernt, und ist schließlich als Handelsvertreter zu einem ordentlichen Wohlstand gekommen. So konnte er viele weite Reisen machen, und dabei ist es ihm schließlich gelungen, die sagenumwobene Stadt Troja zu entdecken und Teile davon auszugraben. Und nun wird ihm vorgeworfen, das, was er da entdeckt hat, habe er an sich genommen, das habe er also geplündert.

Nun, hätte Schliemann die Stadt Troja nicht entdeckt, wären diese Schätze für weitere Jahrhunderte im Sand vergraben gewesen, und niemand hätte irgend etwas davon gehabt. Warum denn sollte er diese Fundstücke nicht an sich nehmen, die offensichtlich herrenlos waren?

Die Trojaner haben, davon muss man ausgehen, ihren Besitz ihren Erben vermacht. Allerdings gilt der Grundsatz, Eigentum verpflichtet, und niemand hat die Erben gehindert, das Erbe pfleglich zu behandeln, also zumindest das trojanische Pferd zu pflegen und der Nachwelt zu erhalten. Das haben die nicht gemacht, man hat die Erbstücke einfach verkommen lassen und vom Staub der Jahrhunderte verschütten lassen. Wer so mit seinem Erbe umgeht, hat dann jeden Anspruch auf dieses Erbe verloren, und erst Recht die, die im Zuge von Völkerwanderungen nun in dieses Gebiet eingewandert sind und die daher schon keine Erben sind.

So ist es also durchaus zu vertreten, dass Fundstücke dieser Art nun die Museen zieren und dort von den Menschen aus aller Welt bewundert werden können. So sehe ich keinen Grund, warum wir uns nicht auch am Pergamon-Altar im Museum in Berlin erfreuen dürfen oder auch an der wunderschönen Büste von Nofretete. Infolgedessen ist es ein ziemlicher Unsinn, dass nun viele deutsche Museen ihre Schätze durchgehen und überlegen, was sie denn eigentlich in Folge eines neuen Schuld-Komplexes an Potentaten in der dritten Welt abgeben sollen.

Es gibt Ausnahmen in dieser Hinsicht, etwa wenn Gegenstände in Folge von Kriegshandlungen in die Museen gekommen sind oder, was ja auch vorgekommen ist, Gebeine von Verstorbenen nach Europa verschafft worden sind. Da gebietet der Respekt, in solchen Fällen eine Rückführung zu veranlassen. Ebenso sollten natürlich die Objekte, die unsere „Befreier“ hier geräubert haben, endlich zurückgegeben werden, da fehlt noch eine ganze Menge. Für alle übrigen Stücke aber muss gelten, dass diese am besten in den deutschen Museen aufgehoben sind und damit Forschern und Künstlern aus aller Welt zur Bewunderung überlassen sind.


Peter Würdig.
Peter Würdig.

PI-NEWS-Autor Peter Würdig, Jahrgang 1937, ist Abgeordneter im Samtgemeinderat Land Hadeln (bei Cuxhaven). Er hat das Studium der Physik an der TU Berlin mit Abschluss Diplom-Ingenieur beendet und engagiert sich in der AfD in Landes- und Bundesfachausschuss für die Gestaltung des Parteiprogramms im Bereich Energie- und Klimapolitik. Würdig leitet ein Unternehmen, das sich mit Programmen für die medizinische Statistik und die krankenhausversorgende Apotheke beschäftigt. Aktuelles dazu erfährt man auf seiner Facebook-Seite.