Großmufti Shawki Allam in Bonn: Islam ist Frieden, Barmherzigkeit und Toleranz!

muftiAm Donnerstag (14. Juli 2016) hatte das Center for International Security and Governance (CISG) der Universität Bonn die große Ehre, den 19. ägyptischen Großmufti Dr. Shawki Allam (Foto) zur Diskussionsveranstaltung „Im Namen des Islam? – Religion als Mittel zum Zweck“ im Universitätsforum begrüßen zu dürfen. Dr. Allam (54) ist der einflussreichste Moslem der Welt und das geistige Oberhaupt einer Mehrheit der Sunniten, zu denen auch die Anhänger des IS gehören. Er genießt in der islamischen Welt ähnlich hohes Ansehen wie der Papst bei den Katholiken, kann Fatwas (Rechtsgutachten) erlassen und unterschreibt Todesurteile.

(Von Verena B. Bonn)

Ziel des Dialogs waren eine kritische Auseinandersetzung mit dem gewaltbereiten und religiös motivierten Extremismus in einem wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kontext und der „Abbau von Vorurteilen“. Der Saal war wie immer proppenvoll. Unter den Zuhörern waren auch zahlreiche junge Herren und Damen mit integrativem islamischem Kopfputz, die aber leider nichts zur sich anschließenden Diskussion beizusteuern hatten. Eckart Wüster, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Bonn (Miteinander für Gerechtigkeit in einer interkulturellen Gesellschaft), saß als Ehrengast in der ersten Reihe. Die Moderation übernahm die bekannte islamkritische Bonner Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Christine Schirrmacher, die noch nicht heimlich zum Islam konvertiert ist wie nicht wenige ihrer KollegInnen.

Der Großmufti, der zuvor einer großen schwarzen Limousine mit Stern entstieg und gefolgt von einigen Begleitern selbstgewiss lächelnd in Richtung Eingang schwebte, begann seine salbungsvolle Rede, die vom Arabischen ins Deutsche gedolmetscht wurde, mit einer Lobpreisung der Universitätsstadt Bonn, die sieben Nobelpreisträger hervorgebracht hat. Wie viele Nobelpreisträger die unter der Fuchtel Allahs und seines Propheten stehenden islamischen Länder hervorgebracht haben, sagte er nicht. Bonn und seine Uni bezeichnete er als besonders geeigneten Standort für den Dialog der Kulturen, da es hier keine islamfeindliche PEGIDA wie in Dresden gebe, wo man auch nicht mit der Uni dialogisieren könne.

Seine Eminenz war zutiefst verärgert über den Hype, den die Presse seinerzeit in Bezug auf die Darstellung von 9/11 veranstaltet habe. Auf anderen großen Ereignissen würde auch nicht ewig herumgeritten. Mit dieser „Steorotype“ sei ein Dialog verhindert worden mit dem Ergebnis, dass alle Länder immer rechtsextremer würden. Muslime kämen nie zu Wort. Dem müsse entgegengewirkt werden, und deshalb sei er auf der ganzen Welt unterwegs, um die Friedensbotschaft des Islams zu verbreiten und Missverständnisse aus dem Weg zu räumen. Der Dialog müsse mit Respekt und ohne “Hedonität“ geführt werden, damit Hass und Vorurteile abgebaut werden. Gott habe verschiedene Völker geschaffen, die friedlich zusammenleben und der gesamten Menschheit dienen sollen. Außerdem müsse es Muslimen erleichtert werden, mit anderen zusammenzuleben. Anfang des Jahres habe er beim Weltwirtschaftsforum in Davos mit UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon betont: „Wir sind in einem Boot: Christen, Hindus, Juden, Muslime.“

Menschen- und Frauenrechte würden im Islam hochgeachtet. Jede religiös motivierte Unterdrückung der Frau werde verurteilt. Zahlreiche Fatwas würden zugunsten der Frauen, gegen Gewalt und für die Meinungsfreiheit aller erstellt. Die Kairoer Erklärung der Menschenrechte im Islam, die nur unter Scharia-Vorbehalt gilt, ließ er unter den Tisch fallen, weil das jetzt gerade nicht so passte. Mit 54 Jahren ist man halt schon etwas vergesslich.

Alle Religionen lebten friedlich zusammen. Die Christenverfolgung in islamischen Ländern, die stetig zunimmt (das zwanzigste Jahrhundert allein brachte mehr an Opfern von Christenverfolgung als alle neunzehn Jahrhunderte zuvor) hatte er auch vergessen. War wohl nicht so wichtig. Terrorismus werde kategorisch abgelehnt. Terroristen seien ungebildet und geistig verwirrt, interpretierten die religiösen Texte und Traditionen falsch und missbrauchten sie für ihre kranken Taten. Die Terroristen pickten sich nur die Mord-Suren aus dem Koran und beachteten die anderen barmherzigen nicht. Dann pickte sich der Großmufti die barmherzigen Suren aus dem Koran und zitierte sie inbrünstig. Die Mord-Suren beachtete er nicht. Der Dschihad sei ehrenwert, er bedeute nicht Krieg, sondern Aufbau, Zusammenhalt und Bemühung um eine konstruktive Lebensführung.

Wichtig sei vor allem Prävention. Man müsse die jungen Leute davon abhalten, sich radikalen Gruppierungen anzuschließen. In den Medien solle man nicht immer nur über die Extremisten, sondern über die überwiegende Mehrheit der moderaten Muslime berichten (was der Presserat ja auch in seinem Moslem-Kodex vorschreibt und woran sich die Lügen- und Verschweigepresse weitgehend hält, weil sie sonst bekanntlich von der politischen Islamlobby geächtet und in den Ruin getrieben wird).

Ahmad Mansour, israelisch-arabischer Psychologe, Autor, ehemaliger Islamist und stark engagiert in der Extremismusprävention, berichtete ausführlich über seine umfangreiche Arbeit mit gefährdeten jungen Muslimen und wies darauf hin, dass die Salafisten immer größeren Einfluss gewinnen. Sie sprechen die perspektivlosen Jugendlichen vor den Flüchtlingsheimen, vor Spielhallen, in Gefängnissen und Moschen an. Die Jugendlichen, die hier in der dritten Generation leben, verstehen die Arabisch sprechenden Imame nicht, sie verstehen nur „halal“ und „haram“. Bei Hasspredigern wie Piere Vogel sei das anders, deshalb sei dieser auch so beliebt bei den Jugendlichen und habe enormen Zulauf.

Der Dschihad bietet einfache Lösungen für eine höhere Sache an, und die Jugendlichen fühlen sich dadurch moralisch überlegen und anerkannt. Ihnen wird erzählt, in einem islamischen Land könnten sie ihre Religion frei leben. Die jungen Frauen suchten oft einen muslimischen Helden nach Art von Justin Biber und würden deshalb nach Syrien reisen. Die Jugendlichen seien sozial entwurzelt. Migration sei ein Trauma, da sie die Kultur nicht kennen. 820 Jugendliche sind in den Dschihad gezogen. Bei diesen handele es sich um Narzissten mit Persönlichkeitsstörungen, Psychopathen oder Fanatiker, die einfach nur Lust am Töten haben. Die Moscheen könnten diese Jugendlichen nicht mehr erreichen. 200 Kämpfer sind wieder zurückgekommen. Über Terrorvereinigungen wie Al-Shabaab, Muslimbrüder, Al Kaida usw. müsse man reden. Die Lehrer sind überfordert von diesen neuen Herausforderungen und müssen entsprechend ausgebildet werden.

Der Islam verstehe keine Kritik. Eine Reform des Islams müsse von den europäischen Muslimen selbst und den (fundamentalistischen und demokratiefeindlichen) islamischen Vereinen ausgehen, es müsse endlich offen über die Diskriminierung von Frauen und Homosexuellen sowie den Antisemitismus gesprochen werden. Bislang haben sich die (größtenteils vom Verfassungsschutz beobachteten Vereine des „öffentlichen Rechts“) nicht zu diesen Themen geäußert. Auch Allam spreche immer vom Dialog, nicht aber darüber, wie es sein kann, dass der IS solche Monster hervorbringe. Er selber kritisiere den Islam aus Liebe.

Der mutige Herr Mansour widersprach Seiner Eminenz, der ja wie alle Taqiyya-Brüder gesagt hatte, dass der Terror nichts mit dem Islam zu tun habe: Der Terror habe sehr wohl etwas mit dem Islam zu tun, da sich die Extremisten auf den Islam berufen. Die Kölner Islamwissenschaftlerin Prof. Dr. Sabine Damir-Geilsdorf relativierte ordnungsgemäß, dass es „den Islam“ genauso wenig gebe wie „das Christentum“, das überall anders verstanden und praktiziert werde. So gebe es im Islam auch verschiedene Rechtsschulen und die Hadithen würden unterschiedlich interpretiert.

Diskussion

Kann sich der Islam reformieren?

Großmufti: Gewisse Reformen kann man durchaus in Betracht ziehen und prüfen, allerdings ohne die „essentials“ anzugreifen. Die Gelehrten „sind gefordert, die essentials zu erklären. Andere Bereiche sind veränderbar. Die Gesetze müssen eingehalten werden.“ Islam ist die Religion des Friedens, der Barmherzigkeit und der Toleranz!

Wird der Islam Deutschland verändern?

Großmufti: Wir müssen akzeptieren, dass Muslime Bestandteil der westlichen Welt sind. Islam ist die Religion des Friedens, der Barmherzigkeit und der Toleranz!

Das Ziel der Scharia als islamisches Gesetz ist es auch nicht, Gottesstaaten zu errichten oder Andersgläubige zu verfolgen und hinzurichten! Vielmehr ist die Scharia als Gottes Wille zu verstehen, dass es den Menschen zu Lebzeiten gut geht und sie im Jenseits das Heil finden – Ideale, die mit allen Wertesystemen zusammenpassen! Das sagte der Großmufti nicht auf dieser Veranstaltung, das sagte er mal woanders.

Wie sollen sich Muslime integrieren?

Großmufti: In den Fatwas achten wir darauf, dass wir Gemeinsames betonen. So können alle gut leben. Islam ist die Religion des Friedens, der Barmherzigkeit und der Toleranz!

Nach der Veranstaltung hatte Mansour ein Erlebnis der besonderen Art, wie er dem General-Anzeiger am Freitag berichtete:

Als wir Fotos machen wollten, lehnte der Großmufti es ab, sich mit mir gemeinsam fotografieren zu lassen. Zur Begründung habe Allam gesagt, Mansour sei israelischer Staatsbürger.

Fazit:

Wenn sich die Kuffar an unsere Regeln und Traditionen halten, können wir friedlich zusammenleben. Tun sie das nicht, bedeutet das einen Angriff auf unseren Stolz und unsere Scharia-Religion, und dann müssen wir sie leider korangerecht töten. In diesem Fall erlauben wir uns, die entsprechenden Koransuren dann doch zur Anwendung zu bringen und den aktuellen Gegebenheiten anzupassen nach dem Motto: „Und willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein!“ Da uns das Grundgesetz Religionsfreiheit garantiert, ist dieses Verfahren rechtmäßig, denn der Islam gehört zu Deutschland, beziehungsweise Deutschland gehört künftig zum Islam. Wir werden dieses Land in seinem eigenen Interesse positiv verändern, und das geht am besten, wenn die Ungläubigen keinen Ärger machen. Ich bin der Großmufti von Ägypten, und was ich sage, wird gemacht. Islam ist die Religion des Friedens, der Barmherzigkeit und Toleranz!

Allahu akbar!