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Juhuuu, Claus Kleber (ZDF) bleibt uns trotz Altersgrenze erhalten!

Was halten Sie von einem Stundenlohn um die 68 Euro? Das ist mehr als eine Meisterstunde in vielen Bereichen des Handwerks. Hört sich gut an, oder? Es gibt einen mit diesem Stundenlohn, Claus Kleber vom ZDF, der, der das Heute-Journal moderiert. 68 Euro hört sich nun plötzlich doch eher bescheiden an, ist es aber nicht.

Claus Kleber erhält diesen Stundenlohn ununterbrochen. Während der Arbeit im Studio, bei seinen Vorbereitungen dafür, für die Pausen zwischendurch, für die Freizeit, die sich an seine Arbeit anschließt und für die Zeit davor, fürs Schlafen und für das Gähnen nach dem Aufstehen. Fürs Frühstücken. Kleber erhält rund um die Uhr 68 Euro pro Stunde, sieben Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Jahreslohn 600000 Euro, Monatslohn 50.000 Euro.

Dafür gibt der Kleber uns aber auch etwas zurück, zum Beispiel Lehrstunden in wohlfeilem Verhalten. Als er hörte, dass ein Busfahrer einmal zu einsteigenden Flüchtlingen „Welcome“ sagte, brachte er das gleich in die Heute-Sendung und verdrückte gar eine Träne ob soviel Großmut. Das sollten seine Zuschauer sehen und es sollte ihnen als Vorbild dienen, meinte er. Ansonsten kann Kleber noch sprechen und ablesen und vortragen und positive Dinge erzählen und an das Leid dieser Welt erinnern und auch lesen und vortragen und …

Das bleibt auch so. Denn Claus Kleber bleibt uns erhalten. Das ZDF hat dem 65-Jährigen – trotz Altersgrenze – seinen lukrativen Vertrag bis Ende 2021 verlängert. Und damit auch den Teil der GEZ-Zwangsgebühren, mit denen er uns sein opulentes Gehalt für seine moralischen Vorlesungen abpresst, die uns zu besseren Menschen erziehen sollen. Warum? Weil er es kann.




Kurz‘ Klatsche für Claus Kleber

Claus Kleber ist bekanntlich Moralist und Betroffenheits-Journalist und deshalb auch Propagandist beim ZDF, stets unterwegs gegen das Böse und für das Gute. Kleber ist so gut, dass er vor Mitleid schon mal eine Träne verdrückt, wenn ein einfacher Busfahrer zu armen Flüchtlingen „Welcome“ sagt.

Nichts ist umsonst auf dieser Welt, auch Klebers grandiose und einfühlsame Art nicht, auch nicht sein edler Kampf gegen das Böse. 50.000 Euro von den GEZ-Beiträgen werden dafür fällig. Jeden Monat versteht sich, nicht im Jahr.

Das hat eine psychologisch interessante Wirkung. Im Umkehrschluss, weil er das Geld tatsächlich erhält, glaubt Kleber nun von sich selbst, er sei „gut“, fachlich und moralisch erst recht. Und so bekommt er immer wieder und immer öfter Anwandlungen, dass er die Welt retten müsse, zuletzt am Sonntag, im Interview mit dem österreichischen Wahlsieger Sebastian Kurz (Video oben).

Es galt, „rechts“ zu verhindern, in Österreich. Seinen Kampf begann Kleber sogleich in der ersten Frage: Kurz schließe eine Koalition mit der FPÖ nicht aus, „nach allem, was geschehen ist.“ Damit meint Kleber das Ibiza-Video. Kurz versteht das absichtlich anders, „was geschehen ist“, und antwortet mit der “guten inhaltlichen Zusammenarbeit“, die es mit der FPÖ gegeben habe. Die Kontrahenten im Wortlaut:

Kleber:  Sie bräuchten nach diesem grandiosen Wahlergebnis die FPÖ nicht mehr. Und trotzdem schließen Sie heute Abend auch eine Koalition mit den Rechtsnationalen nicht aus, nach allem was geschehen ist. Warum nicht?

Kurz: Ja, schaun Sie, die inhaltliche Zusammenarbeit mit der Freiheitlichen Partei, die hat in den letzten beiden Jahren sehr gut funktioniert. Wir haben sehr viel weitergebracht. Und die Zustimmung für diese Regierung war extrem hoch. […]

Erste Klatsche für Kleber. Der 64-Jährige im zweiten Versuch, deutlicher: Aber da gab es doch „Ibiza“, und das ging doch auch weiter, und die FPÖ wolle doch selbst gar nicht mitregieren. Kurz rekurriert auf sein Versprechen vor der Wahl, mit allen Parteien zu reden. Im Wortlaut:

Kleber: Nun haben … nun hat man deutlich gemerkt, wie Sie versucht haben, die Geschichte mit Ibiza und so weiter als eine kleine Blessur in einer in der Sache doch erfreulichen Zusammenarbeit darzustellen, aber es hat ja mit Ibiza nicht aufgehört, die Skandale gingen danach immer weiter, und selbst der FPÖ-Generalsekretär sagt heute, das Wahlergebnis ist für uns, die FPÖ, ganz gewiss kein Auftrag zum Weiter-Mitregieren. Wäre jetzt nicht von Ihnen klare Ansage genau das Richtige?

Kurz: Ja, vielleicht würden Sie besser wissen, was ich tun sollte, als ich das selbst weiß. Ich hab’ mich immer daran gehalten, nicht zu schnell meine Meinung zu ändern, sondern einfach das zu tun, was ich vorher auch versprochen hab. Und ich hab vor der Wahl ein Versprechen abgegeben, nämlich dass ich mit allen Parteien Gespräche führen werde. Dass ich unvoreingenommen in all diese Gespräche hineingehen werde und dass ich versuchen werde, mit allen Parteien eine Schnittmenge zu finden. […] Respektvoll mit dem Ergebnis umzugehen heißt aus meiner Sicht, nach der Wahl das zu tun, was man vor der Wahl versprochen hat. Und das ist: mit allen zu sprechen.

Zweite Klatsche für Kleber. Wie kommt man dagegen an, dass einer sein Versprechen halten will? Kleber schaltet nun, nachdem er sich bescheiden „einen ausländischen Reporter“ nennt, in den Messias-Gang. Jetzt spricht er nicht mehr nur für das ZDF und seine Kanzlerin, sondern schon gleich mal für ganz Westeuropa.

Alle würden doch auf ein Ende der „zweifelhaften rechtsnationalen“ Allianz hoffen, so der heilige Claus inständig. Kurz, der den Braten riecht, klärt daraufhin auf, wie eine Regierungsbildung vonstatten geht und welche Aspekte dabei zu berücksichtigen sind, untersetzt mit feinen, kleinen Spitzen. Hier der Dialog im Wortlaut:

Kleber: Nun haben Sie große Kraft gewonnen heute, zweifellos, erlauben Sie da einem ausländischen Reporter die wichtigste ausländische Frage. Sie wissen, dass die deutsche Regierung, die Benelux-Regierungen und die Frankreich-Regierung und so weiter sehr darauf hoffen, dass die Allianz mit den zweifelhaften Rechtsnationalen in Österreich aufhört. Spielt ein solcher Gesichtspunkt bei den Überlegungen, die Sie jetzt anstellen werden, überhaupt eine Rolle?

Kurz: Nein. Ich bin meinen Wählerinnen und Wählern verpflichtet und nicht dem Ausland. Und auch nicht irgendwelchen Medienvertretern und anderen „Tipp-Gebern“. […]  Ich kann Ihnen nur sagen: Ich stehe zu meinem Wort. Und mein Wort im Wahlkampf war, wir sprechen mit allen im Parlament vertretenen Parteien. Das werden wir tun und ich werde dann versuchen abzuwägen, mit welcher Partei gibt es die größten inhaltlichen Übereinstimmungen, mit welcher Partei ist auch die notwendige Stabilität vorhanden, um eine Regierung bilden zu können, mit welcher Partei finden wir auch Personen, die die charakterlichen Eigenschaften haben, die es braucht um ein Regierungsamt auszuüben. Und all das gilt es dann abzuwägen und zu beraten. Sie müssen sich vorstellen, wir haben heute als Volkspartei einen historischen Tag erlebt und ich könnt’ jetzt natürlich mich ausgelassen freuen, das werde ich heute hoffentlich nach dem Interview auch noch tun können. Aber neben dieser unendlich großen Freude, die ich empfinde, und der unendlich großen Dankbarkeit, spür’ ich schon eine starke Verantwortung. Das ist ja keine Kleinigkeit, eine Regierung zu bilden. Das ist eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe. Da geht’s um die Zukunft unseres Landes und die nächsten 5 Jahre unseres Landes und das gilt es ganz behutsam und ordentlich zu machen. Und dafür wird’ ich mir auch die entsprechende Zeit nehmen und mich jetzt sicherlich nicht zu Schnellschüssen hinreißen lassen: irgendwelche Parteien ausschließen, irgendwelche Parteien präferieren, weil das vielleicht das Ausland oder irgendein Medium sich wünschen würde.

Dritte und finale Klatsche für Kleber und der verliert nun endgültig die Fassung. So, wie es seine Kollegen in den primitiven Talk-(Brüll)Shows vorexerzieren, redet er nun Kurz dazwischen, der sich aber nicht aus der Ruhe bringen lässt. Wenn Kleber Kurz hochnehmen wollte, so geschah das genaue Gegenteil. Der alte Propagandist des ZDF mit seinem Repertoire an Sprechblasen, läuft beim jungen und rhetorisch geschulten Sebastian Kurz gehörig auf. Um das zu vergessen, muss er zu Hause erst mal auf den Kontoauszug gucken. Heute ist der Erste, 50.000 Euro für Santa Claus. Denn auch das Wollen ist wertvoll.