FDP-Theurer: AfD-Lucke „verkappter Salonfaschist“

Und wieder: Vor vier Tagen erst bezeichnete die SPD-Europaabgeordnete Ulrike Rodust die Alternative für Deutschland als „faschistische Partei“, gestern dann nannte FDP-Vize Kubicki die AfD „populistisch, nationalistisch und deutschtümelnd“, nun wird auch Bernd Lucke persönlich aufs Übelste beschimpft.

(Von Rechtskonservativer Denker)

EU-Abgeordnete scheinen beim Erstarken der Kritiker des Brüsseler Zentralismus Ängste um ihre Arbeitsplätze zu bekommen. Jetzt meldet sich der FDP-Europaparlamentarier Michael Theurer (kl. Foto) zu Wort und geht sogar noch einen Schritt weiter als seine indirekte Vorrednerin Rodust. Er geht über die persönlichen Grenzen hinaus und bezeichnet AfD-Chef Lucke als „verkappten Salonfaschisten“!

Darüber hinaus sei die AfD ein Gegner der liberalen Demokratie. Das zuletzt erst durch Beteiligung am Phantomkampf gegen Rechts bei normalen Menschen in Ungunst gefallene Handelsblatt berichtet:

Auslöser ist eine Äußerung des baden-württembergischen FDP-Vorsitzenden Michael Theurer. Dieser hatte der „Stuttgarter Zeitung“ kürzlich gesagt, das Gerede des AfD-Chefs Bernd Lucke von den „Entartungen der Demokratie“ erwecke den Eindruck, er sei „ein verkappter Salonfaschist“. Lucke sagte daraufhin, diese Äußerung zeige, dass Fairness im Umgang mit dem politischen Gegner für die FDP ein „Fremdwort“ sei.

Der Sprecher der AfD, Christian Lüth, wurde noch deutlicher. Die verbalen Entgleisungen Theurers zeugten „nicht nur von Verzweiflung in einem Wahlkampf, in dem die großen Verlierer der letzten Bundestagswahl, nicht über drei Prozent in den Umfragen zu kommen scheinen, sie sind vor allem verleumderisch und legal grenzwertig“. Lucke als „Salonfaschisten“ zu bezeichnen sei „nicht nur geschmacklos, sondern schlichtweg bösartig“, so Lüth.

Theurer hielt Lucke daraufhin vor, die wesentlichsten demokratischen Grundsätze, darunter die freie Meinungsäußerung, nicht verstanden zu haben. „Aber ich lasse mir den Mund nicht verbieten“, so Theurer, der auch Vorsitzender des Haushaltskontrollausschusses des Europaparlaments ist.

Theurer sieht in den Aussagen einmal mehr den Versuch der AfD, den rechten Wählerrand zu erreichen. Zudem sei die Absicht der AfD, mittels Graf Stauffenberg zu beweisen, dass antifaschistische Kritik im Dritten Reich nur von rechts gekommen sei, historisch falsch. „Wer im trüben Teich fischt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er im braunen Sumpf ausrutscht“, sagte er. Und wenn Lucke zum Beispiel den Ex-Fußball-Nationalspieler Thomas Hitzlsperger nach seinem Coming-Out dazu auffordere, „Verfallserscheinungen“ von Ehe und Familie zu geißeln und sich dazu zu bekennen, die Lebensformen der klassischen Familie „für unsere Gesellschaft als konstitutiv“ zu bezeichnen, dann verberge sich hinter dieser Aussage eine „kaum verhohlene Homophobie“. Die AfD suggeriere, dass Schwule die klassischen Familienwerte gefährden, kritisierte der FDP-Politiker.

„Denn auch unterhalb der AfD-Spitze finden sich entsprechende Äußerungen“, sagte Theurer weiter. „So wettert Beatrix von Storch, Europawahl-Kandidatin des Berliner Landesverbands, offen gegen die Macht der „Schwulen-Lobby““. Und die AfD Bayern klage auf Facebook, dass im Fernsehen Homosexualität „beworben“ würde.

Die Schiffbruchpartei FDP geht kurz vor der Wahl ordentlich die Pumpe und greift zu allen erdenklichen Mitteln, um die Konkurrenz schlechtzureden, auch wenn die Mittel den demokratischen Konsens sprengen. Ein Grund mehr für ein blaues Wunder.

Kontakt:

» E-Mail: michael.theurer@europarl.europa.eu