„Lang leben die Taliban! Tod den Ungläubigen!“

In Pakistan werden religiöse Minderheiten immer stärker verfolgt und bedroht. Fauzia Abrar hatte gerade ihr weinendes Kind zum einschlafen gebracht, als schreiende Männer an ihre Tür im christlichen Slum Karachis hämmerten. Sie hörte Schüsse und das Schreien wurde lauter: „Lang leben die Taliban! Tod den Ungläubigen!“ Die Männer drangen in das Haus ein, bewarfen die Frau mit losen Kacheln und feuerten einen Schuss ab, dann wurde sie ohnmächtig.

Solche Angriffe sind in Pakistan längst keine Seltenheit mehr. Je mehr die Taliban an Einfluss gewinnen, desto stärker haben vor allem die Christen zu leiden, aber auch Sikhs und Hindus, entweder durch Übergriffe der Taliban selbst oder durch Sympathisanten, die im Namen der Taliban handeln. Richard D’Souza von der St. Jude Kirche in Karachi erklärt:

„Im heutigen Pakistan herrscht viel Angst unter allen Minderheiten. Wir spüren, dass wir schutzlos sind.“

Von den 160 Millionen Einwohnern Pakistans gehören rund 5 Prozent einer nicht-islamischen Minderheit an.