TV-Tipp: Doku – deutsche Dschihadisten in Syrien

Die ARD-Dokumentation „Sterben für Allah? Der Weg deutscher Gotteskrieger nach Syrien“ wird einmal mehr, wie so oft bei den wenigen Gelegenheiten, bei denen das Zwangsgebühren-TV relevante Beiträge bringt, sehr spät abends ausgestrahlt. Es könnte sich lohnen, wach zu bleiben, wobei es scheint, dass auch diese Reportage wieder kultursensibel abwiegelt, um ja nicht die Muslime in die Pflicht zu nehmen und den Islam in die Schusslinie zu bringen. Jedenfalls heißt es in der Ankündigung zur Sendung nach bester deutscher Sozialpädagogen-Art: JETZT mit Video der Sendung!

(Videobearbeitung: theAnti2007)

Die Ideologie der Gotteskrieger ist eher eine Melange aus religiösen Versatzstücken und politischer Agitation. In der deutschen Öffentlichkeit wird das Problem der Gotteskrieger jedoch meist als eines der muslimischen Gemeinden gesehen. Die sind mit dem Problem überfordert, haben sich muslimische Gemeinden doch jahrelang um Integration bemüht. Nun stehen die Gemeindevertreter vor den Trümmern ihrer Arbeit, müssen hilflos zusehen, wie sich die eigenen Söhne und Töchter radikalisieren. Der Film „Sterben für Allah?“ gibt erschreckende Einblicke in die Denkweise der Radikalen, zeigt die Verführungsmechanismen und sucht nach Antworten, wie unsere Gesellschaft auf diese Herausforderung reagieren soll.

Dieser kurze Absatz offenbart die ganze Naivität im Umgang mit dem Phänomen. Offensichtlichkeiten werden hinter „gut integrierten“ muslimischen Gemeinden versteckt und angeblich „hilflosen“ Gemeindevertretern. Das klingt schon fast wie nach dem evangelischen Pfarrer von nebenan in einem längst vergangenen Deutschland, der seine Schäfchen daheim besucht und sich nach deren seelischem Befinden erkundigt. Nur hat dieser nie danach fragen müssen, ob sich seine Schäflein mit dem Gedanken tragen, „Ungläubige“ in die Luft zu jagen. Die Dokumentation sucht also nach Antworten, wie diese Gesellschaft auf diese Dinge reagieren soll. Diese Antworten könnten sie schon längst haben, allerdings ohne die gefährliche Abwiegelei, die deutsche Medien seit Jahrzehnten im Umgang mit der extremistischen Ideologie Islam betreiben. Die Antworten, alle Hintergründe, Studien, Berichte und Kritiken und auch Lösungsvorschläge sind längst da.

Trotzdem sorgt aber jede Art von Fernsehbericht über die Früchte des Islam für vermehrtes Nachdenken beim Betrachter, da helfen auch keine blumigen und linksideologisch geeichten Verfälschungen.