Ravensburg: Fitnessstudio verweigert Asylbewerbern die Mitgliedschaft

fitnesstudioHurra, die Berufs-Gutmensch-Journalisten vom FOCUS waren mal wieder fleißig und haben systemkonform einen „rassistischen Skandal“ aufgedeckt, diesmal in Ravensburg, wo ein „fremdenfeindliches“ Fitnessstudio keine 13 jungen Asylbewerber-Herrenmenschen aus Syrien für lau aufnehmen wollte.

(Von Verena B., Bonn)

FOCUS online jammert flüchtlingskonform (Fehler original im Text):

Sie waren auf der Suche nach Beschäftigung, wollten etwas Sport treiben. Doch der Wunsch, sich im Fitnessstudio anzumelden, wurde den 13 jungen Männern aus Syrien verwährt. Die Begründung sorgt bei vielen für Unverständnis und Wut.

Viele Fitnessstudios haben bereits schlechte Erfahrungen vor allem mit Jugendlichen mit Migrationshintergrund und „getöntem Teint“ gemacht: Die Jungs unterschreiben den Vertrag und zahlen dann die Beiträge nicht (die je nach Studio und angebotenen Leistungen auch sehr hoch sein können). Um nicht ewig dem Geld hinterherrennen zu müssen und nicht Pleite zu gehen, verlangen die Studio-Inhaber (die, wie jeder andere Sportverein, frei entscheiden können, wen sie aufnehmen und wen nicht) daher in der Regel einen Jahresbeitrag im Voraus, unabhängig davon, ob die Kunden das Studio auch regelmäßig besuchen oder nicht. Natürlich gibt es auch andere Modelle, zum Beispiel Zehner- oder Einzelkarten, die dann entsprechend teurer sind und bar bezahlt werden. Logisch, dass der Antragsteller einen festen Wohnsitz haben muss und über ein Konto verfügt, von dem die Beiträge abgebucht werden können.

Das soll aber selbstverständlich nicht für Asylforderer gelten, die Abwechslung und Zerstreuung brauchen – selbstverständlich kostenlos, denn sie bekommen ja gemeinerweise nicht so viel Geld von uns, um sich so ein teures Hobby leisten zu können.

Wir dürfen keine Asylbewerber annehmen!“ Mit diesen Worten soll die Mitarbeiterin eines Fitnessstudios in Ravensburg Flüchtlinge abgewiesen haben, die eine Mitgliedschaft beantragen wollten, berichtet der „Stern“.

Ein ehrenamtlicher Helfer habe die jungen Männer aus Syrien zu dem Fitnessstudio begleitet, um bei der Anmeldung zu helfen. Mit der Begründung, dass die Männer einen Einjahresvertrag unterzeichnen müssten und auch keine Konten hätten, lehnte die Mitarbeiterin dies angeblich ab. Am Telefon habe eine Assistentin der Geschäftsführung auf den Hinweis, dass das Antidiskriminierungsgesetz verbieten würde, Menschen aufgrund ihrer Herkunft abzuweisen, lediglich geantwortet: „Das ist mir egal.“

Fitnessstudio verweist auf Aufnahme-Bedingungen

Auf eine Anfrage des „Stern“, wie der Ausschluss begründet sei, verwies der Betreiber des Fitnessstudios darauf, dass der Ausländeranteil bei 40 Prozent läge, die Flüchtlinge ohne festen Wohnsitz aber nicht die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft erfüllen würden. „Wir freuen uns weiterhin auf Mitglieder die hier bereits ansässig sind oder deren Asylantrag bewilligt und eine berufliche und private Bleibe gefunden wurde“, so der Betreiber.

Die Entscheidung rief im Netz einige wütende Reaktionen hervor. Auf der Facebook-Seite des Fitnessstudios haben zahlreiche Nutzer ihren Unmut geäußert. Einige rufen zum Boykott auf.

Für junge „Flüchtlinge“, die Sport treiben wollen (übrigens auch für junge syrische und sonstige Damen), gibt es im Übrigen eine ganz einfache, effiziente und kostenlose Lösung, zum Beispiel joggen. Der Flüchtlingshelfer könnte seine syrischen Schäflein begleiten und leiten – oder er zahlt ihnen den Beitrag fürs Fitnessstudio. Das wäre eine echte humanitäre Hilfe, die Flüchtlinge wären ihm ewig dankbar und der Studiobetreiber wäre auch zufrieden.