Ehrenfelder Inquisition

Frangenberg und DhimmisDer Kölner Stadtanzeiger hatte geworben – und knapp 200 Kölner Bürger folgten am 14. August dem Ruf zu einer Informationsveranstaltung über Bürgerbewegung und Rechtspopulismus zur Ehrenfelder Inquisition gegen die islamkritische Szene. Nach einer kurzen Einleitung von Zeremonienmeister Helmut Frangenberg (Foto: mit Mikro) vom Stadtanzeiger legten die beiden Großinquisitoren Alexander Häusler (oben links) von der FH Düsseldorf und Hans-Peter Killguss (oben rechts) vom NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln los. Dabei wurde offensichtlich, dass alles, was sich gegen Multikulti richtet, mit personifizierten Schmähungen, Halbwahrheiten und Verdrehungen bekämpft werden soll – natürlich auch PI.

Auszug aus Häuslers „Vortrag“:

Die Pro Bewegungen, sind nicht die einzigen Bewegungen von außen, die versuchen vom Erfolg der SVP in der Schweiz zu profitieren. … Sie versuchen sich rechtspopulistisch als eine Kraft zu verkörpern, die auf die Straße trägt, was angeblich offen nicht mehr gesagt werden kann. Wir haben also insgesamt hier in Nordrhein-Westfalen und landesweit eine Konkurrenz der unterschiedlichen Rechtsaußenparteien, um quasi die Vorherrschaft auf dieses Angstthema, diesen Islam-Islamismus … Diese Masche findet sich nicht nur in Parteien wieder, sondern auch im militanten neo-nazistischen Umfeld der Rechtsaußenparteien, der militanten Neo-Nazität, die sich selber als freier-nationaler Widerstand begreifen, in sogenannten regionalen Kameradschaften … Hier ein Beispiel des sogenannten Bundesverbandes zur Bewahrung von Demokratie, Freiheit und Menschenrechten … auch dies, ein Versuch mit anti-Islam Parolen an die Öffentlichkeit zu gehen und regionale Konflikte in der Art und Weise zu kanalisieren.

Andere Foren sind zum Beispiel die Bewegung Pax Europa, die auch probiert, … anti-Islam Propaganda … in parteipolitische Erfolge zu münzen. Als Innovationsforum in dieser Szene gilt unter anderem ein sogenannter Weblog, das heißt, dass sich zumindest „political incorrrect“ nennt, der hier von einem Lehrer von dem Bereich Nordrhein-Westfalen her, der ein solches Forum entwickelt hat, mit einem Publikum von täglich bis zu 3000 Zugriffen oder so, anti-islamischen Populismus betreibt gemischt mit rassistischen Stereotypen. Auch aus diesen … Kreisen ist die Bewegung Deus Vult, die besonders im Bereich Meiland (?) aktiv geworden ist, wo’s auch gemeinsame Stände mit der Bürgerbewegung Pro München gegeben hat, sie dort auch auf ppopulistische Weise probiert, gewisse Themen für sich zu bearbeiten. … Letztes Jahr am evangelischen Kirchentag in Köln, wo also dieser Täter, dieser kirchlich-fundamentalistischen Bewegung Deus Vult Zusammen mit Vertretern des Internetportals aktiv gewesen ist. Das bleibt nicht bei Propaganda … im Kontext dieses Blogs „political incorrect“ es auch Aufrufe zum bewaffneten Kampf gegen Muslime im Stadtteil Hausen von Frankfurt gegeben hat. Also die populistische Zuspitzung dieses Themas bleibt nicht stehen bei Androhung, sondern rutscht in einen Raum, bis hin zu Gewaltdrohung.

Die modernen, links-gutmenschlichen Großinquisitoren bekämpfen jede Häresie von der sogenannten political correctness mit aller Härte und verfügbaren Arroganz. Es kann und darf im post-post-post humanistischen Zeitalter nur noch eine richtige Meinung geben. Abweichler würde man, nach altbewährtem Rezept, wohl am liebsten aufs Rad flechten – da dies heute jedoch nicht mehr so einfach geht, begnügt man sich damit, sie an den öffentlichen Pranger zu stellen.

P.S.: Wo die nächste Inquisitionsveranstaltung nach Leverkusen-Rheindorf und Köln-Ehrenfeld stattfinden wird, wurde nicht bekannt.

» Jeder achte Kölner ein Rechtsextremist?