Akif Pirinçci: Funky Business

FUNK ist ein Online-Medienangebot der ARD und des ZDF für Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 14 und 29 Jahren, die ansonsten kaum oder gar nicht die Fernsehproduktionen der öffentlich-rechtlichen Sender konsumieren. Es ist eine Art Jugendkanal des Zwangsgebührenimperiums fürs Internet.

Zur Zeit wird das Programm von zirka 42 Formaten bedient, welche regelmäßig Clips im hippen, meist gewollt amateurhaften, quasi wie mit einem Handy unter Kumpels aufgenommenen You-Tuber-Stil beisteuern und auch von mehr oder weniger erfolgreichen You-Tubern präsentiert werden. Zudem sind sechs jugendaffine Serien im Angebot, die allerdings ohne große Mühe auch so im Internet aufrufbar sind. Hierbei handelt es sich also nicht um die erste Sahne des Seriengeschäfts.

Eigentlich will ich gar nicht auf den Inhalt von FUNK eingehen, sondern mich mit seinem ominösen Produktionsbudget beschäftigen, denn dieses beträgt sage und schreibe 45 Millionen Euro im Jahr. Oder vielleicht doch. FUNK ist stockkonservativ und dem Wesen der Jugend völlig abhold, gerade so, als habe sich das Ganze ein pensionierter ARD-Redakteur mit SPD-Parteibuch ausgedacht, der drei Minuten auf das iPad seines Enkels geguckt und mit 15jähriger Verspätung ein Heureka-Erlebnis gehabt hat.

Der einzige Unterschied zur grün-linken Medien- und Kulturmansche für die älteren Semester besteht darin, daß hier junge und halbjunge Menschen auftreten und mit einem gekünstelt laienhaften und authentisch-sein-sollenden Getue sowas wie „frei von der Leber weg“ simulieren. Die versuchen in bescheidener Optik und Filmsprache krampfhaft, die Profis zu kopieren. Die sind zwar ebenfalls im Merkel-Mehltau verfangen und befinden sich wegen der zwanghaften Beschäftigung mit Geisternazis in medial-psychiatrischer Behandlung, haben aber immerhin einen professionellen Cutter unter Vertrag, der ein paar Ideen mehr hat, als am Ende eines jeden pseudolustigen Satzes den Doppel- und Dreifachkopierer zu verwenden.

Das, was man dem Geist der Jugend so nachsagt, der Bruch mit der Konvention, die Wildheit, die kreative Geschmacklosigkeit, die Verachtung des Alten, der Aufbruch zu neuen Ufern, das größenwahnsinnige Sehnen nach dem Absoluten: Nichts von all dem findet sich in FUNK wieder. Im Gegenteil, ein jeder versucht, den schon tatterig gewordenen Gutmenschen politisch sowie von der willkommenskulturellen Denkungsart her noch um das Bessermenschlichste zu übertreffen… Bloß, daß die jungen Männer fast alle Vollbärte tragen und die jungen Frauen auch so`n Bart haben. Keine Revolte, nirgends.

Bei „Dattelträger“ handeln irgendwelche Araber und Türken inklusive Goethe-Deutsch-sprechende Kopftuchtanten vermeintliche Vorurteile der Indigenen gegenüber Arabern, Türken und Kopftuchtanten ab und vermitteln die Binse, daß nicht alle Orientalen Terroristen wären. Der Sinn dieses Formats bleibt im Dunkeln, tun doch die altvorderen Media-Maultiere auch den ganzen Tag nichts anderes als das. Wo versteckt sich der im Saft und Kraft stehende jugendliche Gegensatz zu diesen? Abgesehen davon, daß einige Akteure in diesem Format tatsächlich wie Terroristen aussehen.

Im „Auf einen Kaffee mit Moritz Neumeier“ verrät uns der in der Blüte seines Lebens stehende Moritz, daß er mit dem Rauchen aufgehört hätte. Warum? Damit er sich wie ein 60jähriger vorkommt, der nach 45 Jahren Quarzerei in einem heroischen Akt die Giftstengel drangegeben hat? Ein echter Anarcho-YouTuber mit jugendlichem Fuselbart würde sich vor laufender Kamera einen Schuß setzen. Das ist aber nur die Überleitung. Im weiteren mimt er den 70jährigen Apo-Opa vom Kreisverband der Grünen Olpe und meint, daß man afghanische Asylbetrüger auf gar keinen Fall wieder nach Haus schicken dürfe. Kein Wunder, daß zu Anne Will und Maybrit Illner immer die gleichen greisenhaften Pappnasen eingeladen werden; ein Unterscheidungsmerkmal der jungen Wilden zu ihnen ist nicht existent.

Bei „Fickt euch!“ beantwortet Kristina Weitkamp „alle Fragen zum Thema Sex – offen und tabulos“, was eine glatte Lüge ist. Offenkundig hat die Gute den „Lehrplan Sexualerziehung für allgemeinbildende und berufliche Schulen in Hessen“ nicht gelesen, denn im Vergleich zu dieser Sperma- und Smegmakunde mit anschließendem Analverkehr mit Eseln taugen ihre Tips nicht einmal beim Blümchensex.

Und nach diesem Muster sind sämtliche Formate beim FUNK gestrickt. Das Etikett „Jugend“ ist nur ein Fake, hinter dem sich das über Gebühr Wiedergekäute und längst wieder Ausgespuckte der alten Säcke, das bis in die letzte Pore Deutschlands vollgesogen grün-links Versiffte und die Propaganda zur Selbstaufgabe eines ganzen Volkes vor dem Fremden verbirgt. Beim zweiten Blick sieht FUNK ziemlich alt aus.

(Fortsetzung bei sezession.de)