Messerangriff gegen Rabbi: Eskalation aus Zufall?

Rabbi FrankfurtIn Frankfurt hat der Prozess gegen den Afghanen Said Harez A. begonnen, der im September letzten Jahres dem Rabbiner Zalman Gurevich (Foto) mit den Worten “Scheiß-Jude, ich bring Dich um”, ein Messer in den Bauch rammte und ihn lebensgefährlich verletzte (PI berichtete mehrfach). So wie es aussieht, war der Rabbi selber Schuld, schließlich handelte der Afghane Deutsche „in Notwehr“.

Töten wollte er keinesfalls und niedere Motive, also Rassismus, lagen sowieso nicht vor. Aus der FAZ erfahren wir viele Dinge, die uns vorher so direkt nicht klar waren. Aber spätestens seit dem Film „Die 12 Geschworenen“ wissen wir ja, dass der erste Anschein trügen kann – außer selbstverständlich bei vermutlich rechtsradikal motivierten Straftaten mit deutschem Täterprofil.

War es ein Ausbruch von antisemitischem Hass? Banale Alltagsgewalt? Eskalation aus Zufall?

Said Harez A., Deutscher, Sohn eines aus der Heimat geflohenen afghanischen Ehepaars, bestritt vor der Schwurgerichtskammer, dass er sein Gegenüber, dem er zufällig begegnete, töten wollte.

Er wies den Anwurf von sich, er habe den orthodoxen Rabbiner, der als solcher durch Bart- und Haartracht und sein schwarzes Gewand zu erkennen war, als „Scheißjuden“ beschimpft, den er „abstechen“ werde. Vielmehr habe er sich gegen eine körperliche Attacke des weitaus kräftigeren und größeren 43 Jahre alten Gegenübers gewehrt.

Wir halten es auch für sehr wahrscheinlich, dass der böse Jude den mehrfach wegen aggressiven Verhaltens auffällig gewordenen Täter (Neusprech: Opfer) unmotiviert attackierte.

Ob diese Worte fielen, wie es der Rabbiner als Nebenkläger und Zeuge vor Gericht noch einmal beteuerte, könnte für eine Strafe von erheblicher Bedeutung sein. Das Gericht wies darauf hin, es komme statt des angeklagten versuchten Totschlags auch versuchter Mord aus niedrigen Beweggründen in Betracht – wenn die Tat eben rassistisch motiviert gewesen sei.

Im Zweifel fielen sie erst einmal nicht, für einen rassistischen Hintergrund gibt es dann – Gott sei Dank – kein Indiz. Rassismus ist Deutschen vorbehalten, und zwar ausschließlich.

Im Prozess wird deutlich, dass der Messerstecher ein Opfer unglücklicher Umstände ist. Die deutsche Mehrheitsgesellschaft gab ihm keine Chance auf Ausbildung, der Rabbi verstand den freundlichen Gruß des Afghanen falsch und rannte ihm dann noch ins offene Messer, das der junge Mann aus Angst vor dem körperlich überlegenen Rabbi gezogen hatte. Alles klar. Wir fordern Freispruch und Haftentschädigung.

(Spürnase: Klaus B.)

Hier ein Video zum Prozessauftakt: