ver.di verweigert Stürzenberger Presseausweis

Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di stellt für Journalisten über den Fachbereich Medien Presseausweise aus. Ich arbeite seit 28 Jahren als selbständiger Journalist und habe meinen Presseausweis seit 2006 jedes Jahr über ver.di bezogen. Damit ist nun Schluss: Nachdem mich die Versammlungsleiterin eines von ver.di veranstalteten Vortrages völlig grundlos mit Polizei aus dem DGB-Gewerkschaftshaus in München werfen ließ, stellte ich eine Strafanzeige. Am 21. Dezember erhielt ich von ver.di ein Schreiben, dass ich als „Störer“ aufgetreten sei, man sich durch meine Anzeige „durch den Kakao“ gezogen fühle und ich daher keinen neuen Presseausweis für 2013 mehr erhalte. Update: Jetzt mit Video und Presse-Mitteilung

(Von Michael Stürzenberger)

Zur Erinnerung: Ich befand mich am 5. Juni 2012 im DGB-Haus, um mir einen öffentlich angekündigten Vortrag zum Thema „Strategien gegen Rechtsextremismus und –populismus in München“ anzuhören. Referentin war Dr. Miriam Heigl, die Leiterin der von der Stadt München finanzierten „Fachstelle gegen Rechtsextremismus“. Am Eingang des Raumes standen zwei bekannte extreme Linke, die fast jede Kundgebung der FREIHEIT massiv stören. Sie deuteten auf mehrere Besucher, die ganz friedlich dasaßen und stumm auf den Beginn des Vortrages warteten. Dies habe ich im Sommer bei einer Kundgebung der FREIHEIT in der Münchner Fußgängerzone auch dargestellt:

Nach der stasi-mäßigen Diffamierung wurden die drei Personen, inklusive mir, aufgefordert, den Raum zu verlassen. Als wir nach den Gründen fragten, holte man die Polizei und ließ uns unter Anwendung des Hausrechtes hinausbegleiten.

Die Polizisten waren äußerst freundlich, wiesen mich aber darauf hin, dass ich gegen die Anwendung des Hausrechtes nichts machen könne, selbst wenn ich mir absolut nichts habe zuschulden kommen lassen und nur ruhig auf meinem Platz saß.

Im ver.di-Schreiben heißt es nun wörtlich:

Wir sind kein Amt und keine Behörde und daher auch nicht zur Ausstellung eines solchen Ausweises verpflichtet. Die Entscheidung über die Ausstellung oder nicht liegt ausschließlich bei uns.

ln lhrem Fall habe ich gegen eine Ausstellung entschieden.

Nachdem Sie im Juni 2012 als Störer einer ver.di-Veranstaltung aufgetreten sind und im Nachgang auch noch die Versammlungsleiterin und ver.di-Beschäftigte beim Kreisverwaltungsreferat angezeigt haben, gibt es keine Basis mehr. Sie werden nicht erwarten, dass wir den Kakao, durch den Sie uns ziehen, auch noch trinken.

Mit Grüßen

Man darf sich bei ver.di gerne erkundigen, warum das stumme Sitzen eines Journalisten, der sich nur einen Vortrag anhören möchte, als „Stören“ dargestellt wird. Warum man diesen Journalisten, der auch noch einen ver.di-Presseausweis besitzt, mit Polizei-Eskorte aus einem von ver.di veranstalteten öffentlichen Vortrag werfen ließ. Und warum man diesem Journalisten, der sich selbstverständlich gegen einen solch skandalösen Rauswurf juristisch wehrt, nun als „Strafmaßnahme“ die Ausstellung des Presseausweises verweigert.

Kontakt:

» landesbezirk.bayern@verdi.de

Update:

Folgende email ging gerade an den deutschen Presseverteiler:

Sehr geehrte Medienvertreter,

ist jemand von Ihnen Mitglied bei der Gewerkschaft ver.di und erhält dort seinen Presseausweis?

Die Fachstelle „Medien“ von ver.di in München diffamiert einen Journalisten als „Störer“, der nur ganz friedlich und still im Münchner DGB-Haus auf einen von ver.di organisierten öffentlichen Vortrag über „Rechtspopulismus“ wartete, ließen ihn grundlos durch die Polizei hinauswerfen und verweigerten ihm dann auch noch die Ausstellung seines Presseausweises, den er seit Jahren von dort bekommt.

All das spielt sich nicht in Russland, Kuba oder China ab – nein, mitten in Deutschland…

Wer über diesen Skandal berichten möchte, kann sich jederzeit an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen,

Michael Stürzenberger
selbständiger Journalist seit 28 Jahren

Es werden noch Wetten angenommen, ob sich in unserer linksverdrehten Presselandschaft ein einziger Journalist befindet, der über diesen Skandal berichten wird..