Heutige Gesslerhüte

Gesslerhüte von heute, Wikipedia führt aus: „Ein Gesslerhut ist redensartlich eine Einrichtung, deren einzig sinnfälliger Zweck die öffentliche Erzwingung untertänigen Verhaltens ist. Nach der Legende ließ Hermann Gessler in Altdorf einen Hut aufstellen, den jeder Vorbeikommende zu grüßen hatte.“ Wilhelm Tell grüßte diesen Hut nicht (Bild), weshalb er festgenommen und zu dem berühmten Apfelschuss gezwungen wurde.

(Von good4you)

Als Hermann Göring von zwei katholischen Priestern in einem Biergarten nicht gegrüßt wurde, ließ er beide am gleichen Tage verhaften und in das KZ Dachau verschleppen. Dort ließ Göring eine Stange in den Boden treiben und eine Militärmütze drauf stecken. Diese Mütze sollte Göring symbolisieren. Die zwei Priester sollten fortan ständig mit Hitlergruß um die Mütze herumlaufen. Beide Priester verhungerten 1942 in diesem KZ.

Die heutigen Gesslerhüte sind nicht mehr personalisiert. Um Untertänigkeit zu erzwingen, ist seit Jahrzehnten irgendwelchen erfundenen Schreckgespenstern zu huldigen und sich folglich so zu verhalten, dass politisch fabulierte Hirngespinste zu „vermeiden“ sind.

So hatten wir beispielsweise in den 70er Jahren die „Ölkrise“. Diese Krise resultierte keineswegs, wie Aktionsgrüppchen („Club of Rome“) oder die Mehrzahl des bundesdeutschen Politbüros suggerierten, aus einem Versiegen des Öls, sondern war rein politischer Natur aufgrund von Spannungen in Nahost.

Diesem Gessler-Hirngespinst von „versiegendem Öl“ wurde z.B. in Form von „autofreien Sonntagen“ gehuldigt. Und die Bürger machten, durch Politiker, Presse, Funk und Fernsehen in Angst und Schrecken versetzt, alle brav mit. Fest davon überzeugt, etwas „Gutes“ zu tun. Wohl gemerkt: das geschah in den 70er Jahren.

Mit dieser politisch verbrämten „Ölkrise“ bereitete die damals regierende SPD auch die Entstehung der „Grünen“ vor. Den richtigen Nachbrenner-Schub erhielt die Grüne Bewegung jedoch durch den nächsten Gesslerhut, der formidabel von der CDU in die Gegend gestellt wurde. Das war das „Waldsterben“.

Das Ende der 70er, Anfang der 80er aufkommende „Waldsterben“ war ein von Politikern und den Medien inszenierter Hype. Und gleichzeitig der Steigbügelhalter für die „Grünen“ und die Abdriftung auch ehemals bürgerlich-konservativer Parteien in das grün-sozialistische Nirwana. Waren „Ölkrise“ und „Waldsterben“ nur der Beginn öko-sozialistischer Wahnvorstellungen, so fanden diese ihre Vollendung im heutigen, alles überragenden Gesslerhut des „menschengemachten Klimawandels“.

An dieser Stelle empfehle ich dringend, den m.E. besten „Zeit“-Artikel aller Zeiten vom 9.12.2004 zu lesen. Er titelt Chronik einer Panik und beginnt so:

Ein Vierteljahrhundert Waldsterben – oder wie ein deutscher Mythos entstand, sich verfestigte und allmählich zerbröckelt. Beobachtungen aus dem Bundesforschungsministerium

Bezog sich dieser deutsche Mythos, nach dem wir bis zum Jahr 2000 längst nur noch über stoppelige Einöde in ehemaligen Waldgebieten hätten stolpern können, auf ein rein deutsches Phänomen, so ergatterten unsere Öko-Wahnsinnigen mit dem „Klima“ einen globalen Gesslerhut.

Wie beim Ablasshandel im Mittelalter, wo man für die Vergebung von Sünden zu zahlen hatte, sollen wir heute genauso blechen.

Das Grundmuster der Mächtigen ist immer das gleiche: es wird eine Art nahender Weltuntergang heraufbeschworen und die Truppe empfiehlt sich als „letzte Chance“, das drohende Unheil noch abwenden zu können. Dazu sind natürlich umgehend einschneidende Maßnahmen notwendig. Wir brauchen uns nicht über die Dummheit mittelalterlichen Denkens zu amüsieren, die Masse der Wähler ist heute noch genauso blöde und fällt auf die gleichen Tricks herein.

Es fragt sich, wann mit dem Titel „Chronik einer Panik“ jemand einen Artikel verfasst, der sich der Klima-Hysterie widmet. Vielleicht beginnt ein solcher Artikel dann so:

50 Jahre Klima-GAU – oder wie ein weltweiter Mythos entstand, sich verfestigte und allmählich zerbröckelt. Ein Mythos, bei dem vor allem die Deutschen – mal wieder – unrühmliche Vorreiter waren.

Zum Abschluss möchte ich nur ein aktuelles Beispiel für einen Gesslerhut bringen:

Kürzlich bezeichnete ein Politiker der „Linken“ CO2 als „Giftgas“ (wenn ich die Quelle finde, reiche ich sie nach).

Volksverdummende Verblödung frei Haus!

Und der verunsicherte PISA-Deutsche steht verängstigt mit offenem Mund da. Wie viele PISA-Deutsche wissen denn, dass sie bei jedem Ausatmen CO2 von sich geben? So ist es auch bei jedem anderen tierischen Lebewesen auf unserem Planeten. Wer weiß, dass Kohlensäure, wie sie sich in Mineralwasser, Cola, Sekt, Bier befindet in der Luft direkt in das „Giftgas“ CO2 verwandelt? Ja, das Sprudeln im Glas Mineralwasser ist das „Giftgas“ CO2!

Wer weiß, dass Pflanzen CO2 für ihre Atmung benötigen, um überhaupt wachsen zu können. Deshalb werden in holländischen Tomatenfarmen die Pflanzen auch mit einer erhöhten CO2-Konzentration „begast“. Ohne das „Giftgas“ CO2 gäbe es keine Pflanzen auf der Welt (und damit auch überhaupt kein Leben).

Ein Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre bewirkt weltweit ein verbessertes und beschleunigtes Pflanzenwachstum. Allerdings, bevor wir alle grün anlaufen und frohlocken: der menschengemachte Anstieg von CO2 ist derart gering, dass man die Effekte auf das weltweite Pflanzenwachstum nicht messen kann.

Die Deutschen sind m.E. Vorreiter bei der wahnwitzigen Selbstverblödung, weil sie einerseits seit 1945 unter einem posttraumatischen Belastungssyndrom leiden (und Psychos denken/machen nun mal viel Mist) und andererseits immer noch die versteckte Arroganz besitzen, „am deutschen Wesen soll die Welt genesen“. Das in Kombination wirkt dann auf den vielen Gebieten wie „Minderheitenschutz“, „Waldsterben“, „Rettungsschirme“, „Klimaschutz“, „Nachhaltigkeit“ und all den anderen Gesslerhüten.

Die heutigen Gesslerhüte werden nicht nur aufgestellt, um untertänig gegrüßt zu werden. Nein, man hat Geld hineinzuwerfen und sich politisch korrekt zu verhalten.