Türkei lehnt Rasmussen als NATO-Chef ab

Wie angekündigt lehnt die Türkei als einziger Mtgliedsstaat den dänischen Ministerpräsidenten Anders Fogh Rasmussen (Foto) als nächsten NATO-Generalsekretär ab. Die eindrucksvolle Begründung: Die islamische Welt würde Rasmussen wegen des Karikaturenstreites und der Einladung von Wilders durch die dänische Regierung nicht akzeptieren.

Frankreich, Deutschland und Großbritannien unterstützen seine Kandidatur, auch die USA haben sich für ihn ausgesprochen – und so kann sich der dänische Ministerpräsident Anders Fogh Rasmussen gute Chancen ausrechnen, diesen Sommer der nächste Chef der Nato zu werden.

Wenn da nicht die Türkei wäre. Schon als die Kandidatur des Dänen bekannt wurde, sträubten sich türkischen Politikern die Nackenhaare: Jeder, bloß nicht der! Das war der Tenor in den regierungsnahen Medien, meist unter Bezug auf nicht genannte Funktionäre.

Gut zu wissen, dass die „islamische Welt“ jetzt schon den NATO-Generalsekretär bestimmt. Und die Türkei unterstreicht damit einmal mehr eindrucksvoll, dass sie sich in erster Linie dem Haus des Friedens und erst irgendwann danach den (christlichen) Bündnispartnern verpflichtet fühlt. Das gibt schon mal einen Vorgeschmack für ein angehendes EU-Land Türkei.

Das Herz der WELT-Leser schlägt übrigens für Rasmussen.

(Spürnasen: observer812 und Florian G.)