Polizist durch Tritte fast getötet

Durch Tritte, bevorzugt ins Gesicht, hat ein 19-jähriger Libanese im September vergangenen Jahres einen Polizisten fast getötet. Der 49-Jährige, der eine Schlägerei beenden wollte, erlitt eine schwere Mittelgesichtsfraktur mit Jochbein-, Oberkiefer- und Augenhöhlenbruch sowie einen Trümmerbruch des Nasenbeins. Die Wiederherstellung des Gesichts gelang nur durch mehrere Operationen, bei denen Plastiken, Schienen und Schrauben einsetzt wurden. Zum Prozess erschien der Angeklagte mit Fesseln.

Weil er einen Polizisten fast getötet hat, muss sich seit gestern ein 19-jähriger aus Mutterstadt vor der Jugendkammer des Frankenthaler Landgerichts verantworten. Beim Versuch, eine Schlägerei zwischen Jugendlichen auf dem Straßenfest in Limburgerhof zu beenden, wurde ein Polizist in Zivil erst zu Boden geschlagen und dann mehrmals ins Gesicht getreten und fast getötet. (…) Aus Furcht vor Randale wurde vor Prozessbeginn der Flur gesperrt. Der Angeklagte wurde mit Fuß- und Handfesseln in den Gerichtssaal geführt und blieb während der ruhigen Verhandlung an den Füßen angekettet.

Staatsanwalt Lutz Pittner klagte den jungen Libanesen wegen versuchten Totschlags, gefährlicher Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte an. Nach seinen Ausführungen befanden sich zwei Zivilbeamte der Polizei mit einem Sozialpädagogen des Kreisjugendamts in der Nacht vom 5. auf den

6. September vergangenen Jahres auf dem Straßenfest in Limburgerhof, um dort Alkoholkontrollen bei Besuchern durchzuführen. Gegen 0.30 Uhr, bei dem Versuch eine ausgebrochene Schlägerei zu schlichten und die Personalien der Beteiligten aufzunehmen, wurde einer der Polizeibeamten durch mehrere Schläge auf den Kopf von einer unbekannten Person niedergeschlagen, so dass er bewusstlos auf dem Boden lag. Der Angeklagte habe dann mehrmals mit großer Wucht mit seinem Schuh auf den Kopf des am Boden liegenden Polizisten getreten.

„Ich bekam einen Blackout. Ich habe gar nicht gedacht und hab´ einfach getreten“, sagte der Angeklagte kleinlaut zum Vorsitzenden Richter Michael Wolpert. Er gab zwar die Tritte zu, doch versuchte er die Tat wegen einer ausländerfeindlichen Provokation „von zwei schwarz gekleideten Männern“ zu rechtfertigen. Zu seiner Vita gab der berufslose junge Mann an, seit 2007 zu Hause „rumgehangen“ zu haben, die Droge „Spice“ konsumiert und Alkohol getrunken zu haben, so auch in der Tatnacht.

Der Polizist sagte aus, er habe die beiden Gruppen bereits getrennt gehabt. Der Angeklagte sei durch Schreie und aggressives Verhalten aufgefallen. „Ich wollte für Ruhe sorgen und ihn festnehmen“, so der Polizist.

Dann sei der Angeklagte weggerannt, zwei Unbekannte hätten sich ihm in den Weg gestellt und mit Gürtelschnallen auf seinen Kopf geschlagen. Er sei zu Boden gegangen, habe nicht mehr aufstehen können und sei dann direkt ins Gesicht getreten worden. Nachdem der Polizist von seinen Operationen und dem verschraubten Ober- und Unterkiefer berichtete, sagte der Angeklagte: „Ich will mich entschuldigen. Ich wollte das alles nicht. Mir tut es leid. Am liebsten wäre es mir, wenn es nicht passiert wäre.“

Ja, Morsals Bruder wollte sie auch nicht töten. Er hat sie geliebt!

“Sie wollen ein Bild der Zukunft? Stellen Sie sich einen Stiefel vor, der in ein menschliches Antlitz tritt, immer und immer wieder.” (George Orwell im Jahre 1949 in “1984“)

(Allen Spürnasen herzlichen Dank)