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BP zapft Blutöl vor libyscher Küste

Gadaffi BPDer britische Ölkonzern BP, der den Terroristen Megrahi „freigekauft“ hat, um an libysches Öl heranzukommen, scheut sich offenbar nicht, das versprochene schwarze Gold jetzt auch wie im Deal ausgemacht zu fördern. Gaddafis Ja zu den Bohrrechten gab es angeblich nur gegen die Freilassung des Lockerbie-Bombers. BP kümmert’s wenig, aber die Familien der Opfer sind entsetzt.

Bild berichtet:

Um die Vorwürfe gegen BP zu prüfen, soll am Donnerstag kommender Woche eine Anhörung vor dem Ausschuss für auswärtige Angelegenheiten des US-Senats stattfinden. Unter anderem soll BP-Chef Tony Hayward befragt werden, der sich auch wegen des Umgangs des BP-Konzerns mit der Ölpest im Golf von Mexiko massiver Kritik ausgesetzt sieht. …

BP selbst sagt, man habe sich bei der Regierung in London für eine Beschleunigung eines Abkommens über einen Gefangenenaustausch mit Libyen eingesetzt. Dabei sei es aber niemals spezifisch um den Fall Megrahi gegangen.
Dass Gaddafi und BP offenbar enge Geschäftsbedingungen pflegen, ist nicht neu. Anfang Juli hatte der Wüsten-Diktator sein Interesse bekundet, dem Öl-Multi aus der finanziellen Krise zu helfen.

Gaddafi begrüßt seinen Freund Megrahi:




Lockerbie-Attentäter war Geschenk für BP

Megrahi BPWas wir schon länger vermutet hatten, hat sich jetzt als Tatsache erhärtet: Der Lockerbie-Attentäter und Mörder von 270 Menschen wurde nicht als letzter Gefallen für einen angeblich „schwerkranken“ Mann freigelassen – seine Befreiung war ein Geschenk Großbritanniens an den Ölkonzern BP.

Wie der „Zufall“ es so will, hatte BP kurz nach der Freilassung einen sehr lukrativen Fördervertrag mit Libyen abschließen können. Der Fall soll jetzt in Washington aufgerollt und genau abgeklärt werden. Eine Anhörung mit hohen BP-Vertretern ist für 29. Juli angesetzt. Mikrahi wohnt seit seiner „Begnadigung“ bei seiner Familie in einer Villa in Libyen.

(Spürnase: Daniel Katz)




„Wunderheilung“ an Lockerbie-Attentäter

Lockerbie MahnmahlVor fast einem Jahr prophezeiten die gekauften Ärzte, der Lockerbie-Attentäter hätte noch allerhöchstens drei Monate zu leben. Man entließ daraufhin den Massenmörder nach nur sieben Jahren Haft in seine libysche Heimat. Der Verdacht, die Krebserkrankung Abdel Bassit Ali Mohammed al-Megrahi sei nur erfunden, erhärtet sich immer mehr. Nach neun Monaten in Freiheit scheint der Attentäter wundergeheilt.

Dieser Umstand löst in Schottland und den USA zunehmenden Zorn aus. Am Samstag haben schottische Politiker erneut die Herausgabe der Daten gefordert, die damals den Anlass dazu gaben, den Terroristen aus der Haft zu entlassen. Die Familien der 270 Opfer des Todesfluges Pan Am 103 sind außer sich vor Wut. Die „Krankheit“ al-Megrahis war wohl von Anfang an nichts anderes als das Verlangen der britischen Regierung nach libyschem Gas und Öl.




Libyen lässt die Al Kaida von der Leine

Bild: Sohn von Moammar Gaddafi, Seif al Islam. Hier beim herzlichen Empfang des Lockerbie Terroristen Abdel Basset Ali Megrahi.

Libyen hat soeben 214 Al Kaida Mitglieder aus dem Abu Salim Gefängnis in Tripolis freigelassen. Seif al Islam, Sohn von Präsident Moammar Gaddafi, sagte, dass bald noch mehrere hundert weitere aus der Haft entlassen werden, was dann die Zahl an freigelassenen libyschen Terroristen auf fast 1.000 hochschnellen lassen wird.

Amerikanische und israelische Beamte übten auf Yasir Arafat regelmäßig Druck aus, solche Terroristen zusammenzutreiben, als dieser Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde war. Er schaufelte dann jeweils ein paar zusammen, präsentierte deren Festnahme gekonnt ausländischen Journalisten und entließ die meisten ein paar Wochen oder Monate später still und heimlich wieder. Al Kaida ist jedoch viel gefährlicher als Arafats alte PLO. Auch Gaddafi wird, wie alle anderen im Mittleren Osten und Nord Afrika auch, angespornt, etwas gegen sie zu unternehmen. Doch das heißt noch lange nicht, dass er dies in verantwortungsvoller Weise tut.

Michael Moynihan vom Reason Magazin, liefert uns ein paar Fingerzeige dafür, was hier geschieht. Letzten Monat schrieb er den besten Bericht aus Libyen, den ich seit Jahren gelesen habe – der erste seit einiger Zeit, der dasselbe bösartige, unterdrückende Land beschreibt, das ich 2004 bei einem Besuch vorgefunden habe – nachdem er von der Gaddafi Foundation in einer Presse-Charmeoffensive dorthin eingeladen wurde. (Anmerkung für totalitäre Despoten: in Zukunft sollte man nicht allzu selbstverständlich glanzvoll leuchtende Presseberichte von liberalen Magazinen erwarten.)

Eine der erste Haltestationen auf seinem Reiseplan, war ein Treffen mit einigen Al Kaida Fußsoldaten welche Gaddafi angeblich „reformiert“ habe. Diese besuchten den erforderlichen Umschulungsunterricht und setzten ihre Unterschrift unter einen Gewaltverzichtseid. Einer bestand sogar darauf, dass er nun zum Gaddafismus konvertiert sei, ein finsterer Witz über eine Ideologie, deren aufrichtige Nachfolge beinahe unmöglich ist.

Der Staat und seine angeblich reformierten Bürger verharren beharrlich darauf, dass das „Corrective Studies“ Programm 100 Prozent effektiv sei. Entweder ist Gaddafi ein Genie, der die Welt mit diesem System retten kann, oder aber irgendetwas anderes geht hier vor sich. Es war für Moynihan nicht allzu schwer herauszufinden, was es war. Jeder, der in diesem Projekt Eingeschriebenen, war zuvor zum Tode verurteilt worden, wurde jedoch wieder freigelassen, wenn kooperiert und der Kurs bestanden wurde.

Gaddafi will durch diese „Rehabilitierung“ dieser Gefangenen ganz klar Punkte im Westen sammeln. Warum sollte man denn sonst ausländische Journalisten ins Land einladen, um sich mit ihnen zu treffen? Zudem ist es für ihn selbst dringend nötig, dass diese (Al Qaida Fußsoldaten) sich zusammenreißen, zumindest solange sie sich in Libyen befinden. Denn sein quasi-marxistisches Regime ist ein offensichtliches Ziel für revolutionäre Islamisten. Al Kaida ist eine Gefahr für jede Regierung in der Region. Zugleich bringt sie einen potentiellen Nutzen für gewisse Regierungen, eben weil sie alle und alles bedrohen kann.

Man schaue sich nur einmal den syrischen Baath Partei Staat an. Offenkundig säkular und von Alewiten geführt, finden sich verständlicherweise große Spannungen zwischen der sunnitischen Mehrheit und der Führung. Die Regierung tötete zehntausende im Kampf gegen einen Aufstand der Muslim Bruderschaft in den frühen 1980ern als Hafez Assad an der Macht war. Sein Sohn Bashar sorgt sich täglich über Drohungen von genau derselben Gemeinschaft gegen seine Machtherrschaft.

Die US geführte Invasion des Irak im Jahre 2003 versorgte ihn mit einer idealen Lösung. Er musste die syrischen radikalen Sunniten nicht mehr einsperren. Alles war er tun musste war, sie im Irak von der Leine los zu lassen, wo sie dann Amerikanern und schiitischen „Verrätern“ nachjagten. Er konnte sogar sunnitischen Extremisten aus anderen Teilen der Region beim Transit in den Irak helfen, um so einen gewissen Grad an Dankbarkeit von jenen zu erhaschen, welche ihn sonst eher getötet hätten.

Libyen, genau wie Syrien, wird nicht mehr von einer „konservativen“ Monarchie der Region regiert. Beides sind revolutionäre Regime die von machtbesessenen Führern gegründet wurden, die an die Macht kamen mit Ambitionen weit über ihre Landesgrenzen hinaus. Beide sind ausgezeichnet geschult in der Kunst, Terrorismus im Ausland als Instrument ihrer Außenpolitik einzusetzen. Gaddafi distanzierte sich formell von dieser Praxis, um zurück zu Verhandlungen mit dem Westen zu gelangen, doch er und Assad zusammen ermutigen vor ein paar Tagen die Palästinenser, die gewaltsamen Angriffe gegen Israel wieder aufzunehmen. Er hat sich nicht so sehr verändert, wie er uns glauben machen will.

Es gibt keinen vernünftigen Grund anzunehmen, er würde seine „reformierte“ Al Kaida nicht außerhalb seines Landes einsetzen. Einige von ihnen waren bereits in Auslandseinsätzen in Übersee verwickelt. Sie sind erfahren. Solange er nicht in ernsthafter Dementi bzgl. der Effektivität seines Rehabilitations-Programms ist, muss er sie nun unbedingt außer Landes schaffen, jetzt wo er sie frei gelassen hat. Denn er kann uns später immer noch weismachen, dass er versucht habe, sie zu reformieren, wenn er irgendwann einmal erwischt wird. Genau dafür hat er ja klar gestellt, dass alle Welt darüber informiert wurde.

Ich kann falsch liegen. Gott weiß, wie schwer es ist heraus zu finden, was in seinem Kopf vorgeht. Der Typ ist schlicht und einfach durchgeknallt. Selbst wenn er nicht vor hat, irgendjemanden von diesen Leuten auf seine Feinde los zu lassen, sollten wir nicht allzu überrascht sein, wenn diese später irgendwo an weit entfernten Orten wieder auftauchen, wo ein libysches Todesurteil nicht vollstreckt werden kann.

Übersetzung aus dem Englischen von „die Realität“. Der Originalartikel „Libya Lets Loose al-Qaeda“ von Michael J. Totten wurde exklusiv auf commentarymagazine.com – auch die Bibel der Neokonservativen genannt – publiziert und ist hier zu finden. Michael J. Totten ist Journalist für den Mittleren Osten, den Balkan und den Kaukasus. Seine Schriftwerke erscheinen bei unterschiedlichen Publikationen, Webseiten und seinem eigenen Blog auf michaeltotten.com.

Da bleibt dem Westen als Ganzes und der Schweiz, welche sich seit kurzem im „Heiligen Krieg“ mit Libyen befindet, im Speziellen, nur noch vom Guten das Beste zu Wünschen. Man hat es mit seinen wirtschaftlichen und kulturellen Interessen ja auch nicht anders gewollt.




Lockerbie-Mörder: Arztattest war gekauft

Abdelbaset Al MegrahiTerrorist Abdelbaset Al Megrahi ist krank, aber nicht so unmittelbar vom Tod bedroht, wie er den britischen Parlamentariern vorgaukeln konnte. Jetzt steht fest, dass das Arztzeugnis, welches das Ticket des Lockerbie-Attentäters in die Freiheit bedeutete, von der libyschen Regierung gekauft war. Der britische Arzt Karol Sikora und zwei seiner Kollegen erhielten je 100 britische Pfund pro Stunde, um zu dem gefälschten Attest zu gelangen. Dr. Sikora hat jetzt halbwegs zugegeben, dass Megrahi wohl noch gut 18 Monate zu leben hat und nicht nur maximal drei.

(Spürnase: Eisfee)




Lockerbie-Attentäter: Krebs nur erfunden?

MegrahiDer 57-jährige Terrorist und Mörder von 270 Menschen, Ali el Megrahi (Foto), hat wirklich gut lachen. Zuerst verbringt er für seine Tat nur gerade mal sieben Jahre hinter Gittern, wird dann aus „humanitären Gründen“ wegen Prostatakrebs in die Heimat entlassen und dort wie ein Volksheld gefeiert. Jetzt stellt sich heraus: Megrahi ist vielleicht gar nicht so krank, wie er sich gibt. War sein Krebsleiden etwa doch nicht so dramatisch oder sogar erfunden?

„Aus den medizinischen Gutachten und der Experten-Einschätzungen geht eindeutig hervor, dass Megrahi noch länger als drei Monate leben könnte“, sagte der Arzt der britischen Tageszeitung „Telegraph“.

Ein Skandal! Die plötzliche Begnadigung des Mannes, der 1988 bei einem Flugzeug-Anschlag 270 Menschen getötet haben soll, kam nur deswegen zustande, weil er als sterbenskrank gilt. Experten behaupteten, er hätte nicht länger als drei Monate zu leben. Die Richtlinien der schottischen Justiz legen fest, dass Häftlinge nur freigelassen werden können, wenn sie weniger als drei Monate zu leben haben.

Der schottische Abgeordnete und Krebs-Experte Dr. Richard Simpson hegt jedenfalls „erhebliche Zweifel“ an Megrahis Krankheit und findet, der Minister hätte vor der Freilassung eine zweite Meinung von einem Spezialisten einholen müssen. Denn Megrahi kam „offenbar nach dem Rat von nur einem Arzt frei, dessen Status nicht klar ist und dessen Name nicht genannt wurde“. Sehr Merkwürdig…

(Spürnase: Markus B.)




„Ermutigung für Terroristen in aller Welt“

Abdel Bassit Ali Mohammed al-Megrahi in TripolisFBI-Direktor Robert Mueller ist über die Freilassung des Lockerbie-Attentäters Abdel Bassit Ali Mohammed al-Megrahi (Foto), der für die Ermordung von 270 Menschen gerade einmal sieben Jahre hinter Gittern verbrachte, dermaßen erzürnt, dass er einen flammenden Brief an den schottischen Justizminister Kenny MacAskill schrieb. Darin nennt er die angeblich „humanitäre“ oder vielleicht doch auch wirtschaftliche Entscheidung über die Freilassung eine „Ermutigung für Terroristen in aller Welt“ und eine „Verhöhnung der Rechtsgrundsätze“.

Wer gut ist zu den Ungerechten, ist ungerecht gegenüber ihren Opfern, heißt es sinngemäß in einem israelischen Sprichwort, das ziemlich genau beschreibt, was die Schotten getan haben. Ihre Gutmütigkeit gegenüber dem Attentäter ist Grausamkeit gegenüber den Familien der Opfer. Mehr noch, es ist wie Mueller zurecht sagt, ein ermunterndes Beispiel, weitere Terroranschläge zu verüben: Für einen Toten bekommst du lebenslänglich, für 270 sieben Jahre.

Zu allem Übel wurde der Attentäter in seiner libyschen Heimat mit allen Ehren empfangen, von Gaddafi in Tripolis wie ein Volksheld begrüßt.

Gaddafi dankte

„meinem Freund Gordon Brown, Königin Elizabeth und Prinz Andrew, die alle zu der historischen und mutigen Entscheidung der schottischen Regierung beigetragen haben.“

Die US-Angehörigen der Opfer des Terroranschlags auf Pan-Am Flug 103 im Jahr 1988 fanden die britische „Glanzleistung“ eher „erschütternd, empörend und widerlich“.

Dazu ein aktueller Newsbericht:




Attentäter für Öl- und Gasgeschäft freigelassen?

Hat die britische Regierung den 270fachen Mörder des Lockerbie-Attentats gegen lukrative Öl- und Gasgeschäfte mit Libyen verschachert? Die Frage drängt immer mehr in den Vordergrund, da Meghrani bei Handels-, Öl- und Gasabkommen ein Thema“ gewesen sei. Die Opposition setzt den Labour-Premier unter Druck.

Die Kleine Zeitung schreibt:

Überschwänglich lobende Worte des libyschen Staatschefs Muammar al Gaddafi für Großbritannien nach der Freilassung des Lockerbie-Attentäters Abdel Bassit al Megrahi haben die Regierung in London unter Druck gebracht. Bemerkungen von Gaddafis Sohn Saif al Islam, Al Megrahi sei bei Handelsgesprächen ein ständiges Thema gewesen, ließen die britische Opposition nach einer Untersuchung rufen.

Nach massiver Kritik der britischen Regierung am Heldenempfang für den ehemaligen Geheimdienstagenten in Tripolis rückten Äußerungen der Gaddafis in den Mittelpunkt der Kontroverse: Der libysche Staatschef dankte Premierminister Gordon Brown, Königin Elizabeth II. und deren Sohn Prinz Andrew dafür, die schottische Regierung dazu ermutigt zu haben, „trotz aller Hindernisse diese historische und mutige Entscheidung zu treffen“. Der Buckingham-Palast erklärte dazu, die Begnadigung des Todkranken sei „vollständig eine Angelegenheit der schottischen Regierung“ gewesen.

Saif al Islam Gaddafi sagte bei einem vom libyschen Fernsehen übertragenen Empfang für Megrahi, dessen Freilassung sei bei Kontakten zu Großbritannien stets angesprochen worden. „Tatsächlich war das bei allen von mir beaufsichtigten Handels-, Öl- und Gasabkommen ein Thema“, sagte er.

Der außenpolitische Sprecher der britischen Konservativen, David Lidington, sagte dazu, es müsse zweifelsfrei geklärt werden, dass Megrahis Freilassung nicht doch ein politischer Kuhhandel gewesen sei.




Lockerbie-Attentäter wird aus Haft entlassen

Abdelbaset Ali Mohmed al-MegrahiDer libysche Attentäter Abdel Baset al-Megrahi (Foto), der für die schlimmste Flugzeugkatastrophe auf britischem Boden verantwortlich ist und für das Attentat auf Pan Am Flug 103 mit 270 Toten 1988 über dem schottischen Lockerbie zu lebenslänglicher Haft verurteilt wurde, soll jetzt auf freien Fuß kommen, weil der Massenmörder unheilbar an Prostatakrebs erkrankt ist.

Unser Rechtssystem ist anscheinend so „human“, dass lebenslänglich nicht einmal für Terroristen wirklich lebenslänglich sein darf. Dabei hätte al-Megrahi besten Grund, einen ähnlichen Versuch zu wiederholen, hat er doch nichts mehr zu verlieren, nur noch das „Märtyrerparadies“ zu gewinnen.

Der 1952 in Tripolis geborene ehemalige libysche Geheimdienstoffizier, der in den 70er-Jahren in den USA studiert hatte, befand sich nach dem Anschlag auf der FBI-Liste der zehn meist-gesuchtesten Verbrecher. Doch erst 2001 konnte al-Megrahi, der bis zum Schluss seine Unschuld betonte, überführt und „lebenslänglich“ inhaftiert werden. Wenn der libysche Terrorist tatsächlich bald freikommen wird, hat er für die Ermordung von 270 Menschen gerade einmal sieben Jahre hinter Gittern verbracht.

(Spürnase: Barbara)




Sarkozy: eine Hoffnung verabschiedet sich

cecilia-sarkozy.jpgManchmal muss man sich eingestehen, dass man sich geirrt hat – und dies dann auch zugeben. Es scheint, dass wir mit unserer Euphorie für Sarkozy falsch gelegen haben. Heute ein weiterer Bericht in der Welt zu den Umständen bei der Freilassung der bulgarischen Krankenschwestern, der uns zu denken gab.

Fassen wir zusammen: Libyen erhält ein Atomkraftwerk und der Lockerbie Attentäter Ali Mohammed al-Megrahi wird freigelassen. Und dann wurde ein Rüstungsabkommen geschlossen, nach welchem Frankreich Waffen im Wert von 100 Millionen Euro nach Libyen liefern wird.

Der libysche Präsidentensohn Seif al-Islam Gaddafi bemerkt dann noch, dass er ja eh “an die Unschuld der Bulgaren geglaubt habe, diese mussten halt leider als Sündenböcke herhalten”.

Libyen hatte die fünf Krankenschwestern und einen Arzt acht Jahre lang gefangen gehalten, weil sie libyschen Kindern absichtlich HIV-verseuchte Blutkonserven gegeben haben sollen. Die Bulgaren hatten dagegen erklärt, dass die Kinder sich deshalb mit dem Aids-Virus ansteckten, weil die hygenischen Bedingungen in dem libyschen Krankenhaus so katastrophal gewesen seien. Nach Angaben der Gaddafi-Stiftung bekam jede der rund 430 betroffenen libyschen Familien eine Million Dollar (730.000 Euro) Entschädigung gezahlt.

Ach so… nicht weiter schlimm, dass Unschuldige für acht Jahre leiden mussten. Es geht ja eh um eine grössere Sache. Sie sind halt nur zwischen die Räder der libysch-französischen Geschäftsbeziehungen geraten. Dumm gelaufen.

Erschreckend ist die Schnelligkeit, mit welcher sich Sarkozy, der im Wahlkampf ständig an moralische Werte erinnert hat, genau diese vergisst und mit einem mörderischen Diktator vom Schlage Gaddafis den schnellen Euro macht.

Und als kleiner I-Punkt in diesem Schmierentheater dann unser werter Aussenminister:

Außenminister Frank-Walter Steinmeier distanzierte sich von Kritik aus den Koalitionsfraktionen an der Pariser Libyen-Politik. Im „Handelsblatt“ (Donnerstagausgabe), räumte der SPD-Politiker ein, dass eine Einbindung der EU-Partner vor dem französischen Atomangebot an Tripolis besser gewesen wäre. Er sagte aber, Paris sehe das inzwischen auch so. Die Einbindung werde nachgeholt. Unstimmigkeiten werde es deshalb nicht geben.

Es ist also ok, wenn Sarkozy und Gaddafi erst mal Fakten schaffen. Die EU und die ‘Partner’ werden dann schon alles akzeptieren.