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Nach Systemcrash: Gold wird für Neubeginn benötigt

Von TYLER DURDEN | Es sind nicht nur die Blogs von »Verschwörungstheoretikern«, die seit 11 Jahren davor warnen, dass ein währungspolitischer Neustart unvermeidlich ist und es nur eine einzige praktikable Rückfalloption gibt, sobald das Vertrauen an Fiatgeld verloren gegangen ist. Mark Carney hat es kürzlich angedeutet – die einzige Lösung sei ein Goldstandard. Jetzt stimmen auch die Zentralbanken in den Chor der Untergangspropheten ein.

Ein von der niederländischen Zentralbank De Nederlandsche Bank (DNB) veröffentlichter Artikel hat viele Leser mit der folgenden Behauptung schockiert: »Wenn das System zusammenbricht, können die Goldvorräte als Grundlage für einen Neuaufbau dienen. Gold stärkt das Vertrauen in die Solidität der Zentralbankbilanz und erzeugt ein Gefühl von Sicherheit.«

Düstere Prophezeiungen eines bevorstehenden Finanzcrashs sind keineswegs neu. Generell finden diese Berichte jedoch wenig Aufmerksamkeit im Mainstreamdiskurs. Wie Mario Draghi in den letzten Jahren bereits mehrfach darauf hingewiesen hat, reicht die reine Darstellung eines »Weltuntergangsszenarios« bereits aus, dass genau die Prophezeiung eintritt, vor der einst gewarnt wurde.

Daher ist es mehr als nur erstaunlich, wenn sich Mainstream-Finanzinstitute über die Vorzüge von Währungsgrundlagen äußern, die kein Fiatgeld sind und deren Ressourcen ohnehin knapp sind. Heuchlerisch sind auch die widersprüchlichen Methoden der Zentralbanken und Institutionen, die regelmäßig auf der ganzen Welt praktiziert werden. Schließlich veröffentlichte der IMF erst vor wenigen Monaten ein Dokument, in dem der in den 1870er Jahren eingeführte Goldstandard in Deutschland angeprangert und als Auslöser für Instabilität im globalen Währungssystem bezeichnet wurde.

Heute hingegen räumt die niederländische Zentralbank ein, dass Gold das Währungssystem nicht destabilisiert hätte und die einzige Rettung sein würde, wenn alles zusammenbricht.

In dem Artikel mit dem Titel DNB’s Gold Stock heißt es:

»Ein Goldbarren behält seinen Wert auch in Krisenzeiten. Damit ist er das Gegenteil von ›Aktien, Anleihen und anderen Wertpapieren‹, die allesamt mit Risiken verbunden sind, und deren Preise verfallen können.«

Laut neuesten Daten des IMF besitzt die DNB 615 Tonnen (15000 Barren) Gold, das in Amsterdam gelagert wird. Andere Depots befinden sich in Großbritannien und Nordamerika. Der Wert dieser Goldreserven liegt bei über 6 Milliarden Euro (6,62 Milliarden Dollar). Im Artikel wird kurz erläutert, warum Gold als »Vertrauensanker« für die Weltwirtschaft so wichtig ist: »Gold ist … der Vertrauensanker für das Finanzsystem. Wenn das gesamte System zusammenbricht, bieten Goldvorräte die nötige Deckung für den Neuanfang. Gold gibt Vertrauen in die Macht der Bilanz der Zentralbank.«

Warum wird plötzlich etwas zugegeben, was Finanzexperten schon seit Jahren ankündigen? Vielleicht ist es darauf zurückzuführen, dass die Bank am 7. Oktober verkündet hat, bald einen großen Teil ihrer Goldreserven in »das neue DNB Cash Center auf das Militärgelände in Zeist« zu verlegen.

Bereiten sich die Niederlande etwa auf den großen Crash vor? Dies würde zumindest erklären, warum die wertvollsten Güter in eine militärische Anlage verlagert werden sollen.

Bitcoin.com bringt es mit einer gewissen Ironie auf den Punkt: »Für die DNB ist das keynesianische, inflationäre Spiel des globalen Währungssystems nichts Neues. Ein System, das einem Schneeballsystem gleicht, welches sich mehr auf Gewalt und blinden Glauben stützt, als auf ein solides ökonomisches Prinzip. Ungeachtet dessen kennen die zentralisierten Finanzkräfte der Welt die tatsächliche Situation, weshalb harte Vermögenswerte wie Gold gehortet und gebunkert werden. Einzelne Bewohner dieser geopolitischen Jurisdiktionen werden wiederum jeden Tag ermutigt, unaufhörlich Geld auszugeben und sich weiter zu verschulden, um letztlich unsolide Volkswirtschaften zu stützen«.

Das neue Buch von Max Otte.

Es ist kein Zufall, dass die niederländische Zentralbank bei der Vorbereitung auf den finanziellen Zusammenbruch auch gegen Kryptowährungen und Krypto-Wallets vorgehen will. Ihre Erklärung lautet: »Unternehmen, die Umtauschdienste zwischen Kryptowährungen und normalem Geld anbieten, sowie Krypto-Wallet-Anbieter, müssen sich bei De Nederlandsche Bank registrieren.«

Während der Drang nach KYC/AML-Transparenz weltweit immer mehr zunimmt, werden Billionensummen in Offshore-»Steuerparadiesen« gelagert. Bemerkenswert an diesem Angriff auf Krypto-Geld – das vielfach als eine moderne, effizientere Form von Gold betrachtet wird – ist aber die Tatsache, dass Regulierungen und Restriktionen der Zentralbanken als Mittel zur Einlagerung kostbarer Vermögenswerte anerkannt werden. In diesem Fall betrifft dies nicht die Goldbarren, sondern Bitcoin und andere Kryptowährungen.

Dass uns eine »große Währungsreform« bevorsteht, darauf deuten auch andere Zentralbanken diskret hin. Die massive Rückführung physischen Goldes von der New York Fed an verschiedene Zentralbanken europäischer Länder – wie Deutschland und Österreich – spricht hierbei für sich.

Wir sind zuversichtlich, dass die Treuhänder des derzeitigen Establishments – wie etwa andere Zentralbanken und der IMF – freundlich genug sein werden, ihren Bürgern rechtzeitig ans Herz zu legen, ihr Fiatgeld in harte Vermögenswerte wie Gold umzutauschen. Es wäre jedoch nicht das erste Mal, wenn sie es nicht tun.


Dieser Beitrag ist zuerst bei KOPP Report erschienen.




Markus Krall: „Diese Politik führt in die wirtschaftliche Katastrophe“

Hart ins Gericht geht Ökonom Markus Krall mit der Politik in Deutschland. Die Regierung kümmert sich um Nebensächlichkeiten und vernachlässigt die Belange der Wirtschaft. Nicht nur die CO2-Politik kostet Milliarden. Wenn das so weitergeht endet es in der wirtschaftlichen Katastrophe, so Krall im Gespräch mit Michael Mross (MMnewsTV).

Das Buch von Wirtschaftsökonom Dr. Markus Krall zur Thematik:




SZ: Flucht in den Marxismus

In Italien hält man sich nicht an die Wunschprognosen deutscher Journalisten und bestätigt den konservativen Regierungskurs, in der Schweiz stimmt eine breite Mehrheit für ein Minarettverbot, in Belgien verbietet das Parlament einstimmig die Burka und Frankreichs Regierung will dasselbe tun und weiß sich damit in Übereinstimmung mit 70% der Bürger. Sie alle haben unrecht und könnten das wissen, wenn sie die Süddeutsche Zeitung lesen würden.

Denn dort, in der SZ, sitzen die Übriggebliebenen des untergegangenen marxistischen Weltreichs. Und dank ihres wissenschaftlichen Weltbildes können sie uns erklären, warum wir, wie unsere Nachbarn, den Islam nicht mögen: Dunkle Mächte schüren antiislamische Ressentiments, um die revolutionären Massen von den Folgen der Finanzkrise abzulenken.

Folgen der Finanzkrise, Arbeitslosigkeit, Rentenreform? Französische Politiker diskutieren gerade lieber über ein Stück Stoff. Seit knapp einem Jahr will die Regierung unter Nicolas Sarkozy die Burka, den islamischen Ganzkörperschleier mit Sichtschutz, in Frankreich verbieten lassen.

Dass es ihr dabei wirklich nur um die „Würde der Frau“ geht, darf bezweifelt werden: Seit den Regionalwahlen im März, bei denen Sarkozys Partei UMP deutlich Stimmen verloren hat, steht das Burka-Projekt wieder ganz oben auf der Agenda. Im Mai will das Kabinett über das Verbot beraten, noch vor der Sommerpause soll ein Gesetz verabschiedet werden.

Nach Informationen der Tageszeitung Le Figaro sieht es vor, das Tragen einer Burka mit 150 Euro zu ahnden. Wer eine Frau zum Tragen des Ganzkörperschleiers zwingt, soll sogar mit einer Geldbuße von 15.000 Euro und einem Jahr Gefängnis bestraft werden können. Damit wäre Frankreich das zweite europäische Land mit Verhüllungsverbot: Das belgische Parlament verabschiedete an diesem Donnerstag ein Gesetz, das Kleidungsstücke verbietet, die das Gesicht „ganz oder hauptsächlich“ verhüllen. (…)

Dass das Thema seit Tagen die französischen Schlagzeilen beherrscht, liegt an einem Einzelfall, der zeigt, wie sich die Regierung in Paris anti-muslimischer Ressentiments bedient, um die öffentliche Meinung zu beeinflussen.

Anfang April halten Polizisten in der westfranzösischen Stadt Nantes eine Frau an, die im Niqab, einem Schleier mit Sehschlitz, Auto fährt. „Ich weiß nicht, wie das in Ihrem Land üblich ist, aber bei uns fährt man so nicht“, soll einer der Beamten gesagt haben. Die zum Islam übergetretene Französin muss wegen Fahrens mit eingeschränkter Sicht 22 Euro Strafe zahlen. Weil sie sich durch den Vorfall diskriminiert fühlt, nimmt sie sich einen Anwalt und erzählt ihre Geschichte vergangene Woche der Presse.

Innenminister Brice Hortefeux, der vergangenen Herbst mit anti-arabischen Witzen von sich reden machte, reagiert schnell und nicht besonders souverän. Er wirft dem aus Algerien stammenden Mann der Verschleierten vor, Mitglied der radikalen Tablighi-Jamaat-Bewegung zu sein, sich vier Ehefrauen zu halten und für seine zwölf Kinder staatliche Hilfen erschlichen zu haben – und macht diesen Verdacht vor Beginn der Ermittlungen öffentlich. (…)

Kritische Stimmen sehen in der „Affäre von Nantes“ die Fortsetzung der hitzig geführten Debatte über die „nationale Identität“, die Nicolas Sarkozy vergangenen Winter angestrengt hatte, die Opposition spricht von Stimmenfang am rechten Rand. Verbände beklagen die „Stigmatisierung“ französischer Muslime und eine unausgewogene Berichterstattung: Über nächtliche Schüsse auf eine Moschee in Istres am vergangenen Wochenende sei deutlich weniger berichtet worden als über die mutmaßliche Vielweiberei.

Tatsächlich scheint der Fall die öffentliche Meinung beeinflusst zu haben: Laut einer Umfrage des Nachrichtenmagazins Le Nouvel Observateur sind 70 Prozent der französischen Bevölkerung für ein Verbot von Burka und Niqab – und zwar nicht nur in öffentlichen Gebäuden, sondern auch auf der Straße. Anfang April war nur jeder dritte Franzose für ein Burka-Verbot. Auch die oppositionellen Sozialisten zeigen sich zum Dialog mit der konservativen Mehrheit bereit. Sie sind allerdings gegen ein völliges Verbot des Ganzkörperschleiers.

Der 35-jährige Franzose aus Nantes hat inzwischen zugegeben, mehrere Geliebte zu haben – das sei doch nicht verboten. Dagegen lässt sich tatsächlich nichts sagen, heißt es in französischen Blogs: Schließlich führte selbst Präsident François Mitterrand jahrelang ein Doppelleben mit zwei Frauen und vier Kindern.

Zunehmende Kritik am Islam, um von der Krise des Kapitalismus abzulenken. So einen Unsinn liest man außer in der Süddeutschen nur noch auf Flugblättern der Antifa. Dass die Linken von der Krise besonders betroffen sind, zeigen die letzten Arbeitslosenzahlen. Diese sind – offenbar eine Folge der Krise? – wieder einmal auf nunmehr 3,5 Millionen gesunken. Zur Erinnerung: Unter Schröder und Fischer waren es fast 6 Millionen. Linke wissen genau: Jeder arbeitende Mensch ist ein Wähler für marxistische Traumtänzerparteien weniger. Und macht sich womöglich noch Gedanken über den Verbleib seiner Steuern. Wobei wir wieder bei der Burka wären.




Steuern reichen nicht für Sozialkosten und Zinsen

Lange war es still um einen der brillantesten Köpfe, den die CDU zu bieten hat, um Friedrich Merz (Foto). Jetzt meldet er sich im Handelsblatt zu Wort und hat uns wenig Erfreuliches zu sagen. Schon jetzt fließt ein Drittel der Staatseinnahmen in den Sozialhaushalt (der weisen Einwanderungspolitik unserer sogenannten Eliten sei Dank). Schon bald wird es die Hälfte sein. Die gesamten Steuereinnahmen des Bundes reichen in diesem Jahr nicht mehr aus, um die Sozialkosten und die Zinsen auf die Bundesschulden zu zahlen.

Im Handelsblatt schreibt er:

Die Ursache der immensen Staatsverschuldung liegt bei weitem nicht allein in der Finanzkrise, sondern in der Leichtfertigkeit, mit der immer und immer wieder auf Kosten unserer Kinder seit rund 30 Jahren politische Versprechen gemacht werden, die nur mit Schulden zu bezahlen sind. Dieses Spiel ist jetzt aus – Gott sei Dank. Aber für die Politik beginnt ein schwerer Weg. Ein Blick auf die Struktur der Staatsausgaben in fast allen westlichen Ländern zeigt nämlich, dass die Ausgaben so gut wie überall über die Sozialausgaben außer Kontrolle geraten sind. In Deutschland fließen aus dem Bundeshaushalt von gut 320 Milliarden Euro mittlerweile mehr als 150 Milliarden Euro in die Sozialpolitik.

Im Jahr 2000 betrug der Anteil der Sozialausgaben noch gut ein Drittel der Gesamtausgaben des Bundes, zehn Jahre später ist es fast die Hälfte. Die gesamten Steuereinnahmen des Bundes reichen in diesem Jahr nicht mehr aus, um die Sozialkosten und die Zinsen auf die Bundesschulden zu zahlen.

Alle Ausgaben für Bildung, Wissenschaft und Forschung, für eine moderne Infrastruktur und nicht zuletzt für die Kultur – oder anders ausgedrückt: alle Zukunftsaufgaben – müssen mit neuen Schulden finanziert werden, die von unseren Kindern irgendwann einmal zurückgezahlt werden müssen. Der Zusammenhalt der Generationen in unserer Gesellschaft wird durch eine solche Politik untergraben und in hohem Maß gefährdet.


(Spürnase: Politischer Beobachter)




Griechen, kauft nicht bei Deutschen!

Deutschland wird weiter von den Griechen für deren Finanzkrise verantwortlich gemacht. Und während ein mächtiger Verbraucherverband in Athen appelliert an die Bevölkerung, deutsche Produkte und Geschäfte zu boykottieren, entblödet die deutsche Regierung sich nicht, sich in Gestalt ihres Botschafters für ein Titelbild des „Focus“ zu entschuldigen. (Foto: Stein des Anstoßes, Focus-Titelblatt)

Der SPIEGEL schreibt:

Die Anwürfe einiger griechischer Interessenvertreter gegen Deutschland haben einen neuen Höhepunkt erreicht: Der mächtige griechische Verbraucherverband Inka hat zu einem Boykott „aller deutschen Produkte und Geschäfte“ aufgerufen. „Alle Bewohner Griechenlands“ sollten das Warenembargo mittragen, heißt es auf einem Flugblatt, dass Inka unter anderem in der Hauptstadt Athen verteilen ließ – und das der Verband zudem auf seiner Internetseite veröffentlicht hat.

Der Protest richtet sich in erster Linie gegen ein Titelbild des Münchner Magazins „Focus“, das die Venus von Milo mit einem ausgestreckten Mittelfinger neben dem Schriftzug „Betrüger in der Euro-Familie“ zeigt. „Wir fordern die deutsche Regierung auf, diese äußerst unangebrachte Publikation zu verurteilen“, sagte der Präsident des griechischen Verbraucherinstituts, Giorgos Lakouritis, der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. „Die Griechen sind keine Betrüger.“

Auch Inka verurteilt das Titelbild scharf. Der Text auf dem Flugblatt ist sprachlich holprig, an einer Stelle fehlt ein Wort. Grob übersetzt ist in dem Dokument zu lesen:

„Die Verfälschung einer Statue der griechischen Geschichte, Schönheit und Zivilisation, die aus einer Zeit stammt, wo sie (die Deutschen, Anm. d. Red.) Bananen auf Bäumen gegessen haben, ist unverzeihlich und nicht hinnehmbar.“

An anderer Stelle heißt es:

Eine solche Veröffentlichung sei in der Nachkriegszeit Europas noch nicht vorgekommen. Dabei seien doch alle bemüht, diese Zeit zu vergessen – mit ihren „Gräueltaten und Hunderten von Millionen von Toten durch die sinnlose Zerstörung im Namen des deutschen Hakenkreuzes, das versucht hat, die Welt mit Gewalt zu vereinen“.
(…)
Einzelne griechische Kritiker haben in den vergangenen Tagen immer wieder gegen den Betrugsvorwurf gewettert. Die Zeitung „Eleftheros Typos“ zeigte in einer Ausgabe eine Fotomontage der Goldelse auf der Siegessäule, die ein Hakenkreuz hält. Im Text dazu hieß es: “ Finanznazitum bedroht Europa“ und: „Es reicht mit der Verleumdung des Landes durch die Deutschen.“

Der griechische Parlamentspräsident Filippos Petsalnikos will sich beim deutschen Botschafter in Athen beschweren: „Der Grund, weswegen ich den Botschafter zu mir bestellt habe ist, dass die Veröffentlichungen, die nichts mit der Realität zu tun haben, jede Grenze überschritten haben“, sagte er am Dienstag. Der Bürgermeister von Athen, Nikitas Kaklamanis, rief dazu auf, „gegen diese beschämende Veröffentlichung zu protestieren“.

Auch Ministerpräsident Giorgos Papandreou sorgte für neuen Zündstoff, indem er die Frage deutscher Reparationszahlungen für das Land aus dem Zweiten Weltkrieg als ungelöst bezeichnete. Kommenden Freitag kommt Papandreou zu seinem Antrittsbesuch nach Berlin. Bei dem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel würden alle aktuellen Fragen auf den Tisch kommen, sagte eine Regierungssprecherin in Berlin. Deutschland stehe Griechenland bei seinen Bemühungen zur Lösung seiner Probleme solidarisch zur Seite und sei sich mit der Regierung des Landes einig.

Große deutsche Banken wollen derweil nicht mehr in Griechenland investieren. Aber Griechenland verzichtet sicher gern auf deutsche Hilfe…

(Spürnase: klausklever)




Nazis schuld an griechischem Staatsbankrott


Endlich wissen wir, wer für die griechische Finanzkrise verantwortlich ist: Nazi-Deutschland, der 2. Weltkrieg und Angela Merkel. Die Griechen selbst können gar nichts dafür. Schuld sind die ausgebliebenen Reparationszahlungen aus Deutschland. Mit dieser verblüffenden Feststellung warten griechische Konservative und Linke auf.

Der SPIEGEL schreibt:

In der Krise um den Euro und die immense Staatsverschuldung verschärft die griechische Opposition die Tonlage. Politiker der Konservativen Partei greifen die deutsche Regierung an und erinnern an die Opfer unter der Nazi-Okkupation während des Zweiten Weltkriegs.

Athen- Am weitesten wagte sich die größte Oppositionspartei des Landes vor. „Wie kann Deutschland die Frechheit besitzen, uns wegen unserer Finanzen zu denunzieren, wenn es noch immer keine Entschädigung für die griechischen Opfer des Zweiten Weltkriegs gezahlt hat?“, sagte Margaritis Tzimas von der Partei der „Neuen Demokraten“ am Donnerstag im Parlament. Es gebe noch immer Griechen, die um ihre verlorenen Brüder weinen.

Sechs Abgeordnete der kleinen Linken Koalitionspartei forderten die Regierung auf, wegen Reparationszahlungen Druck auf die Bundesregierung auszuüben. Zugleich machten sie deutsche Banken und Politiker für die Krise des Mittelmeerstaates mitverantwortlich. „Mit ihren Äußerungen spielen deutsche Politiker und deutsche Finanzinstitute eine führende Rolle in einem erbärmlichen Spiel, bei dem Geschäftemacherei auf Kosten der Griechen betrieben wird“, hieß es in einer Anfrage der Abgeordneten an die Regierung.
(…)
Finanzminister Giorgos Papakonstantinou vermied in der Parlamentsdebatte laute Töne. „Wir alle haben Kritikpunkte, wie das griechische Problem in dem einen oder anderen Land öffentlich wahrgenommen wird“, sagte er. An die Neue Demokratische Partei gerichtet fügte Papakonstantinou hinzu, die Partei hätte während ihrer Regierungszeit bis Oktober Kritik an Deutschland richten können. Die Bundesregierung von Bundeskanzlerin Angela Merkel lehnt Hilfsversprechen an das hoch verschuldete Land bislang ab, obwohl ohne Zusagen der Euro unter Druck geraten könnte. Meinungsumfragen zufolge teilt eine große Mehrheit der Deutschen diese Ansicht.

Wenigstens wissen wir jetzt, wer schuld hat: Wie üblich, der andere.

(Spürnase: Mister Maso)




Cohn-Bendit zu Schulz: „Halt die Klappe!“

Der Euro-Grüne Daniel Cohn Bendit hat sich in Brüssel durch neue „Freundlichkeiten“ beliebt gemacht. Der Gipfel der Wirtschafts-, Öko- und Finanzkrise sei noch nicht erreicht. Cohn-Bendit bezeichnete darum die neue Europäische Kommission unter José Manuel Barroso am Dienstag im EU-Parlament als „Heuchler“ und schnauzte seinen deutschen Kollegen Martin Schulz (SPD) an, er solle gefälligst die Klappe halten (Video, Minute 5.25: „Ta gueule !“). Ein Rechter hätte sich das wohl nicht erlauben dürfen.

(Spürnase: Anne)




Kulturgut in Gefahr

Stadtanzeiger-GebäudeAus einem bescheidenen Glashäuschen an der Amsterdamer Straße in Köln (Foto) ruft ein schwaches Stimmchen um Hilfe. Darin sitzt Alfred Neven Dumont, Herausgeber einiger Zeitungen, die er für ein bedrohtes Kulturgut hält: Kölner Stadtanzeiger, Express, Kölnische Rundschau, Frankfurter Rundschau, Berliner Zeitung, Berliner Kurier, Hamburger Morgenpost sowie einer Handvoll lokaler Radio- und Fernsehsender. Vermutlich haben wir jetzt einiges vergessen.

Grund für das wiederholte Wehklagen: Die von Dumont hergestellten Kulturgüter finden nicht mehr den Absatz, den der Verleger für sein bescheidenes Auskommen und den Unterhalt eines eigenen Museums für die Werke seines erfolglos malenden Sohnes benötigt. Und so richtet der alte Unternehmer seinen begehrlichen Blick auf die öffentlich-rechtliche Konkurrenz. Wenn die eigenen qualitätsjournalistischen Erzeugnisse ebenso erfolglos werden wie die Volkspädagogik der Zwangssender und das zahlende Publikum sich lieber im Internet informiert – könnte man da nicht vielleicht auch eine Zwangsgebühr für alle erheben?

Der Kölner Stadtanzeiger veröffentlicht die Gedanken seines Herausgebers – die diesmal sogar als solche kenntlich gemacht sind:

Das drohende Sterben der Zeitungen ist nicht nur ein kultureller Verlust, sondern auch eine Gefahr für die Demokratie. Mit dieser Warnung hat Verleger Alfred Neven DuMont die Politik aufgefordert, den Zeitungen zu helfen. (…)

Die Anzeigenentwicklung allein der Abonnementzeitungen mit einer Auflage von über 200.000 Exemplaren erreichte übers Jahr einen Rückgang von rund 20 Prozent. Die zum Teil dramatische Zeitungskrise in der westlichen Welt, die vor allem in Amerika wie ein Orkan gewütet hat, wurde hervorgerufen durch die Jugend, die sich der Elektronik zugewandt hat und sich vom gedruckten Wort abwendet. Überlappend dazu hat ebenfalls die Finanzkrise im ausgehenden Jahr 2008 und in 2009 der Zeitungsbranche weltweit hart zugesetzt. In allen Staaten der westlichen Welt agierten die Repräsentanten des Staates, der Medien, der jeweiligen Industriezweige und der Banken von den jeweiligen Tatsachen ausgehend, der Vernunft folgend. Sie stehen den notwendigen Einsparungen oder Unterstützungen mit Verständnis gegenüber. So auch in Deutschland. Aber was ist mit unserer Zeitungswelt?

Gibt es einen Politiker, der in den letzten Jahren ein einziges Wort darüber verloren hat, dass er besorgt sei um den zukünftigen Lebensraum der deutschen Tageszeitungen? Antwort: Nicht bekannt, von unverbindlichen Sonntagsreden abgesehen. Das alleine spricht Bände. Nachdem die Anstalten des öffentlichen Rechts gebändigt sind, ist – bis auf gelegentliche Ausrutscher der Wochenzeitungen – nur noch von den Tageszeitungen eine ernsthafte kritische Haltung zu befürchten. (…)

Aber die Politik hatte sich längst ein Instrument erdacht, das die ungeliebten Tageszeitungen in Grenzen hält: das Kartellamt.

Kein Interesse an publizistischem Niveau

Hier wachen entschlossene Juristen, die mit Eifer und geradezu mit Fanatismus den Auftrag der Politik erfüllen und das Wachstum der Verlage in und an ihren Grenzen von vornherein unmöglich machen. Die krassen Engpässe, denen die Presse seit Jahr und Tag ausgesetzt ist, interessieren nicht. Hier werden Ärzte zu einem kranken Patienten gebeten, die sich für alles interessieren, aber nicht für dessen Gesundheit. Ein Interesse an publizistischem Niveau kann man nicht erkennen. Wichtig erscheinen dem Amt nach wie vor nur die wirtschaftlichen Einheiten, die sich nicht zu den Nachbarn ausdehnen dürfen, auch dann nicht, wenn sich durch eine Zusammenlegung von Verlagsabteilungen Geld einsparen ließe, um es dann den Redaktionen zukommen zu lassen. Für das Kartellamt keine Diskussion. Ist die Politik damit zufrieden? (…)

Das Verlangen des Altunternehmers nach staatlichen Streicheleinheiten könnte ihm auch von seinem ehemaligen Chefredakteur und jetzigen Vorstand Franz Sommerfeld nahe gebracht worden sein. Als Redakteur der kommunistischen „Deutschen Volkszeitung“ ließ der seine Propaganda jahrzehntelang vom Stasistaat finanzieren, und weiß um die Vorteile staatlich finanzierter Volkspädagogik. Als Mitbringsel aus der guten alten Zeit führte Sommerfeld auch im Kölner Stadtanzeiger die Mode ein, die Stimmen einer ganzen Fraktion im Kölner Rat bei Zeitungsberichten über die Sitzungen und Abstimmungen einfach wegzulassen. Auch so etwas mag den Konzern den ein oder anderen Leser gekostet haben.

Um der Hinwendung der jungen Leser zum Internet Rechnung zu tragen, hat Neven Dumont soeben alle Beschäftigten seiner einzigen Internetzeitung, der „Netzeitung“, zum Jahresende entlassen und das Projekt eingestellt. Deren Leser sind herzlich eingeladen, sich in Zukunft bei pi-news zu informieren.




Türkei ruft zum Boykott Schweizer Banken auf

Der türkische Europaminister Egemen BagisDie Proteste der türkischen Regierung gegen die Minarettabstimmung in der Schweiz nehmen an Schärfe zu. Nachdem gestern Ministerpräsident Erdogan die Entscheidung als Zeichen einer “zunehmenden rassistischen und faschistischen Haltung in Europa” kritisierte, ruft der türkische Europaminister Egemen Bagis (Foto) jetzt Muslime in aller Welt auf, ihr Vermögen aus der Alpenrepublik abzuziehen – in der Türkei sei das Geld besser aufgehoben.

Der Spiegel berichtet:

Nach dem Minarett-Votum in der Schweiz hat der türkische Europaminister wohlhabende Muslime aufgerufen, ihre Vermögen aus der Alpenrepublik abzuziehen und in der Türkei anzulegen. Schließlich habe der türkische Bankensektor die jüngste Finanzkrise unbeschadet überstanden, sagte Minister Egemen Bagis nach Presseberichten vom Mittwoch. Zugleich rief Bagis die Schweizer auf, die „fehlerhafte Entscheidung“ vom vergangenen Sonntag zu korrigieren.

In islamischen Ländern war die Entrüstung über das Votum besonders stark. Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan wertete es als Zeichen einer wachsenden Islamophobie in Europa. Der türkische Staatspräsident Abdullah Gül bezeichnete die Entscheidung als eine Schande für die Schweiz.

Das türkische Außenministerium nannte das Ergebnis „enttäuschend“ und forderte eine Korrektur. „Diese Entwicklung ist bedauerlich und verletzt Menschenrechte und grundlegende Freiheiten“, erklärte das Ministerium in Ankara. In der Schweiz leben mehr als hunderttausend Türken.

Auch die Opposition in Ankara kritisierte den Ausgang des Referendums. Das Ergebnis zeige, dass westliche Werte lediglich im Rahmen des Christentums verstanden würden, sagte der Chef der nationalistischen Partei MHP, Devlet Bacheli. Der Vorsitzende der linksnationalen CHP, Deniz Baykal, forderte, die Türkei müsse Europa mit Fragen nach dem europäischen Druck auf den Islam konfrontierten.

„Klare Diskriminierung“

Mehr als 57 Prozent der Wahlbeteiligten in der Schweiz hatten am Sonntag dafür gestimmt, dass der Bau von Minaretten im Land verboten wird. Die Regierung ist zunächst an die Entscheidung gebunden. Das für die meisten politischen Parteien und die Regierung unerwartete Ergebnis erregte international großes Aufsehen: Die Uno-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay sieht in dem Ergebnis „klare Diskriminierung“.

Dass Bankguthaben ausgerechnet in der Türkei besser aufgehoben sind als bei Schweizer Banken, muss für die reichen Muslime der Welt ein zwerchfellzerreißender Lacher sein. Auch in der Türkei weiß jeder – vom türkischen Gemüsehändler (auch dort gibt es welche!) bis zum türkischen Minister: Geld zu haben reicht nicht, in der Schweiz muss man es haben!

Dass ein Land mit brutaler Christenverfolgung und schamloser Völkermordleugner-Regierung ausgerechnet einen Europaminister hat, könnte jedoch noch weit komischer sein als der Boykottaufruf wirken, wenn das nicht so zynisch wäre. Denn laut SpOn kann ein hohes Staatsamt in der Türkei nur ausfüllen, wer „echter Türke“, also muslimischer Türke ist.

(Text: Daniel Katz, Middle-East-Info.org, Spürnase: Antivirus)




Neues Buch von Hans-Olaf Henkel: Die Abwracker

Anhand eigener Erlebnisse und Beobachtungen beschreibt Henkel die wahren Ursachen der Finanzkrise, warum sie staatlich kontrollierte Banken in Deutschland besonders hart getroffen hat und wie fragwürdig Politik, Medien und Öffentlichkeit mit den Folgen umgehen. Aus der Sicht eines ehemaligen Aufsichtsrats der IKB zeichnet Henkel die Geschehnisse nach, die zur bis dahin größten Stützungsaktion des Staates führten und deckt die unrühmliche Rolle des Finanzministeriums beim Import der amerikanischen Giftpapiere auf.

Ebenfalls aus der Sicht eines Aufsichtsrats der Conti AG beschreibt er, wie der ursprünglich plausible Übernahmeplan der Familie Schaeffler durch die Finanzkrise ins Schlingern geriet und wie schnell aus ehemals verbündeten Aufsichtsräten und Politikern perfekte Wendehälse wurden.

Überzeugend weist Henkel nach, wie aus der Finanzkrise eine Wirtschaftskrise werden konnte und in ihrem Windschatten Politiker aus allen politischen Lagern weiter versuchen, das Wasser auf ihre eigenen ideologischen Mühlen zu lenken. Am Beispiel eines der Herausgeber der FAZ beschreibt er, wie auch Journalisten aus konservativen Häusern Vertreter der Realwirtschaft als Schuldige an der Finanzkrise zu verunglimpfen suchen. Und am Beispiel des renommierten Direktors eines Wirtschaftsforschungsinstituts zeigt er, wie intolerant man in Deutschland mit angeblich politisch inkorrekten Meinungsäußerungen verfährt.

Der Verfasser zeichnet nach, wie dafür gesorgt wurde, dass die Folgen der Fehlentscheidungen der Großen Koalition (z.B. Kurzarbeit, Opel, Abwrackprämie) erst nach der Bundestagswahl sichtbar werden und beschreibt, dass nach dem Platzen der Immobilienblase in den USA, der neuen Gelb-Schwarzen Koalition in Deutschland nun das Platzen der Beschäftigungsblase, der Sozialversicherungsblase und der Schuldenblase droht – mit weit verheerenderen Folgen für unser Land.

Wie ein roter Faden zieht sich durch das ganze Buch die Analyse der Ursachen der Krise und die Entlarvung ihrer Verursacher, die Henkel als „Abwracker“ unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems bezeichnet. Beginnend mit den Präsidenten Carter und Clinton, die die US-Immobilienblase durch ihre Gesetzgebung erst ermöglicht haben, über diejenigen im deutschen Finanzministerium, die den Import amerikanischer Giftpapiere förderten, bis hin zu den deutschen Bankern, die sich diese andrehen ließen, geht er schonungslos ins Gericht mit Personen aus der Finanzwelt, der Realwirtschaft, den Medien und der Politik. Doch ebenso konsequent führt er Beispiele für diejenigen an, die ihre Unternehmen mit Mut und Zielstrebigkeit erfolgreich durch die Krise steuern.

Für die Lösung der Probleme, die sich seit Jahrzehnten in unserem Land aufgebaut haben, schlägt Henkel eine Reihe konkreter Maßnahmen vor. Er verschreibt unserer kranken Gesellschaft sozusagen die geeigneten Rezepte, damit aus der Finanz- und Wirtschaftskrise keine existenzbedrohende Gesellschaftskrise wird. Zu diesen Rezepten gehört auch der Mut, Versager aus den eigenen Reihen klar zu benennen. Deshalb schlägt er, in Anlehnung an die „Hall Of Fame“, die Einrichtung einer „Hall Of Shame“ vor – einschließlich der ersten drei Kandidaten, die sich dafür qualifiziert haben.

» Das Buch erscheint Ende November im Heyne Verlag.




GdP warnt vor Kollaps der inneren Sicherheit


Die Gewerkschaft der Polizei befürchtet einen Kollaps der inneren Sicherheit nach der Wahl. Die finanzielle Lage des Staates habe sich durch die im Zuge der Finanzkrise notwendigen sozialen Leistungen derart verschärft, dass der Staat in einem nie dagewesenen Ausmaß den öffentlichen Dienst und somit auch die Polizei wird besparen müssen. Dies werden wir natürlich erst nach dem Wahltag erfahren. Mehr…

(Spürnasen: BePe, greyman, hengo und Ian S.)




Arabische Heuschrecken plagen Banken

alibabaDass der Orient zum Alptraum wird, hört man oft. Meist sind es gutmenschliche Damen mittleren Alters, die Opfer des Liebesbezness feuriger Araber werden. Seltener hört man, dass alte, ehrwürdige Bankhäuser der orientalischen Geschwätzigkeit auf den Leim gehen. Dann aber ist nicht nur eine Eigentumswohnung und etwas Erspartes weg, sondern gleich 15 Milliarden. Die arabischen Heuschrecken, so darf man seit Müntefering  sagen, werden zum Alptraum gutmenschlicher Bänker, die mit Sharia-Banking ganz schlau sein wollten.

Das Handelsblatt: Der Orient wird für  Banken zum Alptraum

Im Nahen Osten haben Berichte über die finanzielle Schieflage zweier Familien-Investoren die schwierige Situation der Banken verschärft. Die Börsen der Region reagierten gestern bereits mit heftigen Kursverlusten.

Die Gerüchte schürten Ängste, dass die Banken in der Region im vergangenen Jahr viel zu großzügig Kredite an Investoren vergeben haben, die sich verspekulierten. Bei den beiden Familienunternehmen handelt es sich um die saudische Saad- sowie die Algosaibi-Gruppe. Nach einem gestern veröffentlichten Bericht der britischen Bank HSBC haben mehr als 100 Geldhäuser mindestens 15,7 Milliarden Dollar Kredit an die beiden im Königreich alteingesessenen Familien-Firmen vergeben.

Unter den Gläubigern sind so bekannte Adressen wie Citigroup, BNP Paribas oder Mashreqbank in Dubai. „Fast die Hälfte der Gesamtschuld verteilt sich auf europäische und amerikanische Institute, der Rest auf den Nahen Osten“, heißt es bei HSBC. Die Verluste in Höhe von knapp 16 Mrd. Dollar reihen sich ein in die rund 1,5 Billionen Dollar, die die Banken weltweit im Zuge der Finanzkrise abschreiben müssen.

Die Saad- und die Algosaibi-Gruppe investierten 2008 kräftig in Aktien, die schwere Verluste eingefahren haben. Das Geld hierfür besorgten sie sich zum Teil über ihre eigenen Finanz-Vehikel: Sowohl die Awal-Bank als auch The International Banking Corporation (TIBC) in Bahrain nahmen syndizierte Kredite auf.

Bei vielen Finanzhäusern saß das Geld 2008 noch locker. Saudi-Arabien, der größte Erdöl-Exporteur der Welt, galt bei vielen Investoren als sichere Bank. „Bonitäts-Prüfungen und die Forderung von Sicherheiten fanden so gut wie gar nicht statt: Jeder wollte im wichtigsten Markt der Region präsent sein“, sagt der Spitzenmanager einer großen internationalen Bank in Dubai. Investoren befürchten nun, dass der Saudi-Virus auf den gesamten Nahen Osten übergreifen könnte. „Die Berichte häufen sich, dass die regionalen Banken mehr Geld bei der Saad- und der Algosaibi-Gruppe angelegt haben als anfangs befürchtet“, warnt Fadi Al Said von ING Investment Management. Erste Hinweise über den Ernst der Lage erwarten die Experten in wenigen Wochen von den Bank-Zahlen zum zweiten Quartal.

Insbesondere die 52 Banken im einstigen Immobilien-Paradies Dubai stehen im Brennpunkt. Viele haben in der Hoch-Phase des Booms 2008 Kredite praktisch unters Volk geworfen. Spekulanten ergriffen die Gelegenheit und kauften Apartments und Villen. Dabei hatten sie oft die Hoffnung, die Objekte innerhalb von Wochen gewinnbringend zu veräußern. Mit dem seit Oktober 2008 einsetzenden Preissturz bei Häusern und Villen ist dieser Traum geplatzt. Viele Investoren können ihre Verbindlichkeiten nicht bedienen, und die Banken bleiben auf den Krediten sitzen. Spätestens im dritten Quartal müssen die Banken in ihren Büchern komplett ausweisen, wie stark sie im Immobilien-Sumpf stecken.

Vor diesem Hintergrund hat die Ratingagentur Standard & Poor’s vier Finanzhäuser in Dubai bereits herunter gestuft: Die Emirates Bank International, die National Bank of Dubai, die Mashreqbank sowie die Dubai Islamic Bank. „Die Risiken der Wirtschaft in Dubai sind aus unserer Sicht größer geworden, da der Immobilien-Sektor in eine scharfe Korrektur-Phase getreten ist.“ Der Bau-Bereich macht fast 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts von Dubai aus.

Die Zentralbank der Vereinigten Arabischen Emirate will angesichts dieser Misere die Reißleine ziehen. „Gouverneur Sultan Bin Nasser al-Suwaidi möchte die Banken dazu verdonnern, künftig mehr Rückstellungen zu bilden und präzisere Daten zu faulen Krediten vorzulegen“, sagt ein Insider

Ob der traurige Halbmond Müntefering und andere Linkspopulisten jetzt mit ebenso saftigen Worten  die Enteignung der Heuschrecken fordern werden, wie sie es bei den Spekulanten aus der freien Welt taten? Aber Vorsicht, Fränzchen! Der Sultan mag kommunistische Sprüche garnicht gerne hören.

(Spürnase: Mokkafreund)