Gymnasiast wegen PI zum Direktor einbestellt

Schulleiter Pater Friedrich EmdeDass der „Kampf gegen Rechts“ mitunter manische Züge annimmt, durfte dieser Tage ein Schüler der 9. Klasse des in kirchlicher Trägerschaft befindlichen Bad Wurzacher Gymnasiums Salvatorkolleg am eigenen Leib erfahren. So erlaubte er sich doch die Ungeheuerlichkeit, in seiner Freizeit in der Schulbibliothek im Internet die Seiten von PI aufzurufen. Dazu muss man wissen, dass die Schulordnung des Gymnasiums eine Nutzung der internetfähigen PCs zur allgemeinen Informationsgewinnung zulässt.

Gleichwohl hinderte dies einen übereifrigen Bibliothekar, der dem Schüler über die Schulter geschaut hatte, nicht daran, sich sozusagen zum „BloGwart“ aufzuschwingen und diesen „Vorfall“ der Klassenlehrerin zu melden. Diese nahm sich – sicher sensibilisiert durch allerlei Präventionsschulungen – des sonst guten Schülers dergestalt an, dass sie ihm sogleich einen „gemeinsamen Termin beim Schulleiter“ ankündigte.

Seine Einwände, nichts unrechtmäßiges getan zu haben, halfen nichts. Die Lehrerin erklärte ihm zwischen Tür und Angel, aufgrund dieser Lektüre offenbar „in der Gefahr zu sein emotional nach rechtsextrem abzudriften“, wenn sie auch gleichzeitig einräumen musste, die Seiten von PI noch nicht gesehen zu haben. Darüber hinaus fiel ihr nichts Besseres ein, als dem Kind einer russlanddeutschen Mutter, deren Familie unter den Sowjets viel Schreckliches widerfahren war, noch ergänzend zu erklären, dass ihr „Kommunisten wesentlich lieber“ seien als Rechtsextreme.

Aufgeschreckt durch die Berichterstattung des Jungen suchten daraufhin die Eltern den Dialog mit dem Schulleiter Pater Friedrich Emde (Foto oben). Dieser bestätigte telefonisch, dass die Klassenlehrerin an ihn mit diesem Gesprächswunsch herangetreten sei. Er bestand dabei kategorisch darauf, diesen Termin ohne wenn und aber stattfinden zu lassen. Auch den Einwand, sich doch selbst erst einmal ein Bild von diesen Webseiten zu machen, bevor er dieser Vorladung zustimmt, machte er sich nicht zu eigen: „Wenn mich eine Lehrerin darum bittet, mit einem Schüler zu sprechen, komme ich diesem Wunsch selbstverständlich nach.“ Kein Gedanke daran, ob hier nicht jemand über das Ziel hinaus schießt oder vielleicht besser die Aufgabe eines Gesprächs selbst – und damit ohne die Drohkulisse des Schulleiters – in die Hand nehmen sollte. Ein guter Pädagoge hätte sich z.B. einmal eine halbe Stunde Zeit genommen, mit dem Schüler zusammen ein paar der PI-Artikel gelesen – und anhand dessen, wenn nötig, einen kritischen Dialog geführt.

Um das Inquisitionsszenario noch abzurunden, verweigerte der Schulleiter außerdem den Eltern dem Gespräch von zwei Erwachsenen mit einem 15-Jährigen zumindest beizuwohnen. Und als Gipfel des mangelnden Einfühlungsvermögens wurde der Schüler dann von der Klassenlehrerin letztendlich auch noch in einer Form zum Direktor gerufen, dass es die gesamte Klassenstufe mitbekommen musste. Wenn diese Vorladung – wie vom Schulleiter gegenüber den Eltern behauptet – keinen disziplinierenden Charakter hätte haben sollen, wäre Diskretion hier das Mindeste gewesen.

Der Inhalt dieses ach so unerlässlichen Gesprächs ist dagegen schnell erzählt: Der Rektor fragte im Beisein der Klassenlehrerin, wofür er PI denn lesen würde. Daraufhin erklärte der Oberterzianer, um sich „zu informieren“. Es kam die ungefähre Entgegnung des Direktors, dass er „diese Seite nicht so unbedingt gut fände“. Es fiel der Hinweis, dass man ja doch immer mehr Türken an der Schule haben werde. Nachdem er noch gefragt wurde, was er denn sonst noch lese und er wissenschaftliche Zeitschriften, den Spiegel und die FAZ erwähnte, war das Gespräch weitestgehend beendet. Es fehlte – und das ist entlarvend – selbst die eigentlich obligatorisch zum Schluss zu erwartende Ermahnung, die Seiten von PI künftig an der Schule nicht mehr aufzurufen.

Und was ist das Ergebnis dieser Geschichte? Wenn man „die Toten zählt“, ein pädagogischer Totalschaden: Ein Schüler fühlt sich an seiner Schule in eine Oppositionsrolle befördert, die er gar nicht angestrebt hat – und ist vermutlich der weltanschaulichen Prägung durch seine Lehrer künftig weitestgehend entzogen. Eine ganze Schülerschaft lernt, dass das Grundgesetz, Artikel 5.1, „jeder hat das Recht …sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten“ an ihrer Schule nicht gilt. Nicht zu reden von mehreren Schülern – sicher die Zivilcouragierten von morgen – die sich (Originalzitat) in ihrer Einschätzung bestätigt fühlen, besser „von Politik die Finger weg zu lassen, weil das nur Ärger gibt“… Eine fachlich sonst gute Englischlehrerin, die wesentlich menschlichen und intellektuellen Respekt eingebüßt hat, weil sie arrogant oder ängstlich darauf verzichtet, sich erst einmal ein eigenes Bild von einem Sachverhalt zu machen und selbst zu agieren, bevor sie die Keule „Schulleitungsgespräch“ herausholt. Dazu kommt ein Schuldirektor, der hilflos gegenüber den Eltern „Stärke“ demonstriert – und dabei durch Managementfehler alles noch viel schlimmer gemacht hat…

Und nicht zuletzt bekommt PI ein paar Dutzend neue Leser, weil sich diese Vorkommnisse in der Schule wie ein Lauffeuer verbreitet haben und jeder wissen möchte, was da Schlimmes gelesen wurde – um mitlachen zu können.

Kontakt:

» Schulleitung: p.friedrich.emde@salvatorkolleg.de
» Schulträger: pstollhof@siessener-schulen.de