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Kirche segnet Flüchtlingshelfer

1914 und 1939 haben deutsche Geistliche Kanonen gesegnet. Jetzt segnen sie die Besatzung der Alan Kurdi, die Transportdienste für Schleuser im Mittelmeer erledigt. In einem auf Youtube veröffentlichten Video finden Vertreter der katholischen und der evangelischen Kirche bewegende Worte für die sogenannten „Seenotretter“.

Dabei zitieren sie sogar „Schindlers Liste“ und vergleichen so die Lebensverhältnisse in den Entwicklungsländern, vor denen Wohlstandsmigranten nach Europa fliehen, mit der Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden unter dem NS-Regime.

Ausdrücklich fordert ein Kirchenvertreter die Flüchtlingshelfer auf, sich durch „Stimmen, die ihren Einsatz schlecht reden wollen, nicht beirren“ zu lassen. Solche „Stimmen“ erheben beispielsweise die Strafverfolgungsbehörden in Griechenland, Italien und Spanien, die immer wieder Verfahren gegen die von den Kirchen unterstützten Schleuser einleiten.

Die Evangelische Kirche belässt es nicht dabei, sich mit Straftätern solidarisch zu erklären. Sie will – PI-NEWS berichtete im September – zeitnah ein eigenes Schiff zur „Seenotrettung“ im Mittelmeer aufbieten. (mr)




Überraschung: Schlepper „Alan Kurdi“ soll Mallorca anlaufen

Von LUPO | Palmas Bürgermeister Antoni Noguera will, dass das deutsche „Rettungsschiff“ Alan Kurdi in den Hafen der Balearen-Metropole kommt, um den an Bord befindlichen rund 60 Flüchtlingen humanitäre Hilfe leisten zu können und sie medizinisch zu versorgen. Das meldet aktuell das Mallorca Magazin.

PI-NEWS hatte bereits zu Beginn des Erpressungs-Spiels der deutschen NGO Sea-Eye vor sechs Tagen prophylaktisch die Frage gestellt, warum der Kurdi-Kapitän Werner Czerwinski (59) nicht gleich nach Übernahme der über 60 Passagiere vor Tripolis (am 3. April) seinen Kurs auf die Basis-Station auf Palma de Mallorca abgesetzt hat. Zwar hätte sich Tripolis in erster Linie angeboten. Relativ schnell erreichbare tunesische Häfen wären ebenfalls in Frage gekommen, um die aufgenommenen Passagiere sicher anlanden zu können. Vor dem Hintergrund, dass Häfen auf Lampedusa, Malta und Sizilien für das Schiff der deutschen „Seenot-Retter“  gesperrt sein würden, bot sich das 700 Seemeilen entfernte Mallorca an. Es hätte in knapp fünf Tagen erreicht sein können.

Kurdi-Kapitän erklärt Rettungsschiff für ungeeignet

Aber die Sea-Eye Einsatzleitung und der Kurdi-Kapitän entschieden sich anders: es sollte wohl eine Provokation mit italienischen Behörden bewusst herbeigeführt und auf die Spitze getrieben werden. Die Kurdi-Verantwortlichen phantasierten offensichtlich einen Sturm herbei und verhinderten die Betreuung von zwei Kindern und deren Müttern durch maltesische Behörden, weil die männlichen Begleiter nicht mitdurften.  In die moralische Erpressung war die Involvierung europäischer Behörden, vor allem des Flaggenstaates Deutschland, eingepreist.

Diese Taktik erscheint vor dem Hintergrund der Einlassungen von Kapitän Werner Czerwinski paradox. Dieser hatte in einem Interview mit der Evangelischen Zeitung ausgeschlossen, dass die Alan Kurdi für einen Personentransport geeignet sei. Laut der Zeitung sei das Schiff für Personentransport ungeeignet und die Vorschriften der Bundesflagge eindeutig.

Das würde bedeuten, dass der deutsche Kapitän nach Aufnahme der über 60 Personen aus „Seenot-Gründen“ gehalten war, einen erreichbaren und offenen Hafen schnellstmöglich anzulaufen. Das galt für Lampedusa, Malta und Sizilien nicht, da diese für die Kurdi blockiert waren. Stattdessen setzte er offenbar Gesundheit und Wohlergehen von Besatzung und Passagieren einem drohenden Versorgungsengpass und sogar schlechten Wetterverhältnissen aus. Mangels Treibstoff sieht das Sea-Eye-Szenario sogar vor, sich selbst zum Seenotfall zu erklären und SOS zu funken. Es ist wahrscheinlich, dass sich der nach Seerecht verantwortliche Kapitän Czerwinski nach der Mission rechtlichen Fragen wird stellen müssen.

Nun kommt also die mallorquinische Offerte. Per Brief hat Noguera die Balearen-Ministerpräsidenten Francina Armengol aufgefordert, sich bei der spanischen Zentralregierung für eine Genehmigung des Vorhabens einzusetzen. Das Schiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Eye habe die Flüchtlinge in der Nähe von Malta aufgenommen, sei aber weder dort noch im nahen Italien willkommen, heißt es im Mallorca-Magazin. Fraglich ist allerdings, ob auch die Bevölkerung der spanischen Urlaubsinsel die Kurdi und ihre Passagiere mit offenen Armen aufnehmen werden.

Deutscher Außenminister blamiert

Durch das spanische Angebot gerät auch Heiko Maas unter Druck. Als Außenminister des Kurdi-Flaggenstaates steht er politisch blamiert da. Er wurde von Sea-Eye in das Erpressungs-Spiel involviert und hat es bisher nicht vermocht, eine zufriedenstellende Lösung herbeizuführen.




Welche Verantwortung trägt der „Kurdi“-Kapitän?

Von LUPO | Die Propaganda-Maschinerie der „Seenotretter“ vom deutschen Sea-Eye Schiff Alan Kurdi mit über 60 Personen an Bord vor Malta  läuft weiter auf Hochtouren. Nach einem herbeiphantasierten „Sturm“, der keiner war, werden weitere Register gezogen. Beispielsweise wird jetzt das Wasser angeblich knapp, aber die Info-Quellen sprudeln dafür umso heftiger. WELT-Online (WO) berichtet brav und offenbar ungeprüft, was Sea-Eye-Sprecher aus Rom oder frisch von Bord auf den deutschen  Nachrichtentisch bringen. Nur ein Thema wird ausgeblendet: Die Verantwortlichkeit des Kurdi-Kapitäns.

Am 7. April berichtet WO: „Ein nahender Sturm wird große Gefahr bringen“. Die glatte Fehlinformation der Sea-Eye, von WO übernommen, kann man Lüge nennen. Denn ein vergleichender Blick auf verschiedene Wetterapps hätte insbesondere professionellen Seeleuten gezeigt, dass vor Malta nie ein Sturm im Anzug war. Mehrere WO-Foristen hatten auch darauf hingewiesen. Ein Blick ins WO-Forum zeigt: Manche kritische Leser haben mehr investigative Power als die Haltungs-Redakteure von WO selbst.

Tatsächlich zeigten die Wettervorhersagen übereinstimmend für das Kurdi-Gebiet allenfalls starke Winde mit fünf bis sechs Beaufort an, in Böen sieben. Von Sturm spricht man ab acht bis neun Beaufort Windstärke. Die hat es nie gegeben, wie Echtzeit-Messungen beim Durchzug des Schlechtwetters per Internet und Schiffsfinder-App auf der Kurdi und den zahlreichen Schiffen im Seegebiet vor Malta zeigten.

Fast wie bei „Wir lagen vor Madagaskar“

Der aktuelle Kurdi-Bericht auf Welt-Online von Mittwochmittag dreht weiter an der Dramatik-Schraube, indem er den Einsatzleiter Jan Ribbeck zum einsamen Zeugen macht und dessen teilweise nachweislich falschen Einlassungen eins zu eins übernimmt. Es klingt teilweise wie „Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord“. Bei WO liest man: „Der Kapitän muss Anweisungen zur Wasserrationierung geben“. Die Redakteure sorgen sich um die Hygiene. Gott sei Dank kann Einsatzleiter Ribbeck schließlich doch Entwarnung geben: Die Crew und das medizinische Team seien mit Schutzkleidung gesichert. Behandlungsbedürftige Personen können in unserem Hospital behandelt und isoliert werden.

Die Wetterapp „Windy“ wies keinen Sturm vor Malta aus.

Dann eine halbwegs kritische Frage von WO: „Was entgegnen Sie Menschen, die sagen, Sie leisteten den Schleppern mit der Seenotrettung quasi Amtshilfe?“

Ribbeck: „Wir bekommen ja keine Informationen von den Schleppern. Und es ist längst nachgewiesen, dass die Anzahl der Ertrunkenen – der toten Menschen – nicht weniger wird, wenn keine Rettungsstrukturen oder privaten Rettungsorganisationen gibt. Es wird dann nur nicht gesehen. Das ist genauso, wie wenn wir auf deutschen Autobahnen keine Notrufsäulen und keine Rettungsleitstellen mehr hätten: Deswegen würden die Leute ja trotzdem verunglücken.“

Richtig wäre anzumerken, was WO aber nicht tut:

  • Schlepper geben den Gummiboot-Besatzungen oft ein Satelliten-Telefon mit, mit dem auf See eine im Mittelmeer tätige NGO  namens Alarm-Phone angerufen wird. Die Kurdi bekam bei ihrer aktuellen Mission Informationen über Alarm-Phone und damit indirekt über die Schlepper.
  • Die Anzahl der ertrunkenen Personen hat sich aufgrund der NGO-Schiffe-Blockaden in 2018 laut UNHCR erheblich  reduziert. Das Junktim „weniger NGO-Schiffe, weniger Tote“ ist nachweislich  nicht zu leugnen.
  • Für die Aufnahme von Geflüchteten vor Libyen ist die libysche Küstenwache nach Seerechtsregeln beauftragt und einsatzbereit. Die Unterstellung, es gebe keine Rettungsstrukturen, ist falsch.

„Letzte Trumpfkarte“

Stattdessen spricht Einsatzleiter Ribbeck von der „letzten Trumpfkarte“, die der Kurdi-Kapitän ziehen müsste, wenn die Erpressung vor Malta in die zeitliche Verlängerung geht: „Wir können jetzt nicht über noch mal sechs oder sieben Tage reden, ohne nicht ein Wort über die Manövrierfähigkeit des Bootes zu verlieren. Dann wäre die letzte Trumpfkarte des Kapitäns, dass er einen Notfallhafen anfragen kann. Das müsste allerdings über den Flaggenstaat des Schiffes, also Deutschland, erfolgen. So weit darf es aber gar nicht erst kommen.“

Die Verantwortung des Kurdi-Kapitäns

Von den WO-Haltungsjournalisten unbehelligt blieb der Einsatzleiter zu Fragen der Verantwortlichkeit des Hamburger Kurdi-Kapitäns Werner Czerwinski (59) im Hinblick auf die Sicherheit und Wohlergehen von aufgenommenen Personen und die Besatzung. Warum lief er nicht die nächsten Häfen in Libyen und Tunesien an oder den Basis-Hafen der Kurdi in Palma de Mallorca, obwohl doch nach eigenen Angaben ein Sturm im Anzug war und genügend Zeit zur Verfügung stand? Jedem Schiffsführer obliegt es, für die Sicherheit und das Wohlergehen von Passagieren und Besatzung rechtzeitig und planvoll Sorge zu tragen. Warum setzte der Schiffsführer  Schiff und Besatzung angeblich fünf Meter hohen Wellen vor Malta aus, anstatt die Kurdi beim Schlechtwetter-Durchzug in den Windschatten an der Ost-Küste Siziliens zu verholen, wo moderate Wetter- und Wellenbedingungen herrschten?  Die Antwort könnte vermutlich lauten: Es gab keine „Monsterwellen“, die Wetter-Apps hatten lediglich maximale Wellenhöhen von 2,3 Meter prognostiziert.




Warum läuft die „Kurdi“ nicht Mallorca an?

Von LUPO | Mehr als vier Tage dauert bereits die Erpressung der deutschen Seenotschlepper von der Alan Kurdi, ihre 64 vor Tripolis aufgenommenen Personen auf Lampedusa, Malta oder Sizilien abzuladen. Das Schiff der Regensburger NGO Sea-Eye hätte in dieser Zeit bereits problemlos das rund 700 Seemeilen entfernte Palma de Mallorca erreichen können. In diesem spanischen Hafen erholt sich die Crew üblicherweise von ihrem hochumstrittenen Geschäftsmodell, von hier war sie auch aufgebrochen.

Wenn es der Kurdi darum gegangen wäre, ihre menschliche Fracht  sicher und heil anzulanden, dann wäre die Ansteuerung von Mallorca  erste Wahl gewesen: relativ schnell erreichbar, im Aktionsradius der Kurdi gelegen, keine Wetterprobleme, freundliche Aufnahme durch spanische Behörden, die ja auch sonst der Sea-Eye-Organisation wohlgesonnen sind.  Nicht von ungefähr fahren spanische Helfer auf dem deutschen Schiff mit und bilden mit der deutschen Crew eine Art Joint-venture.

Warum also kurvt die Kurdi seit über vier Tagen in Gewässern im Süden Italiens herum und bittet um Aufnahme, obwohl ihre Mission schon problemlos hätte abgeschlossen sein können?

Zu vermuten sind Provokation und Erpressung. Das Schiff unter deutscher Flagge nutzt das Flaggenzertifikat aus, um Politik und Administration in Deutschland gegen den italienischen Innenminister Matteo Salvini in Stellung zu bringen. Der rechte Hardliner gegen das Geschäftsmodell von Schleppern und Schleusern soll erneut vorgeführt und in die Knie gezwungen werden. Der Masterplan sieht vor, Europa so lange der Hilfeverweigerung für angeblich oder mutwillig-selbstverschuldet in Seenot befindliche Menschen zu bezichtigen, bis der afrikanisch-europäische Geflüchteten-Transfer auf Kosten Deutschlands zum Standard wird.

  • Selbst Piraterie durch „ertrinkende“ Personen, wie kürzlich auf dem palauischen Tanker El Hiblu 1 und deren Rückeroberung durch maltesische Spezialkräfte, wurden von der Kurdi-Crew ins Gegenteil umgedeutet: „Diese Geretteten haben die Hölle hinter sich und stehen nun wenigen überforderten und unvorbereiteten Besatzungsmitgliedern eines Frachtschiffes gegenüber, die ihnen zu erklären haben, dass sie genau an jenen Ort zurückgebracht werden, den sie unter Einsatz ihres Lebens zu entkommen versuchten“.
  • Es grenzt an unterlassene Hilfeleistung, wenn die Bereitschaft italienischer Behörden unterlaufen wird, Frauen mit Kindern, aber ohne männliche Begleitung, aus der aktuellen Tranche an Land medizinisch versorgen zu lassen. Die Kurdi verhinderte das Angebot mit dem Hinweis, Familien dürften nicht auseinander gerissen werden.

Bereits die „Rettung“ der 64 Personen vor Tripolis gibt zu Spekulationen Anlass. Berichten deutscher Medien zufolge wurde die Kurdi von der „Alarm-Phone“  benachrichtigt, die wiederum per Satelliten-Telefon von einem angeblich seeuntüchtigen Gummiboot mit Geflüchteten alarmiert worden war. Dabei handelt es sich um eine Initiative, die eine Hotline für „Flüchtlinge in Seenot“ eingerichtet hat und deren Aktivisten von zuhause  Alarmrufe entgegen nehmen und weiterleiten – zum Beispiel – wie im vorliegenden Fall – an die Alan Kurdi. Die Schlepper geben den Geflüchteten oft ein Thuraya-Telefon mit und halten diese dazu an, u.a. die Alarm-Phone-Hotline zu kontaktieren. Auf diese Weise gelangen NGOs wie die Kurdi in den Besitz der Positionsdaten von „Menschen in Seenot“.

Inzwischen läuft die Propaganda-Maschinerie von Sea-Eye und Kurdi wie geschmiert. Üblicherweise gehen Essen und Trinken zur Neige, das Wetter wird schlechter, die Wellen höher, Frauen und Kinder erleiden unmenschliche Qualen. Deutsche Qualitätsmedien übernehmen und verbreiten diese Behauptungen meistens ungeprüft, anstatt sich zum Beispiel über Wetterapps vor Ort kundig zu machen. Niemand fragt nach, warum die Alan Kurdi nicht schon längst Palma oder einen anderen Hafen angelaufen hat. Oder das 2.700 Seemeilen entfernte Hamburg, wie Italiens Innenminister empfohlen hat. Bei sechs Knoten Fahrt in rund 18 Tagen mühelos erreichbar.




„Seenotrettung“: Kirchensteuer versank im Mittelmeer

50.000 Euro Kirchensteuergeld, das der Münchener Kardinal Reinhard Marx Ende Januar schnell und unbürokratisch der Regensburger NGO Sea-Eye für die „Rettung Schiffbrüchiger“ vor der afrikanischen Küste gespendet hatte, waren vergebens. Denn die letzte Mission endete sprichwörtlich als Schlag ins Wasser. Bereits vor einer Woche (6. März) beendete die „Alan Kurdi“ still, leise und ergebnislos ihren dreiwöchigen Einsatz im Hafen von Palma de Mallorca, von wo sie am 16. Februar abgelegt hatte.

„Die Mission wäre ohne die großzügige Spende von Kardinal Marx von der Diözese München-Freising nicht realisierbar gewesen“, hatte Sea-Eye gejubelt, nachdem die Gelder knapp geworden waren und es unverhofft Kirchensteuer wie Manna vom Himmel regnete. Ihr Schiff, die umgetaufte Alan Kurdi (ehemals „Professor Penck“), war bis 6. März das einzig verbliebene Schiff einer „Seenotrettungs“-Organisation, das im Mittelmeer noch unterwegs war. Die anderen Schiffe liegen aus unterschiedlichen Gründen fest auf Malta (Mission Lifeline, beschlagnahmt), Marseille (Sea-Watch, Nachrüstung) und Barcelona (Open Arms).

Die Alan Kurdi fährt unter deutscher Flagge und war im Februar vor der libyschen Küste in Lauerstellung gegangen. Dort patrouillierte sie mehrere Tage in 30 bis 50 Kilometer Entfernung nordwestlich von Tripolis, bis sie in der letzten Februarwoche vor schlechtem Wetter im Windschatten der tunesischen Küste, wenige Kilometer vor Sfax, in Deckung ging.

Anschließend operierte sie erneut für einige Tage vor der tunesisch-libyschen Küste und drehte dann unverrichteter Dinge  Richtung Balearen ab. Italiens Innenminister Salvini hatte zwischenzeitlich unmissverständlich deutlich gemacht: „Diese Leute sollten wissen, dass sie mit ihrer Ladung illegaler Einwanderer nie ankommen werden.“ Gleichzeitig lobte er  einen erfolgreichen „Push-Back“ der Libyschen Navy Coast Guard mit 120 Menschen.

Auf ihren Webseiten erklärte Sea-Eye zunächst nur sprachlich dürr den Einsatz für beendet und legte inzwischen nach. Sie habe unterwegs zweimal von mutmaßlichen Seenotfällen gehört, ohne eingreifen zu können. Trotzdem behauptet Einsatzleiter Dominik Reising nun: „Es war eine erfolgreiche Mission. Wir waren vor Ort. Wir waren bestmöglich vorbereitet. Wäre es zu einem Einsatz gekommen, wären wir da gewesen und hätten den Leuten helfen können. Glücklicherweise war es nicht notwendig. So waren wir das Auge Europas im Mittelmeer und haben beobachtet.“

Kritiker dürften sich bestätigt sehen, dass es keinen Bedarf an privater „Seenotrettung“ gibt, nachdem die libysche Küstenwache offenbar in der Lage ist, Seenotfälle in ihre Häfen zurückzuführen. Tatsächlich ging die Zahl der Ertrunkenen im Mittelmeer in 2018 stark zurück, nachdem Italien und Malta Schiffe der NGOs an die Kette gelegt und so den Pull-Faktor unterbrochen hatten.

Nach zehn Tagen im schönen Palma will Sea-Eye demnächst zur nächsten Mission aufbrechen. Unklar ist, wie viel von der Kirchensteuer-Spende noch übrig ist oder ob der Münchener Kardinal erneut den Klingelbeutel bemühen muss. Allerdings treiben ihn mit dem massenhaften Kindesmissbrauch durch pädophile Priester momentan andere Sorgen um. (RB)




NGO-Schiff heißt jetzt „Alan Kurdi“

Von JUPITER | Die private Regensburger Hilfsorganisation Sea-Eye hat ihr auf Mallorca stationiertes Schiff „Professor Albrecht Penck“ umgetauft. Es heißt jetzt „Alan Kurdi“, benannt nach dem dreijährigen syrisch-kurdischem Jungen, der im September 2015 vor der türkische Küste ertrunken und auf einem Strand bei Bodrum angespült worden war (PI-NEWS berichtete mehrfach). Das erschütternde Bild ging wie eine Foto-Ikone als Beweis für unmenschliches Handeln gegenüber Mittelmeer-Flüchtlingen um die Welt. Jetzt wird der Tod des kleinen Alan erneut instrumentalisiert.

„Mit dem Namen ‚Alan Kurdi‘ wollen wir eindringlich daran erinnern, worum es wirklich geht und allein gehen sollte [..]: Es geht um Menschen, die täglich im Mittelmeer ertrinken und um den unendlich andauernden Schmerz der Angehörigen“, betonte Gorden Isler, Sprecher von Sea-Eye.

Die NGO will damit offenbar der Welt den Spiegel menschenverachtender Untätigkeit vorhalten. Ein schlechtes Gewissen einreden. Sie nimmt in Kauf, dass sie damit für eine gute Sache, die sie vorgibt zu tun, selbst Grenzen von Anstand und Moral überschreitet.

Zweifellos ist es schrecklich, wenn ein unschuldiges Kind zu Tode kommt. Unfassbar, wenn außer dem kleinen Alan auch sein Bruder Ghalib (5) und die Mutter Rehanna (35) beim Kentern der mit Menschen überfrachteten  Nussschale  ertrinken, in das sie der Vater Abdullah Kurdi (43) gesetzt hat und dieser  als Einziger schwimmend das Land erreichen kann, von dem sie im seeuntüchtigen Boot und ohne Rettungswesten abgefahren waren.

Zweifellos ist es der bayrischen NGO unbenommen, ihr Schiff beispielsweise nach einer Person, einem geografischen Ort oder einer Eigenschaft  zu benennen, die für die Eigner eine Bedeutung hat.  Der Name Alan Kurdi steht für ein Kind, das ertrunken ist, aber nicht hätte ertrinken müssen. Wer daran Schuld trägt, daran scheiden sich die Geister.

Was an der Sea-Eye-Aktion befremdet, ist die sich jeder Kritik und jedem Zweifel  verschließende  missionarische Selbstverständlichkeit, mit der die Allgemeinheit in Mithaftung für das letztlich bedauernswerte Schicksal all derer genommen wird, die sich mit Gewalt und Geld den Weg übers Mittelmeer nach Europa erzwingen wollen und dabei ums Leben kommen. Diese bedingungslose beinahe sektiererhafte Unfehlbarkeit des richtigen Tuns verbindet Sea-Eye mit anderen NGOs gleicher Provenienz.

Gerade der Fall Kurdi ist in seinen Ursachen und Gründen sowie seinem Ablauf nicht so unbefleckt rein, wie es die Vertreter der Sea-Eye offenbar annehmen oder  annehmen wollen. Auf der Hand liegt die unbestreitbare Tatsache, dass der Vater der ertrunkenen Familie Frau und Kinder und sich selbst auf grob fahrlässige Weise einem ungewissen Schicksal mit hohem Risiko für Leib und Leben überantworte.

  • Er tat dies, obwohl keine Rettungsmittel an Bord waren und nur er als einziges Familienmitglied schwimmen konnte.
  • Er tat dies, obwohl vorher bereits zwei „Flucht“-Versuche per Boot gescheitert waren.
  • Er tat dies auch aus dem einfachen Grund, weil er sich im Ausland neue Zähne erhoffte. Wer dies als Verschwörungstheorie abtut, dem sei das Video-Interview von Skynews mit seiner in Kanada lebenden Schwester Tima im entsprechenden PI-NEWS-Beitrag empfohlen, die dort ebendies einräumte. Weiterführend berichteten wir u.a. auch hierhier und hierGuido Grandt hat ebenfalls einen aufschlussreichen Text geliefert. Es liegen auch plausible Berichte von irakischen Überlebenden des Unglückes vom September 2015 vor, die Alan Kurdis Vater in die Nähe der Schleuser rücken, die die lebensgefährliche Fahrt erst ermöglichten. Dieser bestreitet das.

Wenn jetzt aber ausgerechnet der Vater des ertrunkenen Alan Kurdi aus der Türkei, wo er heute lebt, samt Schwester nach Palma de Mallorca eingeflogen wird und sich zum Anwalt für die Ertrunkenen im Mittelmeer erhebt,  dann macht man ausgerechnet jemanden zum  „Taufpaten“ des Sea-Eye-Schiffes, der für den Tod seiner Familie und von Alan Kurdi direkte persönliche Verantwortung trägt. Er hat aus christlicher Sicht als Vater verantwortungslos und unmoralisch gehandelt. Er hat kein Recht, im Namen seines ertrunkenen Kindes und seiner Familie höhere Moral einzufordern. Er eignet sich nicht zum Helden und Mahner. NGO und Vater Abdullah hätten der Seele des kleinen Alan ihren  Frieden finden lassen sollen. Auf dieser eher makabren Namensgebungs-Aktion mit katholischem Bischof, Politikern und Muslimvertretern kann kein Segen liegen, weil sie nicht wahrhaftig ist.