Bistum Fulda stoppt Muezzinruf in St. Anna-Kirche

Die berühmt-berüchtigte „Messe für den Frieden“ von Karl Jenkins entpuppt sich immer mehr zu einem Vehikel der Islamisierung großen Ausmaßes. Allein in diesem Monat fand sie in ca. 15 Orten statt (PI berichtete über die Konzerte in Hambach und Speyer). Auch die katholische Pfarrgemeinde St. Anna in der ländlichen Gemeinde Freigericht-Somborn im hessischen Main-Kinzig-Kreis wollte es sich zur Ehre anrechnen, im Trend zu liegen. Doch letztendlich kam es anders, als es sich der islamverliebte Pfarrer Ulrich Schäfer (kl. Foto) vorgestellt hatte.

(Von Hertha J.)

Wenn ein ehrgeiziger Singkreis ein Jahr lang an der Komposition Karl Jenkins arbeitete, sich mit seinen lauten und schrillen Tönen beschäftigte, so ist man zusammengeschmiedet worden und hält zusammen. Auch wenn es Dinge gibt, die man als Einzelner überdenken würde, z.B. der gewagte Muezzinruf, der als „Gebet“ verkauft wird, so stört das doch keinen. Das Motto „für den Frieden“ wird zum integrativen Aufruf. Und es ist wieder einmal die Jugend, die man damit überfahren hat: Außer dem Singkreis Somborn war ein Jugendchor der Waldorfschule gewonnen worden. Es sollte ein „wichtiger Beitrag zum interreligiösen Dialog“ sein.

Nur das Bistum in Fulda ging der Sache auf den Grund, als man ihn ins Bild setzte, spät, aber gerade noch rechtzeitig. Dass hier Ungereimtheiten und Unwahrheiten nebeneinander montiert wurden, machte ihn wohl stutzig, und er verbot einen Tag vor der Aufführung den geplanten Auftritt des Imams. „Respekt!“, sagten wir, Heidi und ich, die wir uns am Sonntag Abend vor der Tür der St. Anna-Kirche trafen, um mit Flyern über die bewusst falsche Übersetzung des Muezzinrufs aufzuklären. Natürlich bekamen wir die Wut der Sänger zu spüren, die sich jetzt gegen uns richtete, in der Annahme, wir hätten die Messe um ihren eigentlich Höhepunkt gebracht. Man wollte uns handgreiflich vom Bürgersteig entfernen; glaubte, uns mit Appellen an unseren fehlenden Anstand und Verstand zum Gehen bewegen zu müssen, was schnell in Beschimpfungen endete. Man rief die Polizei, ich meinerseits auch. Was wir nicht wollten war, einen lauten Streit vor der Kirche; hier wurde er gewünscht und sie konnten ihn haben.

Ihr Wehklagen um eine vertane Chance zum interreligiösen Dialog wurde langsam lächerlich. Solange sie von „Dialog“ redeten, zeigten sie, dass sie Koran und Islam eben nicht kennen, sonst würden sie vielleicht von „DiaLÜG“ sprechen. Der Pfarrer Ulrich Schäfer spielte eine Doppelrolle. Er schien nachdenken zu wollen, aber dann, in seiner Ansprache in der Kirche, konnte er es nicht lassen, der Bistumsleitung Fulda fehlenden Willen zum interreiligiösen Dialog vorzuwerfen. Aufrichtig war das nicht.

Für Heidi und mich stellte sich am Ende der Aufführung die Frage, was Jenkins wirklich aussagen wollte. Man müsste eine Analyse von Form und Inhalt anstellen, um dieses unstimmige, verwirrende Konglomerat von Texten, musikalischen Fertig-Stücken, Dokumentarfilm-Ausschnitten, Gewalttätigkeiten und Appellen, von geistlichen Gesängen angesichts politischem und geistlichem Versagen, von Kriegshysterie und schmerzvollem Leid zu entwirren und vor allem die Lösung zu untersuchen, die Jenkins zuletzt tänzerisch bejubelt: „Friede ist besser als Krieg!“ – sie kommt doch sehr billig daher.

Nun hat der Film ganz auffällig alles Leid weggelassen, das von muslimischen Kriegen ausging. Es liegt deshalb nahe, dass Jenkins einseitig argumentiert. Warum kein Bild vom Genozid an den Armeniern oder von der Versklavung der sudanesischen Christen, die über Hunderte von Kilometern nach Norden in die Sklaverei unter Muslime getrieben wurden und noch werden? Kein Bild von Kindersoldaten in muslimischen Staaten, von Selbstmordattentätern oder von einer der 43 in Ägypten brennenden Kirchen! Nichts von entstellten Frauen nach Massen-Vergewaltigungen. Meist nur KZ-Insassen und Kriege der Siegermächte nach 1945. Um uns ein schlechtes Gewissen zu machen?

Auch vom Bosnienkrieg, der ja weitgehend von muslimischen Einheiten geführt wurde, nichts, obwohl überall zu lesen ist, dass Jenkins dieses Werk gerade im Andenken an den Bosnienkrieg geschrieben habe.

Gewiss drängen sich diese Fragen eher auf, weil der Muezzinruf nicht davon ablenken konnte. Diese Aufführung war sachlicher, als was ich in München erlebt habe, wo durch den Muezzinruf alles übertüncht war. Dort und in Hambach oder Speyer ging man entweder verletzt oder begeistert aus der Kirche. Ganz begossen, ganz in dem Bewusstsein, einer autoritären Macht gegenübergestellt worden zu sein, die Geschichte schreibt, und dabei über die Menschen hinweggeht. Hat das mit unserem Gott zu tun?

Ist das, was Jenkins wollte, ein „chrislamisches“ Gottesbild unter die Haut zu trommeln? Man spürt die Absicht und ist verstimmt.

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