Dantes Göttliche Komödie verbieten?

Dante Alighieri (1265 – 1321) ist der bekannteste italienische Dichter und einer der bedeutendsten des Mittelalters. In seiner Göttlichen Komödie wird er von Vergil durch das Inferno geführt, und im neunten Kreis der Hölle begegnet er Mohammed, den er als Spalter sieht. Das ist heute natürlich politisch nicht korrekt, denn Islam bedeutet Frieden, und folglich sollte die „Divina Commedia“ zensiert und boykottiert werden. 

Zunächst zum Text. Im 28. Gesang liest man:

Ein Faß, von welchem Reif und Dauben weichen,
Ist nicht durchlöchert, wie hier einer ging,
Zerfetzt vom Kinn bis zu Gefäß und Weichen,

Dem aus dem Bauch in manchem ekeln Ring
Gedärm und Eingeweid’, wo sich die Speise
In Kot verwandelt, samt dem Magen hing.

Ich schaut’ ihn an und er mich gleicherweise,
Dann riß er mit der Hand die Brust sich auf
Und sprach zu mir: „Sieh, wie ich mich zerreiße!

Sieh hier das Ziel von Mahoms Lebenslauf!
Vor mir geht Ali, das Gesicht gespalten
Vom Kinn bis zu dem Scheitelhaar hinauf.

Sieh alle, die, da sie auf Erden wallten,
Dort Ärgernis und Trennung ausgesät,
Zerfetzt hier unten ihren Lohn erhalten.

Ein wilder Teufel, der dort hinten steht,
Er ist’s, der jeglichen zerfetzt und schändet,
Mit scharfem Schwert, der dort vorübergeht,

Ein Teufel schlitzt also Mahomet und seinen Schwieger Ali immer wieder auf, so daß die Gedärme und Eingeweide heraushängen, da er Trennung und Zwietracht ausgesät hat. Die obige Illustration aus der Bodleian Library in Oxford soll das zeigen. Man sieht von links Dante, Vergil, Maometto, Ali und ganz rechts den schlitzenden Teufel.

Nun hat sich im März eine italienische Menschenrechtsorganisation namens „Gherush92“ dafür ausgesprochen, solche Abschnitte bei Dante z.B. aus den Lehrplänen zu streichen. Einige Gesänge des Versepos seien voll von rassistischen, antisemitischen und islamophoben Stereotypen, beanstandeten die Menschenrechtler, die auch die UN beraten. Langsam ein altes Lied!

Kleine Nebenanmerkung:   Die Story mit dem geforderten Verbot machte bereits vor drei Wochen die Runde, allerdings nicht in der deutschen Presse. PI sieht keinen Grund, solche Geschichten nicht auch später noch zu bringen, im Gegenteil. Nur wenn viele Organe dieselbe Überschrift streuen, wird sie im Internet prominent. Blogger, die etwas nicht schreiben, weil ein anderer schneller war, machen einen großen Fehler. Die Linken brachten und bringen z.B. ein Stichwort wie ‚Oury Jalloh‘ jahrelang, bis in Wiki ein zwanzigseitiger Lexikoneintrag steht. Die Methode ist erfolgreich.