Köln: Hoteldirektor feuert mutigen Türsteher

matthiesenHenning Matthiesen (Foto), Direktor des Grand-Hotels Excelsior Ernst in Köln, weiß angeblich vorbildlich mit Mitarbeitern umzugehen. So zumindest wird er in einem Werbevideo (siehe unten) für das Fünfsternehaus gegenüber dem Dom dargestellt. Er will kein Patriarch der alten Schule sein, sondern stellt den Mitarbeiter in den Vordergrund und hat „immer eine offene Tür“ für ihn, sagt er. Offenbar aber nur solange der Mitarbeiter den Ruf des Hauses nicht mit harten Fakten über die Multikulti-Gewalt vor der Tür des Friede-Freude-Eierkuchenparadieses belästigt. Also so wie Ivan Jurcevic. Der kroatischstämmige Inhaber einer Sicherheitsfirma verlor seinen Auftrag im Excelsior, weil er während der Kölner Silvesternacht Frauen vor der sexuellen Gewalt der Illegalenhorden beschützte und nicht bereit war, das öffentlich zu vertuschen.

UPDATE: Laut eines aktuellen Facebook-Eintrags von Jurcevic wurde er von Matthiesen NICHT gekündigt oder Ähnliches. Es wurde von der WELT am SONNTAG falsch ausgelegt.

(Von L.S.Gabriel)

Jurcevic war als Sicherheitsmann vor der Tür des Luxushotels postiert, als in der Nacht auf den 1. Januar Frauen von afrikanischen Männern verfolgt und massiv sexuell belästigt wurden. Einige sahen in dem 1,98 Meter großen Mann mit 130 Kilo Kampfgewicht ihre Rettung und flüchteten sich an seine Seite vor dem Eingang des Hotels. Der ausgebildete Personenschützer tat, was außer ihm in dieser Nacht nicht einmal bewaffnete Polizeibeamte bereit waren zu tun: er bot den verängstigten Frauen Schutz und wies die Verfolger an, sich zu entfernen.

Diese wollten aber nicht wahrhaben, dass ihre „Beute“ ihnen einfach aus den Fängen genommen werden sollte, gingen auf den Hünen los und bestanden darauf, dass das „ihre Frauen“ seien. Jurcevic sah das anders und wusste sich als Kickbox-Weltmeister entsprechend zu wehren.

Der Kölner Stadt-Anzeiger schreibt über den „kroatischen James Bond“:

Verängstigte, zitternde Frauen baten ihn um Hilfe, ihnen folgte eine Gruppe junger Männer. „This is our girl“, sagten sie zu ihm. Jurcevic’ Antwort war: „Zieht Leine!“ Doch die betrunkenen Männer ließen sich zunächst noch nicht mal von ihm, dem Zwei-Meter-Mann, beeindrucken. „Ich bin dem einen vor den Brustkorb gesprungen und hab einem anderen eine Ohrfeige verpasst“, sagt er. Erst dann machte sich die Gruppe davon. „We kill you!“ riefen sie ihm noch zu. Er schildert in dem Video, dass die Männer Streifenwagen und Gäste der Hotel-Silvesterfeier bespuckt hätten. Dass Beamte Täter laufen lassen mussten, weil kein Transporter verfügbar war. „Sie waren einfach unterbesetzt.“

Jurcevic sagte später, es seien bürgerkriegsähnliche Zustände gewesen. Die Polizei war schon aus Personalmangel überfordert und ließ dann, weil auch Gefangenentransporter fehlten und es keine Plätze in Haftzellen gab, zum Entsetzen des Sicherheitsmannes auch noch den Kopftreter einfach gehen (PI berichtete).

Ivan Jurcevic erzählte in den Tagen darauf von seinen Erlebnissen in dieser Nacht und gab seine Eindrücke auch in einem Video wieder, das sich viral im Internet verbreitete und auch international für Furore sorgte:

Nun ist er seinen Auftrag im Luxushotel am Dom los. Direktor Henning Matthiesen hatte nichts besseres zu tun, als sich eiligs von Jurcevics Aussagen zu distanzieren. Der Kölner Stadt-Anzeiger berichtet:

„Wir sind es seit vielen Jahren gewöhnt, dass zum Jahresübergang auch vor unserem Haus eine recht turbulente, ausgelassene und lebendige Stimmung herrscht. Was wir in diesem Jahr deutlich gespürt haben, ist, dass die Feierlaune eine andere Qualität besaß und ständig Gefahr lief, in unkontrollierte Aggression umzuschlagen. (…) Die Vorfälle in dieser Nacht sind nicht zu tolerieren und zu akzeptieren. (…) Allerdings distanzieren ich und mein Team uns von fremdenfeindlichen Aussagen, die aktuell im Internet kursieren von einem Mitarbeiter des externen Sicherheitsunternehmens. Es handelt sich hierbei nicht um einen Mitarbeiter des Excelsior Hotel Ernst.“

Eine „turbulente, ausgelassene, lebendige Stimmung“ und „Feierlaune“, die nur „Gefahr lief“ in unkontrollierte Aggression umzuschlagen? Also jemanden, der am Boden liegt gegen den Kopf zu treten, Frauen sexuell zu nötigen, sie verbal und körperlich massiv zu bedrängen und das Personal mit dem Tod zu bedrohen, ist in den Augen dieses Führungsgenies noch gar keine Aggression. Auch ist an den Aussagen des Kroaten, der seit 40 Jahren in Deutschland lebt, nichts Rassistisches, von dem Matthiesen sich „distanzieren“ müsste.

In seinem Selbstbeweihräucherungsfilmchen schwadroniert der Hoteldirektor, es sei wichtig, dass die Führungsetage eines Hotels sich „den gesellschaftlichen Gegebenheiten“ anpasse und man sei wie eine Familie.

Der Mann hat offenbar noch nicht mitbekommen, was sich „gesellschaftlich“ vor der blankgeputzten Drehtür seines Hotels abspielt und sollte einmal über die Autodächer der davorstehenden hauseigenen Luxuslimousinen hinwegsehen, bevor er ein Mitglied seiner „Hotelfamilie“ rausschmeißt, wie die WELT am SONNTAG berichtet.

Ivan Jurcevic jedenfalls will auch im Karneval wieder Dienst tun. Nicht im Excelsior, denn da will man offenbar lieber Sicherheitskräfte vor der Tür, die in der Hauptsache darauf achten, dass niemand über die Türmatte stolpert, die aber wegsehen, wenn vor ihren Augen die Gewalt eskaliert, die Frauen, die nicht im Hotel logieren, vielleicht sogar vom Eingang wegweisen, wenn sie da Schutz suchen. Hauptsache, das Hotel wird nicht in Zusammenhang gebracht mit Dingen, die am Lack der Luxusherberge kratzen könnten.

Das Image eines Hauses, in dem man sich sicher und gut aufgehoben fühlt kann dieser Direktor aber ohnehin ganz allein zerstören. Vielleicht wünscht er sich aber schon in wenigen Wochen, wenn im Karneval vor seiner Tür wieder der Teufel los ist, einen Mann wie Ivan Jurcevic dahin zurück. Der wird aber hoffentlich einen besseren Job haben, wo man seine Courage und seinen Einsatz schätzt.

Kontakt:

Henning Matthiesen
Excelsior Hotel Ernst Köln
Tel.: +49 221 270–1
Fax: +49 221 270–3333
E-Mail: info@excelsior-hotel-ernst.de

Hier das Video des rückgratlosenden Schnösels Hoteldirektors:


(Hinweis an unsere Leser: Wir bitten Sie bei Schreiben an die Kontaktadresse, trotz aller Kontroversen in der Sache, um eine höfliche und sachlich faire Ausdrucksweise.)