Berliner Gymnasien bald eine Lotterie

In Berlin soll künftig bei einem Teil der Schüler das Los entscheiden, ob sie das Gymnasium besuchen dürfen oder nicht. In Berlin haben Eltern die Möglichkeit, ihr Kind auch entgegen der Lehrerempfehlung auf eine höhere Schule zu schicken, entweder in eine Sekundarschule, in der das Abitur nach 13 Jahren gemacht werden kann, oder ein Gymnasium mit Abitur nach 12 Jahren. Darüber hinaus sollen, um „soziale Inseln“ der Reichen zu vermeiden und eine bessere „Durchmischung“ an Gymnasien zu erreichen, Eltern aus benachteiligten Bezirken künftig auch die Schule wählen können.

Mit anderen Worten: Man will vermeiden, dass Kinder wohlhabender Eltern, die in vornehmeren Gegenden wohnen, auch zukünftig Schulen mit niedrigem Migrantenanteil besuchen können. Notfalls wird man eben zugelost.

Ein Teil der Plätze an Gymnasien soll über Losverfahren vergeben werden. Uneinigkeit herrscht nur über die Anzahl. Geeinigt hatte sich die rot-rote Koalition auf 50 Prozent, nun votierte die SPD-Fraktion für 25 Prozent.

Lostopf statt Leistungsprinzip – das neue Konzept der Linken für die „Förderung“ des (zugewanderten) Nachwuchses. Lehrer warnen im Interesse der Kinder davor, noch mehr Schüler mit Realschulempfehlung aufs Gymnasium zu schicken:

„Der Philologenverband lehnt jede Art von Quotenregelung ab – auch zehn Prozent der Kinder ins vorprogrammierte Scheitern zu schicken – ist unredlich und falsch.“ Ein Losverfahren sei leistungs- und kinderfeindlich, ungerecht, zutiefst unpädagogisch und nehme zynisch das Scheitern von Kindern in Kauf. „Wer aber in der Schulpolitik bewusst mit dem Scheitern von Kindern spielt, hat jede Glaubwürdigkeit verloren“, so der Bundesvorsitzende des Philologenverbandes Meidinger.

Die Befürworter argumentieren, Migranten Kinder aus der Unterschicht würden durch das bestehende System benachteiligt:

Immer häufiger werden Fälle bekannt, bei denen Kinder aus der Unterschicht gegenüber Kindern aus reichen Familien, obwohl sie die gleichen Noten haben, benachteiligt werden, berichtet „Spiegel-Online“ im November 2008. Dies liege am sozialen Status und der Bildung der Eltern. Außerdem legt eine Studie offen, dass auch Jungs im deutschen Schulsystem benachteiligt sind. Mädchen erhalten bei gleichen Noten häufiger eine Gymnasialempfehlung.

(Spürnase: Rudi)