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Kanada: „Knigge für Migranten“ löst große Empörung aus

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Versteht die Welt nicht mehr: Herouxvilles stellv. Bürgermeister André Drouin

Vor kurzem berichteten wir über das kanadische Städtchen Hérouxville in der Provinz Québec, das einen „Knigge für Migranten“ (engl. und franz.) herausgegeben hat. Darin enthalten sind Selbstverständlichkeiten wie Gleichberechtigung der Geschlechter, oder das Verbot von Beschneidungen oder Steinigungen. Lauter Dinge also, von denen man annehmen sollte, dass darüber Einigkeit besteht. Offenbar ist das aber nicht der Fall, wie der Sturm der Entrüstung zeigt, den der Gemeinderat von Hérouxville ausgelöst hat.

„Willkommen“ heißt es auf der Internetseite der kleinen Gemeinde Hérouxville in Quebec. Aber der Gemeinderat des 1300 Einwohner zählenden Städtchens zwischen Montreal und Quebec hat klar gemacht, dass nicht jedes Verhalten akzeptiert wird. Potenzielle Immigranten, die sich hier niederlassen wollen, können im Verhaltenskodex von Hérouxville nachlesen: Frauen dürfen nicht gesteinigt oder verbrannt werden. Schleier, die das Gesicht bedecken, dürfen nur an Halloween getragen werden. Gemeinderatsmitglied Andre Drouin versteht die Aufregung nicht: „Wir sagen, wer wir sind, was unsere Normen sind, und die Hölle bricht los.“ Die jüngst beschlossenen „Richtlinien für das Leben“, bringen Neubürgern einige fundamentale Dinge nahe. Ihnen soll klar werden, „dass der Lebensstil, den sie in ihrem Geburtsland zurückgelassen haben, nicht mitgebracht werden kann und dass sie sich an ihre neue soziale Identität anpassen müssen“. (…) Es gehöre nicht zu den Normen in Hérouxville, Frauen mit Säure zu verätzen oder Mädchen zu beschneiden. Alkohol dürfte in der Öffentlichkeit oder privat getrunken werden, Ärzte und Ärztinnen würden auch Patienten des jeweils anderen Geschlechts behandeln, Polizistinnen dürften auch männlichen Parksündern Strafzettel verpassen – und so weiter.

Das also sind die Selbstverständlichkeiten, die zu akzeptieren der Gemeinderat von Hérouxville seine Migranten auffordert. Und das hier sind die Reaktionen:

Der Verhaltenskodex von Hérouxville sei „eine irrationale Reaktion auf ein legitimes soziales Anliegen“, meint Fo Niemi, Leiter eines Montrealer Forschungsinstituts für Beziehungen zwischen den Rassen. Die Menschen fühlten sich verunsichert und frustriert, allerdings würden einige Ereignisse völlig übertrieben.

Was wird denn übertrieben? Der eine oder andere Ehrenmord? Die eine oder andere Beschneidung?

Die jüdische Menschenrechtsorganisation B’nai Brith Canada befürchtet, dass die überzogene Resolution Debatten, wie man vernünftig den religiösen und ethischen Werten von Immigranten entgegenkommen kann, ins Lächerliche verkehrt.

Das hat schon was, dass eine jüdische Menschenrechtsorganisation sich darüber beklagt, dass Moslems die Menschenrechte achten sollen.

Zwei Moslem-Organisationen kündigten an, bei der Menschenrechtskommission Quebec Beschwerde zu erheben. Mit dem Kodex würden negative Stereotype über Moslems gefördert und die Menschenrechtscharta verletzt.

Komisch eigentlich, dass die Moslems sich schon wieder angesprochen fühlen, wo doch Geschlechterdiskriminierung, Ehrenmorde, Zwangsheiraten, Beschneidungen oder Steinigungen mit dem Islam gar nichts zu tun haben… . Politisch korrekt fällt natürlich auch Quebecs Premier der Gemeinde in den Rücken:

Quebecs Premier Jean Charest, der den Vorgang zunächst als isolierten Einzelfall bezeichnete, spricht mittlerweile von einer übertriebenen Reaktion der Gemeinde. Die aufgeworfenen Fragen würden in Quebec „im Geist der Toleranz und des Dialogs“ diskutiert.

Wir wussten bisher nicht, dass man die aufgezählten schweren Menschenrechtsverletzungen im Geiste der Toleranz diskutieren kann.

Hérouxvilles Gemeinderat Drouin fühlt sich angesichts Tausender angeblich zustimmender Emails bestärkt. Gemeinden in der Umgebung hätten beschlossen, dem Vorbild von Hérouxville zu folgen, sagt er.

Es wäre schön, wenn die Realisten sich von den Gutis nicht beirren ließen!

(Spürnasen: Geheimrat und Bernd v. S.)




KreuzNet wittert Schwulen-Weltverschwörung

Am Dienstag wurde der konservative Abgeordnete Christian Vanneste (Foto) zu einer Strafe von über 12.000 Euro verurteilt, weil er – in Frankreich strafbewehrte – beleidigende Äußerungen über Homosexuelle gemacht hat. Im Januar 2005 sagte er der Tageszeitung ‘Voix du Nord’, dass „die Homosexualität der Heterosexualität unterlegen ist.

„Ich sage nicht, daß die Homosexualität gefährlich ist. Ich sage, daß sie der Heterosexualität unterlegen ist. Wenn Homosexualität allgemein wäre, wäre sie für das Überleben der Menschheit gefährlich.“

Was, nach streng biologischen Kriterien betrachtet, zweifellos stimmt, denn allgemeine Homosexualität müsste zwangsläufig zum Aussterben der Menschheit führen. Ansonsten kann jeder denken, was er will. Man kann es unter freier Meinungsäusserung in einer Demokratie abhaken und drüber lächeln, oder aber Beifall bekunden, weil man der gleichen Meinung ist. In Frankreich wurde Christian Vanneste von Schwulenverbänden verklagt. Jetzt könnte man auch wieder sagen: Okay, das ist der Lauf der Dinge in einem Rechtsstaat. Wenn sich die Schwulengruppen beleidigt fühlen, sollen sie klagen und die Gerichte entscheiden lassen – dafür haben wir das Rechtswesen. Man könnte allerdings nachfragen, ob diese Schwulenverbände ihre Energie und Zeit nicht lieber auf wichtigere Dinge als die Bemerkungen eines konservativen Hinterbänklers verwenden sollten.

Zum Urteil: man kann es begrüssen, man kann es ablehnen. Das ist bei derartigen Urteilen normal und nichts Ungewöhnliches. Man sollte aber nicht, so wie es das KreuzNet macht, eine Verschwörung und die Etablierung einer ‚Homo – Diktatur’ und den ‚Meinungsterror der Homo-Ideologie’ kritisieren. Das ist nicht nur dumm und einseitig, es ist auch stillos. Bedenken sollte man zu allererst, warum es zu diesem Gesetz gekommen ist.

Die Idee, den Schutz vor „Hassdiskursen“, wie er hinsichtlich antisemitischer und rassistischer Hetze bereits besteht, auf homophobe und sexistische Äußerungen auszuweiten, kam im Frühjahr 2004 auf. Dazu trugen zwei Ereignisse erheblich bei. Das erste war die brutale Aggression gegen den 35jährigen Sébastien Nouchet, der am 16. Januar 2003 in seinem Garten von Unbekannten mit Benzin übergossen und in Brand gesteckt wurde. Dabei erlitt er Verbrennungen dritten Grades, so dass er wegen unerträglicher Schmerzen wochenlang in ein künstliches Koma versetzt werden musste. Sébastien Nouchet und sein Lebensgefährte, Patrice Jondreville, waren drei Jahre zuvor in das ehemalige Kohlerevier Nord-Pas de Calais nahe der belgischen Grenze gekommen, wo Patrice einen neuen Job antrat. Doch in Lens war dem schwulen Paar das Leben zur Hölle gemacht worden, so dass sie in die Kleinstadt Noeux-les-Mines umzogen. Auch dort aber wurden sie wiederholt angegriffen. Der versuchte Mord von Noeux-les-Mines rief in der Gesellschaft Emotionen hervor. Präsident Jacques Chirac schickte Sébastien Nouchet persönlich einen Brief ins Krankenhaus. Und Mitte März fand eine Demonstration in Paris statt, zu der SOS Homophobie und viele Schwulen- und Lesben-Vereinigungen sowie ein Teil der Linken aufriefen. (Quelle)

Der Autor des KreuzNet – Artikels scheint vergessen zu haben, dass Schwule und Lesben ein Teil unserer Gesellschaft sind und auch Teil der Kirche, ob es ihm gefällt oder nicht. Er scheint vergessen zu haben, dass Schwule und Lesben, genau wie der Rest der Gesellschaft, politisch vielfältig handeln, ob diese nun links oder rechts oder mittendrin oder liberal ist. Es ist nicht hilfreich, alle Homosexuellen über einen Kamm zu scheren, oder gar eine geheime „Schulen-Weltverschwörung“ zu wittern. Ein derart polemischer und diskriminierender Artikel hilft nicht weiter. Zu den Menschenrechten, die wir uns vorgenommen haben zu verteidigen, gehört auch das Recht auf selbstbestimmte Sexualität.




Irdische Freuden und Männerüberschuss in Allahs Paradies

War das jetzt eine Folge der Aufforderung, Witze über den Islam zu reißen? Wohl nicht, denn dieser Unsinn steht so im Koran. Im Himmel wie auf Erden haben moslemische Männer offenbar nur Sex im Kopf. Auf Erden dürfen sie nicht so, wie sie möchten, dafür kann dann im Paradies alles Versäumte nachgeholt werden. Natürlich dürfen nur die Männer, für die gibt’s im Himmel je nach Status zwei bis 72 Jungfrauen, während die Frauen, die es bis ins Paradies schaffen, nur einen Kerl kriegen.

Was es mit den paradiesischen Jungfrauen auf sich hat, erklärte der moslemische sogenannte Geistliche Muhammad Ibn Sa’d Baqna Asch’arani:

Asch’arani beruft sich in dieser Predigt auf Aussagen aus dem Koran und der Überlieferung. Seine Rede beinhaltet Aussagen wie:

Definition des Wortes „Jungfrau“:

1. Ihre Gesichtsfarbe ist sehr weiß/hell.
2. Ihr Augenweiß ist sehr weiß.
3. Ihre Augenpupillen sind sehr schwarz.
4. Ihre Augenlider sind entspannt (schläfrig).

Die Erschaffung einer Jungfrau:
Jungfrauen sind nicht aus Erde (wie Adam) erschaffen, sondern aus Safran.

Beschreibung des Körpers einer paradiesischen Jungfrau:
1. Das Gesicht ist sehr weiß und rein. In der „gesunden“ (glaubwürdigen) Überlieferung heißt es: „Wenn man das Gesicht einer Jungfrau anschaut, sieht man sich in ihrem Gesicht klarer als in einem Spiegel“.
2. Ihr Hals ist lang und sehr weiß.
3. Ihr Busen ist groß wie Granatäpfel, die rund und schwellend sind (Sure 78,33).
4. Unterhalb des Bauchnarbels beginnt die Tabuzone, die weder von Menschen noch vom Teufel jemals berührt wurden. Die Jungfrau kennt keine Menstruation, keinen Urin oder Schmutz (eine Auslegung von Sure 2, 25 ).
5. Die Beine sind sehr weiß, anziehend und leuchtend. Sie leuchten so, dass ihr Licht durch die Kleider der Jungfrau gesehen werden kann.

Die Männer im Paradies schlafen mit den Jungfrauen (Sure 36,55) in zwei Situationen:

1. Wenn die Einwohner des Paradieses dies wollen.
2. Wenn diese an die Einwohner der Hölle denken, lenkt Allah sie ab, indem er sie den Jungfrauen zuführt.

Andere Inhalte der genannten Predigt:

Allah macht eine Jungfrau auch nach dem Beischlaf immer wieder zur Jungfrau. Nur ein Märtyrer erhält 72 Jungfrauen im Paradies. Alle anderen männlichen Einwohner des Paradieses erhalten zwei Jungfrauen.

Alle Männer betreten das Paradies ohne Kleidung im Alter von 30 Jahren (so die Überlieferung von at-Tirmidhi).

Alle Jungfrauen sind jung und gleichaltrig.

Als Antwort auf die Frage „Warum erhalten Männer im Paradies viele Frauen, während jede Frau dort nur einen Mann hat?“ sagt Asch’arani:

1. Nach der glaubwürdigen Überlieferung (Hadith Sahih) sind im Paradies mehr Männer als Frauen.
2. Nach der gesunden Überlieferung ist das sexuelle Verlangen einer Frau im Paradies geringer als derartiges Verlangen eines Mannes (Sahih Muslim).

Sehr gesund scheinen die Damen nicht zu sein mit ihren sehr weißen Gesichtern und auch sonst eher seltsam, mit ihren leuchtenden weißen Beinen, ihren langen Hälsen und ihrer Tabuzone. Aber die Geschmäcker sind halt verschieden …

(Spürnase: Kreuzritter)




Hoffnung für im Iran verurteilte Todeskandidatin Nazanin Fatehi

Vor einem Jahr berichteten wir über die damals 17-jährige Nazanin Fatehi, die im Iran zum Tode verurteilt wurde, weil sie in Notwehr einen Mann tötete, der versucht hatte, sie zu vergewaltigen. Nun erfahren wir von Anna Reimann im Spiegel, dass Hoffnung bestünde, das Todesurteil könne aufgehoben werden. Die Art, in der sie das tut, vermittelt den Eindruck, der Iran sei auf dem Weg zum Rechtsstaat.

Ein Jahr lang sitzt Nazanin Fatehi nun schon in der Todeszelle. Drei Männer hatten 2005 die damals 17-Jährige und ihre 16-jährige Nichte in einem Park in einem Teheraner Vorort verfolgt – und versucht, sie zu vergewaltigen. Nazanin wehrte sich. Und verletzte einen der Männer tödlich. Im Frühjahr 2005 wurde sie festgenommen – und Anfang 2006 von einem Gericht in Teheran zum Tode verurteilt.

„Ein Exempel, damit keine Frau es mehr wagt, ihre Hand gegen einen Mann zu erheben“, verkündeten die iranischen Richter laut einem Bericht der iranischen Zeitung „Etemad“.

Nazanins Fall ging um die Welt. Menschenrechtsorganisationen machten auf die geplante Hinrichtung aufmerksam. Mina Ahadi, Vorsitzende des Internationalen Komitees gegen die Todesstrafe, hat zusammen mit Nazanin Afshin-Jam die Kampagne „helpnazanin“gestartet. Afshin-Jam ist Sängerin, ehemalige Miss Kanada und Namensvetterin der zum Tode Verurteilten. Die zwei Frauen, die beide selbst aus Iran stammen, haben mehr als 200.000 Unterschriften gegen die Hinrichtung des iranischen Mädchens gesammelt, Petitionen beim Uno-Menschenrechtsrat eingereicht, die EU informiert, Demonstrationen gegen die Todesstrafe in Iran organisiert.

Das ist jetzt interessant, denn als PI den Fall im Januar letzten Jahres aufgriff, waren – zumindest in Deutschland – nur schwer Informationen zu bekommen, von einer „weltweiten“ Kampagne oder gar Demonstrationen im Iran gar nichts zu bemerken. Und im Gegensatz zu dem in den USA zum Tode verurteilten „Kinderbuchautor“ und Mehrfachmörder Tookie Williams, dessen Name und Schicksal in aller Munde war, blieb Nazanins Elend der Öffentlichkeit weitgehend verborgen. Wir aber bekommen jetzt den Eindruck, im Iran könne man einfach so demonstrieren und etwas bewirken, denn

Heute hat das Teheraner Gericht den Fall der jungen Frau erneut verhandelt. Vertreter ausländischer Medien seien dabei gewesen, sagt die Menschenrechtlerin Mina Ahadi direkt nach Ende des Gerichtstermins zu SPIEGEL ONLINE. „Und die Richter haben entschieden, dass das Mädchen nicht absichtlich getötet hat, sondern dass es Notwehr war. Außerdem bekräftigten die Richter, dass das vorherige Urteil nicht angemessen war, weil vier angebliche Zeugen falsch ausgesagt haben.“

Hoffnung für Nazanin keimt auf. „Zwar wurde heute nicht formuliert, dass die Todesstrafe aufgehoben ist – und wir haben noch nichts schriftlich. Aber die Verhandlung ist sehr positiv verlaufen“, sagt Ahadi, die in Kontakt mit Nazanins Anwälten steht. Es könne sein, dass die junge Frau nun ein bis zwei Jahre im Gefängnis bleiben müsse. Möglich sei aber auch, dass sie in Kürze freikommt.

Ohne jede Missbilligung wird erwähnt, dass die junge Frau vielleicht noch ein oder zwei Jahre im Gefängnis sitzen muss – was ist das schon? Da fragt man sich unwillkürlich, warum um den zotteligen Murat Kurnaz so ein Theater gemacht wird. Was sind schon ein paar Jahre Knast? – Obwohl, Guatanamo ist natürlich ungleich schlimmer als ein Gefägnis im Iran.

Und im Iran gibt es sogar noch Hoffnung, wenn das Todesurteil nicht aufgehoben wird:

Aber selbst wenn das Todesurteil nicht offiziell aufgehoben wird, bestehe die Möglichkeit, dass Nazanin am Leben bleibt, sagt Jüttner. „In einem ähnlichen Fall, in dem eine Frau ihren Vergewaltiger aus Notwehr getötet hat, wurde in einem neu aufgerollten Verfahren die Todesstrafe nicht aufgehoben. Stattdessen haben die Justizbehörden Einfluss auf die Familie des Opfers genommen und sie dazu gebracht, Blutgeld anstelle der Hinrichtung zu akzeptieren.“ Damit habe das Gericht sein Gesicht wahren können und das Urteil nicht öffentlich aufheben müssen. Auch damals habe internationaler Druck bewirkt, dass die Todesstrafe nicht vollzogen wurde.

Immerhin erwähnt Reimann, dass im Iran noch mehr Kinder und Jugendliche in Todeszellen sitzen, und „viele“ Frauen sich dort in rechtlosen Positionen befinden, wir dachten allerdings, es wären alle!

Aber im Gegensatz zu den vielen namenlosen Opfern hat Nazanin international Unterstützung gefunden, wenn auch diese von der Öffentlichkeit weitgehend nicht wahrgenommen werden konnte, weil es im Gegensatz zu den amerikanischen „Opfern staatlich sanktionierter Gewalt“ keinen Aufschrei der Medien und der gutmenschlich engagierten Politiker gab. Immerhin zeigt der Fall aber, dass Unterstützung vielleicht doch etwas bewirken kann, selbst in der Hölle Iran, und dass es daher sinnvoll ist, möglichst vielen Todeskandidaten in islamischen und anderen Diktaturen ein Gesicht und einen Namen zu geben. Nicht wahr, Frau Roth? Sie wären nämlich ungleich glaubwürdiger, würden Sie sich gegen die „finalste aller Menschenrechtsverletzungen“ nicht nur im Fall von Massenmörden wie Hussein oder Gewaltverbrechern in den USA von Herzen engagieren.

Wer möchte, kann eine Online-Petition hier unterschreiben.

PI-Leser FreeSpeech macht darauf aufmerksam, dass es vor allem ein Verdienst der Blogger war, wenn der Fall Nazanin ein gutes Ende nimmt. Er schreibt:

Blogs bewirken nichts, Zeitungen bewirken nichts, der Westen bewirkt nichts. Oder doch? Denn der Blick (CH) berichtet von einem Fall, der durch die Blogs gezogen wurde und nun ein halbwegs gutes Ende fand: Den Fall von Nazanin Fatehi in Teheran. (…) Sie wurde sie zum Tod verurteilt wurde, ist ja klar. Wo kommen die Mullahs denn hin, wenn eine Frau sich wehrt? Das ist geradezu Widerstand gegen die Staatsgewalt, Landfriedensbruch, Beleidigung des Propheten. Aber die Blogger waren aktiv. (Man google bloss nach dem Vornamen, Nazanin) – mit Wirkung, Ende gut, soweit, auch wenn die Möglichkeit besteht, dass sie der Familie des Getöteten ein «Blutgeld» zahlen muss. Damit sie das nächste Mal weiss, was eine Vergewaltigung kostet und sich besser überlegt, ob sie sich wehren will. Wo kommen die Mullahs sonst hin?

Aber eines zeigt der Fall dem Westen: Die Mullahs wissen genau, was sie tun. Die Scharia gilt nur voll und ganz, solange der Westen schweigt. Bei Protest ducken sich Mullahs genauso wie das die Nazis taten, bei lautem Protest, und wie das die Sowjetkommunisten taten, bei lautem Protest. Es lohnt sich also, den Mullahs und Konsorten auf die Finger zu klopfen und konkret auf echte Menschenrechte zu pochen.

(Spürnase: Webwraith)




Henker zu Saddam: „Fahr zur Hölle!“

saddam_death.jpgGewiss, das komplette Video der Saddam-Hinrichtung ist nichts für schwache Nerven. Doch deswegen gleich in Tränen auszubrechen wie es BILD-Kolumnist Franz Josef Wagner heute tat, ist weitaus übertrieben. Das eigentlich Interessante an dem von einem Handy aufgenommenen Kurz-Video ist nämlich nicht die nur schlecht zu erkennende bewegte Aufnahme (nach dem Filmer wird übrigens derzeit "gefahndet"), sondern der letzte Dialog zwischen Saddam und seinen Henkern, den wir nachfolgend noch einmal dokumentieren.

Henker 1 zu Saddam:

"Sie haben uns zerstört. Sie haben uns getötet. Sie haben uns in Armut leben lassen."

Saddam antwortet:

"Ich habe euch vor der Armut und dem Notstand gerettet. Ich habe eure Feinde vernichtet, die Amerikaner und Perser."

Henker 2 zu Saddam:

"Ila gehanam", übersetzt: "Fahr zur Hölle!"

Saddam wird laut:

"Fahr zur Hölle!"

und beginnt ein Gebet:

"Oh Gott …"

Henker:

"Möge Gottes Segen mit Mohammed und seinem Gefolge sein."

Eine weitere Henker ruft:

"Moqtada, Moqtada, Moqtada!" Gemeint ist Schiiten-Führer Moqtada al Sadr, dessen Vater 1999 von Saddam hingerichtet wurde.

Saddam wiederholt den Namen mit Hohn in der Stimme, fragt:

"Haltet ihr das hier für mutig?"

Weitere Namen von Saddam-Opfern werden gerufen. Saddam:

"Schande über dich!"

Ein Henker ruft:

"Zur Hölle mit Saddam."

Saddam:

"Die Hölle, die der Irak ist …"

Staatsanwalt Munqidh al-Faraun ruft zur Ordnung:

"Bitte nicht. Der Mann wird hingerichtet. Ich bitte Sie inständig, damit aufzuhören.

Saddam:

"Es gibt nur einen Gott und Mohammed ist sein Prophet."

Henker und Zeugen beten mit Saddam. Saddam wiederholt das Bekenntnis. Der Henker lässt ihn nicht zu Ende beten, reißt beim Wort Mohammed den Hebel der Falltür um. Die anderen beten weiter

"… ist sein Prophet".

Stimmengewirr, Tumulte. Ein Mann ruft:

"Der Tyrann ist gefallen!"

Ein anderer:

"Lasst ihn für drei Minuten hängen …"

Ein dritter:

"Nein, nein, tretet zurück. Lasst ihn acht Minuten lang hängen. Nehmt ihn noch nicht runter …"

Saddam wird auf den Boden gelegt. Die Henker, mehrere Zeugen tanzen um die Leiche. Einer will für den Toten beten. Ein anderer schreit ihn an:

"Was? Willst du für den da beten?"

Schließlich wird Saddam in einen weißen Sack und danach in einen Holzsarg gelegt. Jawad al-Subaidi, dessen Vater und drei Brüder Saddam ermorden ließ:

"Ich bin an den Leichnam herangetreten und habe gesagt: ‚Das ist die gerechte Strafe für jeden Tyrannen.’"

(Quelle)




Mediales Tabu-Thema: Sklavenhaltung durch Moslems in Afrika

sklaven_sudan170.jpgDer Westen geißelt sich gerne und ausgiebig für seine Sünden der Vergangenheit. Kolonialisierung einhergehend mit Sklavenhaltung bzw. -handel gelten zurecht als großes Unrecht. Aber kaum jemand spricht darüber, dass genau diese Praktiken im islamischen Kulturkreis Einflussbereich weit verbreitet waren – und vor allem, dass sie es auch heute noch sind. Über ein Interview der französischen Schriftstellerin afrikanischer Abstammung Calixthe Beyala mit dem Israel Magazine berichtet Jean-Paul Picaper in der Preußischen Allgemeinen Zeitung. Es sind schaurige Zustände, über die aus Gründen der Political Correctness ein Mantel des Schweigens gebreitet wird.

Der Tag des jüngsten Gerichts wird kommen, an dem „diejenigen, die dem Sklaven nicht zur Freiheit verhalfen“ oder „an einem Tag, an dem alles Hunger hat … einem Not leidenden Armen nicht zu essen gaben, von Feuer verschlungen werden“. So steht es in der Surate 90, 13-20 des Korans, des heiligen Buches der Moslems.

Da müßten viele Anbeter Allahs im Höllenfeuer braten, denn die Sklaverei war und ist heute noch in der Einflußsphäre des Islams ein landläufiger Brauch und im Darfur sterben zehntausende Menschen vor Hunger.

In einem bemerkenswerten Interview vom „Israel Magazine“ äußerte die französische Schriftstellerin afrikanischer Abstammung Calixthe Beyala neulich: „Man behauptet oft, daß Afrika durch die europäische Kolonisierung und den europäisch-amerikanischen Sklavenhandel zerstört wurde. Die Wahrheit ist, daß die Schwarzafrikaner bereits davor von den Arabern vom 7. bis inklusive 14. Jahrhundert auf die Knie gezwungen worden waren. Afrika wurde, kann man sagen, vom Abendland nur fertiggemacht. Der Menschenhandel, der es sechs Jahrhunderte lang zerstörte, war hauptsächlich der arabische Sklavenhandel und wurde bis heute nie deutlich genug angeprangert. Der arabische Sklavenhandel und die arabische Kolonisierung werden in bestimmten Staaten wie im Sudan, Saudi-Arabien und Mauretanien heute noch fortgeführt. Die Europäer kamen lange nach den Arabern. Der transatlantische Sklavenhandel war ohnehin ganz anders als der arabische Sklavenhandel, der einer systematischen Vernichtung gleichkam. Die Araber besetzten Nordafrika und schoben die Schwarzen immer mehr in Richtung Süden“.

Calixthe Beyala hat Recht. Indonesische und sonstige ausländische Dienstboten werden in Saudi-Arabien faktisch als Untermenschen behandelt. In Mauretanien, im Sudan und in anderen moslemischen Staaten ist Fronarbeit ohne Lohn mit körperlicher Bestrafung von Leibeigenen noch hochaktuell. In Darfur im Südsudan wird endlich international vom „Genozid“ gesprochen, aber viel zu wenig steht das Ziel, das dahinter steckt, im Mittelpunkt. Auf bestialische Art und Weise wird eine schwarze moslemische von der moslemischen-arabischen Bevölkerung vernichtet, um Lebensraum für die Herrschenden zu schaffen. Die Ausrottung geschieht mit modernen Waffen rascher und leichter als im Mittelalter: „Die sudanesische Armee greift Zivilisten in der gesamten Region ohne Rücksicht an. Als erstes bombardiert sie ihre Ziele aus der Luft, dann werden Kampfhubschrauber eingesetzt und schließlich Bodentruppen – gemeinsam mit den Dschandschawid, den Reitermilizen“, berichtet Salih Osman, Anwalt und Oppositionsmitglied im sudanesischen Parlament. ….

Es wird dringend empfohlen, den ganzen Beitrag zu lesen, um weitere Einblicke in die „wundervolle“ Welt des Islam zu erhalten, der Religion des Friedens, die von uns bewundert und als Bereicherung betrachtet werden soll.

Bei der Christian Solidarity International (CSI) kann man sich über dieses Thema weiter informieren.

» CSI: Sudan: 8000 Sklaven vergessen?
» CSI: Sudan: Befreite Sklaven erzählen
» CSI: Sudan: Überlebenshilfe für Sklaven

(Spürnase: Florian G.)




Focus betreibt Geschichtsfälschung

Die pro-islamische Propagandaoffensive rollt. Je mehr der Islam sich uns als konträre und unvereinbare Gesellschaftsform zu Grundgesetz und Menschenrechten offenbart, umso lauter, dreister und verfälschender wird die mediale Darstellung pro Islam. Der Focus betreibt nicht nur erschütternden Kulturrelativismus, sondern stellt Fakten verfälscht dar und unterschlägt Unliebsames. „Fakten, falsche Fakten, keine Fakten“, lautet so mittlerweile das politisch korrekte islamfreundliche Motto des Focus?

Das Münchner Wochenmagazin hat ein Islam-Lexikon veröffentlicht, das nicht informieren will, sondern ein einseitiges, positives Bild vom Islam entwirft.

Schon im Einführungsstext geht es los mit Falschinformationen:

Der Islam ist ein aktuelles, aber häufig auch brisantes Thema. Seit den Anschlägen am 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York werden Islam und Terrorismus oft in einem Atemzug genannt. Das wird dieser Religion jedoch nicht gerecht, beruhen doch die Fundamente des Islam auf Frieden, Sicherheit und Vertrauen.

Fakten, Fakten, Fakten sind nunmal, dass der Islam nicht nur auf religiöser Inbrunst seine Fundamente errichtet hat, sondern sich überhaupt nur mit Hilfe von Gewalt, Raub, Krieg und Mord etablieren konnte. Die Jüdische Enzyklopädie beschreibt u.a. die Mord-Aufträge durch Mohammed an jüdischen Dichtern, die Kritik und Spott über den Propheten wagten. Das Judenmassaker von Medina, wo der friedliche Prophet 600-700 Männern die Köpfe abschlagen ließ, weil er ihnen Verrat unterstellte, und sie es ablehnten zum Islam zu konvertieren. Die Frauen wurden versklavt (auch sexuell versteht sich), wobei sich auch der Prophet an einer armen Frau, deren Angehörige zuvor enthauptet wurden, verging.

Doch auch gegen die heidnischen Araber war Mohammed und der Islam extrem gewalttätig und absolut intolerant. Ein paar biografische Details, basierend auf islamischen Quellen selbst, die den Focus der Falschinformation, im Volksmund Lüge genannt, überführen:

Jetzt will er, als letzter Gesandter Gottes, der Wahrheit mit dem Schwert zum endgültigen Sieg verhelfen. Die Problematik des Themas Gewalt sieht er aber wohl selbst: »Das Schwert«, sagt er, »ist der Schlüssel zum Himmel und zur Hölle.«
Mohammed, der Krieger: Systematisch baut er eine Armee auf, in der eiserne Disziplin herrscht. In seinen noch verbleibenden zehn Lebensjahren wird er 74 Kriege befehlen, 24 davon persönlich leiten. Krieg gibt es auch in der eigenen Stadt. Als herauskommt, dass die letzte in Medina verbliebene jüdische Sippe mit Mekka gegen ihn kons-piriert, lässt Mohammed alle Männer töten. Laut Ibn Ishaq, Verfasser der ersten Biografie Mohammeds (entstanden 120 Jahre nach Mohammeds Tod), sieht der Prophet ungerührt dem Blutbad zu. 600 Männer werden einer nach dem anderen durch seinen Neffen Ali enthauptet. Womöglich auch als Rache für ein Vergehen, bei dem der eher humorlose Prophet absolut keinen Spaß versteht: Immer wieder hatten die Juden Spottverse über ihn verbreitet.
Kriege führt er aber vor allem draußen, gegen Mekka und mit Mekka verbündete Wüstenstämme. Und Krieg bedeutet in dieser Zeit in erster Linie: Raubüberfälle auf Karawanen. Dabei bricht der Prophet nicht nur sein eigenes Gesetz (»Dieben und Diebinnen soll man die Hände abhacken«), sondern scheinbar skrupellos auch bisher unumstößliche Regeln der Wüste: Sogar Wasserstellen lässt er einmal zuschütten, um eine anvisierte Karawane auf eine andere Route zu locken – bis dahin ein absolutes Tabu. Damit sichert er sich nicht nur den Sieg, sondern zeigt auch: Er darf sich, wenn nötig, über das Gesetz stellen, denn er handelt im Namen Gottes. Ein gefährliches Vorbild – bis heute.
Mit jedem erfolgreichen Übergriff wächst Mohammeds Ruhm und die Angst vor seinen Kriegern. Bald ist die gesamte arabische Halbinsel über Nester von Anhängern vernetzt, die nach Medina wertvolle Informationen über Komplotte, Clans und Karawanen liefern. 630, nach mehrmaligen Anläufen, größeren und kleineren Scharmützeln, fällt auch Mekka. Auf einem weißen Kamel zieht der Prophet mit zehntausend Männern in seiner Heimatstadt ein. Seine erste Tat: Er zerstört die Idole im Tempel. Dann lässt er zum Gebet rufen. Das heidnische Heiligtum wird zur zentralen Gebetsstätte des Islam.

Viele dieser Verbrechen finden ihre Entsprechung im Koran, der nur so strotzt vor Gehässigkeit gegen Ungläubige und vielfach zu deren Ermordung/Tötung aufruft.

Sind das für den Focus die Fundamente des Friedens, auf denen der Islam angeblich beruht?

Im Focus Islam-Quiz wird jedenfalls weiter volksverdummt. Beispiel:

Was bedeutet Islam?

  • Eifer
  • Versöhnung
  • Hingabe

Die richtige Antwort fehlt: Unterwerfung.

Der Begriff Moslem, oder Muslim, bedeutet übrigens passend „der Gehorsame“.

Unter “Heirat“ erklärt uns der Focus:

Ein Muslim sollte innerhalb seiner Religion heiraten, damit die Kinder aus einer solchen Ehe im Islam erzogen werden. Der Koran gestattet aber ausdrücklich auch die Heirat mit jüdischen und christlichen Frauen. Nicht erlaubt ist die Heirat mit heidnischen Frauen.
Nicht erwünscht ist die Heirat von Musliminnen mit Andersgläubigen. Es wird befürchtet, dass der nichtmuslimische Ehemann die Kinder nicht im Islam aufwachsen lässt.

„Nicht erwünscht“? Eine nette Verharmlosung islamischer Intoleranz und Rechtssprechung. Es ist gemäß islamischem Recht strengstens verboten, dass eine Muslima ein sexuelles Verhältnis mit einem Ungläubigen eingeht. Es wird als Glaubensabfall betrachtet und mit dem Tod bestraft. Ob der Focus solches meint, wenn er eingangs schreibt, der Islam schaffe „Sicherheit und Vertrauen“? Warum findet es der Focus eigentlich nicht kritikwürdig, dass über solche Gesetze die Verfügbarkeit weiblicher Fruchtbarkeit zu Gunsten der demografischen Expansion des Islam optimiert wird?

Die patriarchalischen Vorrechte der Männer im Islam werden erst gar nicht erwähnt. Etwa das Prügelrecht zur Erzwingung sexueller Unterwerfung der Frau (Sure 4,34), die Benachteiligung vor Gericht als Zeugin oder im Erbrecht. Und generell die degradierende Definition der Frau als minderwertiger Mensch sowie die Zwangsehe als einzig legitimer Form der Eheanbahnung gemäß Sure 4,25.

Fälschen – Fälschen – Fälschen

Unter dem Stichwort „Schleier“ kredenzt der Focus folgendes:

Der Grad der „Züchtigkeit“, beziehungsweise der Verhüllung, unterliegt traditionellen Bedingungen. Manche Gesellschaften machen den Gesichtsschleier zur Bedingung für das Auftreten der Frau in der Gesellschaft. In Pakistan tragen die Frauen die sogenannte Burqa, die nur die Augen frei lässt. In Afghanistan geht man sogar noch weiter, die Frauen können nur durch ein engmaschiges Stoffgitter schauen und sind ansonsten vollständig von den blauen oder gelben Gewändern verhüllt. Im Iran trägt man den Tschador, ein weites Tuch, das Haare und Körper einhüllt und nur das Gesicht freilässt. In der Türkei und einigen arabischen Staaten tragen viele Frauen nur ein lockeres Kopftuch.

„In Pakistan tragen die Frauen“ … das klingt so, als würden sie dies freiwillig tun. Tun sie sogar – denn wenn die islamische Frau „unsitttlich“ umher geht, droht ihr brutale Gewalt und Ächtung ihrer selbst und ihrer Familie, in den meisten islamischen Ländern. Davon steht nichts im Focus-Islam-Lexikon.

Verständnisvoll schreibt der Focus:

Der Koran enthält keine Hinweise auf ein Verschleierungsgebot, doch sollen Frauen ihre Reize nicht offen zur Schau stellen, um den Männern keine Gelegenheit zu unzüchtigen Gedanken zu geben und nicht belästigt zu werden.

Das fällt dann wohl unter den Aspekt der „Sicherheit“, die der Islam gewährleistet.

Dann bietet der Focus noch einem Religionswissenschaftler namens Kippenberg Raum für seine Thesen:

FOCUS: Sind denn Koran oder Bibel derart eindeutig?

Kippenberg: Eben nicht, die Tradition ist immer vielfältig. Mohammed zum Beispiel war am Anfang seiner Laufbahn friedlich. Es finden sich auch entsprechende Suren. Erst nach seiner Staatsgründung in Medina, entstanden Suren, die alle Muslime auffordern, die Heiden anzugreifen und zu töten. Die entscheidende Frage ist nun, ob die jüngeren Suren die alten aufheben. Das behauptet die traditionelle Exegese. Es gibt heute aber auch islamische Gelehrte, die dieses Prinzip der Aufhebung für falsch halten. Solche Diskurse werden aber in unserer Medienöffentlichkeit leider ignoriert.

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Kippenberg: "Über die Jahrhunderte gesehen verantwortet sicherlich das Christentum die meisten Opfer von Gewalt."

Böse westliche Medien. Leider nennt uns auch Kippenberg keinen dieser islamischen Theologen. Sonderlich einflußreich sind sie jedenfalls nicht, denn das Prinzip des Naskh, der Nachrangigkeit der frühen friedlichen Suren vor den späten gewalttätigen, stellt kein islamischer Theologe in Frage. Auch verschleiert Kippenberg, dass die Hass- und Gewaltsuren jederzeit als Inspiration zur Verfügung stehen und sich immer Moslems finden werden, diese umzusetzen – so lange der Islam existiert. Kippenberg zündet eine rhetorische Rakete nach der anderen, doch Substanz haben sie alle nicht.

FOCUS: Sollte man nicht einfach auf die Praxis der Religionen schauen?

Kippenberg: Diese ist auch widersprüchlich. Früher zum Beispiel zeichneten sich islamische Reiche nicht durch besondere Gewalt gegen Andersgläubige aus. Auch wenn es keine Gleichberechtigung gab, so duldeten sie zumindest Juden und Christen. Als dagegen die Christen Spanien im 14. Jahrhundert wiedereroberten, bekehrten sie zwangsweise die Juden und vertrieben die Muslime. Über die Jahrhunderte gesehen verantwortet sicherlich das Christentum die meisten Opfer von Gewalt.

Kippenberg macht, was fast alle Islamverharmloser tun:

  1. Er lenkt von dem ab, was wesentlich ist: Dass heute niemand mehr dem Christentum des Mittelalters anhängt. Es aber sehr wohl an kritischer Distanz in der islamischen Welt zum gewalttätigen Islam der Gegenwart, dessen Mittelalter und gegenüber der Gründerfigur fehlt.
  2. Kippenberg verfälscht Geschichte. In Andalusien war die Herrschaft der Moslems eine grausame Schreckenszeit mit kurzen, punktuellen Ausnahmen, die der Toleranz einzelner Herrscher zu verdanken sind. Geschichtsverfälschend rechnet Kippenberg dies jedoch dem Islam an.
  3. Kippenberg stellt den etablierten Toleranzmythos islamischer Herrschaft in Spanien christlicher Intoleranz gegenüber. Auf der anderen Seite des Mittelmeeres gab es die furchtbare Türkenherrschaft des Islam, wo Millionen von Menschen als Sklaven verschleppt wurden und Konstantinopel vernichtet wurde. Darüber äußert Kippenberg keinerlei Bedauern. Oder warum erwähnt er nicht Timur Lenk, einen islamischen Mongolen und einer der grausigsten Schlächter der Menschheitsgeschichte?
  4. Kippenberg betreibt durch selektive Information (die diese Bezeichnung noch nicht einmal verdient) eine manipulative Suggestion. Bei einem Religionswissenschaftler kann man Geschichtskenntnisse voraussetzen. Die pro-islamische Einseitigkeit Kippenbergs hingegen offenbart seine ganze Intention.

Kippenberg vermischt munter das Verhalten von Anhängern eines Glaubens mit der Glaubenslehre und nimmt das Verhalten als repräsentativ für die Lehre selbst – sowohl beim Hinduismus, Buddhismus und Christentum. Auf diese Weise entlastet er den Islam, der in zahlreichen Suren plus dem Handlungsvorbild des Propheten offen zu Krieg und Mord aufruft. Er lenkt von der islamischen Besonderheit ab, zukunftsgerichtete Weisungen für Krieg und Mord zu enthalten zwecks Ausbreitung und Erhalt eines religiösen Herrschaftssystems.

FOCUS: Zumindest die fernöstlichen Religionen gelten als friedlicher.

Kippenberg: Das ist ein Märchen. Die gewaltsame Zerstörung der Moschee in Ayodhya 1992 zeigt, dass auch der vermeintlich so tolerante Hinduismus Opfer fordern kann. Nachdem Hindus in dem nordindischen Pilgerort sie abgerissen hatten, da sie angeblich über dem Geburtstempel des Gottes Rama stand, kam es zu Auseinandersetzungen, die über 1000 Menschen, hauptsächlich Muslime, das Leben kostete.

Kippenberg verschweigt natürlich, wie brutal der Islam in Indien eingefallen ist. Er verschweigt auch, dass der Hinduismus keine Religionskriege wie das Christentum und der Islam kennt. Er missbraucht Einzelereignisse und stellt diese als repräsentativ der systemimmanenten islamischen Gewalt gegenüber, um so den Anschein zu erwecken, es seien doch alle Kulturen prinzipiell gleich gewalttätig.

Unsere Massenmedien „bescheißen“ (sorry für die Wortwahl, aber in diesem Fall leider 100 prozentig zutreffend) uns geradezu mit Geschichtsfälschungen, subtilen Analogschlüssen und schiefen Vergleichen, um den Islam zu verharmlosen. Umgekehrt konnte man bisher wohl kaum in einem deutschen Massenmedium erfahren, dass der Prophet Mohammed einen Massenmord und zahlreiche Kriege und Raubzüge zu verantworten hat. Dass er ein Massenmörder war. Dass er Geschlechtsverkehr mit einer Neunjährigen hatte (so jemanden nennt man normalerweise pädophil). Niemand wagt es, diese Fakten auszusprechen, obwohl es in Teilen der islamischen Welt ganz offizielle Rechtssprechung ist, dass „Ehen“ mit Mädchen ab Neun zulässig sind. Und islamische Länder, die offiziell nicht die Scharia anwenden, verurteilen islamische Länder mit Scharia keineswegs. Der Focus hat mit keinem Wort diese Besonderheiten des islamischen Eherechts erwähnt. Sind die Kinder, die diesem grausigen „Recht“ ausgeliefert werden, kein Mitgefühl und keine Solidarität wert? Die pro-islamische, politische Korrektheit fordert hier wegsehen ein – und Medien wie der Focus sehen in den oben zitierten Beispielen weg bzw. verweigern uns objektive Informationen über den Islam.

Angesichts dessen was der Islam lehrt, und wie sich diese Lehre auswirkt (z.B. in Form von Zwangsehen auch von Kindern hier in Deutschland sowie Mordbedrohung gegen diese Kinder, wenn sie sich den arrangierten Vergewaltigungen widersetzen oder durch Flucht entziehen), sind die pro-islamischen Darstellungen des Focus nicht nur fragwürdig. Sie sind – wenn man es von einem solidarischen Standpunkt mit den Opfern islamischer Gewalt- und Diskriminierungslehre aus betrachtet – erschütternd und machen traurig. Es ist grade angesichts der deutschen Geschichte unbegreiflich, wie man so viel Ignoranz gegenüber menschlichem Leid aufbringen kann.

» Email an Kippenberg
» Email an die Focus-Redaktion: redaktion@focus.de




Islam als Lifestyle

Die gefährliche Verharmlosung einer totalitären Ideologie: Dass „Islam“ der Inbegriff von Frieden und Toleranz ist, weiß im Dhimmi-Westen längst jedes Kind. Aber dass der Islam auch megacool sein kann, muss sich erst noch rumsprechen. Derzeit ist Ramadan, die globale, islamische Fun-Party. Einen vollen Monat jede Nacht eine geile, riesige Sause weltweit, wie uns die taz erläutert.

Was hat der Westen dagegen zu bieten? Einen einzigen Heiligen Abend und Silvester. Wo wir harmlos böllern, während im Islam „richtige Böller“ (hier und hier) gemäß Prophetenvorbild für Stimmung sorgen. Farbenprächtige Kopftücher bereichern das Straßenbild, während westliche Frauen mit lediglich vier Haarfarben laaaanngweilen. Lustige, knallbunte Burkini-Bademode schützt vor Hautkrebs und garantiert beim Beach-Life optische Vielfalt anstatt westlicher Einfalt.

Barbiepuppen wirken nur noch obszön und dämlich neben der frommen „Fulla“ mit Hijab und Gebetsteppich. Und Coca Cola, das bush-bittere Imperialistengesöff schlechthin, schmeckt öde im Vergleich zum islamischen Megataste von Mekka-Cola, dem Cool-Drink des Propheten.

Die Vielfalt des Islam garantiert mehr, als nur den Anblick eines Finsterlinges wie Khomeini, die Folgen mörderischer Intoleranz oder ein paar Ehrenmorde.

Islam – das bedeutet laut SpOn Liebesglück in der Zwangsehe. Islamisch leben und denken heißt rebellisch cool im Trend liegen gegen westliche Dekadenz. Das löst bei vielen Ungläubigen, speziell den Linken, knisternde 68er-Deja-Vu´s aus. Da kommt Yussuf Islam, Begründer mehrerer Koranschulen, der in seinem früheren, ungläubigen Leben, auf den profanen Namen Cat Stevens reagierte, genau zum richtigen Zeitpunkt aus der Versenkung zurück. Eine neue CD, Konzerte, und ein ganz arg lieber Yussuf belehren uns, wie friedlich der Islam doch ist, dass dieser „eigentlich“ nichts mit der Scharia zu tun hat, und wie gut er sich anfühlt für jeden, der in der westlichen Dekadenzgesellschaft die Sinnsuche wagt. Hippie-Flower-Power, Hare Krishna, Baghwan, Love & Peace, Hausbesetzerszene, Ökoprotest und friedensbewegt, Anti-AKW und Vollwertkost – alles out ! Ziemlich dead and gone. Das ist für sich genommen wenig beklagenswert. Denn zur Sinnstiftung gibt es ja immer noch bauchfrei und Schaum-Parties. Doch zeigt sich zugleich eine Abnahme westlicher Kulturdominanz.

In den westlichen Großstädten entsteht eine neue Mischkultur, die sowohl westliche Elemente als auch exotische enthält. In der Musikszene sind orientalische Klänge längst etabliert. Könnte der Islam also zu einer Art „Modeerscheinung“ werden? In den Medien und der Politik ist es längst chiq, sich dem Islam anzubiedern. Madame Kanzlerin

absolviert mit dem türkischen Ministerpräsidenten Erdogan im Kreise seiner Getreuen ein „Iftar-Essen“, das traditionelle Fastenbrechen während des Fastenmonats Ramadan. Eine Geste, die Schröder mit „seinem Freund“ Erdogan vor einem guten Jahr schon vorgemacht hatte.

Coole Nummer, Angi und Gerd. Noch cooler, dass man von Erdo niemals verlangen würde mit uns einen Sonntags-Schweinebraten zu verzehren. Es gilt als grob unhöflich, von einem Moslem das zu verlangen, was man selbst als Tugend betreibt. Anbiederung an den Islam ist so in, wie sich Ende der 60er die Haare wachsen zu lassen und Drogen einzuwerfen. Die europäische Kultur im sinnvergessenen Wertevakuum, ist naturgemäß offen für Neues. Für eine Botschaft, die weiß, wo es langgeht. Auch das hat seinen historischen Vorläufer. (grusel)

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis islamische „Popkultur“ sich auch in Europa ausbreitet. Diese flankiert die politische Indoktrination islamischer Organisationen in unseren Medien, Politik und Behörden, sowie die theologisch-juristische Indoktrination über Moscheen, „Kulturzentren“ und Islamunterricht. Islam als Lifestyle – ein Konzept das aus mehreren Gründen voll aufgeht.

Menschen sind eine kollektiv lebende Spezies. Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft schafft ein Gefühl des Wohlbefindens, basierend auf Geborgenheit und Anerkennung. Einer herausgehobenen Elite-Gemeinschaft anzugehören (wie dem Islam), schmeichelt dem Ego nochmals. Man fühlt sich als jemand Besseres, ohne dafür eine Leistung erbringen zu müssen. Der Islam bedient diese niederen Bedürfnisse sehr effizient, allerdings um den Preis des Verlustes an Individualität und Selbstbestimmung (darum heißt Moslem ‚der Gehorsame‘) und der Erschaffung einer hierarchischen Diskriminierungsgesellschaft.

In der islamischen Welt bedient längst ein popkultureller Gegenentwurf zum westlichen Einfluß diese Bedürfnisse. Ein Islam-light, der oberflächlich westlichen Modetorheiten ähnelt, jedoch genauso die islamisch-politische Ideologie im Denken und Handeln etabliert. So wird aus einem anfangs freiwilligen Lifestyle das One-Way-Ticket in die islamische Gehorsams- und Zwangsgesellschaft.

Ein Trend-Beispiel aus Ägypten verdeutlicht, wie subtil der Islam psychologisch expandiert. Auszüge aus dem Zeit-Artikel „die Pop-Islamisten“:

Eine neue Generation junger Muslime folgt der sanften Botschaft eines pazifistischen TV-Senders in Kairo. Er sendet weltweit und begeistert die Mittelschicht-Jugend zwischen Birmingham und Singapur für den »richtigen« Islam. Die Religion bestimmt ihr Leben, doch das hindert sie nicht daran, Trends aus anderen Kulturen, besonders aus dem Westen, zu übernehmen. Sie versehen Musik, Talkshows und Mode mit islamischen Vorzeichen, und schon gehören sie ihnen. …. »Ich habe dann beschlossen, mit meiner Musik dem Islam zu dienen.«….. Er kombiniert die traditionellen Inshad-Gesänge, mit denen seit Jahrhunderten der Prophet gepriesen wird, mit Popelementen. Instrumente werden nur sehr sparsam eingesetzt. Wenn er singt, klingt es nahöstlich, doch seine Worte sind Englisch. Ab und zu lässt er eine arabische Strophe einfließen. Für Westler klingt dies exotisch. Für Araber auch, denn Sami Yusuf spricht Arabisch mit britischem Akzent. Er mischt Rhythmen und Lebensgefühl aus beiden Welten. Er lebt zwischen Manchester und Kairo, und er hat Fans in der ganzen Welt. Eine Million Mal hat sich seine CD Der Lehrer verkauft. Sie ist ein Hit in der arabischen Welt, war aber auch in der Türkei auf Platz eins. Monatelang. In Indonesien sind seine Konzerte ausverkauft, und auch aus Deutschland bekommt er Fanpost: »Wer deine Musik hört, dem schmilzt das Herz. Bitte mach, dass alle Menschen sie hören und so zum Islam finden«, schreibt »Turkishgirl« aus Köln.

Popstars, aber auch Intellektuelle, wie alle öffentlich agierenden Charismatiker, wirken für viele Menschen als Leithammel. Sie bieten scheinbar Orientierung und befriedigen den Wunsch nach verstanden werden ebenso wie nach Vorbildern. So wirkt das Auftreten islamistischer Popstars (oder auch z.B. TV-Moderatoren und Schauspielern) auch ohne direkt missionierende Botschaft suggestiv als beispielhaft:

»Ich bin kein Missionar!«, betont dieser. »Ich singe auch nicht direkt über die Religion. Ich singe über das Gute im Menschen, das, was uns alle verbindet. Aus meiner Sicht sind gute Muslime in erster Linie gute Menschen«, sagt er und nippt an einem zarten Mokkatässchen: »Ich freue mich, dass ich mit meiner Musik bei diesem Projekt – das Gute zu fördern – mitmachen kann.« Ein Teil seines Erfolgs ist, dass Sami Yusuf religiös ist und dieses zeigt. Um die anstößigen Seiten der westlichen Popindustrie, um wilden Sex und Drogen macht er einen Bogen. Seine Musik ist sauber. Das kommt an.

Egal, ob sie in Kairo, Singapur oder Berlin zu Hause sind, sie fühlen sich zugehörig zu einer großen Gemeinschaft. Sie verbindet, dass sie die moralische Dekadenz des Westens ablehnen. Die neue Bewegung knüpft an frühere Generationen von Islamisten an und nennt sich Sahwa, Bewusstwerdung. Sie hat sich der Nahda, der Renaissance des Islams verschrieben. Den Neuen geht es jedoch nicht mehr darum, Regierungen zu stürzen. Sie wollen die Gesellschaft verändern, indem sie selbst bessere Menschen werden. Die Sahwa-Bewegung hat keine Zentrale und kein Manifest. Dafür gibt es Stars, Internet-Seiten und TV-Sender, die sich der Idee verschrieben haben. Sie glauben, dass eine bessere Welt möglich ist, wenn sich alle an den Islam halten. Den richtigen Islam, natürlich. Junge Muslime weltweit fühlen sich dieser Idee verbunden.

»Unsere Länder werden von fremden Einflüssen überspült, und wir wissen gar nicht mehr, wer wir eigentlich sind. Die Jugend braucht in dieser Krise Leitfiguren. Iqra versucht, ihnen einen Weg zu weisen, der mit Extremismus und Gewalt nichts zu tun hat«, sagt Mohammed Hamdan. Das Programm wird zum großen Teil in Dubai und Kairo produziert und kann weltweit empfangen werden. Auch in Deutschland hat der Sender viele Zuschauer. Iqra bietet konservativen Islam in verschiedenen Darreichungsformen: Religionsgelehrte vom Golf in traditionellem Gewand warnen vor den Höllenqualen, die schlechte Muslime im Jenseits erwarten. Die Talkmasterin Abeer Sabri hingegen plaudert mit Jugendlichen über das Leben. Bis vor kurzem war sie in eher schlüpfrigen Rollen im Kino zu sehen. Jetzt ist sie einer der Stars von Iqra. Ihre Art, das Kopftuch besonders bauschig um den Kopf zu stecken und das Kinn mit einer extra Stoffschicht zu betonen, wird von Teenies tausendfach kopiert.

Mohammed Hamids Zentrum erinnert eher an ein Fitness-Center als an eine Religionsschule. »Wir haben moderne didaktische Methoden entwickelt, mit denen die jungen Leute hier den Koran lernen«, erklärt Mohammed Hamid. Auf dem flauschigen Teppichboden des Gebetsraumes sitzen Frauen in Zweiergruppen. Die eine hört die andere ab. Wenn der Vers sitzt, macht sie ein Häkchen auf dem Trainingsplan. »Das Auswendiglernen des Korans verändert den Menschen. Die Religion erklärt den Sinn unserer Existenz. Vielleicht kann man es vergleichen mit Sozialisten. Sie haben ein Gefühl, aber erst wenn sie das Kapital von Marx studiert haben, bekommt dieses Gefühl ein solides Fundament.«

Ideologischer Dogmatismus, blindes Festhalten an einmal als „richtig“ Erkanntem, das ist in der Tat die Charakter- und Denkstruktur vieler Linker und Multikulturalisten. Die Sympathie vieler Linker für den Islam entspringt in der Tat zu einem erheblichen Anteil deren Neigung zu dogmatischer Erstarrung und Intoleranz.

Er hat moderne Methoden eingeführt, und die freundlich gestalteten Räume haben mit den kargen Moscheeschulen, in denen in armen Gegenden der arabischen Welt Kindern bis heute von autoritären Gelehrten Sure für Sure eingepaukt wird, nichts gemein. Der Inhalt ist der gleiche, doch die Form wurde – passend zur trendbewussten Klientel – modernisiert. Koransuren herunterschnurren ist plötzlich wieder schick. 7000 Studenten sind bei ihm eingeschrieben. Sein Zentrum hat inzwischen schon fünf Filialen, und seit kurzem leitet Mohammed Hamid via Iqra Jugendliche sogar weltweit an.

Der Topstar unter den Pop-Islamisten ist Amr Khaled.

Er erteilte »Unterrichtsstunden« in einer Moschee in Kairo, und im ganzen Viertel lauschten die Jugendlichen der Lautsprecherübertragung seiner Geschichten über das Leben des Propheten und wie man sich als junger Muslim in der komplizierten Welt zurechtfindet. Schnell füllte er ganze Stadien. 4000 kamen zu einer Gastlesung, die er 2004 in Hanau gab. Seine Homepage gehört zu den 50 meistangeklickten Seiten weltweit, berichtet sein Webmaster. Amr Khaled hat Ägypten verlassen, nachdem die Regierung ihm verboten hatte aufzutreten. Er war dem Regime und besonders dem religiösen Establishment zu einflussreich geworden. Auch wenn der Konflikt inzwischen behoben sein soll, bleibt Amr Khaled in Birmingham. Seine Sendung, die im Libanon aufgezeichnet wird, lebt von ihm und seiner Botschaft.

»Amr Khaled fordert die Menschen auf: Macht was aus eurem Leben! Übernehmt Verantwortung! Er sagt den Menschen, dass Religion eben nicht nur Beten und Fasten bedeutet. Das hat einen richtigen Mentalitätswechsel ausgelöst«, sagt der Übersetzer Khaled Farag. Er lebt im Rhein-Main-Gebiet. Auch er opfert einen Teil seiner Freizeit für ein Projekt der Sahwa. Über 400 Freiwillige aus 21 Ländern haben sich zusammengeschlossen, um die Botschaft von Amr Khaled in andere Sprachen zu übersetzen. »In den letzten Jahren ist viel Schlechtes über den Islam berichtet worden. Wir wollen das Bild wieder geraderücken. Amr Khaleds Texte eignen sich dafür, da er den Menschen die Inhalte des Islams in einer zeitgenössischen Sprache nahe bringt«, erklärt Khaled Farag seine Motivation. Die Pop-Islamisten beweisen, dass Osama bin Laden nur ein Gesicht des Islam in der globalen Welt ist. Amr Khaled, Sami Yusuf und Co. stehen für das Gegenkonzept – und sie sehen sehr viel besser aus. Kein Wunder, dass die Mehrheit der muslimischen Jugendlichen ihnen den Vorzug gibt.

Fazit: „Modern“ ist an der sich entwickelnden pop-kulturellen Ausformung des Islam nur die Vermarktung, nicht aber der Inhalt. Über das Bedürfnis der Zusammengehörigkeit und Sinnsuche im Leben, wird die Ethik der Scharia vermittelt, ein totalitärer Despot und Prophet als Heilsfigur etabliert. Im Westen kommt die popkulturelle, verharmlosende Vermarktung des Islam den Islamfreunden sehr gelegen. Sie greifen die propagandistische Selbstdarstellung modern wirkender Moslems, die aber dennoch voll zur Scharia stehen, gerne auf, um sich in ihrer ideologisch-blinden Verharrung eines idealisierten, Europa-kompatiblen Islam bestätigen zu können. Folglich deuten unsere Dhimmi-Medien islamische Menschenrechtsverletzungen zum Lifestyle um, der ungeachtet seiner politischen wie diskriminierenden Fakten neben bauchfreier Harmlosigkeit gleichberechtigt seinen Platz finden soll. Wie einst bei der Bewegung der 68er folgt dem Lifestyle ein Wertewandel und institutioneller Durchmarsch, der immer weitere Bevölkerungskreise erfasst. Zuerst wird die islamische Bevölkerung Europas re-islamisiert, von westlicher Dekadenz zunehmend „befreit“. Doch ein oberflächlich modern wirkender Islam, der sich als esoterische Spielart darstellt, wird auch im Westen zumindest ein hohes Maß an freundlicher Duldung, wenn nicht sogar Anziehungskraft entfalten.

Sollte es so kommen, übernimmt die Ethik der Scharia eine gestaltende Rolle und höhlt das Grundgesetz schleichend aus, weil es von der Bevölkerung, die sich immer mehr islamischen Sitten anpasst, nicht mehr getragen und gelebt wird. Dieser fließende, schleichende Wandel unserer Gesellschaft ist weitaus nachhaltiger und somit bedrohlicher als jeder Terroranschlag. Denn er sagt, dass islamisches Unrecht zum Gesellschaftssystem wird.




Einzige Haltung ist demütige Unterwerfung

Kürzlich erschien in der Weltwoche ein Beitrag von René Marcus mit dem Titel „Das Buch der zwei Seiten„, der leider nicht kostenfrei online zur Verfügung steht. Der Autor befasst sich mit dem Koran und stellt gleich zu Beginn die Frage, ob man dieses Buch überhaupt lesen könne, ohne dass es einem die Sprache verschlage.

Niemand könne das Erstarken des Islam in den letzten Jahrzehnten begreifen, wenn er nicht zur Kenntnis nehmen wolle, dass alle Probleme mit dem Islam religiöser Natur seien. Zwar würden religiöse Gefühle instrumentalisiert, aber die Protestler schwenkten ihr heiliges Buch und skandierten Suren daraus. Marcus fragt, was in diesem Buch steht, dass es solche Macht über die Seelen gewinnen kann:

Zunächst einmal befehle der Koran unmissverständlich das Töten von Ungläubigen und zwar immer und immer wieder.

Betrachten wir ganz nüchtern den Textbefund, philologisch aufbereitet. Die arabische Wurzel qtl (‚töten‘) erscheint – mit allen Ableitungen – im Koran 187 Mal, davon 25 Mal im Imperativ. (Zum Vergleich: im hebräischen Alten Testament, wahrlich nicht immer ein friedfertiges Buch, kommt die entsprechende Wurzel qtl nur 4 Mal vor, die semantisch verwandte Wurzel rsh (‚morden‘) 46 Mal, aber nie als positiver Imperativ – nur negativ im Verbot „Du sollst nicht töten“.) Nicht alle Imperative im Koran sind Aufforderungen an die Gläubigen zur Tötung von Ungläubigen, aber doch die überwiegende Mehrzahl; (…)

Zum Beispiel diese:

„Wenn sie sich abkehren, dann ergreift sie und tötet sie, wo immer ihr sie findet.“ (4:89)

„Bekämpft sie [die Ungläubigen], bis es keine Verführung [zum Unglauben] mehr gibt und alle Religion auf Gott gerichtet ist.“ (8:39)

„Wenn sie sich nicht zurückziehen von euch noch euch Frieden bieten noch ihre Hände zügeln, ergreift sie und tötet sie, wo ihr sie trefft, und über diese haben wir euch klare Gewalt gegeben.“ (4:91)

Aber natürlich habe der Koran auch noch anderes zu bieten, zum Beispiel den schönen Vers 5:32, der gerne zitiert wird, um die Friedfertigkeit des Islam zu unterstreichen. Er lautet:

„Wer eine Seele tötet, ohne dass [das Opfer seinerseits] eine Seele [getötet hätte] oder eine Gewalttat im Land begangen hätte, [das ist so] als hätte er die ganze Menschheit getötet; und wer sie am Leben erhält, [das ist so] als hätte er die ganze Menschheit am Leben erhalten.“

Also kurz gefasst: Wer eine Seele tötet, der tötet die ganze Menschheit. Ein wahrhaft erhabener Vers, würdig einem allgemeinen Menschheitsethos als Leitsatz voranzustehen. Allerdings währt die Freude nicht lange, denn unmittelbar im Anschluss daran heißt es:

„Der Lohn derer, die gegen Gott und seinen Gesandten in den Krieg ziehen und Verderbnis im Land verbreiten, ist, dass sie hingemetzelt werden oder gekreuzigt werden oder ihnen die Hände und Füsse überkreuz abgeschnitten werden oder sie aus dem Land verjagt werden.“ (5:33)

Eben noch die Gleichsetzung des Tötungsopfers mit der ganzen Menschheit; und sofort danach dieses: Metzelei, Kreuzigung, kreuzweises Abhacken von Händen und Füssen oder, gnädigerweise, Vertreibung. Die Regeln der Humanität gelten nur für die Gläubigen. Für die Ungläubigen hingegen gilt Folgendes:

„Verflucht sind sie! Wo immer man auf sie stößt, sollen sie sie ergriffen und mit gewaltiger Metzelei gemetzelt werden.“ (33:61)

Natürlich, so Marcus, wird jeder vernünftige Moslem der Welt dieses Tötungsgebot auf lange vergangene Zeiten beziehen, als der Urislam sich noch mit Waffengewalt gegen seine Feinde behaupten musste. Man könne das Tötungsgebot aber auch wörtlich nehmen, denn der Koran sage im Gegensatz zur Bibel von sich unmissverständlich und in aller Deutlichkeit,

dass er Gottes unveränderbares Wort sei, das ewige Geltung beanspruche und an dem weder gedeutelt noch gezweifelt werden dürfe.“ Vor allem müsse man im Westen endlich begreifen, dass der Koran eben nicht irgendein heiliges Buch sei sondern die Inkarnation Gottes, somit eine Position habe wie Jesus im Christentum: „Hier verkörpert sich Gott in einem Menschen, dort in einem Buch. Daraus resultiert die Stellung des Propheten: Wohl ist er nur ein Mensch, kein Gott; aber er ist das geweihte Sprachrohr Gottes auf Erden.“

Ein ums andere Mal würde der Koran seine Einzigartigkeit betonen. Da der Koran von Gott zum Propheten herabgesandt wurde, sei die einzig mögliche Haltung diesem Buch gegenüber „demütige Unterwerfung“, was die wörtliche Bedeutung des arabischen Islam sei.

Kein anderes Buch der Weltliteratur würde eine solche Ausnahmestellung für sich selbst beanspruchen.

Ganz am Anfang dieses Buchs, nach der einleitenden Sure, steht der folgende Vers: „…dies ist das Buch, in dem kein Zweifel ist, Führung für die Frommen…“ (2:2)

In ähnlicher Weise wird im Koran immer wieder diese Position bekräftigt. (…) Dieses Buch enthält die einzige Wahrheit und alles, was ihm widerspricht, ist Lüge: „Wir schleudern die Wahrheit gegen die Lüge, und sie zerschmettert ihr den Schädel, dass sie zugrunde geht. Weh euch darüber, was ihr erdichtet!“ (21:18)

Der Koran ist somit die göttliche Vollendung der Geschichte: „Diejenigen, denen wir das Buch gebracht haben, wissen, dass es von deinem Herrn mit der Wahrheit herabgesandt ist. So seid nicht unter den Zweifelnden! / Das Wort deines Herrn ist vollendet in Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit. Es gibt keinen Veränderer seiner Worte.“ (6:114 f)

Einer solchen Offenbarung kann jeder Mensch nur mit bedingungsloser Unterwerfung begegnen.

Dies bringt uns zum dritten Punkt. Dieses Buch sagt genau, was mit denen geschieht, die sich „unterwerfen“ (die muslim?n im wörtlichen Sinn) – und es schildert ebenso präzise, welches Schicksal denjenigen zuteil wird, die dies nicht tun. Der Mensch kann die Botschaft annehmen und sich zum Islam bekehren; oder er kann sich weigern, den Propheten „zum Lügner erklären“, trotzig bei seinem Unglauben verharren; er kann auch, einmal bekehrt, wieder vom Glauben abfallen – Apostasie ist in allen Spielarten des Islam das schlimmste aller denkbaren Verbrechen, es kann nur mit dem Tode bestraft werden. Die koranische Botschaft spaltet die Menschheit. (…) Der Koran fordert das bedingungslose Ja. Und er verflucht die Neinsager mit ewigem Fluch.(…). Der Koran scheidet zwischen den «Unterwürfigen» (muslim?n) und den «Ungläubigen» (k?fir?n). Erstere kommen ins Paradies (…), letztere in die Hölle. (…) Wenn es eine zentrale Botschaft im Koran gibt, dann diese: hier die Guten, dort die Bösen. Die Menschheit ist gespalten in diejenigen, die glauben, und diejenigen, die leugnen. Dieses Buch voll „endloser Tautologien“ (Goethe) wird nicht müde, die grundlegende Spaltung der Menschheit wieder und wieder zu betonen. Jeder Leser kann sich selbst ein Bild davon machen: Man nehme eine beliebige Koran-Übersetzung und schlage eine beliebige Seite auf; in mindestens achtzig Prozent der Fälle wird man auf einen Vers, oft mehrere Verse, treffen, die die Spaltung der Menschheit in der einen oder anderen Form thematisieren. Diese Trennung wird dem Leser oder Hörer des Korans förmlich eingehämmert.

Fassen wir zusammen. Die Botschaft des Propheten, der Koran, ist die letzte, endgültige Botschaft Gottes an die Menschen. Wer sie annimmt und sich ihr gläubig unterwirft, wird im Diesseits und im Jenseits reich belohnt; wer sie verwirft und im Unglauben verharrt, wird im Diesseits und im Jenseits streng bestraft. Hier die Guten, dort die Bösen. Unmissverständlich wird klargelegt, wie die Gläubigen die Ungläubigen zu behandeln haben: «Tötet sie, wo ihr sie findet!» (…) Das Tötungsgebot als solches steht unzweifelhaft im Koran, in vielfacher Wiederholung; und der Koran ist heilig, unveränderlich, unhinterfragbar. Jeder kann sich darauf berufen. (…) Diese Botschaft wird überall verstanden und vielerorts befolgt. Die von uns sogenannten Hassprediger haben sie nicht erfunden. Sie müssen sie nur weitergeben.

Da der Artikel ja „Das Buch der zwei Seiten“ heißt, kommen wir nun zu der anderen, die nichts mit Hass und Gewalt zu tun hat. Das arabische Original enthält laut Marcus „Dichtungen von einer Schönheit, die im Innersten berührt.“ Diese Wirkung könne es durchaus auch auf den Ungläubigen ausüben und entsprechende Passagen wurden von dem amerikanischen Islamwissenschaftler und Dichter Michael Sells als „Klangvisionen“ bezeichnet. Die Sprache des Korans sei in jedem Sinne des Wortes überwältigend wegen ihrer Ausdruckskraft und ihre Klangfülle. Die Macht der Sprache könne den Verstand umnebeln.

Von den ersten Lebensjahren an wachsen muslimische Kinder mit diesem Text auf, saugen ihn mit allen Fasern ihres Wesens in sich ein, lernen ihn oft sogar auswendig; sie lassen sich berauschen von seiner Schönheit, richten ihr Leben nach seinen Vorschriften – und geraten dadurch auch allzu oft in ein Schwarz-Weiss-Denken, das mit dem heutigen Leben längst nicht mehr vereinbar ist und dessen Gefahren für jeden Menschen evident sind, der seine Augen nicht verschließt.

Nun mag jeder für sich selbst entscheiden, ob es ein friedliches Zusammenleben mit Muslimen geben kann, die ihren Glauben getreu den Worten des Koran ausüben.