Die „postfaktische Welt“ des Ralf Stegner

stegner_ralfIn einem eher unprofessionell anmutenden Videointerview mit der Huffington Post hat der SPD-Vizechef Ralf Stegner (Foto), besser bekannt als „Pöbel-Ralle“, einmal mehr zum Rundumschlag gegen Rechts ausgeholt. Allerdings erst, nachdem ihn Interviewer Jürgen Klöckner ausgiebig und mit Leidensbittermine ob der vielen Hassbotschaften gegen ihn bedauert hatte. Aber dafür beschäftigt Stegner Löschtrupp-Studenten, die den „Nazimüll“, wie er das nennt, von seiner Internetseite entfernen. In Talkshows müsse er sich ja ohnehin nun öfter mit diesen Rechtspopulisten wie Frauke Petry oder Beatrix von Storch auseinandersetzen, aber dem müsse man entgegentreten. Denen dürfe man nämlich nicht die Sorgen der Menschen überlassen, so Stegner.

Der zunehmende Erfolg der „Rechten“ ist eine Entwicklung, die ihm „international“ Sorge bereitet, denn auch Marine Le Pen in Frankreich, Geert Wilders in Holland und nicht zuletzt Donald Trump entsprechen nicht seinem Geschmack. Zumindest in Deutschland müsse man dafür sorgen, dass diese bösen Rechtspopulisten keinen Einfluss bekämen, nicht in Parlamenten oder irgendwo sonst. Da hat Donald Trump aber wohl noch einmal Glück gehabt, dass Pöbel-Ralle sich nicht auch ihn vorknöpfen will.

Zwischendurch liest Jürgen Klöckner immer wieder die Kommentare unter dem live gestreamten Video, dabei hängen beide wie zwei Teenager, die sich nackte Mädchen anschauen, mit dem Kopf vor dem Laptop. Klöckner deutet zwar an, dass es wohl einige sehr unfreundliche Kommentare gibt, lässt den Zuschauer aber an deren Inhalt nicht teilhaben. Als das schweigende Bildschirmgewische des Huffington Post-Reporters peinlich zu werden droht, poltert Stegner einfach weiter drauf los, dass in der Kritik nur die Dummheit des Rechtspopulismus zum Ausdruck käme. Die SPD werde dem aber Paroli bieten, denn Nationalismus bringe Unglück.

Als einer der Live-Kommentatoren fragt, ob Stegner bereit wäre, sein Gehalt dem Bundesdurchschnitt anzupassen, um soziale Gerechtigkeit glaubhaft zu vertreten, lässt er den Bürger wissen, dass er ihn für schwachsinnig hält. Schließlich seien Politiker in Deutschland nun wirklich nicht überbezahlt, so Stegner. Er antworte Rechten eben „rustikal“, kommentiert er sich selber weiter. Und worum sich die SPD im Übrigen auch verstärkt kümmern wird, sind Konzerne wie Google und Facebook, damit vom Regime oder nur der SPD Unerwünschtes dort auch prompt gelöscht würde, das macht dann Heiko Maas, der kleine Weltzensor.

Dass es eine Wiederholung der Kölner Rapefugee-Nacht geben werde, glaubt Stegner nicht, denn die Polizei hätte aus dieser Nacht gelernt. Das mag wohl sein, aber Personal und für solche Ereignisse entsprechende Ressourcen hat sie deshalb immer noch nicht, das kann er aber in seiner postfaktischen Welt nicht reflektieren. Dafür weiß er, dass die Bevölkerung nicht wegen täglicher Übergriffe verunsichert sei, nein, an der Verunsicherung sei die Union schuld, die, offenbar ebenfalls wie die rechte AfD, die Kölner Silvesternacht instrumentalisiert hätte. Außerdem beeinflusse Russland die Wahlen bei uns, wie es auch auf jene in den USA Einfluss genommen hätte. Und dann wären da noch die Fake-News, steigert er sich in eine regelrechte Paranoia und wünscht sich, dass alle Parteien dieses Thema betreffend an einem Strang ziehen würden, um so etwas zu unterbinden.

Unter Fake-News fällt für ihn offenbar auch jede Warnung vor Islamisierung und so diagnostiziert er:

„Wer vor der Islamisierung Deutschlands warnt, braucht medizinischen Rat.“

Dann wagen wir auch eine Diagnose: Ralf Stegner scheint an so etwas wie politischem Tourette zu leiden. Ohne Sinn und Not bellt er Sätze in die Welt und ist dabei in seiner ganz eigenen SPD-Blase, in der es grenzenlose Toleranz und Buntheit gibt, gefangen.

Ihm als Patienten muss man daher schon fast nachsehen, dass Toleranz für ihn bedeutet, wenn Heiko Maas das Internet kontrolliert und „bunt“ bedeutet, dass es in unseren Straßen jede Menge in schwarze Textilsäcke gehüllte vollverschleierte Schariabräute gibt.

Gute Besserung, Pöbel-Ralle!