Das schnellste Segelflugzeug der Welt

Wenn ein Friedensnobelpreisträger oberster Dienstherr des Militärs wird, muss das nicht zwangsläufig das Ende des technischen Fortschritts bedeuten. Nach massiven Etatkürzungen für die Entwicklung extrem schneller unbemannter Flugkörper haben amerikanische Wissenschaftler jetzt eine „Billigversion“ entwickelt, die sich sehen lassen kann, dies vermutlich aber vermeiden wird.

Der SPIEGEL berichtet:

Den Traum vom Hyperschall träumen US-Generäle schon länger. Mit mehr als fünffacher Schallgeschwindigkeit (Mach 5) durch die Lüfte zu donnern, erwies sich jedoch als technisch nur schwer lösbare Aufgabe. Das schnellste halbwegs alltagstaugliche Fluggerät, das das US-Militär bisher aufbieten konnte, war das legendäre Spionageflugzeug SR-71 „Blackbird“. Es erreichte Mach 3 – und ist längst ausgemustert.

Bei der Darpa, der Forschungsabteilung des Pentagon, wird jedoch trotz aller früheren Fehlschläge weiter an Hyperschallflugkörpern geforscht. Im April soll ein Prototyp mit dem Namen Hypersonic Technology Vehicle 2 (HTV-2) von der kalifornischen Vandenberg Air Force Base gestartet werden. HTV-2 verfügt über keinen eigenen Antrieb, vielmehr wird es mit Hilfe einer Rakete vom Typ Minotaur IV in den Himmel geschossen.

Nach der Trennung von der Rakete soll HTV-2 mit Hyperschallgeschwindigkeit durch die Atmosphäre gleiten und nahe dem Reagan-Testgelände auf dem Kwajalein-Atoll inmitten des Pazifik zu Boden gehen. Dabei wird der unbemannte Flugkörper fast 8000 Kilometer zurücklegen. Mit dem Flug möchte die Darpa die lange Haltbarkeit der thermischen Isolierung und die aerodynamischen Steuermöglichkeiten demonstrieren.

HTV-2 ist Teil des Darpa-Programs Falcon, mit dem ein Hyperschallflugkörper entwickelt werden soll, der in kürzester Zeit Ziele weltweit erreichen kann. Laut Darpa soll das Hypersonic Technology Vehicle fünf Tonnen Nutzlast in nicht einmal zwei Stunden knapp 17.000 Kilometer weit transportieren können. Das entspricht beinahe dem halben Erdumfang. Interkontinentalraketen haben eine Reichweite zwischen 5500 und etwa 15.000 Kilometern.

Das antriebslose Modell ersetzt eine geplante Drohne mit Antrieb, deren Weiterentwicklung nach Kürzungen des Etats nicht mehr möglich war. Hier eine Videopräsentation zu dem inzwischen eingestellten Projekt: