Grüne kritisiert Familienpolitik der eigenen Partei

„Erst wenn eine Schwangerschaft auch am Arbeitsplatz mit ‚Wie schön, wie können wir Dir helfen!‘ und nicht mit ‚Oh Gott, und jetzt? Such schon mal einen Krippenplatz, dass Du schnell wieder arbeiten kannst!‘ kommentiert wird, sind wir ein wirklich familienfreundliches Land.“ Dieses Zitat stammt nicht aus der CSU oder einem Repräsentanten der Katholischen Kirche, wie man meinen möchte, sondern von einer grünen Kommunalpolitikerin. In einem offenen Brief an den Bundes- und bayerischen Landesvorstand ihrer Partei nimmt die Mündener Stadträtin Lena Kürschner (Foto) deutlich Stellung zu der ihrer Ansicht nach verfehlten familienpolitischen Ausrichtung der Grünen.

(Von Miles Christi)

„Einer Gelbbauchunke wird von den Grünen mehr Respekt entgegengebracht als einem weinenden Kleinkind oder einer Mutter, die gerne und mit ganzer Seele Mutter ist“ – so deutlich hat man noch selten eine Grüne gegen die femininismuszentrierte, homophile und vergenderte Haltung der eigenen Spitze auffahren sehen. Der Brief besteht aus einer Sammlung pointierter Aussagen, die durchweg den Nagel auf den Kopf treffen und sich sehr an einem von der verheirateten Mutter von zwei Kindern ausgemachten „Bürgerwillen“ ausrichten.

Sollte es doch noch Hoffnung geben, dass die paar vernünftigen, weil weitgehend ideologiefreien Grünen eines Tages den eigenen Laden übernehmen und ausmisten könnten? Wahrscheinlich nicht – aber wenigstens ist es ein bisschen beruhigend, dass es sie überhaupt gibt.

Der ganze Brief findet sich hier.