München: Mord in Ketten


Und wieder nahm eine Beziehung wischen einem Angehörigen der Friedensreligion (erstes Hobby: Islam) und seiner ungläubigen Ex-Freundin ein tödliches Ende. Der gebürtige Afghane Daryoush P. konnte sich nicht mit dem Entschluss seiner Freundin Lene abfinden, ihn zu verlassen. Er kettete sich mit einer Eisenkette an sie fest und löste dann – ohne Rücksicht auf andere Leben – in ihrer Wohnung in einem Münchner Hochhaus eine Benzin-Explosion aus.

Der Münchner Merkur berichtet:

Es sind schlimme Details, die der sichtlich betroffene Kriminaldirektor Harald Pickert und Staatsanwalt Dr. Benjamin Lenhart am Donnerstag bekanntgaben. Demnach hörten Nachbarn kurz vor der heftigen Explosion in dem kleinen Apartment Schreie und Hilferufe einer Frau. Das war Lena, die in diesen Sekunden gegen ihren Ex-Freund Daryoush P. (29) um ihr Leben kämpfte.

Die beiden waren drei Jahre lang ein Paar. Die Kundenbetreuerin Lena und der afghanisch-stämmige Daryoush (29) hatten sich im Landkreis München an ihrem Arbeitsplatz in einem OBI-Baumarkt kennengelernt. Er war wie seine Freundin sehr ehrgeizig und zielstrebig, hatte es bei OBI vom Azubi bis zum Bereichsleiter gebracht. Seit Herbst letzten Jahres arbeitete der gutaussehende Betriebswirt als Geschäftsführer in der Gebrauchtwagenbranche. Als seine Interessen gab er an: „Islam, joggen, lesen, lachen.“ Er beherrschte fließend englisch, deutsch und die Sprachen seiner Heimat (Dari, Pashto, persisch). Vor wenigen Tagen jedoch hatte die lebensfrohe, bildhübsche Lena die Beziehung beendet. Daryoush P. reagierte darauf tief gekränkt und eifersüchtig, konnte sich damit nicht abfinden. Die Aussicht, Lena an einen anderen Mann zu verlieren, zerfraß seine Seele. Und so reifte in ihm unbemerkt von Familie und Freunden ein grauenhafter Plan, den er am Montagabend mit erschreckender Präzision umsetzte.

Nach den bisherigen Erkenntnissen verließ Daryoush P. am späteren Abend seine Wohnung in Starnberg und fuhr direkt zu Lena. Ob es dort überhaupt noch zu einer Art Aussprache kam, wird sich nie mehr klären lassen. In der Wohnung kam es kurz vor der Explosion um 22.37 zu einem heftigen Kampf, bei dem Lena offenbar zu fliehen versuchte. Anhand der Spuren stellten Techniker fest, dass Daryoush P. sich selbst und seine Ex-Freundin mit ein bis zwei Litern Benzin übergossen und angezündet hatte. Vorher fesselte der kräftige Mann Lena mit einer Metall-Kette an sich.

Die Benzin-Explosion in dem kleinen Raum hatte eine solche Wucht, dass die Fassade über zwei Stockwerke herausgesprengt wurde und Trümmerteile bis zu 30 Meter weit flogen. Im Raum entstanden Temperaturen von 1000 Grad celsius und mehr. Die immer noch durch die Kette verbundenen Leichen lagen bis zur Unkenntlichkeit verbrannt in der Nähe der Fensterfront. Die Identifizierung war nur über die DNA-Analyse möglich.

Mehrere Gutachten stehen noch aus. Fehlende Ruß-Partikel in Lenas Lunge lassen den Rückschluss zu, dass sie zum Zeitpunkt der Explosion nicht mehr atmete. „Man darf daraus nicht schließen, dass die junge Frau bereits vorher ermordet wurde. Aussetzende Atmung könnte auch Folge der Druckwelle gewesen sein“, erklärten die Experten. Pickert: „Wir müssen damit leben, dass vieles in diesem Fall noch Spekulation ist und vielleicht auch für immer bleiben wird.“

Das Video zur Hochhausexplosion:

(Allen Spürnasen herzlichen Dank)