Islamapologeten in der Karl Rahner-Akademie

Am 12. Dezember fand in der Karl Rahner-Akademie in Köln eine Veranstaltung mit dem merkwürdigen Titel „Gratulation zur Zentralmoschee“ statt. Teilnehmer waren die üblichen Verdächtigen Bekir Alboga (DITIB), Navid Kermani (Publizist), Franz Meurer (Pfarrer in Köln-Vingst, der in seiner Kirche für die Moschee gesammelt hat) und Ex-OB „Türkenfritz“ Schramma. Als weitere Islambeschwichtigerin fungierte Moderatorin Helga Kirchner (WDR).

Im Ankündigungstext zur Veranstaltung schreibt die Karl Rahner-Akademie (siehe Programmheft / Programm Nr. 41):

Nach einer Bauzeit von nur wenigen Jahren steht die neue Moschee der DITIB Gemeinde in Köln-Ehrenfeld kurz vor der Vollendung. Im Frühjahr 2012 – das genaue Datum (21. Juni 2012) stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest – soll sie feierlich eröffnet werden.

Das ist ein Grund zur Freude, ein Anlass aber auch, über das Verhältnis der hier lebenden Muslime zu ihrer Stadt und den hier beheimateten an­de­ren Konfes­sionen und Reli­gionen nachzudenken und, umgekehrt, die Erwartungen der nichtmuslimischen städ­tischen Gesellschaft an die muslimische Gemeinde ins Auge zu fassen. Denn immer noch stößt dieses architektonisch so beeindruckende Gotteshaus und Kulturzentrum in vielen Teilen der Köl­ner Bevölkerung auf Skepsis und Misstrauen und wird als Symbol muslimischer Selbst­be­hauptung verstanden, als Zeichen, das grundlegende kulturelle Unterschiede zementiere, statt ihre Über­windung zu signalisieren. Dass der im Zusam­menhang der Moscheediskussion oft zu hörende Vorwurf mangelnden (türkisch-) muslimischen Integra­tions­willens von Seiten der hier lebenden Muslime oft genug als Aufforderung verstanden werden konnte, ihre eigene Herkunft und Tradition als wertlos über Bord zu werfen und sich den Gepflogenheiten der Mehr­heits­gesellschaft kritiklos unterzuordnen, ist nicht zu verkennen.

In seiner Rede zur feier­lichen Grundsteinlegung des Hauses im November 2009 nannte Sadi Arslan, der Vorsitzende der DITIB, die neue Moschee ein ›Zeichen fried­lichen Zusammenlebens, ein Zeichen der Zu­sammengehörigkeit, der Eintracht, des Beieinander- und Füreinander Seins‹. Die Verantwortung dafür, dass dieses Zeichen mehr und mehr durch eine ent­sprechende Realität beglaubigt wird, liegt nicht nur bei den Muslimen.

Uns erreichte folgender Bericht eines PI-Lesers zur Veranstaltung:


Nach dieser Veranstaltung konnte man mit keinem guten Gefühl nach Hause gehen. Man weiß nicht, wie man das ausdrücken soll, sagen wir einmal „es war ein bedrückendes Gefühl“.

Soweit es am Anfang um den Stand der Bauarbeiten und um die Streitigkeiten der Moschee ging, war es, abgesehen davon, dass zu diesem Thema nicht die richtigen Leute anwesend waren, ja noch interessant. Dann aber wurde es zu einer Werbeveranstaltung für die DITIB, die der Moderatorin leider keinen Einhalt gebot. Auf Einzelheiten kann man verzichten, alle konnten es hören. Auf konkrete Fragen ging Herr Alboga nicht ein, mehrere Rufe aus dem Publikum nach „das ist aber nicht unser Thema“ blieben auch bei der Moderatorin ohne Gehör. Helga Kirchner hat zwar redegewandt den Abend moderiert, in der Sache war sie aus allgemeiner Sicht mit dem Thema überfordert. In der „Fragestunde“ sind verschiedene Fragen mit vielen Worten, aber in der Sache nicht beantwortet worden. Das schien die Moderatorin nicht zu stören. Auch Fragen an Herr Dr. Kermani waren weit ausholend kommentiert, was dem Publikum mit Beifall gefiel, hat aber mit keinem Wort konkrete Fragen beantwortet. Es ging darum zu erfahren, ob es für den Muslim die gleiche Wertigkeit hat, den Koran im Original oder in einer deutschen Übersetzung zu lesen. Laut Prof. Nagel, der sicherlich bekannt sein dürfte, ist dem nicht so. Somit weiß, außer den wenigen deutschen Koranwissenschaftlern, so gut wie niemand, was der Islam ist und so bekommen wir von den Muslimen erzählt, was wir gerne hören möchten. Und das geht im Ergebnis immerhin soweit, dass die Veranstaltung zu einer Lobhudelei für den Islam wurde. Man kann soweit gehen zu sagen, dass von den Anwesenden nicht viele eine deutsche Übersetzung des Korans komplett gelesen haben, denn dann hätte man Herrn Alboga widersprechen können, wenn er darauf hinweist, dass z.B. ein Muslim seine Frau nicht schlagen darf. Wer sich die Mühe macht, komplette Übersetzungen zu lesen, kommt zu dem Ergebnis, dass ein Muslim, der einen Eid auf unser Grundgesetz schwört, einen Meineid schwört, was ihm nach dem Koran ja auch empfohlen wird.

Weitere Bemerkungen zur Moschee: Der zentrale Raum der Moschee fasst ca. 1200 Menschen. Dafür stehen gerade einmal 150 Parkplätze zur Verfügung. Da die Gemeinde der Ehrenfelder Muslime nur ca. 500 Mitglieder hat, kann man davon ausgehen, dass die Mehrzahl von außerhalb der Stadt kommt. Versucht man einmal als „normaler Bürger“ für einen in der Stadt neu zu errichtenden Versammlungsraum gleicher Größe mit dieser geringen Anzahl von Parkplätzen eine Baugenehmigung zu erhalten, das wird wohl nie genehmigt.

Nun aber zum Kern: Für den Muslim ist der Koran bindend, also erst recht für Bekir Alboga. Allgemein dürften auch die Aufrufe und Handlungsweisen gegen die Ungläubigen bekannt sein, ganz zu schweigen von der vorgeschriebenen Unterdrückung der Frauen. Diese und viele andere Zitate, die an dieser Stelle zu zitieren zu weit führen würde, sind mit unserem freiheitlichen Rechtsstaat nicht vereinbar. Man hat noch keinen „offiziellen Islamvertreter“ gehört, der das Grundgesetz über die Scharia stellt. Sollte er das tun, dann braucht er sich in den islamischen Ländern nicht mehr sehen zu lassen. Die sich daraus ergebende offene Frage ist also: Ist der Koran für alle Muslime bindend oder nicht? Oder hat man speziell für Deutschland einen „Softislam“ kreiert? Kann die Karl-Rahner-Akademie diese Frage beantworten? Hier könnte die Akademie einmal aufklärend tätig werden und sich in die Debatte einbringen.

Es gibt in allen Gesellschaftsschichten und in allen Religionen nette Menschen. Wenn man persönlich bisher nur gute Bekanntschaften mit Muslimen hatte, kann man dem nicht widersprechen. Es gibt aber auch in allen Religionen Menschen, die zwar eine Religionszugehörigkeit im Pass stehen haben, denen aber die Religion egal ist. Aber dazu kann man Alboga nicht zählen.

Es ist im Prinzip auch richtig und sollte so sein, dass derjenige, der gegen unsere Gesetze verstößt, entsprechend bestraft werden muss. Erinnert man sich an die Worte von Frau Merkel (vor ein paar Monaten), die darauf hingewiesen hat, dass die Ausländer hier willkommen sind, soweit sie sich an die hier bestehenden Gesetzen halten. Dann wird man auch den Aufschrei der Juristen mitbekommen haben, die sich vehement gegen diese Formulierung gewehrt haben. Ein Ehrenmord zum Beispiel, auch wenn er in Deutschland begangen worden ist, sollte als kulturelle Eigenart des Herkunftslandes gewertet werden. Die Scharia wird nach Aussagen von Rechtsexperten schon längst in deutschen Gerichten angewandt. Natürlich gibt es weder Peitschenhiebe noch Steinigungen als Strafe, doch im Familien- und Erbschaftsrecht werden die Gebote der Scharia herangezogen.

Dieser Tage war der Presse zu entnehmen, dass man in Deutschland vom Knast befreit wird, wenn man unsere Sprache nicht beherrscht. Soweit sind wir schon.

Wenn Alboga an diesem Abend dank der Karl Rahner-Akademie ungehindert seine Forderungen an den deutschen Staat stellen konnte, was nichts mit dem Thema des Abends zu tun hatte und dem auch die überforderte Moderatorin keinen Einhalt gebot, dann wäre es sicher angebracht gewesen, zur gleichen Zeit auch einmal die Religionsfreiheit in der Türkei zu hinterfragen.

Bei dem Wort „Dialog“ und „Integration“ gelten die Sprüche vom türkischen Ministerpräsidenten Erdogan: “Assimilation ist ein Verbrechen an der Menschheit“ (vor ca. zwei Jahren in Köln-Deutz) und dass die hier lebenden Menschen türk. Abstammung zuerst Türkisch lernen sollen (dieses Jahr in Düsseldorf). Jetzt kann man natürlich Wortklauberei betreiben und über den Unterschied zwischen Integration und Assimilation streiten. Das eine ist aber ohne das andere nicht möglich. Von wegen Integration, die ist von offizieller Seite gar nicht erwünscht.

Karl Rahner-Akademie (Leitung Dr. Bernd Wacker):

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