Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem geschändet

Die Mauern der Holocaust-Gedenkstätte in Jerusalem sind in der Nacht zu Montag mit zehn großen Graffitis in hebräischer Schrift beschmiert worden. Laut WELT sind darunter Parolen wie „Hitler, Danke für den Holocaust“ und „Die Zionisten wollten den Holocaust.“

Obwohl dies sehr eindeutig nach antisemitischen Motiven aussieht, hält es die Polizei für denkbar, dass eine ultraorthodoxe jüdische Strömung dahinterstecken könnte. Den Hinweis lieferte die Unterschrift dieser Schmiererei:

Einer der Slogans rief die polnische Regierung dazu auf, „den Zionisten nicht mehr zu ermöglichen, manipulative Gedenkzeremonien in Auschwitz abzuhalten“. Die Unterschrift in roter Farbe lautete „Das gottesfürchtige Welt-Judentum“.

Es gibt eine anti-zionistische Bewegung im orthodoxen Bereich, die  die weltliche Gründung des Staates Israel ablehnt, weil sie der Meinung ist, dass ein jüdischer Staat nur durch den Messias gegründet werden dürfe.

Ynet News berichtet, dass die beiden in Frage kommenden orthodoxen Sekten ihrerseits die Schmierereien verurteilen und ausschließen, dass ihre Anhänger daran beteiligt sein könnten. Es werden dort weitere anti-zionistische Parolen genannt:

„If Hitler didn’t exist the Zionists would have had to invent him.“

„Jews wake up – the Zionist regime is dangerous.“

„The global Zionist mafia.“

Die Schändung von Yad Vashem ruft Bestürzung hervor und soll so schnell wie möglich aufgeklärt werden.

Im Solinger Tageblatt gibt es heute einen Artikel über die Arbeit eines Hobby-Historikers zu einer jüdischen Familiengeschichte, die auch in die Gedenkstätte mit aufgenommen wird.