Weidner: „Ich will nicht in die Zukunft schauen!“

Das katholische Bildungswerk Köln lud gestern Abend unter dem Titel „Kulturkämpfe hat es immer gegeben… Warum der Islam eine Herausforderung ist“ zu einer Vorlesung mit dem Publizisten Stefan Weidner (Foto) ins DOMFORUM ein. Nach einer Lesung aus seinem aktuellen Buch „Manual für den Kampf der Kulturen“, in dem er von seinem VHS-Arabischkurs und seiner ersten Reise nach Marokko berichtete, erfolgte ein kleiner geschichtlicher Abriss.

In knapp zehn Minuten schildert er das Ringen der Ideologien Nationalismus, Sozialismus und Islam in den arabischen Staaten der letzten 100 Jahre, die Re-Islamisierung als logische Konsequenz aus dem Versagen des, vom Westen importierten Nationalismus und des Sozialismus. Und auch durfte nicht der Große Satan USA fehlen, der den modernen Dschihad durch seine vielfältige Einflußnahme erst möglich machte. Er meidet wieder einmal die 1.300 Jahre Dschihad davor mit hunderten Millionen Toten und die Gründe hierfür, kein Wort über das Osmanische Reich, kein Wort über das größte Sklavenreich der Geschichte. Das Böse kam halt erst mit dem Westen in die Welt.

Weidner weiter: durch das Überangebot an Medieninhalten leidet die Gesellschaft an einem „Gegenwartsstau“, die Geschichte komme zu kurz, hierdurch sehen wir in der Außenbetrachtung nur das Schlechte im Islam (man gebe ihm ein Geschichtsbuch). Wir sind jetzt halt die Guten. Das aber noch nicht so lange: Erst seit 1968 könnten wir uns in vollem Umfange mit „Kultur“ rühmen.

Nun geht sein Blick in die 80er Jahre: der Türke steht selten im Fokus politischer Öffentlichkeit! Schuld an den Versäumnissen haben die Linken, diese haben sich mehr um Arbeiterwohl als Schulbildung gekümmert, brauchten Ali (Bezogen auf Günter Wallraff) als letztes Exemplar des Proletariats, als Alibi-Proletarier gegen den Kapitalismus. Weidner: „Der Türke diente der Kapitalismuskritik! Der Türke war dabei nur Opfer!“

Wo man dem Satz zuvor noch etwas abgewinnen konnte, kamen im Folgenden seine islamophilen Stereotypen zum tragen:

– es gibt weder im Islam, noch in unserer Kultur einen festen Block
– niemand kann sich ein wirkliches Bild vom Islam machen
– Islamwissenschaft ist alles umfassend und zu groß, um es zu studieren
– Türkenmädchen wurden in Schulen benachteiligt
– so wie von außen auf uns der Blick verzerrt ist, so empfindet der Moslem es auch
– subtil wurde vermittelt, dass die deutsche Aufnahmegesellschaft die Schuld daran trage, dass viele Muslime hier noch nicht angekommen sind

Jedoch erfolgte kein Wort zu Kulturkampf oder Herausforderung, also am vorgegebenen Thema vorbei. In der folgenden „Diskussion“ zeigte Weidner dann seine ganze Verachtung islamkritischen Fakten und Argumenten gegenüber.

Darauf angesprochen, dass er doch nichts von Herausforderung und Kulturkampf gesagt hätte und was er denn für eine Zukunftsvision hätte, meinte er, dass es für ihn durch den Islam keine Herausforderung gebe und dass er nicht in die Zukunft schauen möchte. Für ihn zähle nur die Gegenwart und deren Wurzeln. Ein anderer bringt es auf den Punkt, er habe doch das Thema verfehlt. Weidner: „Ihr Pech! Kaufen Sie mein Buch! Wohl alles Politically Incorrect-Leser hier?“

Aus dem mittlerweile aufgebrachten Publikum kamen Wortmeldungen bezüglich des diskriminierten türkischen Mädchens. Eine Lehrerin bemerkte, dass dieser Einzelfall nicht der wirklichen Situation entspräche. Muslimische Mädchen, aber auch Jungen werden nicht von „uns“ diskriminiert und benachteiligt, sondern durch den Islam und die kulturelle Erziehung. Sie fügte noch zwei Beispiele an. Weidner hierzu: „Auch wahr, keine Probleme leugnen.“

Hier schaltete sich die Moderatorin ein: „Man solle doch so nicht Pauschalisieren und Diskriminieren.“ Den Rassismusvorwurf konnte sie gerade noch unterdrücken. Sie war mittlerweile genervter als Weidner.

Weidner: „Jeder muss halt schauen, wo er sein Problem mit dem Islam hat.“ Ein Islamkritiker sagte dann wo sein Problem mit dem Islam liegt: Er wollte auch in Zukunft in einer Demokratie leben mit der Wahrung von Menschenrechten, Religionsfreiheit und Meinungsfreiheit. In islamischen Ländern sei dies eben gegenwärtig nicht möglich. Weidner: „Da haben sie aber Politically Incorrect auswendig gelernt!“

Auffällig war, dass Weidner in seinen Entgegnungen an drei Stellen PI-Leser im Publikum vermutete. Woran mag das wohl liegen?

Ganz besonders negativ ist die eingesprungene Moderatorin aufgefallen. Ich habe niemals zuvor eine solche thematische Verbrüderung und Parteinahme mit dem Referenten erlebt. Wir gegen das Publikum. Statt zu moderieren, kommentierte sie und ging mit ihrer Kritik an den anwesenden Islamkritikern noch über Weidner hinaus. Ihr Motto war wohl: islamkritische Fakten und echte Diskussion sind unerwünscht!

Verschiedene anwesende Aktivisten der Bürgerbewegung Pax Europa und des Vereins für Aufklärung und Freiheit verteilten Flyer an die aufgeschlossenen Teilnehmer.

Fazit des Vortrages:

Von den im Publikum anwesenden 50 Personen, waren ca. 25 enttäuscht, ca. zehn fanden ihn gut (darunter die anwesenden fünf Türken), vom Rest weiß man es nicht. Weidner ist weiterhin ein Vorzeige-Schönredner in Sachen Islam, verantwortungslos den zukünftigen Generationen gegenüber, autoritär und unbelehrbar. Sein „Blinder Fleck“ Islamkritik nimmt mittlerweile den größten Teil seines Gesichtsfeldes ein. Vielleicht stimmt das Gerücht doch, dass er bereits konvertiert ist. Wenn solche „Überzeugungstäter“ weiterhin auf Staatskosten die Meinungslandschaft bestimmen, wird der „Kulturkampf“ dann doch irgendwann auf der Straße in größerem Stile ausgetragen werden.

(Gastbeitrag von Alex P. + WahrerSozialDemokrat, PI-Gruppe Köln)