Rassismus in der Mitte der Gesellschaft?

rassismus-3Der Artikel „Weiß hat immer schuld“ von Michael Paulwitz in der Jungen Freiheit vom 10. Mai beschreibt, wie das deutsche Meinungskartell und all die opportunistischen Trittbrettfahrer den Begriff des Rassismus als Waffe einsetzen, um ihre Einwanderungskontingente aufrecht erhalten zu können. Mit dem Ziel, eine „multikulturelle Gesellschaft“ zu erschaffen, wohinter das einfache Prinzip des divide et impera steckt: eine in sich bekämpfende Minderheiten gespaltene Gesellschaft ist nicht imstande, Regime zu stürzen (vgl. Kleine-Hartlage) und es ist auch wesentlich einfacher, sie in eine diktatorische EU zu überführen. Ich möchte nicht nur die Mechanismen dahinter ein wenig beleuchten, sondern den Vorwurf an die Absender zurückgeben.

(Von Marc Doll)

Jemandem Rassismus vorzuwerfen, ist ein vernichtendes Urteil, besonders in Deutschland. Umso mehr wäre es wichtig, solch einen Vorwurf verantwortungsbewusst zu prüfen und wenn, dann nur mit stichhaltigen Beweisen vorzubringen. Ein Rassist ist jemand, der glaubt, dass seine Rasse anderen Rassen biologisch überlegen ist. Die Zahl derer, die diesen längst widerlegten Unsinn glaubt, dürfte im 0,00X Prozent-Bereich liegen und diejenigen geben es offen zu. Eine Randerscheinung, wie es sie in jeder Gesellschaft gibt.

Angesichts dieser Zahlen müsste man sich fragen, warum Rassismus heute überhaupt noch ein Thema ist und so viel Interesse anlockt. Immerhin ist mit obiger Einstellung ja immer noch niemand zu Schaden gekommen und es wäre wohl alles andere als ein Vollzeitjob für Antirassisten, darauf warten zu müssen, dass von den 0,00X Prozent nochmals 0,X Prozent loslaufen und rassistisch-motivierte Straftaten begehen.

Deshalb zäumt man das Pferd von hinten auf: alles, was schon rein POTENTIELL zu den gleichen Resultaten wie beim gewaltbereiten Rassismus führen KÖNNTE, wird rückwirkend zum Rassismus erklärt und entsprechend geahndet. Wenn man also, sagen wir Islamkritik betreibt, dann könnte es rein potentiell dazu führen, dass Leute loslaufen und Muslime umbringen. Dass dies einer Betrachtung der sowohl gefühlten Realität als auch der Faktenlage nicht standhält, spielt keine Rolle, denn diese Argumentation ist zumindest oberflächlich nachvollziehbar, das heißt sie liefert eine (wenn auch falsche) Kausalitätskette und das reicht völlig aus, um den Begriff Rassismus anwenden zu können.

Und zwar als Waffe. Denn wie mit allen aufgeladenen Begriffen, kann ich meinem Gegner mit einem einzigen Wort, ohne jegliche Begründung, eine ganze Bibliothek moralischer Verfehlungen vorwerfen, die aufgrund der oben erwähnten oberflächlich nachvollziehbaren Kausalitätskette eine begründete und beweiskräftige Rechtfertigung benötigt, was eben nicht in einem Wort, auch nicht in einem Satz zu widerlegen ist, mal davon abgesehen, dass man sich an dieser Stelle schon längst in der Defensive befindet.

Wenn also schon beim einfachen Gebrauch grundgesetzlich verbriefter Rechte wie Meinungsfreiheit, Versammlungsfreiheit oder Religionsfreiheit (im Sinne von ‚Freiheit von Religion‘) die Rassismus-Definition greift, weil es potentiell dazu führen könnte, dass rassistisch-motivierte Straftaten begangen werden, dann greift sie logischerweise erst recht bei tatsächlichen Auswirkungen, etwa wie dem kalten Genozid eines Volkes oder Teil eines Volkes mitsamt seiner Kultur, indem man es im eigenen Land langfristig zur Minderheit werden lässt (vgl. UN-Völkermordkonvention).

good-night-white-pride-paris.jpg w=300&h=300Es ist Rassismus, wenn man dies in Tibet verdammt und in Deutschland begrüßt. Es ist Rassismus, wenn ein Deutscher, der bei einer Anti-Diskriminierungsstelle vorsprechen möchte, wieder heimgeschickt wird, weil er als Deutscher nicht diskriminiert werden kann. Es ist Rassismus, wenn Deutschen bei jeder Gelegenheit und darüber hinaus ein latenter (genetisch bedingter?) Rassismus unterstellt wird, während man Nicht-Deutsche bei selbst schlimmsten Verbrechen in Schutz nimmt und alternative Ursachen sucht. Und wenn nun geplant ist, dass ‚fremdenfeindliche Motive‘ vor Gericht straferschwerend wirken sollen und dies natürlich nur für Deutsche gilt, dann ist auch das eine nach Ethnie getrennt urteilende Einrichtung, die wir eigentlich für überwunden glaubten.

Es ist aber auch ein doppelter Rassismus, nämlich gegen Migranten selbst. Denn wer diese Gruppe immer und immer wieder von der Schuld für ihre Handlungen frei spricht, der spricht sie auch von ihrer Mündigkeit frei. Es sind dagegen die Kritiker von Ausländerkriminalität, die mit ihnen auf Augenhöhe reden. Kinder kommen nicht vor das Gericht, weil sie unmündig sind und die Konsequenzen für ihre Taten nicht absehen können. Wer einem türkischen Intensivtäter vor Gericht zum x-ten Mal Bewährung oder Sozialstunden verhängt, während er einem Deutschen für viel weniger viel mehr aufdrückt, der sagt damit gleichzeitig, wo er Migranten in Relation zu sich selbst sieht: unterlegener, unterentwickelter, minderwertiger, wie Kinder nicht verantwortlich für das, was sie tun, weshalb sie paternalisierend in Schutz genommen werden müssen.

Und gerade dieser Schlag Mensch, dem unterbewusst klar ist, welche Einstellung er wirklich gegenüber Menschen aus „ärmeren Ländern“ besitzt, ist es, der wild auf andere einschlägt, wenn deren Meinungen potentiell das ergeben könnte, was tief in ihnen selbst schlummert. In der Psychologie nennt man dies ‚Projektion‘: der Betroffene geht davon aus, dass alle anderen Menschen die gleichen moralischen Verfehlungen besitzen, aber – anders als er selbst – nicht die moralische Integrität besitzen, sich zu mäßigen, weshalb jedwede Kritik als rassistisch motivierter Angriff gedeutet wird. Auf die Idee, dass es sich bei der stets unterstellten „Hetze“ um sachliche, sich rein am Handeln orientierte Kritik handelt und nicht, wie stets angenommen, auf die Herkunft der Person bezogen ist, kommen die Ankläger nicht.

Im extremen Fall von inherentem Rassismus, wie es bei radikalen Linksextremisten auf Straße und in Redaktionen der Fall ist, versucht der Betroffene gleich präventiv seine eigene Kultur zu beseitigen (mit freilich unterschiedlichem Arsenal), denn wenn alle anderen Menschen den gleichen Grad an Rassismus in sich tragen, wie er selbst, dann bleibt als Ausweg zur friedlichen Koexistenz lediglich noch die Auslöschung des eigenen Volkes, zumindest der sie befeuernden Kultur übrig. Da eine gewaltsame Endlösung nicht verfügbar ist, wird das nächstbeste, der kalte kulturelle Genozid durch Masseneinwanderung in Millionenstärke gewählt, was die Integrationskraft der Aufnahmegesellschaft natürlich um ein Vielfaches überfordert – zumal diese ja flankierend dazu aktiv geschwächt wird, indem alles, was überhaupt eine Form der Identifikation mit der Nation produziert, als verwerflich bekämpft wird. Nicht von ungefähr ist es so leicht, von der extremen „Rechten“ zur extremen „Linken“ und umgekehrt zu wechseln, wobei wie an anderer Stelle schon erwähnt die Unterschiede zwischen diesen beiden ohnehin marginal sind.

Die menschliche Spezies ist sehr manigfaltig und deshalb wird es wohl immer auch den oben beschriebenen Typus des Rassisten geben. Aus irgendeinem Schlag Mensch müssen die Fanatiker der totalitären Diktaturen des 20.Jahrhunderts ja rekrutiert worden sein. Diesem Typus Mensch wurde zwar nachhaltig beigebracht, dass die rassistischen Verfolgungen der Vergangenheit falsch waren, aber der Typus selbst wurde in seinem Wesen nicht verändert, denn er ist einfach seiner Natur gefolgt und (aufgrund der oben beschriebenen Projektions-Mechanik) ins andere Extrem verfallen, ähnlich eines geläutertem Raubritters, der nun als heiliger Kreuzritter im Namen des Guten seine Mitmenschen massakriert.

Und deshalb gibt es keinen „Rassismus in der Mitte der Gesellschaft“, sondern nur die Projektion seiner eigenen rassistischen Natur auf seine Umwelt. Denken Sie daran, wenn Sie das nächste Mal jemanden diese Worte sagen hören.