Vergewaltiger war „Berlin-Botschafter“

Der Mann, der am frühen Morgen des 10. Dezember grinsend in die Videokamera einer Berliner U-Bahn schaute und anschließend eine 65-jährige Frau vergewaltigte (PI berichtete), ist am Mittwochnachmittag nach einem Tipp aus der Bevölkerung in Berlin-Wilmersdorf gefasst worden. Jetzt stellte sich heraus: Der 32-jährige Christopher Benjamin Oltmann war Botschafter für die Hauptstadtkampagne „be Berlin“ („Sei Berlin“, siehe Video unten ab Min 0:50).

Die BZ berichtet:

[…]

Am Mittwoch waren beim Berliner Landeskriminalamt gleich eine ganze Reihe von Hinweisen zu dem mutmaßlichen Vergewaltiger einer 65-jährigen Frau eingegangen. Der entscheidende Tipp kam von einem Bekannten des Täters aus Kreuzberg.

Christopher O. ist gebürtiger Pforzheimer (Baden-Württemberg), er hat eine Waldorfschule besucht. Aufgewachsen ist er in gutbürgerlichen Verhältnissen, er lebt seit 2007 in Berlin.

Ein Freund erkannte ihn auf den Bildern

Am Morgen des 10. November soll er sein Opfer, das auf dem Weg zur Arbeit am Potsdamer Platz war, an der U-Bahn-Station Mendelsohn-Bartholdy-Park überfallen haben. Er hatte die Frau in ein Gebüsch gezerrt, geschlagen – dann musste sie sich vor ihrem Peiniger ausziehen. Allein hatte er zuvor mit der Frau in dem Abteil der U2 gesessen, sich lässig eine Zigarette gedreht und in die Überwachungskamera gegrinst.

Sein Opfer ist etwa so alt wie seine Mutter, die Malerin ist. Der Vater von Christopher O. ist ein angesehener Arzt. Die fassungslosen Eltern waren am Mittwoch nicht fähig, über ihren Sohn und den furchtbaren Tatvorwurf zu sprechen.

In Tiergarten lebte Christopher O. in einer Wohngemeinschaft. Er zählt zu den jungen Kreativen in der Hauptstadt. Im Jahr 2009 war sein Modelabel Teil der Image-Kampagne „be Berlin“ und Mitveranstalter eines Straßen-Catwalks in Mitte. Die Firma betreibt er mit einer Freundin, die er als angehender Modedesigner während der Ausbildung in einem Lederatelier kennenlernte. Auf der „Berlin Fashion Week“ 2009 präsentierte er seine eigenen Kreationen. Sein Mitbewohner wollte nicht glauben, dass Christopher O. ein Vergewaltiger sein soll.

Mit seiner Tat hat der Berlin-Botschafter, der polizeilich nie als Sexualstraftäter auffällig geworden ist, dem Ansehen der Stadt keinen Gefallen getan.

Das ist doch wirklich ein Klassebotschafter. Fragt sich nur, für was.

(Spürnase: Mathias)