Die Lynchjustiz der Huffington Post

matthesIn einem Land, in dem die Begriffe Demokratie und Freiheit noch einen Wert haben, ist es ganz normal, dass Bürger ihre Meinung sagen, Kritik äußern und Fragen stellen. In Deutschland aber scheint das mittlerweile unerwünscht, wer nicht begeistert in den Chor „Willkommen Flüchtlinge!“ einstimmt, wird im Jahre 2015 öffentlich hingerichtet. Die Zeiten des Mittelalterlichen Prangers sind wieder da. Die „Huffingten Post“ hat jetzt einen Beitrag veröffentlicht, der doch stark an die jüngste deutsche Geschichte erinnert:

(Von Thomas Böhm)

200 Deutsche riefen Flüchtlingen zu: „Willkommen!“ Hier sprechen die Hassfratzen

Seit Monaten schon gibt es unfassbare Blog-Texte im Netz, in denen Unbekannte zu einer Jagd auf einzelne Huffington-Post-Redakteure aufrufen. Denn die Flüchtlings-Aktion war nicht das erste Mal, dass wir uns in Texten für Toleranz und Menschlichkeit einsetzten. Oder wir bekommen es gleich als Leserbrief: „Sabrina und ihresgleichen sollten an die ISIS verkauft werden, dort können sie die Vorzüge des Islams dann voll und ganz genießen.“

Wir könnten nun tun, was wir Deutschen schon viel zu lange tun: Wir könnten uns sagen, dass da ein paar Idioten durchgedreht sind – und wegschauen. In der frommen Hoffnung, dass die rechten Parolen schon unterhalb des gesellschaftlichen Wahrnehmungsradars bleiben würden.

Aber dafür ist es viel zu spät. Wir haben es als Gesellschaft tatsächlich verschlafen, uns den Anfängen zu wehren. Fremdenfeindliche Kampagnen und rassistische Ausfälle waren seit Jahren überall zu erkennen, wenn man das sehen wollte – ob in der Griechenland-Debatte oder bei Pegida.

Die Diskussion über den Umgang mit Asylbewerbern hat den Nazis nun eine einmalige Chance beschert: Sie sind anschlussfähig geworden.

Im Netz hat sich vor unser aller Augen ein bisweilen gewaltbereiter Mob formiert, der mit den Werten des Grundgesetzes gebrochen hat. Und wir wissen nicht, ob diese Leute jemals noch einmal für die Bundesrepublik zu begeistern sind.

Diese Entwicklung war nur möglich, weil wir alle viel zu lange herumgemerkelt haben. Immer wenn es hieß, dass man rechtem Gedankenmüll „keine Bühne geben darf“, haben wir so getan, als ob all die Parolen und all der Hass nicht existierten.

„Keine Bühne geben“ war eine faule Ausrede für jene, die in Wahrheit zu müde waren, um die Demokratie zu verteidigen.

Es ist jetzt Zeit: Geben wir diesem Thema endlich die nötige Öffentlichkeit. Wir müssen uns mit der kranken Gedankenwelt dieser Menschen auseinandersetzen.

Aber es reicht nicht, sich mit ihnen auseinanderzusetzen. Wir zeigen ihre Gesichter, so, wie sie sich in Sozialen Netzwerken präsentieren. Und ihre Namen. Denn wer auf der Seite eines Mediums solche Meinungen vertritt, sollte auch zu ihnen stehen. Sie rufen nach Meinungsfreiheit – wir nehmen sie beim Wort.

Interessanterweise geht es diesen Menschen oft gar nicht so sehr um die Flüchtlinge selbst, sondern um die Angst vor dem Abstieg und der Beschissenheit ihres eigenen Lebens.

Die schlimmsten dieser Kommentare aus den vergangenen Monaten (auch unter anderen Texten) haben wir hier zusammengestellt.

Aber seht selbst…

Zugegeben, dumme Sprüche sind auch hier zu finden, aber nicht zu verstehen ist, was die „Huffington Post“ gegen solche Fragen und Aussagen einzuwenden hat:

„Die Ausländer lachen schon über Deutschland. So schön wie hier lebt im Ausland keiner. Geld vom Staat ohne zu arbeiten. Das ist Scharaffenland für sie. Die werden nie wieder in Ihre Länder gehen , auch wen dort wieder Frieden herrschen würde. Schlimm , schlimm macht doch die Augen auf.“

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„Ich stimme den Vormeinungen zu, wer die Sanitäranlagen und die Wohnräume verschmutzt kann das auch sauber machen. Zeit haben diese Bewohner reichlich. Aber leider nehmen sie nur das Geld und tunen gar nichts dafür. Wie sagte mal einer: „Deutschland wäre soooo schön, wenn die Deutschen nicht wären“…… Noch Fragen??????“

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„Schon klar. Medimax : Flüchtlinge in geballter Form. Jeder von denen hat ein Galixie S 4 oder 5 oder ein Iphone weggetragen. Da wird uns doch die Tasche voll gelogen nach Strich und Faden.“

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Susann, in welcher Form machen junge afrikanische Männer, die ganz offen zugeben, hier zu sein, um „irgendwie Geld zu beschaffen“ und Anhänger einer mittelalterlichen Religion, die z.B. mit unserem Rechtssystem mal so gar nichts anfangen können, unser Land denn schöner? Und vor allem, was soll das Ganze mit „Evolution“ zu tun haben? Du solltest Dich eventuell vorab informieren, welch grandiose schulischen und beruflichen Leistungen deine bereits in Europa befindlichen afrikanischen und muslimischen Freunde bislang erbracht haben! Es ist ja nicht ganz grundlos, dass Ungarn, Spanien, Frankreich, Italien die Grenzen dicht machen und durch den Rest Europas (u.a. das klassische Einwanderungsland Großbritannien) ein Rechtsruck geht.

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„Wenn ihr das als „Chance“ seht dann gute Nacht Deutschland. Rechte Gruppierungen werden immer stärker durch so einen Unsinn ! Wie weit soll das denn noch gehen? Deutsche Kinder bekommen fast keine Kita Plätze mehr weil Flüchtlingskinder vorgezogen werden, so geschieht es jedenfalls hier…“

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„Alle Flüchtlinge nach Berlin, ins Kanzleramt. Wenn ich die Flüchtlinge so an schaue, stelle ich immer wieder fest, alles junge, gesunde Männer. Sehr seltsam. Könnten diese jungen Männer nicht ihrem Heimatland helfen. Wie wird überhaupt festgestellt ob es Flüchtlinge sind oder Terroristen.“

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„So viele „Gefällt mir“ habe ich noch nie gemacht. Ihr habt so recht. Ich finde den Bürgermeister klasse. Solche Bürgermeister, die sich wirklich wehren und dagegen sind, dass in ihrem Ort Asylanten untergebracht werden sollen, wünsche ich mir auch in Deutschland. Hier jammern sie nur rum. Wir haben keinen Platz, kein Geld usw., und fordern dann mehr Unterstützung, meistens in Form von Geld, vom Bund. Dann geben sie kleinbei. Keiner von ihnen würde so etwas machen, wie der Bürgermeister aus Östereich. Ich hab noch ein Vorschlag für Deutschland. Da unsere Politiker ja soooo gerne diese Flüchtlinge und Asylanten aufnehmen wollen, können diese im Reichstaggebäude und im Bundeskanzleramt untergebracht werden. Alles raus und Schlafstellen rein, dort ist überall genug Platz. Mal abwarten, wie lange es dauert, bis alles verdreckt und kaputt ist. Wie wird die Reaktion und Meinung der Politiker dann sein. Bei einigen würde sich die Meinung bestimmt ändern, ABER ob sie das auch nach Außen kund tun ist fraglich.“

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Mal abgesehen davon, dass sich die „Huffington Post“ strafbar gemacht hat, weil sie ohne Erlaubnis riesige Fotos der Texter dazugestellt hat, zeigt diese Form der „Berichterstattung“, in welch ärmlichen Zustand der Journalismus in Deutschland mittlerweile ist.

Hier werden Bürger zum Abschuss freigegeben, in Zeiten wie diesen, wo ein als rassistisch eingestufter post so manchen Bürger den Arbeitsplatz kostet, kann man diese Form der Bloßstellung schon mit Lynchjustiz gleichsetzen. Ist das wirklich noch das Deutschland, in dem wir leben wollen? So mancher dieser „Geächteten“ finanziert diese „Willkommenskultur“ mit seinen hart verdienten Steuergeldern und findet sich wieder in einer DDR 2.0.

Fehlt nur noch, dass die „Huffington Post“ die Adressen der Kommentatoren veröffentlicht und Zielscheiben an die Haustüren nagelt.

(Im Original erschienen auf Journalistenwatch)


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