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Kubitscheks Eulenspiegelei

Große Aufregung in den Leitmedien, großes Flügelschlagen: Kubitschek verkauft seinen Antaios Verlag! Aber was, wenn das alles nur ein großer Witz gewesen ist? Eine Eulenspiegelei des schwarzen Dada-Ritters aus Schnellroda?

Ehrlich, wer hier nicht laut lachen muss, der geht zum Lachen in den Keller. Dieser Götz Kubitschek aus Schnellroda mag ja sein, was er will, auf jeden Fall ist er eines ganz sicher: Einer, dem es erneut gelungen zu sein scheint – wie schon in Leipzig, so auch in Frankfurt – auf der Buchmesse eine der am lautesten nachhallenden Nachrichten zu setzen.

Eine konspirative Energie und überschäumende Kreativität des gerne Vordenker der neuen Rechten genannten Verlegers werden ihm nach Buchmesse jedenfalls schwer streitig zu machen sein.

Worum geht’s? Große Aufregung in den Leitmedien, großes Flügelschlagen: Kubitschek verkauft seinen Antaios Verlag! Justus Bender von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung glaubte sich wohl im siebten Journalisten-Himmel, diese Nachricht, noch dazu live zur Buchmesse, als erster exklusiv präsentieren zu können.

Der Journalist war so aufgeregt, dass er schon am Vortag die in seinen Augen sensationelle Entwicklung aus Schnellroda twitterte, damit bloß niemand vor Erscheinen der Frankfurter am nächsten Morgen doch noch als Erster berichten kann. Bender legt also beide Hände schützend über sein scheues Vögelchen und wurde öffentlich.

Und er berichtet via Twitter weiter, was er für die Zeitung für den nächsten Morgen schon aufgeschrieben hat: Kubitschek würde jetzt politischer Berater werden für AfD und CDU Politiker. Für letztere natürlich inkognito.

Und Kubitschek schrieb über seinen Verkauf und die neue Tätigkeit auch schon bei Sezession, die Sache war also für Bender belegbar, folglich setzt er via Twitter noch am Vorabend den ersten Hinweis auf seinen vermeintlich großen Scoop, weist auf die Gefahren hin, die von Kubitschek nun ausgehen, wenn dieser die CDU nun auch noch beraten würde.

(Text übernommen von Tichys Einblick – Fortsetzung hier!)




FAZ: „Hurra, wir haben die AfD unter Kontrolle“

Von WOLFGANG HÜBNER | Wenn man eine neue politische Partei nicht vernichten, ja nicht einmal isolieren und ausgrenzen kann, dann muss man halt versuchen, sie zu integrieren und zu domestizieren, um sie möglichst unschädlich für die herrschenden Kräfte zu machen. Ob das bei und mit der AfD gelingen wird, steht noch lange nicht fest. Aber einer jubelt schon mal auf Seite 1 der Donnerstagsausgabe der „Zeitung für Deutschland“, in der inzwischen längst nicht jeder, der dort schreibt, ein kluger, geschweige denn ein charaktervoller Kopf ist. Justus Bender gehört zu diesen Nachwuchskräften, deren Ehrgeiz auf eine Medienkarriere größer ist als journalistische Skrupel und stilistische Eleganz.

Seit Jahren verfolgt der FAZ-Redakteur mit dem Bubengesicht mit guthonorierter Hartnäckigkeit die AfD. Dabei konnte und kann er sich stets interner Informationen aus dem nicht immer harmonischen Innenleben der Partei erfreuen. Im Laufe der Zeit musste auch Bender einsehen, dass sein und seiner Zeitung Traumziel, nämlich die Zerstörung der AfD, sich ebenso wenig erreichen ließ wie deren Ausgrenzung. Das muss eine schwer verdaubare Erkenntnis in den Frankfurter Redaktionsstuben gewesen sein, doch seit der Bundestagswahl im September 2017 musste man dort über eine neue Strategie zur wirksamen Bekämpfung der ungeliebten Partei nachdenken.

Was dabei herausgekommen ist, verkündet nun Bender unter der hämischen Überschrift: „AfD im Abklingbecken“. Ohne auch nur mit einem einzigen Satz auf die inzwischen vielen brillanten, über das Internet auch weit verbreiteten Redebeiträge von AfD-Bundestagsabgeordneten (zum Beispiel hier und hier) einzugehen, konstruiert Bender eine vergiftete Botschaft an die stark schwindende Leserschaft der Qualitätszeitung: „Die neue Partei im Bundestag ist offenbar im Parlament schon domestiziert worden“. Würde das wirklich zutreffen, wäre bei den allermeisten Mitgliedern, Wählern und Freunden der AfD Anlass zu großer Sorge gegeben.

Doch es gibt nur Anlass zur Entwarnung: Bender spinntisiert sich etwas zusammen, um Misstrauen und Enttäuschung zu schüren, für die keinerlei Grund gegeben ist. Denn aus der Tatsache, dass sich nicht die neuen AfD-Abgeordneten im Bundestag schlecht benehmen, pöbeln und geifern, sondern im Gegenteil ihre Feinde und Konkurrenten in den anderen Fraktionen, konstruiert der FAZ-Hexenjäger die steile These, die AfD habe sich bereits ins System der politischen Folgenlosigkeit willig integriert. Das weiß selbstverständlich jeder besser, der auch nur drei Reden von AfD-Abgeordneten gesehen und gehört hat. Bender vertraut offensichtlich darauf, FAZ-Leser würden das schon nicht tun.

Um die Domestizierung der neuen Partei anhand einer Personalie zu beweisen, hat sich der Redakteur den künftigen Vorsitzenden des Haushaltsausschusses, Peter Boehringer, als „Opfer“ ausgesucht. Das geht dann so: Erst wird der AfD-Politiker mit Zitaten aus früheren Äußerungen konfrontiert, die Boehringer übrigens bislang nicht zurückgenommen oder aus dem Internet entfernt hat. Dann werden Boehringers Reaktionen auf die neue Funktion zitiert, die nichts anderes ausdrücken als den gebotenen Respekt vor der besonders anspruchsvollen Aufgabe im wichtigsten Ausschuss des Bundestages.

Geradezu krampfhaft unternimmt Bender in dem Leitartikel den Versuch, noch weitere Indizien für die Domestizierung der AfD anzuführen. Aber diese Versuche blamieren sich nur selbst. Tatsächlich ist der FAZ-Schreiber tief frustriert über kluge Reden, eifrige Anwesenheit und gutes Benehmen der AfD-Vertreter. Wie gerne doch hätte er Bericht um Bericht verfasst über barbarische Ausfälligkeiten, Dumm- und Dumpfheit oder peinlich provinzielles Gehabe der AfD-Fraktion. Doch damit könnte er nur mit „Fake News“ dienen, die keinen Tag Bestand hätten.

So kommt Bender nur zu der wahrlich sensationellen Erkenntnis, „dass die AfD – trotz ihrer inhaltlichen Radikalität – die Regeln des Meinungskampfes im Parlament grundsätzlich anerkennt“. Donnerwetter, wer hätte das für möglich gehalten? Die FAZ offenbar nicht. Doch irgendwie muss sich die in Kreisen der herrschenden Kräfte meinungsbildende Zeitung mit den Spaßverderbern der neuen Partei im Bundestag arrangieren, natürlich arrogant und giftig. Deshalb endet Benders Text so: „Mit ihrem Einzug in den Bundestag ist die AfD im Abklingbecken der Demokratie gekommen. Den Aufenthalt dort soll man ihr gönnen.“

Das immerhin sollten wir uns merken aus dem armseligen Leitartikel-Pamphlet: Der Bundestag ist also das „Abklingbecken der Demokratie“. Verächtlicher über den Bundestag, verächtlicher über die Demokratie kann und wird sich öffentlich kein AfD-Abgeordneter äußern. Da Bender eine solche Formulierung ganz prominent auf Seite 1 unterbringen kann, entspricht diese ungenierte Arroganz offenbar auch der Auffassung der Zeitung, die das druckt und verbreitet. Gut, dass wir das jetzt wissen. Denn damit haben wir ungleich mehr über das Denken und den Charakter der wirklichen Verächter von Parlament und Demokratie in Deutschland erfahren als über die fantasierte „Domestizierung“ der AfD.


Wolfgang Hübner.
Hübner auf der Buch-
messe 2017 in Frankfurt.
PI-NEWS-Autor Wolfgang Hübner schreibt seit vielen Jahren für diesen Blog, vornehmlich zu den Themen Linksfaschismus, Islamisierung Deutschlands und Meinungsfreiheit. Der langjährige Stadtverordnete und Fraktionsvorsitzende der „Bürger für Frankfurt“ (BFF) legte zum Ende des Oktobers 2016 sein Mandat im Frankfurter Römer nieder. Der 71-jährige leidenschaftliche Radfahrer ist über seine Facebook-Seite erreichbar.




Der AfD-Spürhund und der verbitterte alte Rechte

Von ALBERT ANDERS | Der FAZ-Redakteur Justus Bender will in einer Branche große Karriere machen, die an Bedeutung und Wirkung tagtäglich immer mehr verliert. Die Konkurrenz um die wenigen Plätze an der untergehenden Pressesonne ist groß, doch der 36-jährige Bender hat auf das richtige Pferd gesetzt, nämlich die AfD. Ohne diese Partei, die er hartnäckig verfolgt und bekämpft, wäre Bender nur ein kleines Licht in der „Zeitung für Deutschland“ und irgendwann vielleicht unter den Opfern der Sparmaßnahmen, die infolge der sinkenden Auflage und Anzeigenerlöse regelmäßig erfolgen.

Am Dienstag hat Bender mal wieder einen großen Tag gehabt: Schlagzeile auf Seite 1 “AfD-Politiker Felser bereut volksverhetzendes Video“ und fast die gesamte Seite 3 mit der Überschrift „Akte Felser“. Peter Felser ist bayerischer Bundestagabgeordneter der AfD und einer der stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden. Der FAZ-Redakteur skandalisiert Felsers Rolle bei der Produktion von Wahlkampfvideos der Partei „Die Republikaner“ in den Jahren 2001 und 2003. Zu jener Zeit wegen Mordes verurteilte Personen sind in der Regel heute schon wieder auf freiem Fuß oder stehen kurz vor der Entlassung.

Felser ist weder Mörder, Totschläger noch Vergewaltiger. Aber er hat sich laut Bender an der Produktion „antisemitischer und volksverhetzender“ Videos beteiligt. In den Filmen, deren Ausstrahlung der Sender Freies Berlin und der Hessische Rundfunk seinerzeit ablehnte, wurde auf durchaus fragwürdige Weise Stimmung gemacht gegen die Erhöhung der staatlichen Fördermittel für den Zentralrat der Juden sowie gegen den damals noch medial omnipräsenten Michel Friedman. Felser erklärte gegenüber Bender, dass er das bereue und redet von einem „Missverständnis“. Juristisch belangt oder gar vorbestraft ist er wegen der Angelegenheit nie geworden.

AfD-MdB Peter Felser.

Soweit der Sachverhalt, der eigentlich nur vom isolierten Elend der deutschen Rechten in den Jahren weit vor dem Aufstieg der aus dem bürgerlichen Milieu stammenden AfD zeugt. Die wirkliche Brisanz der aktuellen Bender-Story liegt nicht so sehr im früheren Verhalten des heutigen Bundestagsabgeordneten, sondern in der Person des Kronzeugen gegen Felser. Das ist nämlich Haymo Hoch, der ehemalige langjährige hessische Landesvorsitzende und stellvertretende Bundesvorsitzende der „Republikaner“, also einer gescheiterten, inzwischen bedeutungslosen Rechtspartei.

Haymo Hoch, im Berufsleben Verwaltungsbeamter im Regierungspräsidium Darmstadt, ist frustriert und verbittert, dass einer wie Felser nun dort sitzen kann, wo Menschen wie Hoch immer hin wollten, es aber nicht schafften, weil die Zeiten und die Probleme andere waren. Bender schreibt: „Hoch ärgert es, Opfer gebracht zu haben, während andere nun Karriere machten. Wegen seiner Parteimitgliedschaft sei er jahrzehntelang nicht befördert worden. ‚Ich habe meine ganze Karriere dadurch versaut‘, sagt er.“ Seine ehemalige Partei hat der Beamte verlassen, nun befindet er sich politisch wie beruflich im Ruhestand.

Ex-Republikaner Hamyo Koch.

Hoch führt, davon kann Bender gar nicht hämisch genug berichten, genau Buch und Akten über seine früheren Aktivitäten und Bekannten. Felser war unter diesen. Deshalb, so wird es wohl gewesen sein, hat Hoch den AfD-Spürhund der FAZ kontaktiert und ihm Material über den Bundestagsabgeordneten geliefert. Er hat sich sogar vor seinen Akten für die Zeitung fotografieren lassen. Man kann das als die Rache eines unendlich enttäuschten alten Mannes betrachten, der nicht realisiert, wie sehr er sich damit selbst bloßstellt. Das hat auch tragische Züge.
 
Die schäbigste Gestalt in diesem total aufgebauschten „AfD-Skandal“ ist aber Justus Bender. In seiner nimmersatten Gier, der neuen Partei im Bundestag zu schaden und sie als rechtsradikal zu denunzieren, hat der Journalist nicht gescheut, sich eines Mannes zu bedienen, der in seiner Bitterkeit nur noch andere, die politisch mehr Glück hatten, stolpern und fallen sehen will. Es gäbe so viel zu berichten und anzuprangern über den neuen, massenhaft importierten Judenhass in Deutschland. Aber damit macht man in der FAZ und auch sonst in keinem deutschen „Qualitätsmedium“ Karriere. Justus Bender mit dem Kindergesicht weiß das, deshalb ist er sich für keine Lumperei zu schade.