Skandalurteil für Ex-RAF-Terroristin

viettZu einer Geldstrafe in Höhe von 225 € wurde die ehemalige RAF-Terroristin und aktive Linksextremistin, Inge Viett (65, Foto), jetzt vom Amtsgericht Berlin-Tiergarten wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte verurteilt. Der deutsche Durchschnitts-Michel hätte vermutlich als Wiederholungstäter die volle Härte des Gesetzes zu spüren bekommen. Nicht so die Linksextremistin: Sie hatte 1981 in Paris bereits einen Polizeibeamten zum Krüppel geschossen und wurde dafür 1992 zu 13 Jahren Haft verurteilt.

Der Tagesspiegel berichtet:

Lediglich eine kleine Portion Widerstand blieb aus Sicht des Gerichts am Ende von den Vorwürfen übrig. Lächelnd hörte Inge Viett das Urteil. Die ehemalige RAF-Terroristin soll eine Geldstrafe von 225 Euro zahlen. Fast schien es, als wäre die Rentnerin, die in der linksextremen Szene als eine Art Ikone gilt und in den vergangenen Jahren immer wieder bei autonomen Demonstrationen zu sehen war, mit dem Schuldspruch mit milder Strafe durchaus zufrieden.

In dem zweitägigen Prozess ging es um eine Protestaktion gegen das Gelöbnis von Bundeswehrrekruten vor dem Reichstag am 20. Juli 2008. Viett war kurz darauf ein Strafbefehl ins Haus geflattert. Sie sollte wegen versuchter Gefangenenbefreiung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte eine Geldstrafe von 2400 Euro zahlen. Sie legte Einspruch ein. Den Gerichtssaal nutzte sie dann als Bühne, um in alter Klassenkampfmanier gegen Militär und Regierung zu wettern. Zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft äußerte sie sich aber nicht.

Die BILD machte am ersten Prozeßtag noch ein Foto der Linksextremistin, auf dem sie eine Halskette trug, dessen Anhänger dem RAF-Symbol ähnelte.

Den Gerichtssaal als politische Bühne benutzt, alle verhöhnt und als „Wiederholungstäterin“ mit Milde belohnt worden. Wir haben keine Fragen mehr!

» Welt: Viett wegen Widerstandes bei Gelöbnis verurteilt
» BZ: Inge Viett zu 225 Euro Strafe verurteilt
» BILD: Lächerliche Geldstrafe für Inge Viett
» FAZ: Viett nach Protestaktion bei Gelöbnis verurteilt