England: Preis für bösestes Erdogan-Gedicht

erdogan_merkelDie Briten können, glaubt man einem Klischee, vielleicht nicht kochen, aber in Sachen schwarzer oder böser Humor kann ihnen kaum jemand das Wasser reichen. Im Zuge der unseligen deutschen „Böhmermann-Affäre“ mischt sich nun ein konservatives britisches Wochenblatt in die Debatte um Zensur und Meinungsfreiheit ein und schreibt einen Wettberweb aus. Niemanden habe es überrascht, dass der türkische Präsident Erdogan gegen Jan Böhmermann und sein Schmähgedicht vorgehen würde, aber viele seien davon ausgegangen, dass innerhalb Europas keine Majestätsbeleidigungsgesetze angewandt würden, zumindest nicht bis es David Cameron gelungen sei die Türkei in die EU zu bringen, schreibt Douglas Murray (Foto, re.) zynisch im „The Spectator“. Eine Strafverfolgung überhaupt nur in Betracht zu ziehen und Merkels Entscheidung diese zu genehmigen zeige, dass Deutschland nicht mehr sei als eine Provinz der Türkei.

Der als islamkritisch bekannte Murray schreibt, er sei ein freier britischer Bürger und wolle nicht unter den Blasphemiegesetzen solcher Despoten leben. Deshalb lädt das Magazin nun dazu ein, an einem großen Gedichtwettbewerb im Zusammenhang teilzunehmen. Das böseste Erdogan-Gedicht wird am 23. Juni bei „The Spectator“ veröffentlicht. Ursprünglich hatte das Magazin dafür keinen Preis ausgeschrieben aber ein Leser bietet nun für den Erhalt der Meinungsfreiheit 1.000 Pfund für das beste Werk.

Auch hier gilt wohl, es mag sein, dass manches geschmacklos ist, aber nichts schmeckt so bitter wie Unterdrückung und Tyrannei. (lsg)